Es stellt sich die Frage, wie sich das Menschenbild im Arbeitsleben durch die neuen (digitalen) Arbeitswelten verändert. Haben neue Formen der Arbeit einen positiven Einfluss auf die Perspektive Mensch? Oder werden die neuen digitalen Arbeitsformen das Menschenbild negativ verändern?
Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist in vollem Gange. Nachdem Deutschland bei der Implementierung digitaler Technologien in der Vergangenheit nicht mit den anderen OECD-Staaten mithalten konnte, ist spätestens seit Beginn der Corona Pandemie im Jahr 2020 sowohl dem Staat als auch den Unternehmen bewusst geworden, welch wichtige Rolle der technologische Fortschritt für das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft spielt.
Durch den pandemiebedingten Digitalisierungsdruck haben neue und flexible Arbeitsformen wie Home-Office und virtuelle Kommunikation sowie die Automatisierung von Prozessen durch künstliche Intelligenz, innerhalb kürzester Zeit Einzug in die Unternehmen gehalten und sich dort etabliert. Zusammengefasst unter dem Begriff „New Work“ beeinflussen die neuen Arbeitsformen als ein aktueller Megatrend nicht nur unsere aktuellen Arbeitswelten, sie verändern vor allem unsere Sichtweise auf den Menschen im Arbeitskontext. Der Einsatz künstlicher Intelligenz rückt vermehrt in den Vordergrund und mit der Debatte um die moralisch korrekte Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit durch Roboter und Maschinen werden ethische Fragestellungen zur neuen digitalen Arbeit zunehmend relevant. Vermehrt wird diskutiert, inwiefern sich Automatisierung und technologischer Fortschritt auf die Rolle des Menschen als Arbeitnehmer auswirken werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Arbeitswelten im digitalen Wandel
2.1 Megatrend New Work
2.1.1 Definition des Begriffs „New Work“
2.1.2 Formen von New Work und Status Quo in Deutschland
2.2 Die Zukunft der Neuen Arbeit
3 Menschenbilder im Arbeitsleben im aktuellen Kontext
3.1 Theoretische Menschenbilder in der Organisationspsychologie
3.2 Gelebte Menschenbilder in Organisationen
3.3 Das aktuelle Menschenbild im Wandel
3.3.1 Der Digital Man und das Konzept des Transhumanismus
3.3.2 Die Forderung der Unternehmen nach einem neuen Menschenbild
4 New Work als Treiber eines positiven Menschenbildes
4.1 „New Man“ – die neue Perspektive Mensch in New Work
4.2 Die positive Auswirkung des „New Man“ auf Arbeit 2050
4.3 Die ethische Verantwortung der Unternehmen
5 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von neuen digitalen Arbeitswelten auf das in Unternehmen gelebte Menschenbild. Dabei wird analysiert, inwieweit das Konzept „New Work“ als treibende Kraft für eine positive Entwicklung des Menschenbildes im Arbeitskontext fungieren kann und welche ethische Verantwortung Unternehmen in diesem Transformationsprozess tragen.
- Transformation der Arbeitswelt durch Digitalisierung und Automatisierung
- Historische und aktuelle Definition von „New Work“
- Gegenüberstellung von theoretischen und gelebten Menschenbildern
- Konzept des „New Man“ als Vision für die Arbeitswelt 2050
- Ethische Implikationen und organisationale Verantwortung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Definition des Begriffs „New Work“
Der Begriff „New Work“ - zu deutsch „Neue Arbeit“ - geht in seinen Ursprüngen auf den Philosophen Frithjof Bergmann zurück. Anfang der 80er Jahre kam es in der Automobilstadt Flint in den USA zu einer Debatte um geplante Massenentlassungen. Zahlreichen Arbeitern sollte aufgrund der Automatisierung durch Computer in der Produktion gekündigt werden. Als Antwort darauf entwickelten Bergmann und sein Team ein kapitalismuskritisches Konzept für eine neue Form der Arbeit. Die Idee der sog. „New Work“ war die von einer selbstbestimmten Form von Arbeit, weg von der starren Lohnarbeit hin zu einer sinngebenden und erfüllenden Beschäftigung. Arbeit sollte „Work that we really, really want“ (Bergmann, 2019, S. 87) sein – ergo eine Tätigkeit die wir wirklich, wirklich ausführen wollen.
