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Das Sprechen über Emotionen als Teil der menschlichen Kultur

Körperidiome und Farben als Emotionsausdruck in afrikanischen Sprachen

Title: Das Sprechen über Emotionen als Teil der menschlichen Kultur

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andrea Lieske (Author), Marc Becker (Author)

African Studies - Miscellaneous
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Mit dem Sprechen über Emotionen gibt der Sprecher einen Teil von sich preis, öffnet sich, macht sich eventuell sogar angreifbar. Die Wege, seine Empfindungen klar auszudrücken und dennoch einen Gesichtsverlust zu vermeiden, bilden den nächsten Punkt. Diese Off-Record-Strategien erfordern ein hohes Maß an Sprachgewandtheit des Sprechers und sind ebenfalls kulturbedingt. Diese Kulturbedingtheit basiert unter anderem auf der natürlichen Umwelt, dem Traditionsschatz und auch den Tabus einer Gesellschaft.
Neben der Körperwahrnehmung und ihren Mechanismen spielt auch die Farbwahrnehmung eine entscheidende Rolle für unsere Kommunikation. Wie wir sehen ist neben biologischen Regeln auch soziokulturellen Prägungen unterworfen. Farben sind letztlich also kulturelle Phänomene, die auch zur Verstärkung der Psi`s eingesetzt werden können.
In der anschließenden Betrachtung der Verwendung von Körperteilidiomen in der Sprache beschäftigen wir uns mit dem zweiten global auftretenden Universalie des Sprechens über Emotionen. Gemäß dem Anthropozentrismus stellt diese Verwendung von Körper oder Körperteil bezogenen Formulierungen eine der wichtigsten Strategien menschlicher Kommunikation über Gefühle dar. Auch die verschiedenen Ursprünge solcher Wendungen sowie die variantenreichen Ausprägungen spiegeln die Vielfalt menschlicher Sprache.
Die globale Verbreitung und die Universalität der Verwendung von Körperidiomen, Psi`s und Farben zur Kommunikation in den Sprachen der Welt zeigt der nächste Teil dieser Arbeit auf. Hierbei werden aus drei sehr unterschiedlichen Kulturen einzelne Aspekte des Emotionsausdruckes aufgegriffen und mit Sprachbeispielen unterlegt. Anhand des Hausa, des Zulu und des Ashanti bietet sich ein faszinierender Einblick in die vielfältige und im wahrsten Sinne auch farbenfrohe Nutzung solcher Sprachwerkzeuge.
Die Zusammenfassung der in dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnisse, mit welchen Strategien Menschen über Emotionen sprechen, bildet den Abschluss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung (MB + AL)

2. Emotionen (MB)

2.1 Basisemotionen nach Plutchik

2.2. Konnotationen der Emotionen nach Kövesces

2.3. James – Lange –Theory: Entstehung der Emotionen

3. Die Kommunikation über Emotionen (AL)

3.1. Force Dynamics – Strategien des Sprechens über Emotionen

3.2. Psi`s – Redewendungen aus der Werkzeugkiste der Sprache

3.3. Sprachstrategien zwischen Wahrheit und Gesichtswahrung

4. Farben – Das Gesehene und die Sicht darauf (AL)

4.1. Wie sehen wir? Farben als kulturelles Phänomen

4.2 Farben als Verstärkung der Psi`s

5. Körperteilidiome – Man sieht nur mit dem Herzen gut (AL)

5.1 Körperidiome – Zielbereiche und Varianten der Bildung

5.2. Der Transfer vom Erlebten zur Kommunikation

6. Körperteilidiome und Farben in afrikanischen Sprachen

6.1. Einführung (AL)

6.2. Beispiele aus dem Zulu, Republic of South Africa (MB)

6.3. Beispiele aus dem Hausa (AL)

6.4. Sprichworte auf den Goldmünzen der Ashanti (AL)

7. Schlussfolgerung (MB + AL)

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Menschen in verschiedenen Kulturen ihre Emotionen sprachlich ausdrücken, wobei der Fokus auf dem Zusammenspiel von Körperwahrnehmung, Farbkonnotationen und metaphorischen Redewendungen liegt. Ziel ist es, universelle Strategien der Emotionskommunikation zu identifizieren und aufzuzeigen, wie kulturelle Besonderheiten die Sprachwahl und das Verständnis beeinflussen.

  • Analyse theoretischer Ansätze zu Basisemotionen und deren psychophysiologischer Entstehung.
  • Untersuchung von Force Dynamics und sogenannten Psi's als zentrale Kommunikationswerkzeuge.
  • Erforschung der kulturellen Bedeutung von Farben und deren Verstärkerfunktion in der Emotionsdarstellung.
  • Darstellung der Rolle von Körperteilidiomen beim Ausdruck abstrakter psychischer Konzepte.
  • Vergleichende Analyse von Sprachbeispielen aus dem Zulu, Hausa und bei den Ashanti.

Auszug aus dem Buch

3.1. Force Dynamics – Strategien des Sprechens über Emotionen

Die Vermittlung von Emotionen bedarf zunächst der Erfassung derselben in all ihren physischen und psychischen Auswirkungen. Die Kodierung dieser Informationen erfolgt oft durch kulturell geprägte Idiome. Doch wie kann solch ein überaus komplexer Prozess auf mehreren Ebenen in wenigen Worten mitgeteilt werden?

