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Wilhelm von Ockhams Moralphilosophie. Die Freiheit Gottes und die des Menschen

Titel: Wilhelm von Ockhams Moralphilosophie. Die Freiheit Gottes und die des Menschen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2021 , 14 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Liz Meyers (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des Mittelalters (ca. 500-1300)
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Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sind ausgewählte Schriften Ockhams zu Theologie und Ethik, welche seine Überlegungen im Bereich der Freiheitslehre als Gegenstandsbereich haben.

Ziel dieser Arbeit ist es, Wilhelm von Ockhams Reflexionen und seine Beweisführung zur Freiheit Gottes und der des Menschen herauszuarbeiten und nachzuvollziehen. Außerdem sollen Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Thesen und Begriffen geknüpft werden. Die inhaltliche Gliederung dieser Arbeit ist wie folgt aufgebaut: Kapitel zwei widmet sich der Bestimmung grundlegender Begriffe in Ockhams Lehre von der Freiheit. Im Zentrum dieser Arbeit stehen Kapitel drei und vier: Sie thematisieren Ockhams Überlegungen zur Freiheit Gottes und der des menschlichen Willens. Im Fazit wird schließlich das Ergebnis der Untersuchung vorgestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Begriffe der Kontingenz, Notwendigkeit und Freiheit nach Wilhelm von Ockham

2.1. Kontingenz

2.2. Notwendigkeit

2.3. Freiheit

III. Ockhams Lehre von der Freiheit Gottes

3.1. Die doppelte Allmacht Gottes

3.2. Ist Gott ein Willkürherrscher?

IV. Die Freiheit des Menschen nach Ockham

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verständnis von Freiheit in den theologischen und ethischen Schriften von Wilhelm von Ockham, wobei der Fokus auf dem Zusammenhang zwischen der göttlichen Allmacht und der menschlichen Willensfreiheit liegt, um Ockhams Abkehr von klassischen, notwendigkeitsbasierten Weltbildern aufzuzeigen.

  • Grundbegriffe: Definition von Kontingenz, Notwendigkeit und Freiheit bei Ockham
  • Göttliche Allmacht: Die Lehre von der zweifachen Macht Gottes (potentia absoluta und potentia ordinata)
  • Willensfreiheit: Die Überlegenheit des Willens gegenüber dem Intellekt
  • Ethik: Die Rolle der Freiheit bei der Beurteilung von moralischen Handlungen
  • Historischer Kontext: Ockham als Wegbereiter neuzeitlicher Freiheitskonzepte

Auszug aus dem Buch

3.1.Die doppelte Allmacht Gottes

Die Hervorhebung eines allmächtigen und allwissenden Schöpfers ist charakteristisch für die Theologie des späten Mittelalters. „In diesem geistigen Umfeld verbreitet sich die sogenannte Lehre von der doppelten Macht Gottes“, welche sich aus Gottes potentia absoluta und seiner potentia ordinata zusammensetzt. Die Beschreibung dieser Macht als eine „duplex potentia“ bzw. doppelte Macht, sorgt für eine potenziell missverständliche Deutung. So handelt es sich hierbei nicht um zwei voneinander abtrennbare Mächte Gottes, sondern um nur eine einzige Macht, welche auf zwei verschiedene Arten zu verstehen ist. Ockham präzisiert außerdem, dass dies eine göttliche Macht „ad extra“ ist und folglich nicht den Bereich innerhalb der Trinität des Göttlichen mit einschließt, sondern nur den geschöpflichen Bereich umfasst. Im Folgenden soll anhand ausgewählter Textstellen die Allmacht Gottes nach Ockham genauer erörtert werden.

Ockham macht in seiner ersten Quaestio des sechsten Quodlibet die Feststellung, dass eine Doppelheit in Gottes Allmacht besteht, denn er kann „gewisse Dinge nach seiner anordnungsgemäßen Macht tun [...] und einige nach seiner absoluten Macht“. Seine potentia ordinata ermöglicht ihm das Handeln innerhalb der von ihm etablierten Weltgesetze bzw. Gebote. Die anordnungsgemäße Macht Gottes kann als eine Art der Selbstbindung verstanden werden, welche ihn auf das Handeln innerhalb der von ihm „angeordneten und erlassenen Gesetze“ beschränkt. Diese Einschränkung gilt für Gott jedoch nicht notwendigerweise, denn er kann sich nach seiner potentia Dei absoluta jederzeit über die von ihm geschaffenen Gebote hinwegsetzen: Nach seiner absoluten Macht kann er alle Handlungen vollziehen, die keinen Widerspruch in sich enthalten. Seine Werke können unabhängig davon, ob er angeordnet hat, dass er dies tun wird oder nicht, vollzogen werden. Für Gott ist also alles, was er seiner potentia ordinata nach tun kann, auch de potentia absoluta möglich. Die potentia Dei absoluta bietet jedoch einen größeren Handlungsfreiraum, als die potentia Dei ordinata. Alles, was er seiner absoluten Macht nach bewirkt, geschieht also auch seiner potentia ordinata nach.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung Wilhelms von Ockham ein und skizziert das Ziel der Arbeit, seine Beweisführung zur Freiheit Gottes und des Menschen zu analysieren.

