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Sprachliche Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund auf semantisch-lexikalischer Ebene

Title: Sprachliche Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund  auf semantisch-lexikalischer Ebene

Examination Thesis , 2008 , 119 Pages , Grade: 1,9

Autor:in: Claudia Klaeske (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Summary Excerpt Details

Knapp 10% der Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland sind Ausländer (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 2006). Ungefähr vier Millionen leben seit mehr als acht Jahren hier; fast drei Millionen seit mehr als 15 Jahren; schätzungsweise 50000 ausländische Kinder werden jährlich hierzulande geboren. Insgesamt haben etwa 30% der nachwachsenden Generation einen Migrationshintergrund (Belke & Conrady, 2005). ...
Daraus und auf Grundlage der aufgezeigten Problematik der Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem, die die Bedeutsamkeit des Themas verdeutlicht hat, ergibt sich die zentrale Fragestellung der Arbeit: Wie muss eine gezielte Sprachförderung bei Kindern mit Migrationshintergrund im Elementarbereich auf semantisch-lexikalischer Ebene aussehen? Welche Überlegungen und Maßnahmen hierzu notwendig sind, soll in der Arbeit dargestellt werden. ...
Eröffnet wird die Arbeit im zweiten Kapitel mit den Bestimmungen begrifflicher Grundlagen, die im Rahmen einer zweisprachigen Erziehung immer wieder genannt werden. ... Das dritte Kapitel ist dem Erstspracherwerb gewidmet. ... Die Entwicklung der semantisch-lexikalischen Fähigkeiten und deren Zusammenhänge mit den weiteren Sprachebenen werden in den folgenden Subkapitel behandelt.Im vierten Kapitel steht der Zweitspracherwerb im Mittelpunkt. Es wird aufgezeigt, dass Kinder aus Migrationsfamilien in unterschiedlichen Formen der Zweisprachigkeit aufwachsen. Nach der Erläuterung der Theorien, die im Rahmen des Zweitspracherwerbs zur Diskussion stehen, folgt die Auseinandersetzung mit einigen Faktoren, welche sich positiv oder negativ auf den Erwerb der Zweitsprache auswirken können. Anschließend werden wesentliche Erkenntnisse zum Erwerb semantisch-lexikalischer Kompetenzen bei zweisprachigen Kindern beschrieben. Das fünfte Kapitel bildet den Schwerpunkt der Arbeit und behandelt ausführlich die sprachliche Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund. Zunächst wird mit dem situationsbezogenen Ansatz ein Konzept vorgestellt, dass die individuelle Lebenssituation zum Ausgangspunkt pädagogischen Handelns macht, bevor konkrete Vorschläge zur interkulturellen Erziehung und spielerischen Sprachförderung erfolgen. Der letzte Punkt umfasst eine Sammlung ausgewählter Spiele zur Förderung semantisch-lexikalischer Fähigkeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Grundlagen

