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Die Problematik bei der Diagnose psychischer Erkrankungen

Titel: Die Problematik bei der Diagnose psychischer Erkrankungen

Essay , 2021 , 4 Seiten , Note: 1

Autor:in: Rita Wernert (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Was ist normal? Wahrscheinlich haben sich die wenigsten Menschen bereits Gedanken darüber gemacht, dass die Antwort auf diese Frage nicht so einfach zu finden ist, wie man zuerst annehmen könnte. In gewisser Weise hat jedoch jeder eine Idee davon, was „normal“ ist. Doch wie lässt sich der Begriff definieren? Wo zieht man die Grenze zwischen normal und abnormal? Gerade bei psychischen Krankheiten, deren Diagnostik oftmals nicht durch einen einfachen Test geschehen kann, sind diese Fragen von enormer Bedeutung – denn sowohl Fehldiagnosen als auch ausbleibende Diagnosen können weitreichende Folgen haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Normalität

2.1 Statistisches Verständnis von Normalität

2.2 Alternative Normdefinitionen in der Psychologie

3. Die Problematik der Grenziehung

3.1 Herausforderungen bei der Objektivierung

3.2 Diagnostik zwischen Unter- und Überdiagnosen

4. Qualitätsansprüche an die moderne Diagnostik

Zielsetzung und Themenbereiche

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Problematik auseinander, bei psychischen Erkrankungen eine präzise Grenze zwischen gesundem und krankem Verhalten zu ziehen. Dabei wird anhand des theoretischen Rahmens von Allen Frances untersucht, welche Risiken eine ungenaue Diagnostik birgt und welche Anforderungen an eine fachgerechte medizinische Begutachtung gestellt werden müssen.

  • Die Schwierigkeit der Definition des Begriffs „Normalität“
  • Statistische versus subjektive Normvorstellungen
  • Kritische Analyse von Diagnosemanualen wie ICD-10 und DSM-IV
  • Die Problematik von Fehl- und Überdiagnosen in der psychiatrischen Praxis
  • Anforderungen an die Objektivität diagnostischer Prozesse

Auszug aus dem Buch

Die Problematik bei der Diagnose psychischer Erkrankungen

Wo genau nun die Grenze zwischen normal und abnormal gezogen werden kann, ist jedoch noch immer nicht schlüssig. Obwohl ein stark ausgeprägter Leidensdruck eine deutliche Voraussetzung einer Behandlungsbedürftigkeit darstellt, ist er ein schwer objektivierbares Definitionskriterium des Abnormen. Trotz aller Schwierigkeiten kann man nicht darauf verzichten, eine Abgrenzung des Normalen vom Abnormalen zu wagen. Ohne die Grenze wäre es schwer möglich, Diagnosemanuale wie das DSM-IV oder das ICD-10 zu erstellen. Für die meisten psychischen Krankheiten gibt es momentan jedoch keine biologischen Testungen, mit welchen man eine eindeutige Krankheitsdiagnose stellen kann. Es gibt zwar in den Diagnosemanualen andere Diagnosekriterien, wie etwa bestimmte Hauptsymptome einer Störung, die für eine Diagnose zwingend erfüllt sein müssen, diese sind jedoch auch nicht sonderlich objektiv und eindeutig, wie es beispielsweise biologische Marker wären. Außerdem sind sie auch eher willkürlich festgelegt, als wissenschaftlich eindeutig begründet (Frances, 2013, 47-52).

Vor einigen Jahren stellte sich noch das Problem, dass viele Kranke nicht als solche erkannt wurden, woraus folgte, dass viele Personen nicht die Hilfe erhielten, die sie eigentlich benötigt hätten. Obwohl es diese Fälle auch heute noch gibt, ist es zurzeit eher das Problem, dass die Spezifität zu gering ist, was zu vermehrt falsch positiven Testergebnissen und somit zu Überdiagnosen führt. Die Problematik hierbei ist dann, dass Betroffene eventuell Medikamente einnehmen, die sie eigentlich nicht benötigen, beziehungsweise die ihnen nicht helfen. Außerdem müssen sie dann mit der Stigmatisierung, der man oftmals durch die Diagnose einer psychischen Erkrankungen ausgesetzt wird, umgehen, obwohl dies vielleicht gar nicht hätte sein müssen (Frances, 2013, 53-59). Nachdem beide Szenarien nicht wünschenswert sind, ist es wichtig, dass Diagnosen weder zu leichtfertig noch zu selten vergeben werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die grundlegende Problematik der Definition von Normalität ein und erläutert die Bedeutung einer korrekten psychiatrischen Diagnose.

