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Qualitätsmanagement im Journalismus - Konzepte aus der Produktions- und Dienstleistungswirtschaft im Redaktionsalltag

Title: Qualitätsmanagement im Journalismus - Konzepte aus der Produktions- und Dienstleistungswirtschaft im Redaktionsalltag

Diploma Thesis , 2002 , 137 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Smulka (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Summary Excerpt Details

Den Versuch, Qualität im Journalismus zu definieren, vergleichen Kritiker mit dem Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln. Trotzdem konzentriert sich die Qualitäts-Diskussion in der medienwissenschaftlichen Literatur großteils auf die Suche nach sinnvollen Definitionen. Erst allmählich wird auch die Frage formuliert, wie denn journalistische Qualität - ungeachtet ihrer Definition - in der Praxis gewährleistet werden kann. Verglichen mit der Produktions- und Dienstleistungswirtschaft haben die Medien daher einen enormen Nachholbedarf, geht es um Konzepte für ein systematisches Qualitätsmanagement.
Möglicherweise lässt sich der Vorsprung, den die Betriebswirtschaftslehre in diesem Punkt hat, ausnutzen. Diese Arbeit untersucht daher, ob und wie die Qualitätsmanagement-Systeme aus der Produktions- und Dienstleistungswirtschaft auf den Alltag in einem Medien-Betrieb übertragen werden können. Sie diskutiert, welche Maßnahmen für eine solche Übertragung getroffen werden müssen, welche Konsequenzen sich daraus ableiten und welchen Nutzen diese Übertragung bringen mag.
Dazu gibt sie zunächst den Stand der medien- und den der wirtschaftswissenschaftlichen Qualitätsdiskussion wieder. Danach werden beide Strömungen zusammengeführt: Die oftmals abstrakten Forderungen aus Ansätzen wie etwa dem Total Quality Management werden auf die konkrete Ebene des Redaktionsalltags heruntergebrochen. Dies geschieht schwerpunktmäßig anhand der DIN EN ISO 9001, einer Industrie-Norm für die Einführung von Qualitäts-Management-Systemen.
Dabei zeigt sich, dass die Ansätze aus der "freien Wirtschaft" durchaus im Redaktionsalltag anwendbar sind und bzgl. ihrer Wirksamkeit sehr viel versprechend erscheinen. Es werden beispielsweise die Rahmenbedingungen für ein optimales Arbeiten und somit einer höheren Qualität im Journalismus verbessert. Auch entstehen feste Strukturen, die eine Qualitätssteuerung nicht länger dem Good Will der Redaktionen oder dem Zufall überlassen. Andererseits sind auch Umsetzungsschwierigkeiten möglich - etwa dadurch, dass feste Management-Vorgaben an der aufklärerischen Grundhaltung der Journalisten scheitern. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Einführung in das Thema

1.2 Gang der Arbeit

2 Zum Problem journalistischer Qualität

2.1 Allgemeine Näherung zum Begriff der Qualität

2.2 Ansätze zur Definition journalistischer Qualität

2.2.1 Normative Ansätze

2.2.2 Funktionale Ansätze

2.2.3 Maßgaben aus der Praxis

2.3 Qualität und Markterfolg

2.3.1 Qualität und Rezipienten-Akzeptanz

2.3.2 Qualität als Einflussgröße im Werbe-Markt

2.4 Zwischenfazit: Unvereinbarkeit funktionaler und normativer Ansätze ist übertrieben

3 Probleme der praktischen Umsetzung

3.1 Messbarkeit journalistischer Qualität

3.2 Blattkritik als nachgeordnete Bewertung

3.3 Fehlen praxisbezogener Umsetzungsvorschläge

3.4 Geringer Standardisierungsgrad

4 Qualitätskonzepte aus der Wirtschaft

4.1 Übersicht und Entwicklung bestehender Konzepte

4.1.1 Die Wurzeln der Qualitätssicherungskonzepte: Funktionale Differenzierung und Wunsch nach Erfüllung der Grundbedürfnisse

