Am 01.01.2009 feierte der Euro als Europäische Gemeinschaftswährung und mit ihm
die gesamte Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) ihr 10-jähriges Bestehen.
Gleichzeitig trat, nach der Aufnahme einer Reihe neuer Mitglieder, als vorerst letztes
EU-Land die Slowakei der WWU als 16. Mitgliedsstaat bei.
Vor diesem Hintergrund werde ich im Laufe dieser Seminararbeit den
Erweiterungsprozess des Euro-Währungsgebietes erklären und analysieren, indem ich
die Vor- und Nachteile einer Währungsunion skizziere, den Erweiterungsprozess der
WWU darstelle und nach einem historischen Rückblick vergangener Beitritte auf
potenzielle weitere Beitrittskandidaten eingehe. Zu Beginn werde ich hierzu in einem
kurzen Abriss den Gründungsprozess der WWU schildern.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung
2.1 Währungsunion
2.2 Euro – Währungsunion
2.2.1 Vorgeschichte und Gründung
2.2.2 Der Euro
3. Gründe für eine Währungsunion und den Beitritt
3.1 Vorteile
3.2 Nachteile
3.3 Zusammenfassung
4. Der Erweiterungsprozess
4.1 Der Vertrag von Maastricht
4.1.1 Phase eins
4.1.2 Phase zwei
4.1.3 Phase drei
4.2 Die Maastricht-Kriterien
4.2.1 Kriterium der Preisstabilität
4.2.2 Kriterium der Lage der öffentlichen Haushalte
4.2.3 Wechselkurskriterium
4.2.4 Kriterium des langfristigen Zinssatzes
4.3 Die Entscheidung
5. Historische Entwicklung
6. Zukünftige Entwicklung
6.1 Estland
6.2 Lettland
6.3 Litauen
7. Aktuelle Tendenzen
8. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, den Erweiterungsprozess des Euro-Währungsgebietes zu erklären und zu analysieren. Dabei wird die Forschungsfrage untersucht, welche ökonomischen Vor- und Nachteile mit einer Währungsunion verbunden sind und unter welchen Voraussetzungen weitere EU-Mitgliedsstaaten der Wirtschafts- und Währungsunion beitreten können.
- Grundlagen und Definition einer Währungsunion
- Kosten-Nutzen-Analyse einer Währungsunion
- Struktur und Kriterien des Erweiterungsprozesses (Vertrag von Maastricht)
- Historische Entwicklung der Euro-Einführung
- Status quo und Zukunftsperspektiven potenzieller Beitrittskandidaten (Baltikum)
- Einfluss der Finanzkrise auf den Beitrittswillen einzelner Staaten
Auszug aus dem Buch
3.1 Vorteile
Die Vorteile oder auch der Nutzen einer Währungsunion liegen in erster Linie in der Steigerung der wirtschaftlichen Effizienz begründet. Diese Steigerung hat zwei maßgebliche Ursprünge die im Folgenden weiter ausgeführt werden. Ein Ursprung ist die Minderung der Transaktionskosten die durch den Umtausch nationaler Währungen verursacht werden, ein anderer ist die Minderung des Wechselkursrisikos. Der Zusammenschluss bisher selbstständiger Währungsräume zu einem größeren und einheitlichen Währungsgebiet führt somit zu einer Stärkung und Erweiterung der Geldfunktion der gemeinsam genutzten Währung.
Die Gewinne oder Vorteile die durch die Reduktion von Transaktionskosten entstehen können in direkte und indirekte Gewinne unterteilt werden. Die am offensichtlichsten nachzuvollziehenden und am einfachsten zu bestimmenden Gewinne sind die direkten. Sie werden durch die wegfallenden Kosten bestimmt, die durch „Geldwechsel“ entstehen. Sie sind ein Ausdruck für die durch die Erweiterung des Währungsgebietes verringerte Inanspruchnahme von Ressourcen wie Arbeitskräfte, Sachmittel oder Arbeitszeit. Die Europäische Kommission schätzt diese Gewinne zwischen 13-20 Milliarden Euro jedes Jahr, was rund 0,5% des EU Inlandsproduktes entspricht. Als indirekte Gewinne der Transaktionskostenminderung werden die Gewinne angesehen, die durch die gestiegene Preistransparenz verursacht werden. Durch eine einheitliche Währung fällt es den Menschen einfacher Preise zu vergleichen was zur Zunahme des Wettbewerbes führt und somit den Verbrauchern in Form von niedrigeren Preisen zugute kommt. Die Vergleichbarkeit der Preise verbessert somit die allokative Effizienz des Preismechanismuses. Gros/ Thygesen (1998) schätzen diesen Effekt auf ca. 4,5 - 6,5 % des EU Inlandsproduktes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung zum Erweiterungsprozess des Euro-Währungsgebietes.
