Ziel dieses Praxisprojektes ist es, im Rahmen einer empirischen Untersuchung zu ermitteln, ob Rollenvorbilder einen Einfluss auf die berufliche Laufbahnentwicklung von Frauen im MINT-Bereich haben. Aus den Erkenntnissen werden Handlungsempfehlungen abgeleitet, die zum Beispiel im Rahmen von Personalentwicklungsmaßnahmen herangezogen werden können, um Frauen auf ihrem Karriereweg im MINT-Bereich zu fördern.
Die Leitfragen des Praxisprojektes sind: Berichten Frauen mit Rollenvorbildern über größere Karriereergebnisse? Stehen Rollenvorbilder im Zusammenhang mit beruflichen Laufbahnerfolg? Sehen Frauen mit Rollenvorbildern eine Berufung in ihrer Tätigkeit?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Frauen in MINT-Berufen
2.2 Konzeptualisierung von beruflichem Laufbahnerfolg
2.3 Rollenvorbilder
2.4 Zwischenfazit
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Auswahl der Forschungsmethode
3.2 Stichprobenumfang und Auswahlkriterien
3.3 Entwicklung und Struktur des Online-Fragebogens
3.3.1 Operationalisierung
3.3.2 Fragebogenaufbau
3.3.3 Gestaltung und Layout
3.4 Versuchsablauf
3.4.1 Pretest
3.4.2 Online-Umfrage
3.4.3 Auswertung
4 Ergebnisse
4.1 Feld- und Teilnehmeranalyse
4.1.1 Feldanalyse
4.1.2 Sozio-demografische Daten
4.1.3 Berufsbezogene Variablen
4.2 Deskriptivstatistische Datenanalyse
4.2.1 Rollenvorbilder
4.2.2 Subjektiver Laufbahnerfolg
4.2.3 Objektiver Laufbahnerfolg
4.3 Ergebnisse des Freitextfeldes „Beschreiben Sie bitte, wie Rollenvorbilder Ihren Karriereweg beeinflusst haben“
4.4 Ergebnisse der Unterschiedshypothesen
4.4.1 Hypothese 1
4.4.2 Hypothese 2
4.5 Ergebnisse der Zusammenhangshypothesen
4.5.1 Hypothese 3
4.5.2 Hypothese 4
5 Diskussion
5.1 Qualität des eigenen Vorgehens und des Datenbestandes
5.1.1 Objektivität
5.1.2 Reliabilität
5.1.3 Validität
5.2 Interpretation der Ergebnisse
5.3 Ableitung von Handlungsempfehlungen
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Rollenvorbildern auf die berufliche Laufbahnentwicklung von Frauen im MINT-Bereich. Ziel ist es, durch eine empirische Erhebung zu ermitteln, ob Frauen, die von Rollenvorbildern berichten, einen messbaren Unterschied in ihrem subjektiven oder objektiven beruflichen Erfolg aufweisen, um daraus Handlungsempfehlungen für die Personalarbeit abzuleiten.
- Berufliche Laufbahnentwicklung von Frauen
- MINT-Berufsfelder
- Konstrukte subjektiver und objektiver Laufbahnerfolg
- Bedeutung von Rollenvorbildern, Mentoring und Verhaltensmodellierung
- Empirische quantitative Analyse mittels Online-Befragung
Auszug aus dem Buch
1.1 Relevanz des Themas
„Herzlich liebe ich die Physik, ich kann mir sie schwer aus meinen Leben wegdenken. Es ist so eine Art persönliche Liebe, wie gegen einen Menschen, dem man sehr viel verdankt. Und ich, die ich so sehr an schlechtem Gewissen leide, bin Physikerin ohne jedes Gewissen.“ (Lise Meitner, 1915 (zitiert nach Rennert & Traxler, 2018, S. 74))
Lise Meitner wurde 1878 in Wien geboren und gehört zu den bekanntesten Naturwissenschaftlerinnen der Welt. Dies ist unter anderem dem Umstand verschuldet, dass sie zusammen mit Otto Hahn das Element 91 (Protactinium) entdeckt hat und an den Untersuchungen zu Alpha-, Beta- und Gamma-Strahlungen und den damit verbundenen Kernprozessen maßgeblich beteiligt war (Maurmair & Harders, 2014). Kurzum, Lise Meitner war die erste österreichische Kernphysikerin. Das oben beschriebene Zitat von Lise Meitner drückt ihre Leidenschaft für die Naturwissenschaften, speziell die Physik aus und bietet eine Erklärung, wie sie sich als Frau in einer verschlossenen Männerwelt Anerkennung und Respekt verdienen konnte.
