Im Folgenden wird das Beten definiert, auf die Kommunikationsart des Betens eingegangen, Voraussetzungen und Schwierigkeiten erläutert und die Interreligiosität vorgestellt. Zudem wird der Aufbau sowie die Formen des Gebets genannt, die Entwicklung der Kinder gegenüber Gott und dem Beten dargestellt und eine mögliche Umsetzung in der Praxis mit meiner eigenen Erfahrung vorgestellt.
Aus eigener Erfahrung heraus kann ich sagen, dass ich eigene Gefühle und Gedanken nicht einfach in Worte fassen und diese in die Welt hinausrufen kann. Es entsteht eine Mauer, die sog. Privatsphäre, welche mich vor Verstoßung und Kritik aufgrund von persönlichen Gedanken, Meinungen und Gefühlen bewahrt. Die Aufmerksamkeit der Gesellschaft wird vor allem bei kritischen Themen auf den Erzähler gerichtet, welcher fehlendes Vertrauen und respektlosen Umgang fürchtet. Auch das Beten hat sich für Viele zu einem „Tabu-Thema“ entwickelt, weil sich der Glaube und die Auslebung des Glaubens auf unterschiedliche Gedanken, Gefühle und Mitteilungen beruhen, welche Gott gegenüber gebracht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Hintergrund des Betens
a) Bedeutung des Betens
b) Kommunikation zwischen Menschen und Gott
c) Das Ritual „Beten“
d) Voraussetzungen
e) Schwierigkeiten
f) Interkulturelles Beten
2.2 Das Gebet
a) Gebetsaufbau
b) Formen des Gebets
2.3 Entwicklungspsychologische Aspekte
3. Praktische Umsetzung
3.1 Praxiseinheit
3.2 Reflexion der Praxiseinheit
4. Persönliche Stellungnahme
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Praxis des Betens mit Kindern im Kontext der religiösen Erziehung und beleuchtet, wie Rituale und Kommunikation dazu beitragen können, Kindern einen Zugang zum Glauben zu ermöglichen.
- Theoretische Fundierung des Betens als Kommunikationsform
- Entwicklungspsychologische Voraussetzungen bei Kindern
- Rituale als Mittel zur Vermittlung von Sicherheit und Geborgenheit
- Praktische Erprobung und Reflexion kreativer Gebetsformen
- Bedeutung der religiösen Erziehung im familiären und institutionellen Kontext
Auszug aus dem Buch
a) Bedeutung des Betens
Beim Gebet als persönliches und spirituelles Erleben vereinen sich Gott und das eigene Leben (vgl. Büttner, Freudenberger-Lötz, Kalloch, Schreiner 2014: Seite 139), wodurch das Gefühl von Vertrauen, Sinnhaftigkeit und Verlässlichkeit entsteht (vgl. Melchert, Lamkemeier 2003: Seite 77). In der Vergangenheit wurde das Beten oft unter Zwang vollzogen, während heutzutage bereits Kinder freiwillig und mit Freude eine religiöse Erziehung genießen können.
Die Aufmerksamkeit ist laut Simone Weil ein definierter Schlüsselbegriff des Betens (vgl. Betz 1992: Seite 109), durch welchen sowohl Kinder als auch Erwachsene zur Ruhe und zum Innehalten bewegt werden und dadurch Grundbedürfnisse wie „Wärme und Geborgenheit, […] Zuneigung und Liebe“ (Kaden, Bracht 2010: Seite 6) erfahren. Diese pädagogische Aufgabe des Stillwerdens, welche unter anderem von Maria Montessori aufgegriffen wurde, soll auch beim Beten praktiziert werden (vgl. Schweitzer 1993).
Beim Beten, was aus theologischer Sicht eine besondere Variante der Rede zu Gott ist (vgl. Büttner et al. 2014: Seite 138), muss allerdings ein Urvertrauen herrschen, sodass der Akteur darauf vertraut, erhört zu werden und nicht als Selbstgespräch dient (vgl. Tettling 2010: Seite 27). Durch das Öffnen gegenüber Gott entsteht ein Dialog, welcher dazu anregt, sich Gedanken über das eigene Leben, bewegende Momente oder Gefühle zu machen und diese vor Gott und teilweise auch in der Gemeinschaft zum Ausdruck zu bringen und somit zu verarbeiten (vgl. Gilgenreiner 2008: Seite 107).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation der Autorin und skizziert das Problem des Betens als vermeintliches Tabu-Thema in der heutigen Gesellschaft.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Hintergrund des Betens, die Kommunikation mit Gott, die Bedeutung von Ritualen, Voraussetzungen, Herausforderungen sowie entwicklungspsychologische Aspekte.
3. Praktische Umsetzung: Hier wird ein konkretes Praxisprojekt beschrieben, bei dem Kinder bzw. Studierende Gebete kreativ an Bäumen visualisierten, gefolgt von einer kritischen Reflexion.
4. Persönliche Stellungnahme: Die Autorin resümiert ihre Sichtweise auf die religiöse Erziehung und betont die Notwendigkeit von Freiwilligkeit und authentischer Haltung.
Schlüsselwörter
Beten, Kindertheologie, religiöse Erziehung, Kommunikation, Rituale, Geborgenheit, Glaubensentwicklung, Spiritualität, Gebetsformen, Vertrauen, pädagogische Praxis, Dialog, Kindesentwicklung, Selbstkompetenz, Sozialkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des Betens im Kontext der religiösen Bildung und Erziehung von Kindern, wobei der Fokus auf dem pädagogischen Mehrwert und der praktischen Umsetzung liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Kommunikation zwischen Mensch und Gott, die psychologische Funktion von Ritualen im Alltag sowie die entwicklungspsychologischen Stadien des Kinderglaubens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Beten als eine Form des persönlichen Ausdrucks und der Beziehungsverarbeitung Kindern Sicherheit vermitteln und sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer eigenen Praxiseinheit, deren Verlauf und Ergebnisse kritisch reflektiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Gebetsformen, Voraussetzungen für das Beten sowie eine detaillierte Ausarbeitung zur entwicklungspsychologischen Perspektive im Kindesalter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Beten, Rituale, religiöse Erziehung, Vertrauen, Geborgenheit, Kommunikation und Kindertheologie.
Warum betont die Autorin die Freiwilligkeit des Betens?
Die Autorin hebt hervor, dass Zwang den Bezug zum Glauben zerstört; das Beten soll aus einem inneren Bedürfnis und Vertrauen heraus entstehen, um wirksam zu sein.
Was ergab die Reflexion der Praxiseinheit?
Es zeigte sich, dass auch Erwachsene Schwierigkeiten haben, ihre persönlichen Gedanken in Worte zu fassen, und dass eine unterstützende, nicht wertende Atmosphäre essenziell für den Erfolg der Methode ist.
- Arbeit zitieren
- Luisa Becker (Autor:in), 2020, Mit Kindern beten. "Lieber Gott, hör mir mal zu...", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1222838