Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg

Der Missbrauch des Gesundheitsbegriffs zur Rechtfertigung von Mord im Nationalsozialismus

Titel: Der Missbrauch des Gesundheitsbegriffs zur Rechtfertigung von Mord im Nationalsozialismus

Essay , 2021 , 3 Seiten , Note: 1

Autor:in: Rita Wernert (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diesen Fragen ist die Menschheit schon seit langer Zeit nachgegangen: Was bedeutet Gesundheit? Wer definiert den Begriff? Und wie weit darf man gehen, um Gesundheit gesetzlich vorzuschreiben? In der Politik ist oftmals eine möglichst gute Volksgesundheit das Ziel, doch wie weit zum Erreichen dieser gegangen werden kann, beziehungsweise darf, ist strittig.
Die folgende Arbeit soll die Zeit des Nationalsozialismus beleuchten, in welcher die gesetzlichen Vorschriften bezüglich Gesundheit auf das Extreme ausgeweitet wurden, was letztendlich zum Mord an tausenden von Menschen geführt hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ideologie der Volksgesundheit im Nationalsozialismus

2.1 Rechtfertigung von Zwangsmaßnahmen und Tötungen

2.2 Einfluss von Darwins Evolutionstheorie

3. Kritische Reflexion und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Missbrauch des Gesundheitsbegriffs als ideologisches Instrument im Nationalsozialismus und analysiert, wie die Pervertierung medizinischer Normen genutzt wurde, um systematische Morde an als "lebensunwert" eingestuften Menschengruppen zu legitimieren.

  • Der Nationalsozialismus als Ideologie der Volksgesundheit
  • Instrumentalisierung medizinischer Gesetze zur Tötung von Behinderten
  • Fehlinterpretation der Evolutionstheorie in der NS-Propaganda
  • Ethische Grenzen staatlicher Gesundheitspolitik
  • Verantwortung der Gesellschaft gegenüber Schwächeren

Auszug aus dem Buch

Der Missbrauch des Gesundheitsbegriffs zur Rechtfertigung von Mord im Nationalsozialismus

Schuld war die nationalsozialistische Ideologie. Das Volk betreffend gab es vor allem ein Ziel: die allgemeine Volksgesundheit möglichst hoch zu halten. Um das zu erreichen, konnte der Mensch nicht mehr als einzelnes Individuum, sondern nur mehr als Teil eines großen Ganzen gesehen werden. Es wurde die Ansicht propagiert, dass die Mitglieder dieser Gemeinschaft nur dann Anspruch auf Schutz und Versorgung vom Staat hätten, wenn sie auch etwas zurückgeben könnten. Diese Gegenleistung sollte als Leistung in Form von Arbeits- beziehungsweise Kriegstauglichkeit erfolgen. Der zugrundeliegende Gedanke war hierbei, dass jene, die im Falle eines Krieges keine Unterstützung leisten konnten, dem Volk zur Last fallen würden (Chapoutot, 2016, 162f).

Die Vorstellung einer möglichst guten Volksgesundheit hat im Nationalsozialismus weitreichendere Ziele, wie siegreiche Schlachten oder Kriege, verfolgt. In Anbetracht dieser Ziele wurde die Gesundheit zum höchsten Gut, wodurch alle Maßnahmen zum Erhalten oder Wiederherstellen dieser gerechtfertigt werden konnten. Die Entscheidung, das Leben eines anderen als unwert zu bezeichnen, konnte leichtfertig gefällt werden, denn wenn gesund einmal mit normal und gut gleichgesetzt wird, kann jede Person, die von diesem Ideal abweicht, als Feind des Staates betrachtet werden, und auf die Frage, ob tatsächlich immer der Zweck die Mittel heiligt, kann kurzerhand verzichtet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Gesundheitsbegriffs ein und stellt die Forschungsfrage, wie staatliche Gesundheitsvorschriften im Nationalsozialismus zur Legitimierung von Mord genutzt wurden.

2. Die Ideologie der Volksgesundheit im Nationalsozialismus: Hier wird erläutert, wie durch die Einordnung des Menschen als Teil einer leistungsorientierten Gemeinschaft die Tötung von Erbkranken und Behinderten ideologisch begründet und durch den Missbrauch der Evolutionstheorie untermauert wurde.

3. Kritische Reflexion und Fazit: Das abschließende Kapitel diskutiert die ethischen Grenzen staatlicher Gesundheitspolitik und warnt vor den Gefahren, wenn Gesundheit als oberstes, verpflichtendes Staatsgut definiert wird.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Volksgesundheit, Euthanasie, Krankenmorde, Johann Chapoutot, Ideologie, Evolutionstheorie, Medizinethik, Menschenwürde, Staatsideologie, Leistungstauglichkeit, Diskriminierung, Bioethik, Totalitarismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der totalitären Umdeutung des Gesundheitsbegriffs im Nationalsozialismus, die dazu diente, staatlich verordnete Eugenik und systematische Morde zu legitimieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der nationalsozialistischen Ideologie, dem Missbrauch medizinischer Gesetze und der ethischen Grenzziehung zwischen Volksgesundheit und individueller Menschenwürde.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein eigentlich positives Ideal wie „Gesundheit“ pervertiert wurde, um als Rechtfertigung für die systematische Vernichtung von Menschen dienen zu können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die vorwiegend auf der Auswertung und Interpretation des Werkes „Das Gesetz des Blutes“ von Johann Chapoutot basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entmenschlichung von Individuen, die nicht leistungsfähig waren, und die Rolle der Ideologie bei der Akzeptanz von Euthanasie-Programmen durch Ärzte und Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben dem Nationalsozialismus vor allem Volksgesundheit, soziale Darwinismus-Interpretationen, Krankenmorde und die ethische Problematik von staatlichem Zwang.

Wie wurde die Evolutionstheorie von den Nationalsozialisten instrumentalisiert?

Sie wurde genutzt, um ein "Recht des Stärkeren" zu postulieren, indem behauptet wurde, dass das Aussondern kranker Individuen einem natürlichen, gottgegebenen Reinigungsprozess gleichkomme.

Warum war die "Leistungstauglichkeit" ein so entscheidendes Kriterium?

Innerhalb der NS-Ideologie galt der Mensch nur als wertvoll, wenn er für das "große Ganze", insbesondere für Arbeits- und Kriegseinsätze, unmittelbar nutzbar war.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur heutigen Gesundheitspolitik?

Der Autor fordert eine klare Grenze: Gesundheit dürfe niemals zur Pflicht werden, da dies dazu führe, dass kranke Menschen als "Abweichler" stigmatisiert und in ihrer Würde bedroht würden.

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Missbrauch des Gesundheitsbegriffs zur Rechtfertigung von Mord im Nationalsozialismus
Hochschule
Universität Wien
Note
1
Autor
Rita Wernert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
3
Katalognummer
V1224903
ISBN (PDF)
9783346653734
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nationalsozialismus Missbrauch Gesundheitsbegriff Gesundheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rita Wernert (Autor:in), 2021, Der Missbrauch des Gesundheitsbegriffs zur Rechtfertigung von Mord im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1224903
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  3  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum