Diese Arbeit soll einen Überblick über die Grundlagen und Charakteristika moderner Gesellschaften geben. Dabei werde ich neben bestimmten Definitionen von einigen Klassikern der Soziologie, hauptsächlich auf die Überlegung von Berger und Luckmann eingehen. Es soll der Entstehungsprozess von einer Gesellschaft und die Integration des Einzelnen in diese Gesellschaft dargestellt werden, bevor ein Einblick auf die Charakteristika moderner Gesellschaften stattfindet. Am Ende gehe ich auf drei Grundbegriffe – Familie, Religion und Macht – ein und versuche in den Diskussionsabschnitten Zusammenhänge darzustellen sowie gewisse Entwicklungen in diesen Bereichen kritisch zu hinterfragen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Gesellschaft - Historie, Entstehung und Charakteristika
2.1 Historischer Überblick
2.2 Wahrnehmung/Entstehung einer Gesellschaft
2.3 Charakteristika moderner Gesellschaften
3. Wandel der Familie
3.1 Von alteuropäischer Ökonomik des Oikos und dessen Untergang
3.2 Sozialer Wandel der Familie nach Scheuch
4. Wandel der Religion
4.1 Grund und Funktion der Religion
4.2 Sozialer Wandel der Religion nach Scheuch
5. Herrschaft und Macht
6. Conclusio
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Grundlagen und Charakteristika moderner Gesellschaften sowie deren Auswirkungen auf zentrale soziale Institutionen wie Familie und Religion unter Berücksichtigung von Machtstrukturen. Ziel ist es, durch die Verknüpfung soziologischer Konzepte – insbesondere von Berger und Luckmann – den Entstehungsprozess gesellschaftlicher Wirklichkeit zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, wie sich Traditionen angesichts rasanter Rationalisierungsprozesse wandeln.
- Soziologische Grundlagen und Entstehung moderner Gesellschaften
- Strukturwandel der Familie vom "Oikos" zur modernen Lebensform
- Säkularisierungstendenzen und die Persistenz religiöser Bedürfnisse
- Machtbildungsprozesse und die Legitimierung von Herrschaft
- Die dialektische Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
Charakteristika moderner Gesellschaften
Bestimmte Charakteristika, die zweifelsfrei zu modernen Gesellschaften zugeordnet werden können sind unter anderem demokratische Staatsform, hoher Grad d. Arbeitsteilung/Differenzierung und Urbanisierung.11 In diesem Abschnitt werde ich zwei wichtige Charakteristika der Moderne von Nassehi vorstellen, bevor ich zusätzlich auf die Ansichten der Klassiker wie Weber und Comte eingehen werde. Zu Beginn geht Nassehi auf das Doppelgesicht der Moderne12 ein. Denn die Selbstbeschreibung der Moderne war von Beginn an von einer starken Ambivalenz geprägt. Zum ersten Mal in der Geschichte, hat der Mensch die Initiative und versucht die Geschehnisse der Welt, mit von ihm erschaffenen Werkzeugen (Wissenschaft, Politik, ...) zu lenken. Man befreit sich von den geistigen Ketten der Vormoderne, gewinnt an Selbstbewusstsein dazu und ist voller Tatendrang. Diese rasante Entwicklung sorgt aber auch für gewisse Verunsicherung. Rationalisierung und Versachlichung nehmen überhand und Traditionen verlieren immer mehr an Bedeutung, ein Sinn- und Gemeinschaftsverlust findet statt. Ein Umstand der für Manche lähmend, statt motivierend wirkt und genau darin lässt sich die Ambivalenz der Moderne deutlich erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Schwierigkeit der Abgrenzung "moderner Gesellschaften" und definiert das Ziel der Arbeit, den Entstehungsprozess von Gesellschaft und deren Charakteristika zu analysieren.
Grundlagen der Gesellschaft - Historie, Entstehung und Charakteristika: Hier wird der historische Wandel von vormodernen zu modernen Gesellschaften sowie die konstruktivistische Sichtweise der gesellschaftlichen Wirklichkeit nach Berger und Luckmann dargestellt.
Wandel der Familie: Dieses Kapitel behandelt den Übergang vom alteuropäischen Oikos zur modernen Familie und analysiert sechs zentrale Veränderungen nach Erwin Scheuch.
Wandel der Religion: Hier werden Grund und Funktion der Religion im Kontext menschlicher Lebenswelt nach Günter Dux erörtert und die soziologischen Wandlungsprozesse religiöser Praxis betrachtet.
Herrschaft und Macht: Dieses Kapitel analysiert auf Basis von Max Weber und Popitz die Entstehung von Macht, die Bedeutung von Legitimität und die Prozesse, die zur Festigung von Herrschaftsstrukturen führen.
Conclusio: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass trotz des rationalen Kalküls der Moderne Institutionen wie Familie und Religion veränderungsresistent bleiben und weiterhin notwendige Rückzugsorte bieten.
Schlüsselwörter
Moderne Gesellschaften, Soziologie, Berger und Luckmann, Oikos, Familie, Religion, Säkularisierung, Rationalisierung, Macht, Herrschaft, Legitimierung, Sozialer Wandel, Wirklichkeitskonstruktion, Ambivalenz der Moderne, Gemeinschaftsverlust.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen, den Charakteristika und der Dynamik moderner Gesellschaften sowie deren Auswirkungen auf zentrale soziale Bereiche.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der gesellschaftlichen Wirklichkeitskonstruktion, dem Strukturwandel der Familie, der Rolle der Religion in einer rationalisierten Welt sowie Prozessen der Machtbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Entstehungsprozess moderner Gesellschaften darzustellen und zu untersuchen, wie sich diese trotz rationaler Strukturen in Institutionen wie Familie und Religion manifestieren.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Die Arbeit nutzt maßgeblich die wissenssoziologischen Ansätze von Berger und Luckmann sowie soziologische Klassiker wie Max Weber, Durkheim und Erwin Scheuch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse gesellschaftlicher Grundlagen, den Wandel der Familie vom Oikos zur Moderne, die Funktion der Religion und die Mechanismen der Machtausübung.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Die zentralen Begriffe umfassen Modernisierung, Sozialer Wandel, Sinnstiftung, Rationalisierung und die Dialektik zwischen Individuum und gesellschaftlicher Struktur.
Wie unterscheidet sich der alteuropäische "Oikos" von modernen Familienformen?
Der Oikos war eine autarke wirtschaftliche Einheit, in der Wohnen und Arbeiten verschmolzen waren; moderne Familien sind durch den Funktionsverlust wirtschaftlicher Aufgaben und die Trennung von Arbeits- und Wohnort geprägt.
Warum bleibt Religion trotz Fortschritt in der Moderne bestehen?
Laut Günter Dux bleibt Religion notwendig, da sie als "Routine" dort einspringt, wo wissenschaftliche und rationale Erklärungen versagen, um Unsicherheit abzufedern.
Welche Rolle spielt die Legitimität bei der Entstehung von Macht?
Macht benötigt laut Weber und Popitz Legitimität, um stabil zu bleiben. Ein Machtsystem wird akzeptiert, wenn es über längere Zeit Ordnung und Sicherheit für die Beherrschten garantiert.
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- Engin Dudu (Author), 2020, Moderne Gesellschaften. Grundlagen und Charakteristika, Wandel in Familie sowie Religion, Herrschaft und Macht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1223212