Finanzierungsalternativen für den Mittelstand. Mezzanine-Finanzierungen, Venture Capital und Business Angels


Hausarbeit, 2008
47 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG
1.2 VORGEHENSWEISE

2 GRUNDLAGEN
2.1 FINANZIERUNGSALTERNATIVEN
2.2 MITTELSTAND

3 ALTERNATIVE FINANZIERUNGSFORMEN FÜR DEN MITTELSTAND
3.1 MEZZANINE-FINANZIERUNGEN
3.1.1 Begriffsfindung und Charakteristika
3.1.2 Mezzanine Finanzierungsinstrumente
3.1.3 Mezzanine-Finanzierungen im Mittelstand
3.2 VENTURE CAPITAL
3.2.1 Begriffsabgrenzung und Historie
3.2.2 Positionierung des Venture Capital
3.2.3 Zeitliche Einordnung und Ablauf einer Venture Capital Finanzierung
3.3 BUSINESS ANGEL
3.3.1 Begriffsfindung und Charakteristika
3.3.2 Instrumente des Business Angel
3.3.3 Business Angel im Mittelstand

4 BEWERTUNG
4.1 UNTERNEHMENSPERSPEKTIVE
4.2 INVESTORENPERSPEKTIVE

5 FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS

INTERNETQUELLEN

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Beschaffung von Kapital

Abb. 2: Bilanzielle Einordnung des Mezzanine-Kapitals

Abb. 3: Mezzanine Finanzierungsinstrumente

Abb. 4: Marktvolumen (in Mrd. EUR) für Mezzanine-Finanzierungen in Europa

Abb. 5: Einordnung des VC in den Bereich des Private Equity

Abb. 6: Typologien von Investoren im Laufe des Entwicklungszyklus eines Unternehmens

Abb. 7: Ablauf einer VC-Finanzierung aus Unternehmenssicht

Abb. 8: Aus Sicht der Business Angels geleistete Beiträge (n=48 Investoren)

Abb. 9: Branchenattraktivität für Business Angels

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Der Mittelstand als tragende Säule der deutschen Wirtschaft hat mit seinen rund 3,3 Millionen ihm angehörenden Unternehmen[1] eine herausragende Bedeutung für die wirtschaftliche Stabilität in Deutschland. Er bildet das Rückrat der hiesiger Unternehmenslandschaft und ist mit seinen Innovationen zu einem nicht unerheblichen Teil verantwortlich für Wirtschaftswachstum und den Wohlstand in der Bundesrepublik.[2] Innovative Pionierarbeiten und das stetige Wachstum lassen sich jedoch nicht ohne die entsprechenden Finanzmittel bewältigen, denn gegenwärtig befindet sich der Mittelstand in einem Prozess einschneidender Veränderungen.[3] Zum einen haben Globalisierung, rascher Strukturwandel und der internationale Wettbewerbsdruck neue Rahmenbedingungen geschaffen, an die sich der Mittelstand anpassen muss.[4] Zum anderen hat sich der Markt für Unternehmensfinanzierungen in Deutschland immens verändert und eindeutige Spuren hinterlassen.[5] Nennenswert ist an dieser Stelle die Änderung der Richtlinien für die Eigenkapitalunterlegung von Darlehen, besser bekannt als Basel II, und das damit im Zusammenhang stehende, erscheinende Eigenkapitaldefizit deutscher Unternehmen.[6] Bei deutschen Kapitalgesellschaften aus dem Mittelstand ist eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von 23%[7] festzustellen. Im direkten Vergleich zum europäischen Wirtschaftsraum mit ca. 35% und den USA mit ca. 45% ist die durchschnittliche Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen merklich niedrig. Neben einer restriktiven Kreditvergabe äußern sich die Konsequenzen auch in einer Verschlechterung des Unternehmensratings und höheren Fremdkapitalkosten. Für kleine und mittlere Unternehmen, sogenannte KMU, lässt sich hieraus ableiten, dass eine Diversifikation der Finanzierungsinstrumente unumgänglich ist und das Unternehmensfinanzierungsgerüst neu strukturiert werden muss.[8]

