Hutu und Tutsi - Konfliktanalyse


Forschungsarbeit, 2008
10 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Konfliktakteure

2. Gründe des Konflikts, seine Problematik, Machtbalance

3. Schlussfolgerungen

1. Konfliktakteure

Der ethnische Konflikt zwischen Hutu und Tutsi ist uralt und bezieht sich nicht nur auf die Massaker 1994. Um die Konfliktanalyse beginnen zu können, muss man zuerst die Konfliktakteure kennen lernen. Rwanda, der drittkleinste Staat Afrikas, wird durch drei Nationalitäten bewohnt und zwar: Hutu (oder: Bahutu), Tutsi (oder: Batutsi) und Twa (oder Batwa).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb1: Zusammenstellund der Rwandischen Bevoelkerung 1994.

Quelle: http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_761560996_6/Ruanda.html

Die drei Nationalitäten bevölkern denselben geographischen Raum, sprechen dieselbe Sprache- Ikinyarwanda, haben eine gemeinsame Kultur und gehören derselben Nation der Banyarwanda. Hutu sprechen genau wie die Tutsi eine westliche Variante der Bantusprachen des Zwischenseengebiets, das Kinyarwanda (heutige Kamerun). Es liegen keine verlässlichen aktuellen Zahlen für die Hutu-Bevölkerung vor, die unmittelbar vor der Unabhängigkeit Ruandas und Burundis zu Beginn der 60er Jahre des XX Jahrhunderts bei knapp 4 Millionen lag. Heute dürfte ihre Zahl zwischen 7 und 10 Millionen liegen. Die Tutsi bildeten eine Minderheit in den Gesellschaften, an deren Spitze sie standen, wobei ihre Zahl auf nicht mehr als 16 % der Landesbevölkerung geschätzt wird, d. h., dass in Ruanda mit 7 Millionen Einwohnern 1994 weniger als 1 Million Tutsi lebten (de.encarta.msn.com). Doch handelt es sich hier nicht um drei klar definierte Volksstämme. Bis heute kann eine unterschiedliche Abstammung wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen werden. Es gibt Theorien, die nachzuweisen versuchen, dass die Hutu der Bantu-Rasse entstammen und die Tutsi Nachkommen der Hamiten seien, die im XVII Jahrhundert von Äthiopien eingewandert seien (siehe: DABAG; GRUENDER; KETELSEN 2004: 239f.). Rein äußerlich sind allerdings Unterschiede bemerkbar. Die Tutsi, groß gewachsen und mit feinen Gesichtszügen, wurden von den Kolonialherren oftmals als "schwarze Weiße" bezeichnet, die Hutu dagegen entsprächen mit ihren "typisch-afrikanischen" Gesichtszügen und dem gedrungenen Körper dem Klischee des "Negers". Der entscheidende Unterschied ist allerdings sozialer Art (aufenthaltstitel.de).

2. Gründe des Konflikts, seine Problematik, Machtbalance

Um zu verstehen, wie die oben genannte Identitätsgruppen mobilisiert werden, muss man die geschichtliche Hintergründe näher betrachten. Der Gegensatz von Bahutu und Batutsi geht zurück in das XV Jahrhundert. Die Bahutu und Batwa, als Kleinbauern und Waldbewohner, bewohnten das ruandische Gebiet, bevor die Batutsi als Hirten vermutlich aus Äthiopien einwanderten. Zwischen 1853 und 1895 etablierten sich die Batutsi als herrschende Schicht und bauten eine zentralistische, hierarchische Monarchie mit stehender Armee und offizieller Verwaltung auf. Damals begann innerhalb des Herrschaftsgebiets eine stärkere Differenzierung der Bevölkerungsgruppen. Während der deutschen Kolonisierung manifestierten und institutionalisierten sich die Rollen der Batutsi und Bahutu als Herrschende und Beherrschte. Schon bei Ankunft der ersten Weißen Ende des XIX Jahrhunderts gab es eine klare Rollenverteilung. Damals war der König (Mwami) aus der Gruppe der Tutsi die vorherrschende Macht im Lande. Die Tutsi waren Besitzer großer Rinderherden, die Hutu dagegen nur einfache Bauern, die Twa dienten nach Aussagen der ersten Forscher vor allem als Hofnarren am Königshof Die Kolonialherren bemühten sich nun, aus dieser Gesellschaftsordnung eine Stammesordnung zu schaffen. Die Deutschen interpretierten die abgestuften Sozialbeziehungen in Ruanda auf der Basis der rassistischen, in Europa entwickelten Hamitentheorie[1]. Die neuen Herren im Lande, zuerst die Deutschen, später die Belgier, entschieden sich für eine enge Zusammenarbeit mit der Monarchie und unterstützten somit die Vorherrschaft der Tutsi. Erst durch die Begünstigung seitens der Kolonialverwaltung erreichten die Tutsi eine Machtfülle, die sie vorher nie innegehabt hatten. Es wurde ein System der Zwangsarbeit eingeführt (auch Konzentrationslager), mit dessen Hilfe sie das Land wirtschaftlich erschließen wollten. Da haben die fast ausschließlich die Hutus gearbeitet. So sahen die Europäer sich in ihrem Klischee bestätigt, dass die "Rasse" der Tutsi der der Hutu überlegen sei und man hier von verschiedenen Stämmen sprechen könne (vgl. aufenthaltstitel.de, de.encarta.msn.com).

[...]


[1] Überlegenheit einer „hamitischen Rasse“ über die negroide Bevölkerung Afrikas (J. H. Speke). „Hamiten“ wurden solche nordafrikanische Völker genannt, deren Wurzeln angeblich auf Ham, den Sohn des Noah, zurückgingen, Molt, Peter 2003

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Details

Titel
Hutu und Tutsi - Konfliktanalyse
Hochschule
Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
Veranstaltung
Ethnische Konflikte
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
10
Katalognummer
V122235
ISBN (eBook)
9783640269389
ISBN (Buch)
9783640270439
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hutu, Tutsi, Konfliktanalyse, Ethnische, Konflikt, Rwanda, 1994
Arbeit zitieren
Elzbieta Szumanska (Autor), 2008, Hutu und Tutsi - Konfliktanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122235

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