4.1.2 Taylorismus als Wiege der QM-Systeme

4.1.3 Qualitätszirkel – das universelle Problemlösungs-Werkzeug

4.1.4 Null-Fehler-Strategien

4.1.5 Integrierte Ansätze: Company Wide Quality Control und die Renaissance der Qualitätszirkel

4.1.6 Total Quality Management und die TQM-Awards

4.1.7 Diversifizierung der Management-Lehren

4.2 ISO 9000ff. als handlungsorientierter Normensatz

4.2.1 Entwicklung zur ISO-9000-Familie

4.2.2 Aufbau und Gültigkeit der ISO-9000-Familie

4.2.3 Aufgaben und Ziele der ISO-9000-Familie

5 ISO 9000ff. im journalistischen Produktionsmodell

5.1 Struktur journalistischer Produktionsweisen

5.2 Übertragbarkeit der ISO-9001-Forderungen auf den Redaktionsalltag

5.3 Die 20 Elemente der ISO 9001

5.3.1 Verantwortung der Unternehmensführung

5.3.2 Implementierung eines Qualitätsmanagementsystems

5.3.3 Vertragsprüfung

5.3.4 Designlenkung

5.3.5 Lenkung von Dokumenten und Daten

5.3.6 Beschaffung

5.3.7 Lenkung der vom Kunden bereit gestellten Unterlagen

5.3.8 Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Produkten

5.3.9 Prozesslenkung

5.3.10 Prüfungen

5.3.11 Prüfmittelüberwachung

5.3.12 Prüfstatus

5.3.13 Lenkung fehlerhafter Produkte

5.3.14 Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen

5.3.15 Handhabung, Lagerung, Verpackung, Konservierung und Versand

5.3.16 Lenkung von Qualitätsaufzeichnungen

5.3.17 Interne Qualitätsaudits

5.3.18 Schulung

5.3.19 Wartung

5.3.20 Statistische Methoden

6 Implementierung

6.1 Probleme bei der Organisationsentwicklung

6.2 Kosten-Nutzen-Verhältnis

6.2.1 Zeitaufwand und Bürokratiezuwachs

6.2.2 Finanzieller Aufwand

6.3 Vom Sinn einer Zertifizierung nach ISO 9001

7 Zusammenfassung und Fazit

7.1 Zusammenfassung der Arbeit

7.2 Bewertung der Ergebnisse

7.3 Appell für ein neues Qualitätsverständnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob und wie Qualitätsmanagement-Systeme aus der Produktions- und Dienstleistungswirtschaft auf den redaktionellen Alltag in Medienunternehmen übertragen werden können, um eine strukturierte Qualitätssicherung zu ermöglichen.

  • Theoretische Grundlagen journalistischer Qualität und aktueller Diskurs
  • Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung von Qualitätsmanagement im Journalismus
  • Historische und systematische Einordnung von QM-Konzepten aus der Wirtschaft
  • Analyse der ISO 9001-Forderungen hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf journalistische Arbeitsprozesse
  • Implementierungsaspekte und notwendige Organisationsveränderungen

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Taylorismus als Wiege der Qualitätskontrollen

1911 erschien Frederick W. Taylors Buch über „Die Prinzipien der wissenschaftlichen Betriebsführung“26. Man kann wohl ohne Bedenken behaupten, dass kein zweites Buch der Wirtschaftswissenschaften in vergleichbarer Weise die Realität in den Fabriken beeinflusst hat wie dieses. Die Kerngedanken Taylors schlugen sich unter dem Stichwort des Taylorismus in einem Organisations- und Produktionsmodell nieder, das trotz der Eingaben aus der TQM- und der Gruppenarbeitsdebatte praktisch das gesamte 20. Jahrhundert das vorherrschende Modell in der industriellen Massenfertigung bleiben sollte. Den Taylorismus kennzeichneten die Trennung von planender und ausführender Tätigkeit, eine hochgradige Arbeitsteilung und Standardisierung der einzelnen Arbeitsschritte. Dies ermöglichte es, an sich unqualifizierte Arbeiter einzustellen, denen man den einen Handgriff, den sie immer wieder auszuführen hatten, schnell beibringen konnte.

Taylors Terminologie sprach vom „one best man“ und dem „one best way“ für die Erledigung einer Arbeit. In der Praxis führte dies zur Fließbandarbeit, wie sie erstmals in den Ford-Autowerken in Detroit eingesetzt wurde, weshalb Taylorismus und Fordismus oft, aber fälschlicherweise synonym verwendet werden. Der „one best way“ ergab sich jeweils aus einer Detail-Betrachtung der einzelnen Arbeitsschritte, die zunächst nicht auf ein qualitativ hochwertiges Produkt, sondern eher auf ein rationelles Produzieren gerichtet war.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung der Relevanz einer systematischen Qualitätssicherung im Journalismus und Erläuterung des methodischen Vorgehens der Arbeit.