Bei der Betrachtung aktueller Zahlen und Statistiken des Institutes für Mittelstandsforschung in Bonn, wird die Bedeutsamkeit dieser Thematik noch weiter verstärkt. Es wird geschätzt, dass 99,7% aller Unternehmen in Deutschland dem Mittelstand angehören und diese 70,7% der Arbeitnehmer beschäftigen.[9] Es ist daher unumgänglich eine konstante Kapitalversorgung des Mittelstandes zu gewährleisten.

Mezzanine-Finanzierungen, Venture-Capital und Business Angel zählen zu den alternativen Unternehmensfinanzierungsformen, welche dem Mittelstand zur Verfügung stehen können, wenn die klassische Fremdfinanzierung über Kredite nicht ausreichend ist, um die bevorstehenden Aufgaben zu bewältigen.

1.2 Vorgehensweise

Primäre Adressaten der vorliegenden Ausarbeitung sind kleine und mittlere Unternehmen, die ihren Firmensitz in Deutschland haben. Die Zielsetzung liegt in der Darstellung alternativer Finanzierungsinstrumente als Reaktion auf die sich stark wandelnde Finanzierungslandschaft und die damit verbundene Problematik der Kapitalbeschaffung, so dass dem Leser final ein grundlegendes Verständnis über die oben aufgeführten Finanzierungsalternativen für den Mittelstand zur Verfügung steht. Dem Leser soll dargelegt werden, wie es dem deutschen Mittelstand trotz der restriktiven Kreditvergabe möglich sein kann, die Lücke zwischen Kapitalbedarf und verfügbarem Kapital zu schließen und somit neue Spielräume zu generieren.

Einleitend folgt eine Begriffsabgrenzung mit dem Ziel einer uniformen Wissensbasis bezogen auf die in der vorliegenden Arbeit elementaren Wortgebräuche. Demnach findet eine Erörterung der Charakteristika des Finanzierungsbegriffs und des deutschen Mittelstandes statt. Nach Abhandlung der Grundlagen schließt sich die Betrachtung ausgewählter Finanzierungsalternativen an. Beginnend mit der Mezzanine-Finanzierung erfährt der Leser Aufschlüsse über die Grundlagen und Ausgestaltungsformen sowie eine Betrachtung dieser hybriden Finanzierungsform im deutschen Mittelstand. Ferner folgt eine analoge Darstellung des Venture-Capitals und abschließend die der Business-Angel. Es schließt sich eine generelle Veranschaulichung der Vor- und Nachteile für die Beteiligten an, so dass letztlich der Interessent, sei es Unternehmer oder Investor, einen subjektiven Standpunkt einnehmen und für sich persönlich eine kritische Entscheidung fällen kann, inwiefern die Finanzierung durch alternative Finanzierungsformen additiv zur konventionellen Kreditfinanzierung gesehen werden darf. Die vorliegende Arbeit wird durch die Niederschrift eines Resümees komplettiert.

2 Grundlagen

2.1 Finanzierungsalternativen

Neben den in Kapitel 2.2 folgenden Erläuterungen zum Deutschen Mittelstand, gilt es ferner, eine Erörterung des Finanzierungsbegriffes durchzuführen. Zu einem besseren Verständnis nachstehender Erläuterungen soll Abbildung 1 dienen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Beschaffung von Kapital[10]

