Im Rahmen eines Dissertationsprojekts sollen gewisse Aspekte – Notwendigkeit eines BGM, Implementierung und Umsetzung des BGM, Einflussfaktoren sowie Auswirkungen des BGM – vor allem für mittelständische Unternehmen untersucht werden. In diesem Zusammenhang soll ebenfalls geklärt werden, welchen Hindernissen diese Unternehmen bei der Einführung des BGM begegnen und wie diese aufgelöst werden können.
Als zentrale Forschungsfrage steht für das Projekt folgende Fragestellung im Mittelpunkt, die untersucht werden soll:
Welchen Einfluss hat die Implementierung einer betrieblichen Gesundheitsförderung/eines betrieblichen Gesundheitsmanagements in mittelständischen Betrieben in Deutschland auf die Arbeitsmotivation, Fehlzeiten und die öffentliche Gesundheit? Folgende (vorläufige) Hypothesen werden in diesem Zusammenhang untersucht: Die Unzufriedenheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern führt zu einer erhöhten Belastung am Arbeitsplatz. Erhöhte Belastung am Arbeitsplatz (oder Unzufriedenheit) führen zu erhöhten Fehlzeiten. Durch systematisch eingesetztes (bzw. eingeführtes) betriebliches Gesundheitsmanagement kann die Zufriedenheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesteigert werden, wodurch sich auch gesundheitsbezogene Aspekte verbessern. Eine Steigerung der betrieblichen gesundheitsbezogenen Aspekte hat unmittelbar positive Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. Die Corona-Pandemie hat die Belastungssituation in Betrieben noch einmal vor deutlich größere Herausforderungen hinsichtlich der Gesundheitsförderung gestellt als diese bisher bestanden haben.
In diesem Zusammenhang wird aktuell ein Fragebogen erstellt, der in Experteninterviews eingesetzt werden soll, um einen vertiefenden Einblick in das betriebliche Gesundheitsmanagement in mittelständischen Betrieben zu geben. Bei
den Befragten handelt es sich um Beschäftigte aus mittelständischen Unternehmen, die für die betriebliche Gesundheitsförderung verantwortlich sind oder zumindest einen guten Bezug dazu haben. Die Auswertung wird mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring stattfinden. Die (vorläufigen) Ergebnisse dieser Interviews werden in einer weiteren Publikation vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Problembeschreibung
2. Projektvorstellung und methodisches Vorgehen
3. Ergebniserwartung
4. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Notwendigkeit, Implementierung, Umsetzung sowie die Einflussfaktoren und Auswirkungen von betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) in mittelständischen Unternehmen zu untersuchen und dabei auftretende Hindernisse sowie deren Lösungsansätze zu identifizieren.
- Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) und des BGM
- Einfluss der Arbeitsbedingungen auf Arbeitsmotivation und Fehlzeiten
- Herausforderungen bei der Umsetzung in mittelständischen Unternehmen
- Rolle von Führungskräften bei der Etablierung eines Gesundheitsmanagements
- Methodik der qualitativen Expertenbefragung und Literaturanalyse
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung und Problembeschreibung
Die Arbeitswelt ist seit vielen Jahren durch das Vorhandensein diverser Trends wie Digitalisierung und Globalisierung gekennzeichnet, und aus diesem Grund wird das Umfeld, in dem sich Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewegen müssen, immer komplexer und belastender (Barauth & Ward 2014, S. 811). Wollen Unternehmen am Markt bestehen, müssen sie mit diesen sich ändernden Rahmenbedingungen nicht nur leben, sondern sich aktiv anpassen, um so einen Wettbewerbsvorteil zu generieren (Petzold & Gathmann 2021, S. 5). Hinzu kommen Aspekte wie demographischer Wandel und steigende Lebensarbeitszeit, die weiterhin zu erhöhten psychischen Belastungen der Beschäftigten führt (Nägele 2016, S. 91). Jedoch ist der entscheidende Faktor im Unternehmen der Mensch, der durch seine Innovativität eine Schlüsselrolle in vielen Unternehmen einnimmt und einnehmen wird (Gawke et al. 2019, S. 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Problembeschreibung: Das Kapitel erläutert die zunehmende Komplexität der Arbeitswelt und die daraus resultierende Notwendigkeit, die Gesundheit der Mitarbeitenden durch BGF und BGM zu fördern, um wirtschaftliche Folgen durch Ausfallzeiten und Präsentismus zu minimieren.
