Das Thema Energiemanagement hat vor allem in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Dabei handelt es sich um die Überwachung der Verbräuche der Energieträger bzw. „um die effiziente Nutzung dieser Energien“ . Die rasant steigende Klimaerwärmung und deren Folgen zeigen, dass es notwendig geworden ist, sich mit diesem Thema verstärkt auseinander zu setzen. Vor allem der sehr hohe Lebensstandard der westlichen Welt, der eine große Menge Energie vor allem aus fossilen Energieträgern erfordert, trägt zu dieser Entwicklung bei. Da die Ressourcen der fossilen Energieträger jedoch begrenzt sind, wird der Einsatz erneuerbarer Energien aus Erde, Wind und Wasser immer wichtiger. Insbesondere für den Tourismus und damit auch für die Hotellerie bildet eine intakte Umwelt die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft. Aufgrund dessen sind Maßnahmen zur Reduktion des Energieverbrauches sowie zur Erhaltung der Umwelt von besonderem Interesse für diesen Wirtschaftszweig. Auch stellen die Kosten einen nicht zu vernachlässigenden Faktor dar, insbesondere im Angesicht ständig steigender Energie-preise. In der Hotellerie wirkt sich der Energieaufwand besonders stark auf das Betriebsergebnis aus, da die Kosten für Energie bei durchschnittlich 6 % des Umsatzes liegen. Die Energieagentur Mittelfranken hat zudem den mittleren Strombedarf eines Hotelbetriebes, bezogen auf ein Doppelzimmer, ermittelt. Dieser beträgt ca. 3.700 kWh pro Jahr, was dem Stromverbrauch einer 4- bis 5-köpfigen Familie in einem Einfamilienhaus entspricht. Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass bei den Energiekosten in der Hotellerie ein erhebliches Ein-sparungspotential besteht, das durch gezielte Maßnahmen umgesetzt werden kann. So hat die Berliner Energieagentur ein Einsparpotential zwischen 8 % und 40 % für Hotelbetriebe ermittelt. Im Folgenden soll nun ein Überblick über die verschiedenen Maßnahmen gegeben werden. Zunächst wird eine Einfüh-rung in wichtige Begrifflichkeiten des Energiemanagements gegeben. Anschließend werden die Sofort- und Standardmaßnahmen sowie sonstige Management-Maßnahmen näher erläutert.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
Energiemanagement in der Hotellerie
1.1 Energieträger
1.2 Alternative Energieformen
1.3 Kennzahlen zum Energieverbrauch
1.4 Verbrauchsanalysen
2 Maßnahmen des Energiemanagements
2.1 Sofortmaßnahmen
2.1.1 Organisatorische Maßnahmen
2.1.2 Technische Sofortmaßnahmen
2.2 Standardmaßnahmen
2.2.1 Gebäudehülle
2.2.2 Küche
2.2.3 Wäscherei
2.2.4 Hallenbad/Wellness
2.2.5 Heizung
2.2.6 Warmwasser
2.2.7 Lüftung
2.2.8 Beleuchtung
2.2.9 Kühlgeräte
2.3 Sonstige Management-Maßnahmen
2.3.1 Mitarbeiterführung
2.3.2 Umweltkommunikation
2.3.3 Energie-Contracting
2.3.4 Energie-Monitoring
3 Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Einsparpotential von Energiekosten in der Hotellerie und zeigt auf, wie durch gezielte organisatorische und technische Maßnahmen die betriebliche Energieeffizienz gesteigert werden kann.