Unter Finanzierung wird im Allgemeinen die „Versorgung der Unternehmung mit Kapital, einschließlich der Strukturierung des Kapitals“ verstanden.[11] Grundsätzlich strukturiert sich die Finanzierung bezüglich ihrer finanzwirtschaftlichen Längen- und Breitengraden in Eigenund Fremdfinanzierung. Wie zu erkennen ist, wird hinsichtlich der Kapitalart, unter Berücksichtigung der Rechtsstellung der Kapitalgeber, in Eigen- und Fremdfinanzierung unterschieden.[12] Die Eigenfinanzierung steht für den Vorgang der Kapitalbereitstellung in Form von Eigenkapital durch mit dem Unternehmen verbundene Personen, wobei die Bindung auf bestehende Eigentumsverhältnisse oder gesellschaftsrechtliche Verträge basieren kann. Dies kann durch Einlagen „neuer“ respektive „alter“ Eigner, also der sogenannten „Einlagenfinanzierung“ oder Thesaurierung des erwirtschafteten Gewinns und somit durch „Selbstfinanzierung“ geschehen. Die Investition ins Eigenkapital schließt einen Rückzahlungsanspruch aus, wodurch das auf diese Weise in die Unternehmung investierte Kapital theoretisch zeitlich unbegrenzt zur Verfügung steht. Unternehmen mit einer soliden Eigenkapitalbasis wirken „gesund“, da sie durch die zur Verfügung stehenden eigenen Mittel z. B. unvorhersehbare Engpässe oder Verbindlichkeiten decken können. Dieser Umstand wiederum führt zu einer Verringerung des Rückzahlungsrisikos und damit verbunden zu einer Steigerung der Attraktivität der Unternehmung für potentielle Investoren.

Unter der Begrifflichkeit der Fremdfinanzierung ist jene Art der Kapitalbeschaffung zu verstehen, bei der der Unternehmung Geld von „außen“ in Form von Fremdkapital, also von Gläubigern, die rechtlich über einen Rückzahlungsanspruch verfügen, zugeführt wird.[13] . Dies kann durch Bildung von Rückstellungen (Rückstellungsfinanzierung),[14] wie auch durch Kreditaufnahmen (Einlagenfinanzierung) geschehen. Dies kann durch Einlagen „alter“ Einlagenfinanzierung) bzw. „neuer“ Gesellschafter (Beteiligungsfinanzierung) oder durch Gewinnthesaurierung[15] erfolgen.

Ferner klassifiziert vorangestellte Abbildung 1 übergreifend nach der Mittelherkunft in „Außenfinanzierung“ und „Innenfinanzierung“.[16] Zum besseren Verständnis sollte der Leser hierbei zwischen der Unternehmung als eigenständiges Gebilde und den Geldgebern (alte und neue Inhaber, Banken) unterscheiden. Vor diesem Hintergrund beschreibt die Innenfinanzierung den Prozess der Mittelgenerierung durch das Unternehmen selbst.[17] Hierunter fallen die Selbstfinanzierung, die Umschichtungsfinanzierung und die Rückstellungsfinanzierung. Konträr dazu fasst der Begriff der Außenfinanzierung all jene Finanzierungsformen zusammen, bei denen dem Unternehmen Kapital „von außen“, also nicht selbst generiert, sondern durch Dritte zur Verfügung gestellt wird, wie beispielsweise bei Krediten oder Einlagen.

Am Rande bedarf es noch der Erwähnung, dass hinsichtlich der Finanzierung einer Unternehmung grundsätzlich anerkannte Bilanzierungs- und Finanzierungs-, bzw. Kapitalstrukturregeln bestehen, deren Zweck es ist, eine sinnvolle Zusammensetzung des Kapitals einer Unternehmung zu gewährleisten. Ziel ist beispielsweise die Verbesserung der Kreditwürdigkeit oder die Prüfung von Möglichkeiten zur Investitionsfinanzierung.