2.1 Muttersprache versus Erstsprache

2.2 Bilingualismus versus Zweitsprache

2.3 Zusammenfassung

3. Erstspracherwerb

3.1 Erbe-Umwelt-Debatte

3.2 Bedeutung nonverbaler Mittel und konkreten Handelns

3.3 Ebenen des Spracherwerbs

3.3.1 Semantisch-lexikalische Ebene

3.3.1.1 Lexikalische Entwicklung

3.3.1.2 Semantische Entwicklung

3.3.1.3 Zusammenfassung

3.3.2 Zusammenhänge der semantisch-lexikalischen Ebene mit den weiteren Sprachebenen

3.3.2.1 Phonetisch-phonologische Ebene

3.3.2.2 Syntaktisch-morphologische Ebene

3.3.2.3 Pragmatisch-kommunikative Ebene

4. Zweitspracherwerb

4.1 Formen von Zweisprachigkeit

4.1.1 Simultane und sukzessive Zweisprachigkeit

4.1.2 Natürliche und kulturelle Zweisprachigkeit

4.1.3 Additive und subtraktive Zweisprachigkeit

4.2 Bedingungen des Zweitspracherwerbs

4.3 Hypothesen des Zweitspracherwerbs

4.3.1 Identitätshypothese

4.3.2 Kontrastivhypothese

4.3.3 Interlanguagehypothese

4.4 Erwerb semantisch-lexikalischer Kompetenzen zweisprachiger Kinder

4.4.1 Umfang und Struktur des Wortschatzes

4.4.2 Probleme und Sprachbildungsstrategien

4.4.3 Ein oder zwei Sprachsysteme?

4.5 Zusammenfassung

5. Sprachliche Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund

5.1 Situationsbezogener Ansatz

5.1.1 Vernetzte Sprachförderung

5.1.2 Lebensbedeutsame Sprachförderung

5.1.3 Familienorientierte Sprachförderung

5.1.4 Handlungsorientierte Sprachförderung

5.2 Interkulturelle Erziehung

5.3 Prinzipien der Förderung Deutsch als Zweitsprache im Überblick

5.4 Methodische Aspekte der Sprachförderung

5.4.1 Spiele als Sprachfördermittel

5.4.2 Handpuppen

5.4.3 Bilderbücher

5.4.4 Reime, Fingerspiele und Lieder

5.4.5 Rollen- und Theaterspiele

5.4.6 Malen und Basteln

5.5 Spielesammlung

5.5.1 Hinweise zur Wortschatzarbeit und Handhabung

5.5.2 Spiele

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie eine gezielte Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund im Elementarbereich auf semantisch-lexikalischer Ebene gestaltet werden kann, um deren Bildungschancen zu verbessern. Im Fokus steht dabei die Bedeutung des Wortschatzerwerbs als Grundlage für die soziale Integration und den schulischen Erfolg.

  • Theoretische Grundlagen des Erst- und Zweitspracherwerbs
  • Die semantisch-lexikalische Ebene im Kontext der Sprachentwicklung
  • Herausforderungen und Strategien für zweisprachige Kinder
  • Pädagogische Ansätze zur interkulturellen Sprachförderung im Kindergarten
  • Praktische Methoden und eine Spielesammlung zur Wortschatzarbeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Erbe-Umwelt-Debatte

Die Debatte hat ihren Ursprung in der von Chomsky (1965) aufgestellten Behauptung, dass die Sprache der Umwelt, aufgrund ihrer Mangelhaftigkeit nicht ausreicht, um den Erwerb von Sprache möglich zu machen. Als Vertreter des Nativismus bestärkt ihn dies in seiner Annahme, dass der Mensch genetisch vorgegebene Voraussetzungen besitzt und somit dennoch fähig ist, Sprache zu erwerben. Dass der Input jedoch nicht so unvollkommen ist, wie Chomsky behauptet, konnte empirisch belegt werden. Die Erwachsenen bieten dem Kind ein „Unterstützungssystem“ (Bruner, 2002, S. 32) an mit dessen Hilfe diese die Sprache erwerben. Dabei „unterstützt [die Bezugsperson] den Spracherwerbsprozess aktiv, indem sie kommunikativ anregende Kontexte herstellt, eine an die jeweiligen Fähigkeiten des Kindes angepasste und Verständnis sichernde Sprache verwendet sowie ganz besondere Techniken einsetzt, die geeignet sind, dem Kind Informationen über Regelmäßigkeiten der Sprachstruktur zu geben“ (Grimm, 2003, S. 52). Des Weiteren ist es wichtig, dass die Bezugspersonen emotional vertraut sind und für das Kind bedeutsame Dinge vermitteln (Thiersch, 2007).

Kauschke und Klann-Delius (2007) untersuchten die Verbindung zwischen Inputmerkmalen und der Sprachentwicklung des Kindes hinsichtlich der semantisch-lexikalischen Sprachebene. Es ließen sich im Alter von 36 Monaten signifikante Zusammenhänge zwischen dem Wortgebrauch der Mutter und des Kindes nachweisen. Das bedeutet, die Kinder kommen ihrem Sprachangebot in Umfang und Ausdifferenzierung ihres Lexikons näher. Ebenso vollzieht sich in der Verteilung und Häufigkeit im Auftreten der Wortarten allmählich eine Übereinstimmung. In Bezug auf Wörter für innere Zustände besitzen die Kinder zunächst nur wenige Kategorien, passen sich aber nach und nach der Mutter an, und verfügen mit drei Jahren über ähnliche Kategorien.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Herausforderungen einer Einwanderungsgesellschaft und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit zur gezielten Sprachförderung im Elementarbereich dar.

2. Begriffliche Grundlagen: In diesem Kapitel werden wesentliche Fachbegriffe wie Erstsprache, Bilingualismus und Zweitsprache abgegrenzt, um ein einheitliches Verständnis für die Arbeit zu schaffen.

3. Erstspracherwerb: Hier werden Theorien zum Spracherwerb und die Bedeutung von Umwelt und Anlage sowie die verschiedenen Ebenen des kindlichen Spracherwerbs detailliert erörtert.

4. Zweitspracherwerb: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Formen der Zweisprachigkeit, Hypothesen zum Zweitspracherwerb sowie spezifische Herausforderungen beim Erwerb semantisch-lexikalischer Kompetenzen.

5. Sprachliche Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund: Der Schwerpunkt liegt hier auf pädagogischen Konzepten wie dem situationsbezogenen Ansatz, interkultureller Erziehung und konkreten methodischen Vorschlägen zur Sprachförderung.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer frühzeitigen und wertschätzenden Sprachförderung zusammen und betont die Schlüsselrolle der deutschen Sprache für die gesellschaftliche Partizipation.

Schlüsselwörter

Sprachförderung, Migrationshintergrund, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, semantisch-lexikalische Entwicklung, Bilingualismus, Wortschatz, Kindertagesstätte, Sprachkompetenz, Interkulturelle Erziehung, Sprachbad, Mehrsprachigkeit, Sprachentwicklung, Spielpädagogik, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der sprachlichen Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund im Elementarbereich, speziell mit Fokus auf die semantisch-lexikalische Sprachebene.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Grundlagen des Erst- und Zweitspracherwerbs, der Wortschatzaufbau, die Rolle der Erstsprache sowie methodische Ansätze zur Sprachförderung durch Spiel und Alltagssituationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie eine gezielte Sprachförderung für Migrantenkinder im Kindergarten aussehen muss, um deren sprachliche Entwicklung und soziale Integration nachhaltig zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und dem Vergleich aktueller Forschungsergebnisse zum Spracherwerb basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Hypothesen zum Zweitspracherwerb, Analysen zur semantisch-lexikalischen Ebene sowie einen umfangreichen Praxisteil mit konkreten pädagogischen Ansätzen und Spielvorschlägen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprachförderung, Bilingualismus, Wortschatz, Mehrsprachigkeit, interkulturelle Erziehung und Integration.

Warum ist die Erstsprache so wichtig für den Zweitspracherwerb?

Die Erstsprache bildet ein stabiles Grundgerüst für die Persönlichkeitsentwicklung und Identität des Kindes. Sie ermöglicht den Rückgriff auf bereits erlernte sprachliche Konzepte, was den Erwerb der Zweitsprache effektiver macht.

Welche Bedeutung haben die Spielvorschläge im Anhang?

Die Spielesammlung bietet Erziehern eine praktische Auswahl an Aktivitäten, die den Wortschatzaufbau, die Feinmotorik und das Verständnis von Präpositionen spielerisch in den pädagogischen Alltag integrieren.

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Details

Title
Sprachliche Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund auf semantisch-lexikalischer Ebene
College
University of Rostock
Grade
1,9
Author
Claudia Klaeske (Author)
Publication Year
2008
Pages
119
Catalog Number
V122388
ISBN (eBook)
9783640269549
ISBN (Book)
9783656524878
Language
German
Tags
Sprachliche Förderung Kindern Migrationshintergrund Ebene
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Klaeske (Author), 2008, Sprachliche Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund auf semantisch-lexikalischer Ebene , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122388
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