Der Linguist Professor Leonard Talmy definierte 1988 die Force Dynamics, also die Systeme wie organische Reaktionen in Sprache umgewandelt werden.

Dies wird durch mehrere Faktoren beeinflusst, vor allem von der eigenen Wahrnehmung der Emotion und der Vorstellung von ihr. Es spielen also sowohl physische Prozesse als auch mentale Bilder eine wichtige Rolle.

Die Verknüpfung semantischer Rollen und syntaktischer Funktionen ist hierbei ebenso entscheidend wie veränderbar. Sie beeinflussen, wie gesprochen wird über natürlich Ereignisse, soziale Geschehnisse und psychologische Vorgänge. Dies variiert auch in sehr eng verwandten Sprachen stark.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung (MB + AL): Die Einleitung führt in das Thema ein und erläutert, wie Sprache als essentielles Werkzeug dient, um schwer fassbare Gefühle zu kommunizieren.

2. Emotionen (MB): Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Grundlagen wie Basisemotionen nach Plutchik sowie Konnotationen nach Kövesces.

3. Die Kommunikation über Emotionen (AL): Es werden Strategien zur Versprachlichung psychischer Zustände, insbesondere Force Dynamics und Psi's, erläutert.

4. Farben – Das Gesehene und die Sicht darauf (AL): Das Kapitel untersucht Farben als kulturelle Phänomene und deren Einfluss auf die Bedeutung von Redewendungen.

5. Körperteilidiome – Man sieht nur mit dem Herzen gut (AL): Hier werden der Anthropozentrismus und die Verwendung von Körperteilen zur Bildung von Idiomen für Emotionen und Kognition thematisiert.

6. Körperteilidiome und Farben in afrikanischen Sprachen: Dieses Kapitel präsentiert konkrete Sprachbeispiele aus dem Zulu, Hausa und bei den Ashanti, um die theoretischen Konzepte zu illustrieren.

7. Schlussfolgerung (MB + AL): Die Schlussfolgerung fasst zusammen, dass trotz kultureller Unterschiede universelle menschliche Strategien in der Kommunikation über Emotionen existieren.

Schlüsselwörter

Ethnolinguistik, Emotionen, Kommunikation, Psi's, Körperidiome, Force Dynamics, Farbwahrnehmung, Anthropozentrismus, Kulturelle Kodierung, Metaphern, Metonymie, Basisemotionen, Sprachstrategien, interkulturelle Kommunikation, Emotionsausdruck.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den sprachlichen und kulturellen Strategien, die Menschen nutzen, um ihre Emotionen und ihr Empfinden auszudrücken.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die Linguistik der Emotionen, die Rolle des menschlichen Körpers in der Sprache, Farbsymbolik sowie interkulturelle Vergleichsstudien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten in den Wegen aufzuzeigen, wie verschiedene Kulturen über Gefühle sprechen, und dabei die Universalität bestimmter metaphorischer Strukturen zu belegen.

Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden werden verwendet?

Es werden linguistische Konzepte wie Force Dynamics, Psychocollocations (Psi's), Metonymie und Metapherntheorien herangezogen und kulturvergleichend angewendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Emotionen und Kommunikation sowie in eine detaillierte Analyse der sprachlichen Umsetzung in Form von Farben und Körperteilidiomen, untermauert durch Beispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Körperidiome, Psi's, Force Dynamics, Ethnolinguistik und interkulturelle Sprachkodierung.

Welche Rolle spielt der "Anthropozentrismus" in der Emotionssprache?

Der Autor führt an, dass der Mensch seine eigene physische Erfahrung als Referenzpunkt nimmt, um abstrakte Emotionen begreifbar zu machen.

Wie unterscheidet sich die Emotionskommunikation im Zulu von der im Englischen?

Laut der Arbeit nutzt das Zulu eine höhere Dichte an metonymischen Assoziationen und betrachtet das Herz als einen universellen Behälter für alle Emotionen, während im Englischen eine stärkere Differenzierung nach spezifischen Emotionskategorien erfolgt.

Was ist die Bedeutung der "Off-Records-Sprache"?

Diese Strategie ermöglicht es Sprechern, soziale Tabus oder konfliktreiche Themen durch Andeutungen und Ironie zu kommunizieren, ohne den Gesichtsverlust oder soziale Konsequenzen direkt zu riskieren.

Warum sind Psi's in afrikanischen Sprachen wie Hausa wichtig?

Sie dienen als komplexe, oft farbcodierte Konstrukte, die erst durch den kulturellen Kontext der Sprecher ihre volle, spezifische Bedeutung für den Emotionsausdruck erhalten.

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Details

Title
Das Sprechen über Emotionen als Teil der menschlichen Kultur
Subtitle
Körperidiome und Farben als Emotionsausdruck in afrikanischen Sprachen
College
University of Cologne  (Institut für Afrikanistik)
Course
Hauptseminar Ethnolinguistik SS2008
Grade
1,3
Authors
Andrea Lieske (Author), Marc Becker (Author)
Publication Year
2008
Pages
28
Catalog Number
V122132
ISBN (eBook)
9783640269020
ISBN (Book)
9783640268207
Language
German
Tags
Sprechen Emotionen Teil Kultur Hauptseminar Ethnolinguistik SS2008
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Lieske (Author), Marc Becker (Author), 2008, Das Sprechen über Emotionen als Teil der menschlichen Kultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122132
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