2.2 Mittelstand

„Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU)[18] sind der Motor der europäischen Wirtschaft. Sie tragen wesentlich zur Entstehung von Arbeitsplätzen bei, fördern den Unternehmergeist und die Innovationstätigkeit in der EU und spielen deshalb eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit und der Beschäftigung.“[19] Dieses Zitat von Günter Verheugen[20] verdeutlicht die tatsächliche Bedeutung des Mittelstandes für die Wirtschaft eines Landes in der heutigen Zeit. In der BRD machen mittelständische Unternehmen, wie eingangs dieser Ausarbeitung bereits erwähnt, einen relativen Anteil von 99,7% gemessen an der Gesamtzahl der Unternehmungen aus und erwirtschaften dabei 38,3% des Umsatzes dieser Grundgesamtheit.[21] Doch wie kann man bei der Vielzahl an Unternehmen[22] eine Klassifikation in KMU und „nicht-KMU“ vornehmen? Sucht man nach einer eindeutigen Definition für den vielmals verwendeten Begriff „Mittelstand“ oder dessen Synonym KMU, stolpert man zwangsläufig - je nach Zusammenhang - über eine Vielzahl an Auffassungen.[23] Grundsätzlich folgen diese Definitionen bestimmten Kriterien. Man kann diese Kriterien generell in qualitative und quantitative unterscheiden. Quantitativ hat sich mithin - durch die Brille der Wissenschaft betrachtet - diesbezüglich die Definition des IfM-Bonn etabliert.[24] Sie zählt Unternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten, respektive einem jährlichen Umsatz von unter 1 Mio. € zu den Kleinunternehmen.[25] Mittlere Unternehmen zeichnen sich durch eine Beschäftigtenanzahl zwischen 10 und 499 Mitarbeitern oder einem Umsatz von bis zu 50 Mio. € per anno aus.[26] Folglich handelt es sich insgesamt nach dem IfM-Bonn um ein mittelständisches Unternehmen, wenn die Mitarbeiterzahl nicht über 499 steigt, sowie der Jahresumsatz max. 50 Mio. € beträgt. Ergänzt werden eben angesprochenen quantitativen Aspekte durch qualitative. Zu diesen zählt beispielsweise der Umstand, dass der Unternehmer mit „seinem“ Unternehmen dermaßen verbunden ist, dass er sich mit dem Unternehmen identifiziert und man in gewisser Hinsicht von einer miteinander verschmolzenen Einheit reden kann.[27] Resultierend hieraus, ist der Unternehmer in alle wichtigen strategischen und operativen Entscheidungen maßgeblich involviert,[28] da auch die „Vereinigung“ von Kapital und Leitung ein Kriterium eines Mittelständlers reflektiert.[29] Neben vorangegangen beschriebenen quantitativen Kriterien des IfM-Bonns existiert parallel eine quantitative Definition der KMU durch die Europäische Kommission, welche jedoch nur relevant ist, wenn es um die Zuweisung von gesetzlichen Subventionen geht.[30]

3 Alternative Finanzierungsformen für den Mittelstand

3.1 Mezzanine-Finanzierungen

3.1.1 Begriffsfindung und Charakteristika

Vorangehend muss festgehalten werden, dass es weder in der Ökonomie noch in der Jurisprudenz eine globale Definition für den Wortgebrauch „Mezzanine-Finanzierungen“ gibt.[31] Die italienische Deutung „Mezzanine“ entstammt der Baukunst und beschreibt sinnbildlich das Zwischengeschoss (mezzanino) innerhalb zweier Hauptgeschosse.[32] Wird diese architektonische Vorstellung auf die Unternehmensfinanzierung umgemünzt, so beschreibt das Mezzanine-Kapital eine seit dem Jahr 1980 bestehende[33] , mannigfache Finanzierungsform, welche sich nicht eindeutig dem Eigen- oder Fremdkapital zuordnen lässt.[34] „Mezzanine“ darf nicht als eine Finanzierungsmethode verstanden werden. Es handelt sich hierbei vielmehr um eine zusammenfassende Bezeichnung jeglicher Finanzierungsinstrumente in der gesamten Finanzierungslandschaft, welche durch die vertragliche Ausgestaltung eher einen Eigen- oder Fremdkapitalcharakter annehmen.[35] Die nachstehende Grafik zeigt in groben Zügen eine Bilanz und soll die soeben genannten Fakten visualisieren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Bilanzielle Einordnung des Mezzanine-Kapitals[36]

