Der Missbrauch des Gesundheitsbegriffs zur Rechtfertigung von Mord im Nationalsozialismus


Essay, 2021

3 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Der Missbrauch des Gesundheitsbegriffs zur Rechtfertigung von Mord im Nationalsozialismus

Diesen Fragen ist die Menschheit schon seit langer Zeit nachgegangen: Was bedeutet Gesundheit? Wer definiert den Begriff? Und wie weit darf man gehen, um Gesundheit gesetzlich vorzuschreiben? In der Politik ist oftmals eine möglichst gute Volksgesundheit das Ziel, doch wie weit zum Erreichen dieser gegangen werden kann, beziehungsweise darf, ist strittig.

Die folgende Arbeit soll die Zeit des Nationalsozialismus beleuchten, in welcher die gesetzlichen Vorschriften bezüglich Gesundheit auf das Extreme ausgeweitet wurden, was letztendlich zum Mord an tausenden von Menschen geführt hat. Dabei werde ich mich mit einem Ausschnitt aus dem Werk „Das Gesetz des Blutes“ (2016) von Johann Chapoutot auseinandersetzen und die dort berichteten Sichtweisen und Gesetze erläutern.

Im Nationalsozialismus wurde der Medizin eine neue Rolle zugeschrieben. Das höchste Ziel sollte es sein, für eine möglichst leistungsfähige Gesellschaft zu sorgen. Bereits 1933 wurde ein Gesetz zur Sterilisierung von Erbkranken oder Behinderten, besonders geistig Behinderten, verabschiedet. Da es jedoch weiterhin der Fall war, dass kranke Personen geboren wurden, wurde 1939 ein weiteres Gesetz verabschiedet, welches die Tötung von erbkranken Personen und Behinderten vorschrieb (Chapoutot, 2016, 160). Hier stellt sich nun die Frage, wie man solch ein Gesetz rechtfertigen kann, beziehungsweise wie man die dafür verantwortlichen Personen dazu bringen kann, dieses Gesetz auch wirklich in die Tat umzusetzen. Wie brachte Hitler hunderte von Ärzten dazu, unschuldige Menschen, sogar Kinder, systematisch zu ermorden?

Schuld war die nationalsozialistische Ideologie. Das Volk betreffend gab es vor allem ein Ziel: die allgemeine Volksgesundheit möglichst hoch zu halten. Um das zu erreichen, konnte der Mensch nicht mehr als einzelnes Individuum, sondern nur mehr als Teil eines großen Ganzen gesehen werden. Es wurde die Ansicht propagiert, dass die Mitglieder dieser Gemeinschaft nur dann Anspruch auf Schutz und Versorgung vom Staat hätten, wenn sie auch etwas zurückgeben könnten. Diese Gegenleistung sollte als Leistung in Form von Arbeits- beziehungsweise Kriegstauglichkeit erfolgen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten

Details

Titel
Der Missbrauch des Gesundheitsbegriffs zur Rechtfertigung von Mord im Nationalsozialismus
Hochschule
Universität Wien
Note
1
Autor
Jahr
2021
Seiten
3
Katalognummer
V1224903
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nationalsozialismus, Missbrauch, Gesundheitsbegriff, Gesundheit
Arbeit zitieren
Rita Wernert (Autor:in), 2021, Der Missbrauch des Gesundheitsbegriffs zur Rechtfertigung von Mord im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1224903

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