Kritische Stimmen behaupten heutzutage, dass New Work im aktuellen Kontext nicht mehr viel mit Bergmanns Idee zu tun hätte. Tatsächlich ist Bergmanns Ansatz eine Kritik an einem System der Lohnarbeit im Hinblick auf die Makro-Ebene, wohingegen der aktuelle Ansatz von New Work die Zugehörigkeit des Individuums zu einer Organisation impliziert, also rein die Mikroebene betrachtet (Georgl, 2021). In Bergmanns Vision sollte die Lohnarbeit zurückgebaut und durch Selbstversorgung und sinnstiftende Tätigkeiten ersetzt werden. Aktuelle New Work setzt hingegen den Fokus auf Maßnahmen wie Produktivitätsteigerung, Mitarbeiterbindung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen (Väth, 2016, S. 59).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der digitalen Transformation ein und formuliert das Ziel der Arbeit sowie den Aufbau der Untersuchung.
2 Arbeitswelten im digitalen Wandel: Hier wird der Megatrend New Work definiert, kritisch eingeordnet und die zukünftige Entwicklung der Arbeitswelt anhand von Szenarien beleuchtet.
3 Menschenbilder im Arbeitsleben im aktuellen Kontext: Dieses Kapitel vergleicht theoretische psychologische Modelle mit der gelebten Praxis in Organisationen und diskutiert den Einfluss neuer technologischer Konzepte.
4 New Work als Treiber eines positiven Menschenbildes: Es wird untersucht, wie New Work eine positive menschliche Perspektive fördert und welche Rolle Unternehmen bei der ethischen Gestaltung dieser neuen Kultur spielen.
5 Schluss: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die langfristige Entwicklung des Menschenbildes in einer sich wandelnden globalen Arbeitswelt.
Schlüsselwörter
New Work, Digitalisierung, Menschenbild, Arbeitswelt 2050, digitale Transformation, Unternehmenskultur, Frithjof Bergmann, New Man, Ethik, Organisationspsychologie, Arbeit 4.0, Selbstbestimmung, sinnstiftende Arbeit, Lohnarbeit, technologische Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der Arbeitswelt durch die Digitalisierung und der damit einhergehenden Veränderung des Menschenbildes in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von „New Work“, dem Vergleich von theoretischen und gelebten Menschenbildern sowie der ethischen Verantwortung von Unternehmen in der Zukunft der Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, wie neue digitale Arbeitswelten das Menschenbild verändern und ob New Work dabei als Treiber für ein positiveres, menschenzentriertes Arbeitsbild fungieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse von Fachliteratur aus den Bereichen Wirtschaft, Psychologie und Organisationsforschung sowie auf die Auswertung aktueller Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des digitalen Wandels, die Untersuchung aktueller Menschenbilder in Organisationen und die Ausarbeitung des Konzepts „New Man“ im Kontext von New Work.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie New Work, digitale Transformation, Menschenbild, Selbstbestimmung und unternehmerische Verantwortung geprägt.
Was unterscheidet das „New Work“-Konzept von Frithjof Bergmann vom aktuellen Verständnis?
Während Bergmanns ursprüngliches Konzept die Kritik an Lohnarbeit und den Rückzug in die Selbstversorgung betonte, fokussieren heutige Ansätze stärker auf die Gestaltung von Arbeitsbedingungen innerhalb existierender Organisationen.
Welche Rolle spielt der „Transhumanismus“ für das Verständnis der zukünftigen Arbeitswelt?
Der Transhumanismus dient als philosophische Kontrastfolie, um die zunehmende Verschmelzung von Mensch und Technologie sowie die damit verbundenen ethischen Herausforderungen bei der Definition des Menschen als Arbeitnehmer zu beleuchten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, New Work. Arbeitswelten im Umbruch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1223025