2 Zum Problem journalistischer Qualität: Analyse der bestehenden theoretischen Debatten über journalistische Qualitätsbegriffe und deren Abgrenzung zwischen normativen und funktionalen Ansätzen.

3 Probleme der praktischen Umsetzung: Diskussion der Hindernisse, die einer Messung und Standardisierung journalistischer Arbeit in der Praxis entgegenstehen.

4 Qualitätskonzepte aus der Wirtschaft: Historischer Überblick über die Entwicklung betriebswirtschaftlicher Qualitätssicherungssysteme, von den Anfängen bis hin zum TQM.

5 ISO 9000ff. im journalistischen Produktionsmodell: Detaillierte Untersuchung der 20 Elemente der ISO 9001 und deren spezifische Übertragbarkeit auf den Redaktionsalltag.

6 Implementierung: Untersuchung der organisationstheoretischen Herausforderungen, Kosten-Nutzen-Betrachtungen und des Nutzens einer Zertifizierung für Medienhäuser.

7 Zusammenfassung und Fazit: Resümee der Arbeit und ein Appell für eine Versöhnung von journalistischem Qualitätsanspruch und betriebswirtschaftlichen Strukturvorgaben.

Schlüsselwörter

Qualitätsmanagement, Journalismus, ISO 9001, Redaktionsmanagement, Qualitätssicherung, TQM, Prozessorientierung, journalistische Qualität, Organisationsentwicklung, Standardisierung, Qualität, Medienbetrieb, Redaktionsalltag, Qualitätszirkel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie betriebswirtschaftliche Qualitätssicherungssysteme, insbesondere die ISO 9001, auf Medienunternehmen angewendet werden können.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Zentrum stehen die journalistische Qualitätsdebatte, betriebswirtschaftliche QM-Konzepte, die spezifische Redaktionsarbeit und die Übertragung von Strukturvorgaben auf diese Arbeitsprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist die Entwicklung eines Konzeptes, mit dem Medienunternehmen ihr individuelles Verständnis von journalistischer Qualität in der täglichen Redaktionspraxis strukturiert umsetzen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit vergleicht das journalistische Produktionsmodell mit betriebswirtschaftlichen Systemen und analysiert kritisch die Übertragbarkeit der normativen Forderungen der ISO 9001.

Welche Inhalte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der QM-Entwicklung und die detaillierte Prüfung der 20 Forderungselemente der ISO 9001 auf den Redaktionskontext.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Qualitätsmanagement, Journalismus, ISO 9001, Prozesssteuerung, Redaktionsmanagement und Qualitätssicherung.

Warum wird ausgerechnet die ISO 9001 zur Untersuchung herangezogen?

Sie gilt als international anerkannter Normensatz, der eine strukturierte Schablone bietet, um komplexe Produktionsabläufe auf ihre Qualität hin zu hinterfragen und zu standardisieren.

Inwiefern ist der Journalismus als Arbeitsumfeld besonders?

Der Journalismus zeichnet sich durch einen hohen Bedarf an individueller Kreativität aus, was die Standardisierung von Arbeitsabläufen nach tayloristischen Mustern erschwert.

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Details

Title
Qualitätsmanagement im Journalismus - Konzepte aus der Produktions- und Dienstleistungswirtschaft im Redaktionsalltag
College
University of Dortmund  (Institut für Journalistik)
Grade
1,7
Author
Sebastian Smulka (Author)
Publication Year
2002
Pages
137
Catalog Number
V12209
ISBN (eBook)
9783638181488
ISBN (Book)
9783656074113
Language
German
Tags
Qualitätsmanagement Journalismus Konzepte Produktions- Dienstleistungswirtschaft Redaktionsalltag Thema Qualitätsmanagement
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Smulka (Author), 2002, Qualitätsmanagement im Journalismus - Konzepte aus der Produktions- und Dienstleistungswirtschaft im Redaktionsalltag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12209
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