2. Projektvorstellung und methodisches Vorgehen: Hier werden das Forschungsdesign sowie die zentralen Hypothesen vorgestellt, wobei mittels einer qualitativen Expertenbefragung nach Mayring und einer Literaturanalyse die Umsetzung des BGM in mittelständischen Unternehmen untersucht werden soll.
3. Ergebniserwartung: Es wird prognostiziert, dass ein systematisches BGM die Arbeitsmotivation nachhaltig steigern kann, wobei gleichzeitig kritisch angemerkt wird, dass gerade kleine und mittlere Betriebe bei der Implementierung auf Umsetzungshürden stoßen.
4. Ausblick: Der abschließende Abschnitt benennt die unmittelbar bevorstehende Expertenbefragung sowie die begleitende systematische Literaturrecherche, deren detaillierte Ergebnisse in einer geplanten Folgepublikation präsentiert werden.
Schlüsselwörter
Betriebliches Gesundheitsmanagement, BGM, Betriebliche Gesundheitsförderung, BGF, Mittelständische Unternehmen, Arbeitsmotivation, Fehlzeiten, Präsentismus, Gesundheitsprävention, Unternehmensführung, Qualitative Inhaltsanalyse, Arbeitswelt, Gesundheit am Arbeitsplatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Relevanz und praktischen Implementierung von betrieblicher Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement in kleinen und mittleren deutschen Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?
Schwerpunkte bilden die Auswirkungen komplexer Arbeitsbedingungen, die Bedeutung der Mitarbeitergesundheit für den Unternehmenserfolg sowie die Identifikation von Barrieren bei der Einführung von Gesundheitsmanagement-Systemen.
Was ist die zentrale Forschungsfrage des Projekts?
Die Forschungsfrage adressiert den Einfluss der Implementierung eines BGM in mittelständischen Betrieben auf die Arbeitsmotivation der Beschäftigten, deren Fehlzeiten sowie die öffentliche Gesundheit.
Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?
Das Projekt nutzt ein trianguliertes Vorgehen: Einerseits wird eine systematische Literaturanalyse durchgeführt, andererseits erfolgt eine empirische Datenerhebung mittels Experteninterviews, die qualitativ nach Mayring ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der theoretischen Herleitung der Notwendigkeit von BGM, der Vorstellung des methodischen Forschungsdesigns sowie der Formulierung von Hypothesen zu Belastung, Fehlzeiten und den potenziellen positiven Effekten einer Gesundheitsstrategie.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitsmotivation, Fehlzeiten, mittelständische Unternehmen, Präsentismus und Gesundheitsprävention.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen BGF und BGM?
Während sich die BGF primär auf einzelne präventive Maßnahmen konzentriert, bezeichnet das BGM den strukturierten, geplanten und managementgestützten Ansatz zur ganzheitlichen gesundheitsbezogenen Organisationsentwicklung.
Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie laut der Untersuchung für Betriebe?
Die Pandemie wird als ein Faktor identifiziert, der die ohnehin bestehende Belastungssituation verschärft hat und Unternehmen vor noch größere Herausforderungen in der Gesundheitsförderung stellt.
Warum fällt mittelständischen Unternehmen die Umsetzung oft schwer?
Die Arbeit stellt fest, dass in mittelständischen Unternehmen häufig notwendige Ressourcen und das spezifische Know-how fehlen, um gesundheitsförderliche Maßnahmen nachhaltig zu etablieren.
Welche Bedeutung wird der Führungskraft in diesem Prozess zugeschrieben?
Die Führungskraft wird als zentraler Einflussfaktor herausgearbeitet, da sie maßgeblich auf die Akzeptanz und den Erfolg der betrieblichen Gesundheitsmaßnahmen innerhalb der Unternehmenskultur einwirkt.
- Citation du texte
- Gerhard Schön (Auteur), Dr. Fabian Renger (Auteur), Betriebliche Gesundheitsförderung durch betriebliches Gesundheitsmanagement in mittelständischen Unternehmen. Eine Einführung in das Thema, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1224897