Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Gender Studies

„Hausfrauisierte“ Arbeit im Kontext des Kapitalismus

Title: „Hausfrauisierte“ Arbeit im Kontext des Kapitalismus

Seminar Paper , 2004 , 13 Pages , Grade: 2,00

Autor:in: Britta Vogl (Author)

Gender Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Hausfrauenarbeit wird weder in der kapitalistischen noch in der marxistischen Theorie als produktive, wertvolle Arbeit angesehen. Marx folgt dabei derselben Argumentation wie die bürgerlichen Nationalökonomen, vor allem Adam Smith, der Produktion als Herstellung von Waren oder Tauschwerten mit dem Ziel der Mehrwertgewinnung definiert. Da die Arbeit von Hausfrauen nicht der Mehrwertgewinnung dient, kann sie demzufolge nicht produktiv sein, denn sie erzeugt keinen Wert, also kein Kapital. Die Tätigkeit, die Frauen verrichten wird als Reproduktion (von Arbeitskraft) betrachtet und ist der Kapital generierenden Produktion untergeordnet.
Mies bezeichnet diese Abwertung der Frauenarbeit, die damit begründet wird, dass sie ein Naturvorgang und nur eine Wiederholung sei, die im Gegensatz zur Warenproduktion nichts Neues hervorbringe, als „Hausfrauisierung“. ( vgl. Mies, in: Knapp/Wetterer, 2001, S. 162 f)

„Hausfrauisierung der Arbeit war und ist der Trick, durch den das Kapital Frauenarbeit generell entwertet, unorganisiert/atomisiert erhält, sie dauernd zur Verfügung hat und jederzeit- ohne Kosten- wieder aufnehmen kann.“ (Mies, in: Knapp/Wetterer, 2001, S. 166)

Feministinnen haben bewiesen, dass die Hausarbeit der Frauen, durch die Arbeitskraft der männlichen Lohnarbeiter zur Verfügung gestellt wird, vor allem da diese Arbeit nicht entlohnt wird, Mehrwert produziert. Frauenhausarbeit wird als Ausdruck der weiblichen Natur oder als Liebe bezeichnet und wird im Gegensatz zur „produktiven“ Arbeit nicht in die Berechnung des Bruttosozialprodukts einbezogen, da dieses System nur Arbeit erfasst, die direkt Tauschwerte für den Markt erzeugt. (vgl. Mies, in: Knapp/Wetterer, 2001, S. 166 f)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Hausfrauisierung der Arbeit

2. Bedeutung der unsichtbaren Arbeit für den Kapitalismus

3. Hausfrauisierung des männlichen Lohnarbeiters

4. Lösungsansätze

4.1. Die Bedeutung der feministischen Bewegung in der Mittelklasse

4.2. Das Problem der „nachholenden Entwicklung“

4.3. Subsistenzperspektive

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Begriff der "Hausfrauisierung" als zentrales Element kapitalistischer Akkumulationsprozesse und analysiert, wie die systematische Abwertung weiblicher, unbezahlter Arbeit zur Aufrechterhaltung des globalen Wirtschaftssystems beiträgt. Ziel ist es, die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung als strukturelle Notwendigkeit des Kapitalismus aufzuzeigen und alternative subsistenzorientierte Ansätze kritisch zu beleuchten.

  • Strukturelle Entwertung weiblicher Arbeit im Kapitalismus
  • Die Rolle unsichtbarer Arbeit für das globale Wirtschaftswachstum
  • Hausfrauisierung als Phänomen männlicher Lohnarbeit
  • Kritik an Konzepten nachholender Entwicklung
  • Subsistenzperspektive als gesellschaftliches Ausstiegskonzept

Auszug aus dem Buch

1. Hausfrauisierung der Arbeit

Hausfrauenarbeit wird weder in der kapitalistischen noch in der marxistischen Theorie als produktive, wertvolle Arbeit angesehen. Marx folgt dabei derselben Argumentation wie die bürgerlichen Nationalökonomen, vor allem Adam Smith, der Produktion als Herstellung von Waren oder Tauschwerten mit dem Ziel der Mehrwertgewinnung definiert. Da die Arbeit von Hausfrauen nicht der Mehrwertgewinnung dient, kann sie demzufolge nicht produktiv sein, denn sie erzeugt keinen Wert, also kein Kapital. Die Tätigkeit, die Frauen verrichten wird als Reproduktion (von Arbeitskraft) betrachtet und ist der Kapital generierenden Produktion untergeordnet.

