Kaizen. Ein kurzer Überblick


Hausarbeit, 2002
18 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. KAIZEN
2.1. KAIZEN: Das Prinzip
2.2. KAIZEN und das Vorschlagswesen
2.3. KAIZEN und Wettbewerb
2.4. KAIZEN und Innovation
2.4.1. STCA – Kreislauf (Verbesserungskreislauf)
2.4.2. PTCA – Kreislauf
2.5. KAIZEN und die Mitarbeiter

3. Die drei wichtigsten Segmente des KAIZEN
3.1. Managementorientiertes KAIZEN
3.2. Gruppenorientiertes KAIZEN
3.3. Personenorientiertes KAIZEN

4. Modelle des KAIZEN
4.1. Die fünf warum
4.2. 3 – Mu – Checkliste
4.3. 5 – S – Bewegung
4.4. Die 6 w
4.5. Die 4 – M – Checkliste
4.6. Die sieben Statistischen Werkzeuge

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Gegensatz zu vielen Ansichten, ist KAIZEN von Haus aus kein ausgeklügeltes Controlling System oder ein unternehmungsberaterisches Werkzeug zur Steigerung des Erfolgs im Wettbewerb. Nein, vielmehr ist es eine Philosophie. Um genau zu sein, eine Unternehmensphilosophie. Aus dieser Philosophie ergibt sich ein Konzept, das ein Unternehmen von innen heraus stärker werden lässt, weil jeder an dem Prozess der Verbesserung von Abläufen im Unternehmen aktiv seinen Beitrag leistet.

Als Beispiel: Ein Mitarbeiter, der sich mit seinem Arbeitsplatz identifiziert, wird vielleicht am Tag mehrere Einfälle haben, wie er sich seine Arbeit erleichtern kann. Beispielsweise, wenn er seinen Arbeitsplatz logisch so aufbaut, dass er an jedes Teil, das er verbaut, gut herankommen kann, auch an das dafür erforderliche Werkzeug, kann er schneller und effektiver arbeiten. Manche Mitarbeiter erfinden vielleicht per Zufall oder durch Austüfteln ein Werkzeug, womit sich eine bestimmte Arbeit vereinfachen lässt. Werden nun alle Mitarbeiter in den Verbesserungsprozess integriert und Einfälle honoriert und seitens der Geschäftsführung gewürdigt, kann sich diese Motivation der Mitarbeiter auf lange Sicht auszahlen, weil die ständige Weiterentwicklung die Konkurrenzfähigkeit garantiert.

Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird der Begriff KAIZEN noch detaillierter erläutert werden und die Entwicklungsschritte aufgezeigt, wie KAIZEN in ein Unternehmen etabliert werden kann. Es werden weiterhin mehrere Checklisten gezeigt, die die Implementierung, Steuerung und Resultatsüberprüfung aufzeigen und zu guter letzt erfolgt ein Fazit.

Als kleine Anmerkung vorweg soll erwähnt werden, dass das westliche Verständnis für KAIZEN erst durch die Veröffentlichung des Buches „KAIZEN“ von Masaaki Imai erfolgte, darum wird dieses Buch auch als Maßgabe aller Dinge in dieser Arbeit gewürdigt.

2. KAIZEN

2.1. KAIZEN: Das Prinzip

Da KAIZEN eine Philosophie ist, erstreckt sie sich nicht nur auf die Zeit des Arbeitens, sondern auf jeden Bereich unseres Lebens. Das Wort KAIZEN an sich besteht aus den Worten KAI ( „Veränderung “) und ZEN („zum Besseren “). Hierunter kann man auch den Begriff der Verbesserung herleiten. Wer verbessert, bleibt zeitgemäß, wer verbessert, erleichtert sich das Leben, wer verbessert bleibt konkurrenzfähig und so weiter. Verständlich, dass Unternehmen von jeher versucht haben, Verbesserungen kontinuierlich vorzunehmen. Jedoch hat man diese Aufgabe für gewöhnlich der Geschäftsführung übertragen und diese gaben dann ihre Entscheidungen „top to bottom“ weiter. Bei KAIZEN wird jeder Mitarbeiter mit einbezogen, sei es die Geschäftsführung, der Arbeiter oder die Führungskräfte.

Es muss verstanden werden, dass diese Philosophie sich auf alle Bereiche eines Unternehmens beziehen. Nicht nur der Verbesserung des Produkts oder der Abläufe, sondern auch auf Marketingstrategien, Sortiment des Essens in der Kantine, Kundenbetreuung, etc.

Wenn KAIZEN in einem Unternehmen betrieben wird, dann sollen die Mitarbeiter nicht stringent ihrer Arbeit nachgehen, sondern Teil des Prozesses werden. Sie sollen ihre Gedanken, Impulse, Emotionen, Sachkenntnis und Freude mit einfließen lassen. Keiner soll Angst haben, Gedanken frei äußern zu können und gute Einfälle sollen durch Prämien oder anderen Vergütungen honoriert werden. Das ist das Prinzip.

„Ein altes japanisches Sprichwort lautet:

Wenn man einen Mann drei Tage lang nicht gesehen hat, sollten seine Freunde gut darauf achten, welche Veränderungen an ihm vorgegangen sind.“

Man geht eben davon aus, dass er sich innerhalb von drei Tagen verändert haben muss, deshalb sollten seine Freunde auch aufmerksam genug sein, diese Veränderungen zu bemerken.“[1]

Im Zuge dieses Gedankens ist es auch verständlich, dass KAIZEN der Oberbegriff oder auch als „ Schirm “ für weitere bekannte japanische Konzepte gesehen werden kann.