2. Einführung: Es werden grundlegende Begriffe zur Währungsunion geklärt sowie die historische Vorgeschichte und Gründung des Euros dargestellt.
3. Gründe für eine Währungsunion und den Beitritt: Dieses Kapitel analysiert die ökonomischen Vor- und Nachteile einer gemeinsamen Währung durch eine Kosten-Nutzen-Betrachtung.
4. Der Erweiterungsprozess: Es werden die formalen Voraussetzungen, insbesondere der Vertrag von Maastricht und die Konvergenzkriterien, für einen Beitritt zur Währungsunion erläutert.
5. Historische Entwicklung: Das Kapitel zeichnet den Weg der elf ursprünglichen Mitgliedsstaaten und die schrittweise Erweiterung bis zum Jahr 2009 nach.
6. Zukünftige Entwicklung: Hier werden die spezifischen Herausforderungen und der Status der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen im Hinblick auf den Euro-Beitritt bewertet.
7. Aktuelle Tendenzen: Es wird untersucht, wie sich die globale Finanzkrise auf die Beitrittspläne und die öffentliche Meinung in Nicht-Euro-Ländern wie Island, Dänemark, Schweden und Großbritannien auswirkt.
8. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz des Erweiterungsprozesses und einem Ausblick auf zukünftige Beitrittsperspektiven ab.
Schlüsselwörter
Wirtschafts- und Währungsunion, Euro, Konvergenzkriterien, Maastricht-Vertrag, WKM II, Preisstabilität, Transaktionskosten, Europäische Zentralbank, EU-Erweiterung, Finanzkrise, Haushaltsdefizit, Wechselkursrisiko, Eurozone, Beitrittskandidaten, Geldpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Prozess der Erweiterung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) und den ökonomischen sowie politischen Rahmenbedingungen für neue Mitgliedsstaaten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Währungsunionen, die Konvergenzkriterien nach Maastricht, die historische Entwicklung der Euro-Einführung sowie aktuelle Beitrittsperspektiven und Herausforderungen vor dem Hintergrund der Finanzkrise.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Erweiterungsprozess des Euro-Raums zu erklären und zu analysieren, wobei sowohl die Vorteile einer gemeinsamen Währung als auch die strengen Kriterien für einen Beitritt kritisch beleuchtet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Berichten der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission, um den aktuellen Konvergenzstatus einzelner Länder zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Kosten-Nutzen-Analyse einer Währungsunion, die Erläuterung des EU-Beitrittsverfahrens inklusive der Konvergenzkriterien sowie eine detaillierte Fallbetrachtung der Beitrittskandidaten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Konvergenzkriterien, Preisstabilität, WKM II, Geldpolitik und Euro-Erweiterung geprägt.
Warum erfüllen die baltischen Staaten trotz technischer Kriterien oft nicht alle Beitrittsvoraussetzungen?
Häufig scheitern die Länder an der Einhaltung der strengen Preisstabilitätskriterien (Inflationsrate) oder an rechtlichen Anpassungsnotwendigkeiten bei der Unabhängigkeit ihrer nationalen Zentralbanken.
Welchen Einfluss hatte die Finanzkrise auf den Erweiterungsprozess?
Die Finanzkrise hat zu einer veränderten Wahrnehmung in Nicht-Euro-Ländern geführt; während sie in einigen Ländern den Wunsch nach Stabilität durch den Euro verstärkte, hat sie in anderen die politische Debatte über den Beitritt weiter verkompliziert.
- Quote paper
- Sebastian Wellmann (Author), 2009, Erweiterung des Euro-Währungsgebietes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122149