- Grundlagen des Energiemanagements und relevante Energieträger
- Klassifizierung von Sofort- und Standardmaßnahmen zur Energieeinsparung
- Implementierung von Management-Methoden wie Energie-Contracting und Monitoring
- Bedeutung der Mitarbeiterführung und Umweltkommunikation für den Erfolg
- Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen von Energieeffizienz-Investitionen
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Technische Sofortmaßnahmen
Technische Sofortmaßnahmen haben eine effizientere Betriebsweise der Haustechnik zum Ziel. Dies kann durch angepasste Reglereinstellungen, Schaltuhren sowie andere gering-investive Maßnahmen erreicht werden. Wie bereits erwähnt, beträgt der Stromverbrauch in einem Hotelbetrieb ca. ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs. Jedoch verursacht er mehr als zwei Drittel der Energiekosten. Aufgrund dieser Tatsache wird deutlich, welch hohes Einsparpotential bei elektrischen Anwendungen vorhanden ist. Da dem gewerblichen Stromabnehmer „nicht nur die bezogene Wirkenergie (kWh)“ berechnet wird, sondern „auch die maximal bezogene Leistung (kW)“, sollte u. a. ein sog. Spitzenbegrenzer installiert werden, der „zeitweilig verzichtbare Stromverbrauchsgeräte“ ausschaltet, um Leistungsspitzen zu verhindern. Weitere Maßnahmen umfassen das Takten des Heizungsbrenners, die Nachtabsenkung der Heizleistung des Gebäudes, Lichtschalter mit Bewegungsmeldern usw. Ein weiteres großes Einsparpotential lässt sich im Bereich der Wärmedämmung finden. Insbesondere undichte Fenster und Türen führen zu hohen Energieverlusten. Deswegen sollten diese regelmäßig überprüft werden. Auch bei häufig offen stehenden Türen lässt sich der Energieverlust durch ein mechanisches oder elektronisches Schließsystem minimieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung des Energiemanagements in der Hotellerie aufgrund steigender Kosten und der Notwendigkeit des Umweltschutzes.
Energiemanagement in der Hotellerie: Dieser Abschnitt erläutert die Grundlagen der Energieträger sowie die Relevanz von Kennzahlen und Verbrauchsanalysen für den Vergleich der energetischen Qualität von Hotelbetrieben.
2 Maßnahmen des Energiemanagements: Hier werden konkrete Ansätze zur Energieeinsparung, unterteilt in Sofort-, Standard- und sonstige Management-Maßnahmen, detailliert vorgestellt.
3 Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über Energiemanagement als Wettbewerbsfaktor und betont die Notwendigkeit der Sensibilisierung von Management und Mitarbeitern.
Schlüsselwörter
Energiemanagement, Hotellerie, Energieeinsparung, Betriebskosten, Energieeffizienz, Energieträger, Wärmedämmung, Energie-Contracting, Energie-Monitoring, Umweltkommunikation, Nachhaltigkeit, Energiekennzahlen, Blockheizkraftwerk, Ressourcenmanagement, Betriebsergebnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Möglichkeiten und Notwendigkeiten eines systematischen Energiemanagements innerhalb der Hotellerie zur Kostenreduktion und Steigerung der ökologischen Nachhaltigkeit.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen technische Sofortmaßnahmen, Standardoptimierungen in Bereichen wie Küche, Wäscherei und Wellness sowie Management-Methoden wie Contracting und Mitarbeiterführung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass durch gezielte, oft gering-investive Maßnahmen signifikante Einsparungen bei den Energiekosten erzielt werden können, um so die Wettbewerbsfähigkeit des Hotelbetriebs zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Auswertung von Praxisbeispielen sowie branchenspezifischen Kennzahlen und Kosten-Nutzen-Rechnungen.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden konkrete Energiesparpotenziale in den unterschiedlichen Funktionsbereichen eines Hotels sowie organisatorische und technische Management-Ansätze zur Umsetzung erläutert.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Die zentralen Aspekte sind Effizienzsteigerung, Kostensenkung, ökologische Verantwortung und die praktische Implementierung von Energiemanagement-Systemen in Hotelbetrieben.
Warum ist die Küche ein so relevanter Bereich für das Energiemanagement?
Die Küche ist ein besonders energieintensiver Bereich, der bis zu 25 % des gesamten Energieverbrauchs eines Hotels ausmachen kann, was durch Maßnahmen wie den Einsatz von Induktionsherden adressiert wird.
Was versteht man unter Energie-Contracting im Kontext dieser Arbeit?
Es handelt sich um ein Modell, bei dem ein externer Partner (Contractor) die Planung, Finanzierung und Wartung von Anlagen übernimmt und das Hotel für die gelieferte Energie oder Einsparungen zahlt.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei den Sparmaßnahmen?
Mitarbeiter sind essenziell; durch ihre Sensibilisierung, Schulung und Motivation können signifikante Einsparungen in den täglichen Arbeitsabläufen realisiert werden.
Welchen Einfluss haben die Kennzahlen auf die Analyse?
Kennzahlen ermöglichen erst die Vergleichbarkeit der energetischen Qualität verschiedener Hotelbetriebe und dienen als Grundlage für die Identifikation von Sparpotenzialen.
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- Diplom-Betriebswirtin (FH) Meike Lehmann (Author), 2006, Energiemanagement in der Hotellerie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122191