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Zur Problematik der Eliten

Begriff, Theorie und neuere Trends

Title: Zur Problematik der Eliten

Seminar Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: B.A. Julia Scheffler (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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In den Medien hat sich der Begriff der Eliten wieder zunehmender Beliebtheit erfreut. Im vorliegenden Text wird auf verschiedene Definitionen von Elite eingegangen und deutlich gemacht, warum sich Teile der Öffentlichkeit mit der Bezeichung Elite schwertun. Wie bei vielen Begriffen, die in öffentlichen Diskursen häufig auftreten, lässt sich eine
einheitliche Definition von Elite kaum finden. Dem Wortursprung nach, es stammt aus dem
Französischen „èlire“ abgeleitet von dem lateinischen Wort „eligere“, kommt Elite von
wählen, auswählen. Bezogen auf das Lateinische kann man auch eine Verbindung zur Bibel
ziehen, in der verkündet ist, dass viele berufen, aber nur wenige erwählt sind. Aus diesem
Bibeltext wurde dann auch geschlossen, dass somit auch eine Eliteposition und die
herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse, wie z.B. das Fehlen von Aufstiegschancen, die
über das Mittelalter hinaus Bestand hatten, einfach als gottgegeben hingenommen werden
sollten. In der Bevölkerung kam der Elitebegriff historisch betrachtet im 18. Jahrhundert in
Frankreich auf und wurde vor allem für die Abgrenzung des aufstrebenden Bürgertums gegen
Adel und Klerus verwendet. Denn es sollte statt der Geburt auf persönliche Leistungen
ankommen. Im 19. Jahrhundert erlebte der Begriff eine inhaltliche Verschiebung, indem die
Elite als Gegensatz zur Masse verstanden wurde. Wissenschaftler sprechen in diesen älteren
Elitetheorien von einer Dichotomie zwischen Masse bzw. dem Volk und den Regierenden,
der Elite. Die in dieser Zeit entstandenen klassischen Werke der Elitetheorien wie z.B. Pareto,
Mosca und Michels, werden daher auch als indirekte Wegbereiter des Faschismus betrachtet,
da sie als ideologisches Grundgerüst dienten. Dies führte zur Diskreditierung des
Elitebegriffes bis es nach dem II. Weltkrieg zu einer Neubestimmung kam. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Definition

2. Wer gehört zur Elite?

3. Funktionen und Arten von Eliten

4. Zur Problematik der Eliten

5. Die wichtigsten Theoretiker

5.1. Die Klassiker

5.2. Die Kritiker

5.3. Amerikanische Elitetheoretiker

5.4. Deutsche Elitetheoretiker

6. Neuere Trends

7. Das Beispiel Konrad Adenauer – Zu welcher Elite gehört er?

8. Fazit

9. Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den soziologischen Begriff der Elite, beleuchtet klassische und moderne Elitetheorien und analysiert kritisch die Rekrutierungsmechanismen sowie die gesellschaftliche Rolle von Eliten am Beispiel von Konrad Adenauer.

  • Historische und begriffliche Herleitung der Elitedefinition
  • Vergleichende Analyse klassischer und moderner Elitetheoretiker
  • Methodische Ansätze zur Identifizierung von Elitemitgliedern
  • Die gesellschaftliche Funktion und Problematik von Eliten
  • Empirische Fallstudie: Konrad Adenauer als Elitemitglied

Auszug aus dem Buch

1. Definition

Wie bei vielen Begriffen, die in öffentlichen Diskursen häufig auftreten, lässt sich eine einheitliche Definition von Elite kaum finden. Dem Wortursprung nach, es stammt aus dem Französischen „èlire“ abgeleitet von dem lateinischen Wort „eligere“, kommt Elite von wählen, auswählen. Bezogen auf das Lateinische kann man auch eine Verbindung zur Bibel ziehen, in der verkündet ist, dass viele berufen, aber nur wenige erwählt sind. Aus diesem Bibeltext wurde dann auch geschlossen, dass somit auch eine Eliteposition und die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse, wie z.B. das Fehlen von Aufstiegschancen, die über das Mittelalter hinaus Bestand hatten, einfach als gottgegeben hingenommen werden sollten.

