Welche Fähigkeiten müssen Schüler besitzen, um kooperativ handeln zu können? Welche Möglichkeiten bzw. Methoden gibt es im Unterricht, um die Fähigkeit zur Kooperation bei den Schülern angemessen zu fördern?
Zentraler Inhalt der Arbeit ist die Förderung der Kooperation durch die Methode der Werkstattarbeit. Deshalb beginne ich mit der Begriffsklärung von Kooperation (2.1.) und erläutere, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit Kooperation gelingen kann (2.2.). Außerdem sollen die von mir im Unterricht eingesetzten Sozialformen der Partner- und Gruppenarbeit als Form des kooperativen Handelns vorgestellt werden (2.3.). Kapitel 2.4. beschäftigt sich mit der Bedeutung der Kooperationsfähigkeit für die Schülerschaft der Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung und stellt in der Praxis zu beachtende Prinzipien dar.
Kapitel 3 gibt einen Überblick über das Konzept der Werkstattarbeit. Außerdem werden die kooperativen Elemente der Werkstattarbeit erörtert.
Zu Beginn des 4. Kapitels werde ich als Überleitung zum Praxisteil Thesen aufstellen, wie die praktische Umsetzung zur Förderung der Kooperation gelingen kann (4.1.). Anschließend werden die Planungsüberlegungen vor Beginn der Einheit dargestellt.
Kapitel 5 stellt die konkrete Durchführung der Unterrichtseinheit dar. Einstiegsphase, Werkstattphase und Abschlussphase werden vorgestellt und reflektiert. Außerdem werden die in Kapitel 4.1. aufgestellten Thesen überprüft (5.4.).
In einem abschließenden Resümee (6.) werde ich die Ausgangsfragen noch einmal betrachten und klären, ob die Methodenwahl geeignet ist, um Kooperation zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kooperation
2.1. Definition
2.2. Voraussetzungen für Kooperation
2.3. Partner- und Kleingruppenarbeit als Form der Kooperation
2.4. Aspekte in Bezug auf die Schülerschaft der Förderschule Schwerpunkt Geistige Entwicklung
3. Kooperation in der Werkstattarbeit
3.1. Theoretische Aspekte der Werkstattarbeit
3.1.1. Formen der Werkstattarbeit
3.1.2. Bestandteile der Werkstattarbeit
3.2. Kooperative Aspekte in der Werkstattarbeit
4. Planung der Werkstatt „Zeit“
4.1. Einbettung des Konzeptes Kooperation
4.2. Struktur und Schwerpunkte der Unterrichtseinheit „Zeit“
4.3. Situation der Lerngruppe und Bedingungsfeld
4.4. Lernvoraussetzungen
4.5. Überlegungen zur Sache
4.6. Didaktische Überlegungen
4.7. Methodische Überlegungen
4.8. Aufbau der Werkstatt
5. Durchführung des Unterrichtsversuchs
5.1. Einführungsphase
5.1.1. Darstellung
5.1.2. Reflexion
5.2. Werkstattphase
5.2.1. Darstellung
5.2.2. Reflexion
5.3. Abschlussphase
5.3.1. Darstellung
5.3.2. Reflexion
5.4. Gesamtreflexion des Unterrichtsvorhabens im Hinblick auf den Förderschwerpunkt
6. Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Förderung der Kooperationsfähigkeit von Schülern einer Hauptstufe an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung durch die Methode der Werkstattarbeit. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Voraussetzungen für kooperatives Handeln bei dieser Schülerschaft notwendig sind und wie diese durch unterrichtliche Methoden effektiv unterstützt werden können.
- Grundlagen und Definition der Kooperation in pädagogischen Kontexten.
- Die Methode der Werkstattarbeit als offene Unterrichtsform.
- Planung und Durchführung einer Unterrichtseinheit zum Thema "Zeit".
- Analyse von kooperativen Prozessen und Interaktionsformen.
