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Reproduktion sozialer Ungleichheit in der Schule und Möglichkeiten zur Bekämpfung von Faktoren sozialer Herkunft

Titel: Reproduktion sozialer Ungleichheit in der Schule und Möglichkeiten zur Bekämpfung von Faktoren sozialer Herkunft

Hausarbeit , 2022 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Tom Weber (Autor:in)

Pädagogik - Sozialpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit möchte darauf eingehen, wie Soziale Herkunft den Bildungserfolg beeinflusst, beziehungsweise wie Schule selbst dazu beiträgt, die soziale Ungleichheit zu reproduzieren und zu zementieren. Zum Schluss sollen Gegenmaßnahmen vorgestellt werden, die gerade als angehender Lehrer für den eigenen späteren Beruf essentiell sein können.

Im folgenden Kapitel möchte ich zunächst genauer darauf eingehen, wie der Begriff Soziale Herkunft in dieser Arbeit definiert ist und angewandt wird. Dabei sollen verschiedene Theorien, vor allem auch in ihrem Bezug zur Schule und Bildungsungleichheit vorgestellt werden. Anschließend werden die Aufgaben, welche der Schule gesellschaftlich zugeschrieben werden, besprochen. In Kapitel vier soll dann verknüpft und der Einfluss der Sozialen Herkunft auf diese Funktionen der Schule aufgezeigt werden, woran sich im fünften Kapitel mögliche Handlungsoptionen für Lehrer anschließen, wie sich die Bildungsungleichheit vermindern lässt. Im letzten Kapitel soll rekapituliert und zusammengefasst werden.

Ein oft genanntes und wichtiges Ziel der Bildungspolitik ist es, die Chancengleichheit der Kinder zu gewährleisten. Damit soll erreicht werden, dass durch die, meist staatlichen, Schulen alle Schüler gleichermaßen auf die Herausforderungen des Berufslebens vorbereitet werden, egal wie die Herkunftsfamilie ökonomisch oder sozial dasteht. Dies entspricht auch dem humanistischen Bildungsideal von Bildung als Grundrecht. Gleichzeitig bekommt aber gerade Deutschland immer wieder in internationalen Studien bescheinigt, eines der sozial ungleichsten Bildungssysteme zu besitzen, welches dazu noch die vorherrschenden Zustände für die Zukunft zementiert. Zum Teil vergrößert sich der Unterschied auch immer weiter (Bundesregierung, 2019).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziale Herkunft und Bildungsungleichheit

2.1 Kapital nach Bourdieu

2.2 Boudon

2.3 Andere Theorien zur herkunftsbezogenen Bildungsungleichheit

3. Aufgaben der Schule im Allgemeinen

4. Beeinflussung durch die soziale herkunft

5. Handlungsoptionen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der sozialen Herkunft auf den individuellen Bildungserfolg und analysiert, wie das Schulsystem soziale Ungleichheit reproduziert. Ziel ist es, Möglichkeiten für Lehrkräfte aufzuzeigen, diesen Effekten entgegenzuwirken und gerechtere Bildungschancen zu fördern.

  • Theoretische Grundlagen zur Bildungsungleichheit (Bourdieu, Boudon)
  • Funktionen und gesellschaftliche Aufgaben der Schule
  • Mechanismen der Reproduktion sozialer Ungleichheit
  • Einfluss der elterlichen Involviertheit auf den Lernerfolg
  • Handlungsstrategien zur Förderung des sozialen Kapitals im schulischen Kontext

Auszug aus dem Buch

2.1 KAPITAL NACH BOURDIEU

Bourdieu definierte den Kapitalbegriff als ein grundlegendes Prinzip der Regelmäßigkeit, was dafür sorgt, dass Trägheit in das Wirtschaftssystem kommt und nie alles gleich möglich oder unmöglich ist (Bourdieu, 2012, S. 230). Kapital schafft damit eine gewisse Vorhersagbarkeit von Ereignisabläufen und schafft die Möglichkeit, dass diese Grundlagen den sterblichen Teil eines Menschen überleben und an die nächste Generation weitergegeben werden können.

Für Bourdieu ist der rein wirtschaftswissenschaftliche Rahmen des Begriffes Kapital dabei allerdings zu begrenzt, welcher sich ausschließlich auf die ökonomische Sichtweise beschränkt. Für ihn gibt es drei Arten von Kapital: ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital und soziales Kapital, welches Verpflichtungen oder Beziehungen im gesellschaftlichen Gefüge darstellt (Bourdieu, 2012, S. 230). Diese drei Kapitalarten lassen sich jeweils ineinander mehr oder weniger gut umwandeln, sodass auch alle drei Arten mehr oder weniger direkt finanzielle Mittel darstellen.