Lise Meitner ist nicht nur eine herausragende Wissenschaftlerin, sondern ebenso ein Vorbild für viele (junge) Frauen. Und trotzdem muss festgestellt werden, dass heute, 100 Jahre nachdem Lise Meitner als erste Frau zu einer Hochschullaufbahn zugelassen wurde und damit ihre Habilitation einreichen konnte (Maurmair & Harders, 2014), Frauen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) gefühlt immer noch eine Rarität sind. Obwohl in Deutschland rund 46 % aller berufstätigen Personen Frauen sind, beträgt der Anteil an Frauen im MINT-Bereich gerade einmal 15,5 % (Anger, Kohlisch & Plünnecke, 2021, S. 30; Bundesagentur für Arbeit, 2019, S. 8).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz des MINT-Bereichs für die Wirtschaft, Problematisierung der Unterrepräsentanz von Frauen und Definition der Forschungsfrage.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der MINT-Berufskategorien, der Konzepte von Laufbahnerfolg sowie der wissenschaftlichen Definitionen und Abgrenzungen von Rollenvorbildern und Mentoring.
3 Methodisches Vorgehen: Beschreibung des quantitativen Forschungsdesigns, der Stichprobenplanung, der Operationalisierung der Konstrukte und des Ablaufs der Online-Umfrage.
4 Ergebnisse: Darstellung der Feld- und Teilnehmerdaten sowie der deskriptiven Statistiken und Ergebnisse der Hypothesentests zur Untersuchung der Zusammenhänge und Unterschiede.
5 Diskussion: Kritische Reflexion der Qualität der Datenbasis, Interpretation der Ergebnisse vor dem Hintergrund der theoretischen Konzepte sowie Ableitung von Handlungsempfehlungen.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Darstellung von Limitationen sowie Anregungen für zukünftige Forschung.
Schlüsselwörter
MINT-Berufe, Laufbahnerfolg, Rollenvorbilder, Mentoring, Verhaltensmodellierung, berufliche Entwicklung, Frauen in Führungspositionen, Karriereforschung, Online-Befragung, berufliche Zufriedenheit, berufliche Laufbahn, Personalentwicklung, quantitative Forschung, Karriereweg, berufliches Vorbild.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss das Vorhandensein von Rollenvorbildern auf die berufliche Laufbahnentwicklung und den Erfolg von Frauen hat, die in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) tätig sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Unterrepräsentanz von Frauen in MINT-Berufen, die theoretische Fundierung von Laufbahnerfolg (objektiv und subjektiv) sowie die Rolle von sozialen Einflussfaktoren wie Rollenvorbildern und Mentoring.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wie beschreiben Frauen aus dem MINT-Bereich ihren Laufbahnerfolg, wenn sie Rollenvorbilder hatten im Vergleich zu Frauen im MINT-Bereich, die keine Rollenvorbilder hatten?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Untersuchung mit einem Querschnittsdesign. Die Daten wurden mittels einer Online-Umfrage erhoben und mit der Software SPSS statistisch ausgewertet, unter anderem durch U-Tests und Korrelationsanalysen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Nach den theoretischen Grundlagen folgt das methodische Vorgehen (Operationalisierung, Fragebogenaufbau). Danach werden die Ergebnisse der Befragung (Feldanalyse, deskriptive Statistik) sowie die Überprüfung von vier aufgestellten Hypothesen zu Laufbahnerfolg und Rollenvorbildern präsentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören MINT-Berufe, Laufbahnerfolg, Rollenvorbilder, Mentoring, berufliche Laufbahn und quantitative Analyse.
Warum wurde der MINT-Bereich als Forschungsschwerpunkt gewählt?
Der MINT-Bereich ist entscheidend für den technologischen Fortschritt und das wirtschaftliche Wohlstandsniveau in Deutschland. Da Frauen in diesen Bereichen statistisch stark unterrepräsentiert sind, ist die Untersuchung ihrer Karrierewege und Einflussfaktoren gesellschaftlich hochrelevant.
Welche Rolle spielen Rollenvorbilder im Vergleich zu Mentoring in der Arbeit?
Die Arbeit grenzt Rollenvorbilder von Mentoring ab: Während Mentoring eine direkte, wechselseitige Beziehung erfordert, ist ein Rollenvorbild ein kognitives Konstrukt, das der Identifikation und dem sozialen Vergleich dient, ohne dass eine persönliche Bindung bestehen muss.
- Citation du texte
- Madeleine Hartleff (Auteur), 2022, Der Einfluss von Rollenvorbildern auf die berufliche Laufbahnentwicklung von Frauen in MINT-Berufen. Eine quantitative Studie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1223164