- Reflexion des Lehrerhandelns und der Schülerentwicklung.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Wenn zwei Menschen immer dasselbe denken, ist einer von ihnen überflüssig.“ (Winston Churchill)
Während meiner Anwärterzeit in einer Förderschule Schwerpunkt Geistige Entwicklung habe ich mit den Schülern Persönlichkeiten kennen gelernt, die sich in ihrer Art und den Charaktereigenschaften völlig voneinander unterscheiden. Keiner verhält sich wie der andere, keiner denkt wie der andere und keiner lernt wie der andere. Die Verschiedenheit der Schüler in Bezug auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen, Vorerfahrungen und Lernstrategien macht es notwendig, den Schülern ein differenziertes und individuelles Lernangebot anzubieten. Zu Beginn meiner Tätigkeit versuchte ich vor allem durch das Bereitstellen individueller Aufgaben, die selbstständig in Einzelarbeit bearbeitet wurden, dieser Notwendigkeit gerecht zu werden. So hatte jeder Schüler die Möglichkeit, seine individuellen Fähigkeiten einzusetzen, um die Arbeitsaufträge zu bewältigen. Ein Nachteil der Einzelarbeit machte sich jedoch schnell bemerkbar – das soziale Lernen im Unterricht fand zu geringe Berücksichtigung. Durch die Fokussierung auf individuelle Arbeitsangebote konnte zwar jeder Schüler die Aufgaben erfolgreich bewältigen. In Partnerarbeitsphasen gab es jedoch Probleme für die Schüler, untereinander zu kooperieren und gemeinsam einen Lösungsweg zu erarbeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage in einer Förderschule für Geistige Entwicklung und begründet die Notwendigkeit, soziale Kooperation durch gezielte Methoden zu fördern.
2. Kooperation: Definiert den Begriff Kooperation, stellt Voraussetzungen dar und beleuchtet die Bedeutung für diese spezifische Schülerschaft.
3. Kooperation in der Werkstattarbeit: Verknüpft die theoretischen Aspekte der Werkstattarbeit mit den kooperativen Elementen dieser Unterrichtsmethode.
4. Planung der Werkstatt „Zeit“: Detailliert die Vorbereitungen, Thesenbildungen und strukturellen Überlegungen für den konkreten Unterrichtsversuch zum Thema Zeit.
5. Durchführung des Unterrichtsversuchs: Dokumentiert und reflektiert die Phasen der Einstimmung, die praktische Werkstattarbeit sowie den Abschluss des Vorhabens.
6. Resümee und Ausblick: Zieht Bilanz über die Wirksamkeit der Methode und gibt einen Ausblick auf die zukünftige unterrichtliche Praxis.
Schlüsselwörter
Kooperation, Werkstattarbeit, Geistige Entwicklung, Sonderpädagogik, Sozialkompetenz, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Unterrichtsplanung, Zeit, Selbstständigkeit, Kommunikation, Lernvoraussetzungen, Reflexion, Chefprinzip, Differenzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die Förderung der Kooperationsfähigkeit bei Schülern mit geistigen Beeinträchtigungen innerhalb einer Unterrichtseinheit zum Thema Zeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder sind Kooperationstheorie, die Methode der Werkstattarbeit, soziales Lernen sowie die spezifischen Förderbedarfe von Schülern an Förderschulen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie durch die Methode der Werkstattarbeit kooperatives Verhalten bei Schülern mit geistiger Beeinträchtigung gezielt angebahnt und unterstützt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine handlungsorientierte Unterrichtsplanung und eine begleitende Reflexion und Beobachtung des Unterrichtsverlaufs.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Kooperation, das Konzept der Werkstattarbeit, die konkrete Planung der Einheit „Zeit“ und deren Durchführung sowie Reflexion dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kooperation, Werkstattarbeit, Geistige Entwicklung, Sozialkompetenz und individuelle Förderung.
Warum wurde gerade die "Werkstattarbeit" für den Unterricht gewählt?
Die Methode bietet ein hohes Maß an Selbstständigkeit und enthält konzeptionell bedingt bereits viele kooperationsfördernde Elemente wie das Chefprinzip.
Welche Rolle spielt das "Chefprinzip" in der Werkstatt?
Das Chefprinzip überträgt Schülern Verantwortung für ein Lernangebot, wodurch sie in "face-to-face"-Situationen mit Mitschülern treten und Hilfestellung geben müssen.
Wie gingen die Schüler mit dem "Zeit"-Thema um?
Die Schüler setzten sich durch verschiedene Angebote (wie Uhren ablesen, Sanduhren bauen oder Kalenderarbeit) handlungsorientiert mit dem abstrakten Zeitbegriff auseinander.
- Quote paper
- David Zinnecker (Author), 2008, Förderung der Kooperation durch Werkstattarbeit in einer Hauptstufe einer Förderschule , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122486