Der Grundgedanke einer hybriden Finanzierung ist im Grunde genommen „Alter Wein in neuen Schläuchen“. So wurden in der Historie mezzanine Finanzierungsinstrumente unter verschiedenen Begriffen geführt und heute unter einer neuen Marke zusammengefasst. Aus diesem Grund ist die Mezzanine-Finanzierung im Gesetz nicht ausdrücklich schriftlich fixiert. Es lassen sich im Gesetz eher vereinzelt mezzanine Finanzierungsinstrumente wie beispielshalber die Wandelanleihe gem. §221 AktG oder auch die stille Beteiligung gem. §§230-236 HGB auffinden.[37] Ein Charakteristikum für Mezzanine-Kapital ist die individuelle Gestaltbarkeit und schlussfolgernd die Abstimmung der Finanzierung auf die jeweiligen Bedürfnisse einzelner Bedarfsträger. So kann das Mezzanine-Kapital durch die vertragliche Ausgestaltung bilanziell eher eine eigenkapitalähnliche (Equity Mezzanine) oder fremdkapitalähnliche (Debt Mezzanine) Stellung einnehmen.[38] Ferner dürfen nachstehende Fakten als Erkennungszeichen genannt werden:

- Die Grundidee mezzaniner Finanzierungen liegt in der Beseitigung des Eigenkapitaldefizits und letztendlich in der Stärkung der Eigenkapitalgrundlage des Unternehmens.
- Mezzanine-Kapital zeichnet sich durch die Nachrangigkeit in Bezug auf die sonstigen Gläubiger im Falle einer Unternehmensaufgabe und Vorrangigkeit gegenüber dem regulären Eigenkapital aus.
- Entgelte hinsichtlich der Kapitalbereitstellung stellen im Handels- und Steuerrecht auf Seiten des Kreditnehmers Betriebsaufwand dar.
- Durch Mezzanine-Kapital wird die Gesellschafterstruktur nicht verwässert; die Ausnahme stellen hierbei Equity-Kicker-Strukturen dar.[39]
- Mezzanine-Kapital steht dem Bedarfsträger nur für einen temporären Finanzierungszeitraum zur Verfügung, welcher üblicherweise fünf bis zehn Jahre beträgt.[40]
- Bei dem Mezzanine-Kapital wird auf Sicherheiten verzichtet.[41]

3.1.2 Mezzanine Finanzierungsinstrumente

In Kapitel 3.1.1 wurde dem Leser verdeutlicht, dass die mezzanine Finanzierungsform, abhängig von der vertraglichen Ausgestaltung, diverse Formen annehmen kann. Die untenstehende Abbildung zeigt eine Auswahl einzelner Möglichkeiten auf. Eine Behandlung aller hybriden Finanzierungsinstrumente würde jedoch den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen. Aus diesem Grund werden dem Leser im Folgenden die hier in Deutschland gebräuchlichsten mezzaninen Finanzierungsinstrumente repräsentiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Mezzanine Finanzierungsinstrumente[42]

