Das Thema dieser Stunde für den Religionsunterricht einer 6. Klasse lautet: Kann auch ich Schutzengel sein? Menschen in der Spannung von Gelingen, Scheitern und Hoffnung auf Vollendung.
Inhaltsverzeichnis
1. Längerfristige Unterrichtszusammenhänge
1.1 Leitgedanken und Intentionen der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge
1.2 Curriculare Legitimation der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge
1.3. Überprüfung des Lern- und Kompetenzzuwachses
1. 4. Übersicht der Unterrichtsreihe
2. Siegburger Sonne
2.1 Lehr- und Lernvoraussetzungen einzelner Schülerinnen u. Schüler
2.2. Elementarisierungsmodell nach Mendl
2.2.1 Elementare Wahrheiten
2.2.2 Elementare Zugänge
2.2.3 Elementare Erfahrungen
2.2.4 Elementare Lernwege
2.2.5 Elementare Strukturen
3. Literatur- und Quellenverzeichnis
3.1 Quellenverzeichnis
3.2 Abbildungsverzeichnis
4. Anhang
4.1 Kamishibai Bilder „Die letzte Mathearbeit“
4.2 Arbeitsblätter und Erwartungshorizont
4.3 Visitenkarten
4.4. Sozialform und antizipiertes Bodenbild
4.5 Antizipiertes Tafelbild
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, SuS im Rahmen einer Unterrichtseinheit zum Thema Engel eine tiefere Auseinandersetzung mit christlichen Gottesbildern zu ermöglichen und sie dazu zu befähigen, biblische Inhalte auf ihre eigene Lebenswelt zu beziehen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Schülerinnen und Schüler durch die Reflexion von Engelsvorstellungen nicht nur religiöse Inhalte verstehen, sondern diese auch als Orientierungshilfe für ihr eigenes, verantwortungsvolles Handeln in Alltagssituationen entdecken können.
- Subjektorientierter Religionsunterricht und Bewusstwerdung von Gottesbildern
- Elementarisierung nach dem Modell von Hans Mendl
- Bibeldidaktische Arbeit am Beispiel von Psalm 91
- Reflexion von Grenzerfahrungen und christlichen Handlungsoptionen
- Förderung der individuellen Religiosität und interreligiöser Dialogfähigkeit
Auszug aus dem Buch
1. Längerfristige Unterrichtszusammenhänge
Die längerfristigen Unterrichtszusammenhänge orientieren sich am subjektorientierten Religionsunterricht nach Hans Mendl. Dieser bezieht sich „[...] nicht nur auf die Erfahrung der lernenden Kinder und Jugendlichen und bahnt Erfahrungen an, er achtet auch in seiner Prozessdimension auf verlangsamte und intensivierte Formen des Lernens“ (Mendl: Religionsdidaktik kompakt, S.151) Die Schülerinnen und Schüler (i. F. mit SuS abgekürzt) werden sich hierdurch ihren eigenen Vorstellungen von Gott bewusst und erkennen, dass Menschen unterschiedliche Gottesvorstellungen aufgrund verschiedener Erfahrungen entwickeln. Mittels dieser Bewusstwerdung rücken die Gottesvorstellungen der SuS von der Lebenswelt in den Mittelpunkt des Lernens.
Die SuS sollen dazu befähigt werden, in nachvollziehbaren Schritten Glauben und Leben in eine wechselseitige Beziehung zu bringen und den Unterrichtsgegenstand insoweit zu vereinfachen, dass der eigentliche Kern im Fokus des Unterrichtsvorhabens steht. Mit Hilfe der Subjektorientierung wird die Bereitschaft der SuS aktiviert, sich mit Fachinhalten auseinanderzusetzen und deren Bedeutsamkeit für das persönliche Leben zu erkennen. Dies impliziert jedoch keinen Verzicht auf Inhalte, sondern gewährleistet, dass die SuS anhand von Gegenständen der Religion und Kultur ihre eigenen Identitäten entfalten können.
