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Das Testierprivileg der römischen Soldaten

Ursachen und soziale Wirkungen

Titel: Das Testierprivileg der römischen Soldaten

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 31 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Magistra Artium Astrid Lanvermann (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Heer der Prinzipatszeit war gleichermaßen ein Abbild der sozialen Strukturen des Imperiums als auch ein Ort, an dem die strengen gesellschaftlichen Normen der Zivilbevölkerung Lockerung erfuhren. Dieses zeigte sich unter anderem in der Privilegierung der Soldaten. Im zivilen Leben bestimmten Kriterien wie Herkunft, Reichtum und Ansehen aufgrund der erreichten politischen Positionen den sozialen Status der Bürger. Angehörige der unteren Gesellschaftsschichten hatten dementsprechend keinen rechtmäßigen Zugang zu Privilegien. Dennoch erhielten die Soldaten, welche sich vor allem aus diesen Schichten rekrutierten, derartige Vorrechte mit dem Eintritt in die Armee. Bemerkenswert ist, dass die Privilegien einzigartig waren im römischen Recht. Dazu gehörten das Privileg des Soldatenbesitzes (peculium castrense), die Privilegien bezüglich der Vertretung der eigenen Interessen vor Gericht, sowie das Privileg des Militärtestamentes. Im Folgenden soll es um den letzten Punkt gehen und hier im Besonderen um die Fragen, weshalb die Soldaten dieses Vorrecht erhalten haben und wie es sich auswirkte

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Fragestellung

1.2. Quellenlage/Quellenkritik

2. Hauptteil

2.1. Die soziale Bedeutung von Testamenten

2.2. Der Soldatenalltag – rechtliche und persönliche Stellung

2.3. Die Sonderrechte der Soldaten

2.3.1.Die Formalia

2.3.2.Die potentiellen Erben

2.3.3.Die Testamentsänderungen

2.4. Die Gründe für die Privilegierung

2.4.1.Der Kaiser als wohlwollender Vater

2.4.2.Die Administrativen Notwendigkeiten

2.4.2.1. Die Abwesenheit von Zuhause

2.4.2.2. Die Unkenntnis des römischen Rechtes

2.4.2.3. Die Angleichung der Norm an die Praxis

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Testierprivileg römischer Soldaten in der Prinzipatszeit, um die Beweggründe der Kaiser für diese Sonderrechte sowie deren soziale Auswirkungen auf das Leben und den Rechtsstatus der Soldaten zu analysieren.

  • Soziale Funktion und Wandel des römischen Testamentswesens
  • Rechtliche Stellung des Soldaten im römischen Alltag
  • Die Sonderrechte bei der Errichtung von Militärtestamenten (Formalia, Erbfähigkeit)
  • Politische und administrative Motivationen der kaiserlichen Privilegierung
  • Integration und Anpassung von Rechtsnormen an die militärische Praxis

Auszug aus dem Buch

2.1. Die soziale Bedeutung von Testamenten

Testamente sind laut Cicero ein Ausdruck für den Glauben der Menschen an die Unsterblichkeit der Seele. Die Sorge für die Zeit nach dem Tod liegt in der Natur des Menschen.28 Aus diesem Grund planen die Römer auch für die Zukunft und die kommenden Generationen Sorge. Dieses äußert sich in ihrer Nachkommenschaft und der Weitergabe des Namens, in ihren Testamenten und ihren Grabmälern.29

In der modernen Geschichtswissenschaft ist die Bedeutung der Testamente in der römischen Gesellschaft dagegen umstritten. Es findet sich sowohl die Meinung, dass es einen „horror of intestacy“ gab, welcher die gesamte Gesellschaft beeinflusste,30 als auch die Ansicht, dass Testamente vor allem ein Phänomen der Oberschichten waren.31 Beide Thesen wurden durch Yaakov Stern widerlegt.32 Er behauptet in seinem Aufsatz, dass Testamente weniger eine wirtschaftliche als eine soziale Bedeutung besaßen und auch eine Praxis der niederen gesellschaftlichen Schichten war.33 Die Einrichtung eines eigenen Gerichtshofes für Testamentsstreitigkeiten sei dafür ein Beleg; Schwierigkeiten dieser Art konnten nur auftreten, wenn das Intestatrecht angewandt wurde.34