Die stille Gesellschaft, welche in der Literatur auch als stille Beteiligung bezeichnet wird, ist neben dem Nachrangdarlehen das meist genutzte Finanzierungsinstrument der Mezzanine Finanzierungen.[43] Die Grundlage für eine stille Gesellschaft bildet der mit dem Unternehmer geschlossene Gesellschaftervertrag, wobei der stille Gesellschafter, wie der Name schon erahnen lässt, in der Außenwirkung nicht in Erscheinung tritt.[44] Bei diesem gesellschaftsrechtlichen Instrument beteiligt sich der stille Gesellschafter, welcher eine natürliche oder auch juristische Person darstellen kann, mit einer Vermögenseinlage am Unternehmen eines anderen.[45] Die stille Beteiligung als solche besitzt kein eigenes Vermögen. Als Korrektiv erhält der stille Gesellschafter eine Beteiligung am Unternehmenserfolg. Hinsichtlich der Mitwirkungsrechte ist anzumerken, dass der stille Gesellschafter sich nicht aktiv an der Unternehmensführung beteiligen kann. Dennoch stehen ihm diverse Informations- und Kontrollrechte, die wiederum Verhandlungssache sind, zu. Aufgrund der zuletzt genannten Fakten sowie der Verhandelbarkeit der wirtschaftlichen Konditionen erfreut sich die stille Beteiligung zunehmender Begeisterung institutioneller Unternehmen. Durch die bedingte Einflussnahme seitens des stillen Gesellschafters ist speziell dieses hybride Finanzierungsinstrument für den mittelständischen Betrieb, losgelöst von jeglicher Unternehmensrechtsform, als Wachstumsfinanzierung geeignet. Ist in der Unternehmung ein qualifiziertes und überblickendes Management präsent, so stimmt es den Kapitalgeber recht positiv. Auch für Start-up`s kann die stille Beteiligung eine Lösung darstellen. So gibt es verschiedene Förderinstitute, die mit Hilfe der stillen Beteiligung Unternehmen in der frühen Phase finanzieren.[46] Die rechtliche Kodifizierung der stillen Beteiligung zeigt sich in den §§230-260 HGB.[47] Nachfolgende Punkte stellen einige Wesenszüge der stillen Gesellschaft dar:

- „Der stille Gesellschafter kann sich nur an einem Handelsgewerbe beteiligen.
- Die Beteiligten müssen einen gemeinsamen Zweck verfolgen.
- Die Vermögens- oder Sacheinlage des stillen Gesellschafters geht in das Vermögen des Geschäftsinhabers über.
- Die Gewinnbeteiligung des stillen Gesellschafters darf nicht ausgeschlossen werden.
- Der stille Gesellschafter ist gem. §236 I HGB grundsätzlich Insolvenzgläubiger i. S. d. §38 InsO, d. h. die stille Gesellschaft begründet ein Insolvenzgläubigerrecht, das dem Insolventverwalter anzumelden ist (§174 ff. InsO).“[48]

[...]


1 Vgl. IfM Unternehmensgrößenstatistik, Daten und Fakten (2001/2002), S. 21.

2 Vgl. Nolte (2003), S. 9.

3 Vgl. Grass: Ein Glücksfall für die Volkswirtschaft, Handelsblatt, (2004), S. B1.

4 Vgl. Weber, T. (2005), S. 13.

5 Vgl. Wahl, S. (2004), S. 1.

6 Vgl. Weber, T. (2005), S. 13.

7 Vgl. Nuri, M. (2007), S. 128.

8 Vgl. Bösl, K. und Sommer, M. (2006), S. 13 f.

9 Quelle: Berechnung des Institutes für Mittelstandsforschung in Bonn, Stand 04/2008

10 in Anlehnung an Vorbaum,1997, S.33

11 Vgl. Swoboda, P., 1991, S.9

12 Vgl. Wöhle, G., Bilstein, J., 2002, S. 19 f.

13 Vgl. „Das große Managementlexikon“

14 Hierbei werden Rückstellungen (z. B. Drohverlustrückstellungen oder Pensionsrückstellungen) gebildet, in deren Höhe das Unternehmen liquide Mittel einbehält , die ihm bis zum Zeitpunkt der Fälligkeit zur Verfügung stehen