Die Entwicklung der Gottesvorstellung bei Kindern und Jugendlichen ist sehr eng mit der Lebens- und Erfahrungswelt verknüpft, was aufgrund der heterogenen Sozialisation, unterschiedliche religiöse Einstellungen zur Folge hat. Die Lebens- und Erfahrungswelt der SuS bildet das Grundmuster des Denkens, Fühlens und Handelns. Hierbei werden jedoch nicht einfach die Vorstellungen der Erwachsenen von den SuS übernommen, sondern aufgrund des Hintergrundes ihres eigenen Weltverständnisses und ihrer eigenen Erfahrungen hinterfragt und neu interpretiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Längerfristige Unterrichtszusammenhänge: Dieses Kapitel erläutert die didaktische Basis des subjektorientierten Religionsunterrichts und legt die curricularen Grundlagen sowie die Methoden der Kompetenzüberprüfung dar.
2. Siegburger Sonne: Hier werden die spezifischen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler analysiert und das Elementarisierungsmodell nach Mendl zur strukturgebenden Aufbereitung der Unterrichtsinhalte angewendet.
3. Literatur- und Quellenverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet sämtliche wissenschaftliche Literatur und verwendeten Quellen auf, die dem Unterrichtsvorhaben zugrunde liegen.
4. Anhang: Der Anhang enthält die praktischen Materialien wie Arbeitsblätter, das Kamishibai-Erzählmaterial, Visitenkarten sowie die antizipierten Boden- und Tafelbilder.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Elementarisierung, Engel, Gottesbilder, Psalm 91, Subjektorientierung, Bibeldidaktik, Lebensweltbezug, Schutzengel, Kompetenzorientierung, Identitätsbildung, Schulpraxis, Religionspädagogik, Handlungsoptionen, Glaubenserfahrung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser schriftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit einem unterrichtspraktischen Vorhaben im Fach Katholische Religionslehre, bei dem die Schülerinnen und Schüler sich mittels der Engelsvorstellung mit eigenen Gottesbildern und ihrem persönlichen Handeln auseinandersetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Bedeutung von Gottesbildern für Kinder, die Funktion von Engeln als transzendente Schutzfiguren sowie die Verknüpfung von theologischen Inhalten mit der individuellen Lebenswelt der SuS.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den SuS durch ein subjektorientiertes Vorgehen zu ermöglichen, Glauben und Leben in eine wechselseitige Beziehung zu bringen und Engel als Orientierungshilfe für das eigene Leben zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird das Elementarisierungsmodell nach Hans Mendl angewandt, welches eine Vereinfachung von komplexen religiösen Themen auf den eigentlichen "Kern der Sache" unter Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen der SuS anstrebt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die pädagogisch-didaktische Begründung der Reihe, die konkrete Sachanalyse des Stundenthemas sowie die methodische Planung und Auswertung der durchgeführten Unterrichtseinheit.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Subjektorientierung, Elementarisierung, Bibeldidaktik, Schutzengel und Identitätsbildung innerhalb der Lebens- und Erfahrungswelt von Jugendlichen.
Wie unterscheidet sich die Engelsvorstellung der Schülerinnen und Schüler von der theologischen Tradition?
Die Arbeit zeigt, dass Schüler oftmals einen intuitiven, persönlichen Zugang zu Engeln haben, während die Theologie Engel als Boten im Auftrag Gottes definiert, die nicht eigenständig handeln, sondern als Symbole für Gottes Zuwendung fungieren.
Welche Rolle spielt die "Letzte Mathearbeit" in der Unterrichtsplanung?
Diese Geschichte dient als erzählerischer Einstieg, anhand dessen die SuS Grenzerfahrungen und Ängste identifizieren können, um anschließend die Rolle eines Schutzengels in solch spezifischen Lebenssituationen zu diskutieren.
- Arbeit zitieren
- Dennis Herby (Autor:in), 2020, Menschen in der Spannung von Gelingen, Scheitern und Hoffnung auf Vollendung. Ein Stuhlkreisgespräch (Religion, 6. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1224590