Prinzipiell wurden alle Erbschaften durch dieses Intestaterbrecht geregelt. Die Notwendigkeit eines Testamentes ergab sich ausschließlich aus der Durchbrechung dieser Regeln; Beispiele dafür sind die Änderungen der Erbhöhe oder die völlige Enterbung der Kinder, die Nennung eines Tutors für die Frau oder minderjährige Kinder, legata für Freunde oder auch die Freilassung von Sklaven.35 Die literarischen Quellen spiegeln deutlich das Interesse der Öffentlichkeit an solchen Testamenten wider,36 vielleicht gerade weil es Abweichungen von den allgemeingültigen Regelungen darstellten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert die Fragestellung nach der Entstehung und den Auswirkungen des Testierprivilegs für römische Soldaten und ordnet das Thema in den Kontext der sozialen Strukturen des Prinzipats ein.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert schrittweise die soziale Funktion von Testamenten, die rechtliche Situation des Soldatenalltags sowie die spezifischen Sonderrechte und deren mögliche politische oder administrative Begründungen.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Privilegierung kein monokausales Ergebnis ist, sondern eine komplexe Antwort auf die Loyalitätssicherung der Truppe sowie auf die Diskrepanz zwischen starrer Rechtsnorm und militärischer Lebenswirklichkeit.

Schlüsselwörter

Testierprivileg, Militärtestament, Römisches Heer, Prinzipat, Erbrecht, Peculium castrense, Rechtsgeschichte, Soziale Stellung, Soldatenalltag, Loyalität, Kaiserliche Privilegierung, Zivilrecht, Rechtsanpassung, Soldatengrabsteine, Patria potestas.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit dem sogenannten Testierprivileg römischer Soldaten, einer Sonderregelung im römischen Recht, die es Militärangehörigen ermöglichte, ihr Testament einfacher und unter weniger strengen formalen Bedingungen zu erstellen als Zivilisten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die rechtliche Stellung des Soldaten, die soziale Bedeutung von Testamenten in der römischen Gesellschaft, die konkreten Sonderrechte bei Testamentserrichtungen sowie die strategischen Überlegungen der römischen Kaiser hinter diesen Privilegien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ergründen, warum den Soldaten diese weitreichenden Vorrechte eingeräumt wurden und wie sich diese Privilegien auf den sozialen Alltag und die Integration der Soldaten in die römische Gesellschaft auswirkten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine rechtshistorische Analyse, die antike Quellen, literarische Texte, Inschriften und Papyri sowie moderne Forschungsliteratur auswertet, um die Entwicklung der Testierprivilegien nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil detailliert beleuchtet?

Der Hauptteil gliedert sich vom Allgemeinen zum Speziellen: Er beginnt mit der sozialen Relevanz von Testamenten, beleuchtet die schwierige rechtliche Lage des Soldaten im Alltag und analysiert schließlich die spezifischen Erleichterungen bei Testamentsformen, Erbenwahl und -änderungen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Testierprivileg, Soldatentestament, Prinzipat, peculium castrense, Rechtsnormen, Integration und Loyalität des Heeres.

Warum war das klassische römische Erbrecht für Soldaten so problematisch?

Aufgrund des zivilrechtlichen Eheverbots, der Abhängigkeit vom Vater (patria potestas) und der oft fehlenden Ausbildung im römischen Recht, war es für einen Soldaten in der Praxis nahezu unmöglich, ein rechtsgültiges Testament nach klassischen Maßstäben zu verfassen.

Welche Rolle spielte der Kaiser bei der Verleihung der Privilegien?

Der Kaiser fungierte als wohlwollender Vater, der durch die Gewährung dieser Privilegien die Loyalität seiner Soldaten sicherstellte, den inneren Zusammenhalt des Heeres förderte und administrative Probleme durch eine Angleichung der Norm an die militärische Realität löste.

Wie lassen sich Grabinschriften als Quelle für diese Arbeit nutzen?

Grabsteine dokumentieren das soziale Umfeld der Soldaten, den Wandel der Erbenstruktur – wie etwa die Zunahme von Ehefrauen und Kindern gegenüber Kameraden – und liefern somit wertvolle Belege für die praktischen Auswirkungen der gesetzlichen Privilegierung.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Testierprivileg der römischen Soldaten
Untertitel
Ursachen und soziale Wirkungen
Hochschule
Universität Münster  (Seminar für Alte Geschichte)
Veranstaltung
Das römische Militär Prinzipat
Note
1,0
Autor
Magistra Artium Astrid Lanvermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
31
Katalognummer
V122335
ISBN (eBook)
9783640275038
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Testierprivileg Soldaten Militär Prinzipat
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Magistra Artium Astrid Lanvermann (Autor:in), 2005, Das Testierprivileg der römischen Soldaten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122335
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Leseprobe aus  31  Seiten
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