2. Definition von Normalität: Hier werden verschiedene Ansätze zur Bestimmung von Normalität diskutiert, darunter die statistische, die funktionale und die subjektive Norm.

3. Die Problematik der Grenziehung: Das Kapitel beleuchtet die Schwierigkeiten, eine objektive Grenze zwischen psychischer Gesundheit und Krankheit zu ziehen, und analysiert die Rolle aktueller Diagnosemanuale.

4. Qualitätsansprüche an die moderne Diagnostik: Abschließend wird erörtert, worauf Ärzte achten müssen, um Überdiagnosen zu vermeiden und eine verantwortungsvolle diagnostische Praxis zu gewährleisten.

Schlüsselwörter

Psychische Erkrankungen, Normalität, Diagnostik, Diagnosemanuale, DSM-IV, ICD-10, Überdiagnosen, statistische Norm, subjektive Norm, Stigmatisierung, Behandlungsbedürftigkeit, klinische Praxis, Fehl-Diagnose, psychiatrische Forschung, Patientensicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen und praktischen Herausforderungen bei der Diagnose psychischer Störungen, insbesondere mit der schwierigen Abgrenzung von „normalem“ zu „abnormalem“ Verhalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition von Normalität, die Kritik an Diagnosemanualen sowie das Spannungsfeld zwischen der Vermeidung von Überdiagnosen und der notwendigen Hilfeleistung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Problematik der diagnostischen Grenziehung aufzuzeigen und zu erörtern, warum eine fachlich fundierte, aber dennoch vorsichtige Diagnosestellung für das Patientenwohl unerlässlich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer essayistischen Analyse und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Fachliteratur, konkret basierend auf Texten von Allen Frances.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Normdefinitionen, die Schwierigkeiten der Objektivierung psychischer Diagnosen und die Konsequenzen aus Über- oder Unterdiagnosen für die Betroffenen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend für die Arbeit sind die Begriffe Diagnosequalität, Normalitätsbegriff, psychiatrische Standards und das Spannungsfeld des Leidensdrucks bei Patienten.

Warum ist die statistische Norm als Definition allein oft unzureichend?

Eine rein statistische Definition vernachlässigt den individuellen Leidensdruck und die funktionale Einschränkung eines Menschen, da sie lediglich den Durchschnitt einer Population abbildet.

Welchen Einfluss hat die Stigmatisierung auf den Diagnoseprozess?

Da Diagnosen mit einer sozialen Stigmatisierung verbunden sein können, betont der Autor die Wichtigkeit, Diagnosen nicht leichtfertig zu vergeben, wenn kein echter Mehrwert für den Patienten entsteht.

Inwiefern beeinflussen formale Gründe die Diagnosevergabe?

Oft werden Diagnosen benötigt, um Kostenrückerstattungen durch Krankenkassen zu ermöglichen, was einen Druck erzeugen kann, offizielle Diagnosen auch bei unsicherer Datenlage zu vergeben.

Wie lässt sich laut Autor die bestmögliche Praxis erreichen?

Durch eine Kombination aus verschiedenen diagnostischen Methoden und einer umfassenden Patientenbetrachtung, statt sich auf einen einzelnen Test zu verlassen.

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Details

Titel
Die Problematik bei der Diagnose psychischer Erkrankungen
Hochschule
Universität Wien
Note
1
Autor
Rita Wernert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
4
Katalognummer
V1224899
ISBN (PDF)
9783346653741
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheit psychische Gesundheit Normalität Krankheit Philosophie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rita Wernert (Autor:in), 2021, Die Problematik bei der Diagnose psychischer Erkrankungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1224899
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Leseprobe aus  4  Seiten
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