In der Bevölkerung kam der Elitebegriff historisch betrachtet im 18. Jahrhundert in Frankreich auf und wurde vor allem für die Abgrenzung des aufstrebenden Bürgertums gegen Adel und Klerus verwendet. Denn es sollte statt der Geburt auf persönliche Leistungen ankommen. Im 19. Jahrhundert erlebte der Begriff eine inhaltliche Verschiebung, indem die Elite als Gegensatz zur Masse verstanden wurde. Wissenschaftler sprechen in diesen älteren Elitetheorien von einer Dichotomie zwischen Masse bzw. dem Volk und den Regierenden, der Elite. Die in dieser Zeit entstandenen klassischen Werke der Elitetheorien wie z.B. Pareto, Mosca und Michels, werden daher auch als indirekte Wegbereiter des Faschismus betrachtet, da sie als ideologisches Grundgerüst dienten. Dies führte zur Diskreditierung des Elitebegriffes bis es nach dem II. Weltkrieg zu einer Neubestimmung kam.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Definition: Das Kapitel erläutert die etymologische Herkunft des Elitebegriffs und dessen historische Entwicklung vom 18. Jahrhundert bis zur Diskreditierung durch totalitäre Strömungen.

2. Wer gehört zur Elite?: Hier werden die verschiedenen Sektoren der Elite sowie methodische Ansätze zur Identifizierung von Elitemitgliedern, wie die Reputations- oder Positionstechnik, vorgestellt.

3. Funktionen und Arten von Eliten: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Elitetypen, wie etwa der geschlossenen oligarchischen Elite, der Wertelite oder der Funktionselite, und untersucht Rekrutierungsformen.

4. Zur Problematik der Eliten: Der Fokus liegt hier auf dem spannungsgeladenen Verhältnis zwischen Eliten und der restlichen Bevölkerung sowie Fragen der Legitimation und Repräsentativität.

5. Die wichtigsten Theoretiker: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über klassische und moderne Denker der Elitetheorie, unterteilt in Klassiker, Kritiker sowie amerikanische und deutsche Theoretiker.

6. Neuere Trends: Das Kapitel diskutiert aktuelle Entwicklungen wie die Globalisierung von Eliten, die digitale Elite und die Forderung nach einer hochqualifizierten, verantwortungsbewussten Führungsschicht.

7. Das Beispiel Konrad Adenauer – Zu welcher Elite gehört er?: Eine biographische Analyse, die Adenauers Aufstieg, seine Karriereschritte und seine Zugehörigkeit zur politischen und demokratischen Elite untersucht.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz des Elitebegriffs für moderne Demokratien zusammen und betont die Notwendigkeit der Offenheit für ein funktionierendes System.

9. Literaturangaben: Ein Verzeichnis der verwendeten soziologischen Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Elite, Elitesoziologie, Funktionselite, Machtelite, Eliterekrutierung, Legitimation, Demokratie, soziale Selektion, Klassiker der Elitetheorie, Konrad Adenauer, Habitus, politische Klasse, Wertelite, Elitenpluralismus, soziale Ungleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die Elitesoziologie, indem sie den Begriff der Elite von der Herkunft bis zur modernen Forschung analysiert und kritisch hinterfragt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Kernbereichen gehören die Definition von Eliten, die verschiedenen Typologien, die historische Entwicklung der Theoriebildung sowie die Frage nach Legitimation und Machtstrukturen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die Vielschichtigkeit des Elitebegriffs zu schaffen und aufzuzeigen, wie Eliten in demokratischen Gesellschaften legitimiert und identifiziert werden können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse soziologischer Standardwerke und theoretischer Ansätze sowie einer angewandten Fallstudie zur historischen Person Konrad Adenauer.

Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?

Der Hauptteil behandelt die zentralen Theoretiker (z.B. Pareto, Mosca, Bourdieu, Mills) sowie die Kategorisierung von Eliten und aktuelle Trends wie die Globalisierung von Eliten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Schlagworte sind Elitesoziologie, Funktionselite, Machtelite, Eliterekrutierung, Legitimation und soziale Selektion.

Welche Rolle spielt Konrad Adenauer in der Analyse?

Adenauer dient als konkretes Fallbeispiel, um die theoretischen Konzepte der Eliterekrutierung und -zugehörigkeit in der Praxis des 20. Jahrhunderts zu illustrieren.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Elite für moderne Demokratien?

Die Arbeit betont, dass Eliten für gesellschaftliche Funktionen wichtig sind, jedoch zwingend einer öffentlichen Kontrolle und einem hohen Grad an Offenheit bedürfen, um demokratischen Werten zu entsprechen.

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Details

Title
Zur Problematik der Eliten
Subtitle
Begriff, Theorie und neuere Trends
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Soziologie)
Course
Introduction to Sociologie
Grade
1,3
Author
B.A. Julia Scheffler (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V122301
ISBN (eBook)
9783640273508
ISBN (Book)
9783640389643
Language
German
Tags
Problematik Eliten Introduction Sociologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Julia Scheffler (Author), 2005, Zur Problematik der Eliten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122301
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