Abb. 1[2]: Der KAIZEN Schirm

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2. KAIZEN und das Vorschlagswesen

„Eine der herausragenden Eigenschaften des japanischen Managements ist, dass es Mitarbeiter zu einer hohen Zahl von Vorschlägen anregt und sie auch bemüht sind, diese umzusetzen.[3]

Hierbei ist wichtig zu wissen, das Quoten geführt werden:[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beteiligen sollen sich im übrigen alle Mitarbeiter, das schließt auch Praktikanten und Pensionäre, sowie Betriebsfremde, wie z.B. Geschäftspartner und Kunden mit ein.

2.3. KAIZEN und Wettbewerb

„Normalerweise sind Preis, Qualität und Kundendienst Triebkräfte des Wettbewerbs. In Japan jedoch ist die Triebkraft des Wettbewerbs der Wettbewerb selbst. Japanische Unternehmen konkurrieren sogar bei der Einführung besserer und schnellerer KAIZEN - Programme. Wo Profit das wichtigste Kriterium für wirtschaftlichen Erfolg ist, ist es einleuchtend, dass ein Betrieb mehr als ein Vierteljahrhundert lang unverändert bleiben kann. Wo Betriebe jedoch um die Intensität von KAIZEN wetteifern, muss Verbesserung ein kontinuierlicher Prozess sein. Das Ziel von KAIZEN ist die kontinuierliche Verbesserung um der Verbesserung willen. Wo eine KAIZEN – Bewegung eingeleitet wurde, gibt es kein Zurück mehr.“[5]

2.4. KAIZEN und Innovation

Wichtig an dieser Stelle ist zu verstehen, dass KAIZEN und Innovation zwei völlig verschiedene Dinge sind. „KAIZEN wird in der japanischen Sprache für jegliche Art der Verbesserung verwendet, nicht nur im Bereich Unternehmen. Der Unterschied zwischen KAIZEN und Innovation ist wesentlich. Während KAIZEN schrittweise Verbesserung unter Einbezug aller Faktoren bedeutet, geht es bei der Innovation um große Fortschritte, die nicht stetig, sondern diskontinuierlich erfolgen. Dazu kommt, dass die Innovation ein hohes Spezialisierungswissen unter großem finanziellen Einsatz voraussetzt.“[6]

Hier ist im wesentlichen auch der Unterschied von japanischen und europäischen Unternehmen zu sehen. Bei den japanischen Unternehmen sind die Erfolgsschritte recht klein. Da sie aber kontinuierlich vonstatten gehen, ist der Erfolg kontinuierlich garantiert. Europäische Unternehmen machen, was den Erfolg angeht, zumeist große Schritte. Diese sind auf Anhieb sichtbar, bergen aber die Gefahr der schnellen Veralterung. Die Geschwindigkeit der Abfolge von Erfolg, kann als Innovation angesehen werden. Innovation ist der schnelle, dramatische Weg. KAIZEN hingegen ist schleichend und wenig spektakulär aber auf lange Sicht sehr effektiv.

2.4.1. STCA – Kreislauf (Verbesserungskreislauf)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Vor Ort basiert der Prozess der kontinuierlichen Verbesserung auf zwei grundlegenden Prinzipien. Zum einen auf dem STCAKreislauf (Standardisieren, Tun, Checken, Agieren), durch den der Prozess immer wieder standardisiert und stabilisiert wird.“[7]

2.4.2. PTCA – Kreislauf

„Zum anderen wird anschließend der PTCA - Kreislauf gestartet (Planen, Tun, Checken, Agieren). PTCA ist ein ewiger Kreislauf. Das Kaizen - System der kontinuierlichen Verbesserung bedingt, dass sich niemand mit dem Ist-Zustand

zufrieden gibt: Jede erreichte Verbesserung ist zugleich Ausgangsbasis für eine weitere Verbesserung.“[8]

[...]


[1] Imai, Masaaki: KAIZEN – Der Schlüssel zum Erfolg im Wettbewerb. München 2001. S. 31

[2] http://www.Kaizen-institute.com (stand: 18.07.02)

[3] Imai, Masaaki: KAIZEN – Der Schlüssel zum Erfolg im Wettbewerb. München 2001. S. 46

[4] Urban, Christine: Das Vorschlagswesen und seine Weiterentwicklung zum europäischen KAIZEN. Konstanz 1993. S. 31

[5] Imai, Masaaki: KAIZEN – Der Schlüssel zum Erfolg im Wettbewerb. München 2001. S. 47

[6] http://www.Kaizen-institute.com (stand: 18.07.02)

[7] http://www.Kaizen-institute.com (stand: 18.07.02) Infomappe S. 8. Abbildung mit enthalten.

[8] http://www.Kaizen-institute.com (stand: 18.07.02) Infomappe S. 8. Abbildung mit enthalten.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Kaizen. Ein kurzer Überblick
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Veranstaltung
Organisationsentwicklung und Unternehmensberatung
Autor
Jahr
2002
Seiten
18
Katalognummer
V122313
ISBN (eBook)
9783640274918
ISBN (Buch)
9783640275106
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Japan, JIT, Toyota, Ländervergleich, Kulturanalyse
Arbeit zitieren
Magister Artium Kevin Kutani (Autor), 2002, Kaizen. Ein kurzer Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122313

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