Für Bourdieu ist das ökonomische Kapital all jenes, was direkt und unmittelbar in Währungsäquivalente eingetauscht werden kann und schon vorher als Kapital an sich beschrieben war (Bourdieu, 2012, S. 230). Die zweite Kapitalvariante stellt das kulturelle Kapital dar. Dies kann wiederum in drei Formen vorliegen: in einem inkorporiertem, einem objektivierten und einem institutionalisierten Zustand. Der inkorporierte Zustand umschreibt die Geisteshaltung eines Menschen und den verinnerlichten Wissensschatz. Im objektivierter Form lieg kulturelles Kapital vor, indem es zum Beispiel in Büchern oder Kunst festgehalten ist. Gleichzeitig sind auch Maschinen eine Form kulturellen Kapitals, da sich in ihnen ja eine Ingeniuersidee manifestiert hat. Die institutionelle Form macht das kulturelle Kapital eines Menschen, welches sonst kaum für andere ersichtlich ist, in der Ausprägung von schulischen Graden oder Zeugnissen sichtbar (Bourdieu, 2012, S. 237). Jede fremde Person kann am Grad erkennen, was ein Mensch leistungstechnisch kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert das Ziel der Chancengleichheit in der Bildungspolitik und skizziert die Fragestellung zur Rolle der sozialen Herkunft bei der Reproduktion von Bildungsungleichheit.

2. Soziale Herkunft und Bildungsungleichheit: Dieses Kapitel erläutert theoretische Ansätze zur Entstehung von Bildungsungleichheit, insbesondere Bourdieus Kapitaltheorie, Boudons Herkunftseffekte sowie ergänzende modernisierungstheoretische Perspektiven.

3. Aufgaben der Schule im Allgemeinen: Hier werden die gesellschaftlichen Funktionen der Schule wie Enkulturation, Qualifikation, Allokation und Integration nach Fend dargestellt und kritisch reflektiert.

4. Beeinflussung durch die soziale herkunft: Das Kapitel analysiert, wie soziale Strukturen und das Elternhaus die verschiedenen Schulfunktionen beeinflussen und welche Rolle dabei die Bildungsexpansion spielt.

5. Handlungsoptionen: Es werden praxisorientierte Ansätze diskutiert, wie durch Schulentwicklung, Abbau von elterlicher Abhängigkeit und Stärkung des sozialen Kapitals Bildungsungleichheit gemindert werden kann.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung des sozialen Kapitals als Ansatzpunkt für pädagogisches Handeln.

Schlüsselwörter

Soziale Herkunft, Bildungsungleichheit, Bourdieu, Soziales Kapital, Kulturelles Kapital, Chancengleichheit, Schule, Allokation, Reproduktion, Bildungserfolg, Meritokratie, Elterliche Involviertheit, Schulentwicklung, Bildungssoziologie, Pädagogisches Handeln

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, inwiefern die soziale Herkunft von Schülern deren schulischen Erfolg beeinflusst und wie das Bildungssystem bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten reproduziert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören die Kapitaltheorien von Bourdieu, die Funktionen der Schule nach Fend sowie Ansätze zur Chancengleichheit und Möglichkeiten der pädagogischen Intervention.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, durch die soziale Herkunft Bildungserfolg determiniert, und daraus Handlungsoptionen für angehende Lehrkräfte abzuleiten, um Bildungsbenachteiligung entgegenzuwirken.

Welche wissenschaftlichen Methoden bzw. Grundlagen werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer und pädagogischer Standardtheorien, darunter Bourdieu (Kapitaltheorie), Boudon (Herkunftseffekte) und Fend (Funktionen des Bildungssystems).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse der schulischen Funktionserfüllung und die Bewertung des Einflusses der Herkunft auf den Schulerfolg, gefolgt von konkreten pädagogischen Handlungsfeldern.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie soziale Ungleichheit, Kapitaltheorie, Bildungschancen und schulisches Handeln beschreiben.

Inwiefern spielt der Rational Choice Ansatz eine Rolle für die Bildungsentscheidungen?

Der Ansatz erklärt Bildungsentscheidungen als Nutzen-Kosten-Abwägung der Familien, wobei die soziale Herkunft bestimmt, welche Kosten als tragbar angesehen werden und welcher Bildungsstatus angestrebt wird.

Warum wird das soziale Kapital als zentraler Hebelpunkt für Lehrkräfte hervorgehoben?

Das soziale Kapital ist laut der Arbeit besonders gut beeinflussbar durch das pädagogische Handeln und kann ausgleichend wirken, ohne dabei andere bestehende Ungleichheiten weiter zu verstärken.

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Details

Titel
Reproduktion sozialer Ungleichheit in der Schule und Möglichkeiten zur Bekämpfung von Faktoren sozialer Herkunft
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Pädagogik)
Veranstaltung
Adoleszenzkrise und Abitur - Schulische Sozialisation
Note
1,7
Autor
Tom Weber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
14
Katalognummer
V1224059
ISBN (PDF)
9783346642967
ISBN (Buch)
9783346642974
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reproduktion Soziale Ungleichheit Sozial Herkunft Soziale Herkunft Bourdieu Boudon Fend Schule Bildungssoziologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tom Weber (Autor:in), 2022, Reproduktion sozialer Ungleichheit in der Schule und Möglichkeiten zur Bekämpfung von Faktoren sozialer Herkunft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1224059
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Leseprobe aus  14  Seiten
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