Mies bezeichnet diese Abwertung der Frauenarbeit, die damit begründet wird, dass sie ein Naturvorgang und nur eine Wiederholung sei, die im Gegensatz zur Warenproduktion nichts Neues hervorbringe, als „Hausfrauisierung“. ( vgl. Mies, in: Knapp/Wetterer, 2001, S. 162 f)

„Hausfrauisierung der Arbeit war und ist der Trick, durch den das Kapital Frauenarbeit generell entwertet, unorganisiert/atomisiert erhält, sie dauernd zur Verfügung hat und jederzeit- ohne Kosten- wieder aufnehmen kann.“ (Mies, in: Knapp/Wetterer, 2001, S. 166)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hausfrauisierung der Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Abwertung von Hausarbeit durch den Kapitalismus und die marxistische Ökonomie, welche diese als unproduktive Naturtätigkeit klassifizieren. Es wird aufgezeigt, wie dieses Konzept zur systematischen Entwertung und Kostenoptimierung weiblicher Arbeitskraft genutzt wird.

2. Bedeutung der unsichtbaren Arbeit für den Kapitalismus: Hier wird analysiert, wie die internationale "Hausfrauisierung" – inklusive der Arbeit von Subsistenzbäuerinnen – als notwendige Säule für das Wirtschaftswachstum im globalen Norden dient. Dabei wird insbesondere die Rolle von Gewalt und Unterwerfung als ökonomische Faktoren beleuchtet.

3. Hausfrauisierung des männlichen Lohnarbeiters: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Wandel hin zu flexibilisierten und prekären Arbeitsverhältnissen, die zunehmend auch Männer betreffen. Die früher als ausschließlich weiblich angesehene Prekarität wird hier als allgemeines Merkmal des modernen Kapitalismus identifiziert.

4. Lösungsansätze: Der letzte Teil diskutiert Wege aus der patriarchalen kapitalistischen Logik. Dabei werden die Notwendigkeit einer feministischen Bewegung in der Mittelklasse, die Kritik an einer "nachholenden Entwicklung" sowie die Bedeutung einer subsistenzorientierten Lebensweise erörtert.

Schlüsselwörter

Hausfrauisierung, Kapitalismus, patriarchale Ökonomie, Subsistenzperspektive, Mehrwert, Lohnarbeit, Reproduktion, Geschlechterordnung, Prekarität, Globalisierung, Kapitalakkumulation, feministische Theorie, Wirtschaftswachstum, informeller Sektor, nachholende Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der "Hausfrauisierung" von Arbeit als einem wesentlichen, aber oft unsichtbar gemachten Bestandteil kapitalistischer Akkumulationsstrategien.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der ökonomischen Abwertung weiblicher Arbeit, der Ausbeutung im globalen Kontext und dem Wandel klassischer Lohnarbeitsverhältnisse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die systematische Unterdrückung und Ausbeutung von nicht-entlohnter Arbeit offenzulegen und zu hinterfragen, inwiefern dies eine strukturelle Voraussetzung für den modernen Kapitalismus darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf sozioökonomischen Theorien von Autorinnen wie Maria Mies, Claudia von Werlhof und Veronika Bennholdt-Thomsen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Begriffs "Hausfrauisierung", dessen Anwendung auf internationale Produktionsverhältnisse, die Ausdehnung dieses Phänomens auf männliche Arbeiter sowie die Diskussion möglicher Ausstiegsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Hausfrauisierung, Kapitalismus, Subsistenz, Kapitalakkumulation, patriarchale Ökonomie und internationale Arbeitsteilung.

Was bedeutet "nachholende Entwicklung" in diesem Kontext?

Der Begriff beschreibt das problematische Bestreben unterentwickelter Länder oder benachteiligter Gruppen, das westliche Fortschrittsmodell zu kopieren, was nach Ansicht der Autorin ökologisch wie sozial destruktiv ist.

Wie kritisiert die Autorin die Subsistenzperspektive?

Obwohl die Subsistenzperspektive als Alternative zur Marktrationalität vorgestellt wird, greift die Autorin auch die Kritik von Roswitha Scholz auf, die eine Technologiefeindlichkeit und die Gefahr einer erneuten Verfestigung geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung in diesem Ansatz sieht.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
„Hausfrauisierte“ Arbeit im Kontext des Kapitalismus
College
University of Vienna  (Soziologie)
Course
Seminar Patriarchale Geschlechterordnung
Grade
2,00
Author
Britta Vogl (Author)
Publication Year
2004
Pages
13
Catalog Number
V122392
ISBN (eBook)
9783640275977
ISBN (Book)
9783640278114
Language
German
Tags
Hausfrauisierung Frauen Kapitalismus Hausarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Britta Vogl (Author), 2004, „Hausfrauisierte“ Arbeit im Kontext des Kapitalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122392
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint