In der Zeit von 217 bis 216 v. Chr. wurde der römische Stadtstaat, der sich gerade im 2 Jahr des Zweiten Punischen Krieges befand, von verheerenden militärischen Niederlagen heimgesucht. Noch heute spricht man über die Niederlage am Trasumenischen See oder bei Cannae, wo das römische Heer, welches doppelt so groß war, als das ihres Gegners Hannibals, vernichtend geschlagen wurde. Dies geschah durch einen strategischen Einfall Hannibals, dem die Idee zu Grunde lag, die römischen Legionen einzukesseln. Diese Taktik spielt auch heute noch eine große Rolle in der Militärstrategie unseres Zeitalters. Es waren auch andere Faktoren, die die Auswirkung die die Niederlage begünstigt haben. In dieser BA-Arbeit werde ich erläutern, wie es zu solchen großen Niederlagen wie am Trasumenischen See oder bei Cannae kommen konnte. Die Ereignisse, die vor und während der Schlachten stattfanden sowie deren Folgen werde ich unter besonderer Berücksichtigung der Quellen von Polybios, den Historien und Titus Livius Werk Ab urbe condit Buch XXII erläutern. Die Quellenlage gestaltet sich schwierig, da die Berichte der drei wahrscheinlichen Zeitzeugen über die Schlachten verloren gingen. Es waren die von Fabius Pictor, Silenos und Sosylos. Somit können sie keine weiteren Aufschlüsse über den Verlauf dieser Schlachten geben. Es gibt noch eine ganze Reihe von Berichten, die aber zum größten Teil erst nach längerer Zeit über diese Schlachten berichten. Auch andere Historiker der Antike beschäftigten sich mit diesen Schlachten: Es sind Appian, Silius Italicus und Plutarch zu nennen. Ihre Berichte haben in der Forschung allerdings kaum Beachtung gefunden. Dies führt man darauf zurück, dass sich ihre Schlachtberichte nicht mit denen von Polybios und Livius decken. U. Kahrstedt weist in ihrem Buch auf diese Problematik hin: „Appians Schlachtbericht sei reinste Analistik, da er sich in keinem Punkt mit dem von Polybios decke und Plutarch folge lediglich Livius.“ Aber man sollte trotz all dieser positiven Aspekte, die die Berichte von Polybios und Livius haben, eines nicht außer Acht lassen, dass auch sie keine Zeitzeugen waren, sondern auch sie von ihren Quellen abhängig waren. Jacob Seibert schreibt in seinem Buch Hannibal, dass man bedenken soll: „Auch Polybios war ein Kind seiner Zeit und mag als Bewunderer Roms nicht frei von Vorurteilen gewesen sein.“
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Vorstellung der beiden Historiker Polybios und Livius
2.1 Polybios von Megalopolis
2.2 Titus Livius
III. Die Ereignisse die zu Schlacht am Trasumenischen See führten und Ihre Folgen.
3.1 Die Ereignisse vor der Schlacht
3.2 Die Schlacht a m T r a s u m e n i s c h e n S e e
3.3 Die Ereignisse nach der Schlacht
IV. Die Ereignisse die zur Schlacht bei Cannae führten
4.1 Die Ereignisse vor der Schlacht
4.2 Die Schlacht von Cannae
4.3 Die Folgen der Schlacht
V. Analyse
5.1 Die Karthager und Hannibal
5.2Die römischen Fehler die zur Niederlage führten
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die historischen Hintergründe, taktischen Abläufe und Folgen der militärischen Niederlagen des römischen Heeres gegen Hannibal am Trasumenischen See und bei Cannae während des Zweiten Punischen Krieges, unter besonderer Berücksichtigung der Quellen von Polybios und Titus Livius.
- Militärische Strategien und Taktiken Hannibals (insb. Umkesselung)
- Vergleichende Analyse der historischen Quellen von Polybios und Livius
- Politischer und militärischer Kontext der römischen Führung in der Krise
- Analyse der taktischen Fehler der römischen Konsuln und Heerführer
- Auswirkungen der Niederlagen auf die Treue der römischen Bundesgenossen
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Schlacht von Cannae
Hannibal nimmt sein Heer und stellt es in Schlachtformation auf. Paulus dagegen, der das Gelände nicht gut heißt, da es für die Kavallerie optimal ist, vermeidet aus diesem Grund eine Schlacht, denn er hat den Oberbefehl. Varro ist wütend auf Paulus, weil er die Schlacht nicht angenommen hat. „So wurde mehr mit Zank und Streit als mit Beratungen die Zeit vertan.“ „Daher gab am folgenden Tag, ohne sich mit seinem Amtskollegen abzusprechen, Varro, dem an diesem Tag der Oberbefehl zugefallen war, das Zeichen zum Kampf und führte die Truppen in Schlachtformation über den Fluss; Paulus folgte ihm, weil er den Plan zwar missbilligen, ihm seine Unterstützung aber nicht versagen konnte.“ Varros’ Heer zählte 80.000 Fußsoldaten, wobei 10.000 im Hauptlager blieben, die Hälfte seines Fußvolks waren Bürger Roms, die andere Hälfte Bundesgenossen und 6000 Reiter, wovon 2000 Bürger Roms waren und der Rest Bundesgenossen. Varro lässt die römische Reiterei am rechten Flügel setzen, „an dieser reihte er das Fußvolk in einer einzigen geraden Linie, wobei er die Manipeln dichter stellte als sonst und in jeder einzelnen die Tiefe um ein Vielfaches größer machte als die Frontbreite. Der Reiterei der Bundesgenossen wies er ihren Platz den linken Flügen an.“ „Die Konsuln befehligten die Flügel, Terentius den linken, Aemilius den rechten; Geminus Servilius erhielt das Kommando über die Mitte. „Die Römer blickten nach Süden, die Punier nach Norden. Der Wind jedoch – er heißt bei den Bewohnern dieser Gegend Volturnus – blies den Römern entgegen, trieb ihnen viel Staub direkt ins Gesicht und nahm ihnen so die Sicht.“
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Einführung in die militärische Krise Roms 217-216 v. Chr. und die Relevanz der Quellen von Polybios und Livius.
II. Vorstellung der beiden Historiker Polybios und Livius: Kurzbiografien der Historiker sowie eine Einschätzung ihrer Arbeitsweisen und Glaubwürdigkeit als Quellen.
III. Die Ereignisse die zu Schlacht am Trasumenischen See führten und Ihre Folgen.: Analyse der Umstände des Hinterhalts am Trasumenischen See und der daraus resultierenden politischen Reaktionen in Rom.
IV. Die Ereignisse die zur Schlacht bei Cannae führten: Untersuchung der Entscheidungsprozesse vor Cannae, der Schlachtvorbereitungen und des verheerenden Verlaufs der Schlacht.
V. Analyse: Synthese der taktischen Überlegenheit Hannibals durch Aufklärung und Gelände sowie der strukturellen Führungsfehler der Römer.
Schlüsselwörter
Hannibal, Zweiter Punischer Krieg, Schlacht am Trasumenischen See, Schlacht von Cannae, Rom, Karthago, Polybios, Titus Livius, Militärstrategie, Umkesselung, Konsul, Fabius Maximus, Varro, Paulus, Militärgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die militärischen Niederlagen des römischen Heeres in der frühen Phase des Zweiten Punischen Krieges gegen Hannibal.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind antike Militärgeschichte, taktische Analysen von Schlachten sowie eine quellenkritische Betrachtung der historischen Überlieferungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu erläutern, wie Hannibal trotz der römischen Übermacht durch taktische Finesse und eine überlegene Informationspolitik die Schlachten am Trasumenischen See und bei Cannae für sich entscheiden konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literatur- und Quellenanalyse der antiken Geschichtsschreiber Polybios und Titus Livius.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Aufarbeitung der Ereignisse vor, während und nach den beiden genannten Schlachten sowie eine abschließende Analyse der Erfolgsfaktoren Hannibals und der Fehler der römischen Führung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Hannibal, Cannae, Trasumenischer See, Militärstrategie, Rom, Karthago und antike Kriegsführung.
Warum war Hannibals Spionagenetzwerk so entscheidend?
Hannibal wusste stets über die römischen Truppenstärken und die individuellen Schwächen sowie den aktuellen Gemütszustand der römischen Feldherren Bescheid, was ihm taktische Vorteile verschaffte.
Welchen Einfluss hatte der "Volturnus" auf die Schlacht bei Cannae?
Der Wind trieb Staub direkt in die Gesichter der römischen Legionäre, was ihre Sicht massiv behinderte und ihnen in der Schlacht einen taktischen Nachteil einbrachte.
Warum wird das römische Führungsmodell in der Arbeit kritisiert?
Kritisiert wird insbesondere das tägliche Wechseln des Oberbefehls zwischen den Konsuln, da dies eine konsistente strategische Planung verhinderte.
- Arbeit zitieren
- Marco Toscani (Autor:in), 2008, Die Schlacht am Trasumenischen See und die Schlacht von Cannae, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122217