II. Die Begriffe der Kontingenz, Notwendigkeit und Freiheit nach Wilhelm von Ockham: In diesem Kapitel werden die zentralen philosophischen Termini definiert, um die Grundlage für die spätere Untersuchung der Freiheitslehre zu legen.

III. Ockhams Lehre von der Freiheit Gottes: Das Kapitel behandelt die Unterscheidung zwischen Gottes anordnungsgemäßer und absoluter Macht sowie die Frage, inwiefern dies Gott als Willkürherrscher erscheinen lässt.

IV. Die Freiheit des Menschen nach Ockham: Hier wird dargelegt, warum der Wille laut Ockham dem Intellekt überlegen ist und welche Konsequenzen dies für die menschliche moralische Verantwortung hat.

V. Fazit: Das Kapitel resümiert die Untersuchungsergebnisse und betont Ockhams Beitrag zur Überwindung eines strengen Nezessitarismus zugunsten eines kontingenten Weltbildes.

Schlüsselwörter

Wilhelm von Ockham, Freiheit, Kontingenz, Notwendigkeit, Gottes Allmacht, potentia absoluta, potentia ordinata, Willensfreiheit, Ethik, Philosophie des Mittelalters, Schöpfung, Intellekt, Handlungsfreiheit, Moraltheologie, Seinswirklichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Freiheitslehre von Wilhelm von Ockham, insbesondere mit der Verbindung zwischen der göttlichen Handlungsfreiheit und der menschlichen Willensfreiheit innerhalb seines theologischen und philosophischen Systems.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Zu den Schwerpunkten zählen die mittelalterliche Gotteslehre, der Begriff der Kontingenz, die Unterscheidung zwischen absoluter und anordnungsgemäßer Macht Gottes sowie die philosophische Grundlegung der menschlichen Autonomie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Ockhams Reflexionen zur Freiheit Gottes und des Menschen herauszuarbeiten, die Zusammenhänge zwischen seinen Thesen aufzuzeigen und nachzuvollziehen, wie er gegen das klassische, notwendigkeitsbasierte Weltbild argumentiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische Textanalyse ausgewählter Schriften Ockhams, insbesondere seines Sentenzenkommentars und seiner Quodlibeta, um seine philosophische Argumentation zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst notwendige Begriffsdefinitionen erläutert, bevor Ockhams Theologie der doppelten Macht Gottes analysiert und anschließend die Überlegenheit des menschlichen Willens gegenüber dem Intellekt dargelegt wird.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie potentia absoluta, potentia ordinata, Kontingenz, Willensfreiheit und die Unterscheidung von Freiheit und Notwendigkeit charakterisiert.

In welchem Verhältnis stehen Gottes absolute Macht und seine anordnungsgemäße Macht laut Ockham?

Ockham sieht diese nicht als zwei getrennte Mächte, sondern als zwei Weisen, wie Gottes eine Macht agiert; während die potentia ordinata die Bindung an bestehende Ordnungen beschreibt, erlaubt die potentia absoluta theoretisch das Handeln außerhalb dieser Gebote.

Warum ist laut Ockham die Freiheit des Willens essenziell für die Moral?

Ockham argumentiert, dass eine ethische Bewertung von Handlungen (wie Schuld oder Verdienst) nur dann möglich ist, wenn der Mensch einen freien Willen besitzt, der nicht durch eine natürliche Ausrichtung oder Zwang festgelegt ist.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wilhelm von Ockhams Moralphilosophie. Die Freiheit Gottes und die des Menschen
Hochschule
Universität zu Köln  (Philosophie)
Veranstaltung
Grundfragen der Praktische Philosophie
Note
2,3
Autor
Liz Meyers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
14
Katalognummer
V1223235
ISBN (PDF)
9783346649638
ISBN (Buch)
9783346649645
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gott Freiheit Mensch Philosophie Mittelalter Wilhelm von Ockham Moral Ethik Moralphilosophie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Liz Meyers (Autor:in), 2021, Wilhelm von Ockhams Moralphilosophie. Die Freiheit Gottes und die des Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1223235
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Leseprobe aus  14  Seiten
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