15 Erwirtschaftete Gewinne werden nicht ausgeschüttet, sondern in das eigene Unternehmen reinvestiert (thesauriert)

16 Vgl. Wöhle, G., Bilstein, J., 2002, S. 19 f.

17 Vgl. Vorbaum, 1997, S. 31

18 Akronym für „kleine und mittlere Unternehmen“

19 Vgl. „Unternehmen und Industrie: Die neue KMU-Definition - Benutzerhandbuch und Musterdefinitionen“, 2006, S. 3

20 Mitglied der Europäischen Kommission

21 Vgl. IfM-Bonn - Unternehmen und Umsätze in Deutschland 2006

22 „Als Unternehmen gilt jede Einheit, unabhängig von ihrer Rechtsform, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt. Dazu gehören insbesondere auch jene Einheiten, die eine handwerkliche Tätigkeit oder andere Tätigkeiten als Einpersonen- oder Familienbetriebe ausüben, sowie Personengesellschaften oder Vereinigungen, die regelmäßig einer wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen.“

23 Vgl. hierzu IHK Nordschwarzwald: KMU-Definition

24 Vgl. IfM-Bonn: Definition KMU Vgl. Wallau, F., 2006, S. 12

25 Vgl. IfM Bonn: Mittelstandsdefinition

26 Vgl. ebd.

27 Vgl. Wallau, F., 2006, S. 13

28 Vgl. Wallau, F., 2006, S. 13

29 Vgl. Mittelstand Optimierung

30 Die Europäische Kommission definiert den Mittelstand als Unternehmen mit einer maximalen Beschäftigtenzahl von 249 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von bis zu 50 Mio. € oder einer Bilanzsumme von bis zu 43 Mio. €, ohne zu mehr als 25% im Besitz eines oder mehrerer Unternehmen zu sein, die nicht die nicht die EU-Definitionen erfüllen; vgl. hierzu: Amtsblatt der EU; Von der Kommission angenommene Definition der Kleinstunternehmen, sowie der kleinen und mittleren Unternehmen (2003 / 361 / EG), L124/39, Art. 2 ff.

31 Vgl. Müller, O. (2003), S. 14.

32 Vgl. Werner, H. (2007), S. 21.

33 Vgl. Torpey, W. und Jerry, A. (1987), S. 1.

34 Vgl. Weber, T. (2005), S. 29.

35 Vgl. Werner, H. (2007), S. 21.

36 Vgl. A&C Gesellschaft für Mittelstandsberatung mbH (2008), S. 4.

37 Vgl. Weber, T. (2005), S. 30.

38 Vgl. Kobabe, R. (2005), S. 125.

39 Vgl. Werner, H. (2007), S. 21 f.

40 Vgl. Krimphove, D. und Tytko, D. (2002), S. 148.

41 Vgl. IHK Bayreuth. Starthilfe und Unternehmensförderungen (2008), S. 5.

42 Vgl. Weber, T. (2005), S. 39.

43 Vgl. Hübler, (2003), S. 100.

44 Vgl. Einem, C. und Achtleitner, A. (2004) in Schröder, B. (Hrsg.), S. 140.

45 Vgl. Werner, H. (2007), S. 57 f.

46 Vgl. Einem, C. und Achtleitner, A. (2004) in Schröder, B. (Hrsg.), S. 140.

47 Vgl. Werner, H. (2007), S. 57 f.

48 Vgl. Weber, T. (2005), S. 53.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten

Details

Titel
Finanzierungsalternativen für den Mittelstand. Mezzanine-Finanzierungen, Venture Capital und Business Angels
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule  (Fachhochschule für Oekonomie und Management)
Veranstaltung
Unternehmensführung im Mittelstand
Note
2,0
Autoren
Jahr
2008
Seiten
47
Katalognummer
V122169
ISBN (eBook)
9783668351097
ISBN (Buch)
9783668351103
Dateigröße
1189 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
finanzierungsalternativen, mittelstand, mezzanine-finanzierungen, venture, capital, business, angels
Arbeit zitieren
Emanuel Schmid (Autor)Wahdat Edris Qaimi (Autor)Dennis Burckert (Autor), 2008, Finanzierungsalternativen für den Mittelstand. Mezzanine-Finanzierungen, Venture Capital und Business Angels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122169

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