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Abgrenzung von der Bundesrepublik Deutschland

Title: Abgrenzung von der Bundesrepublik Deutschland

Essay , 2008 , 7 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Klaus-Peter Mentzel (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Summary Excerpt Details

Nach den Verträgen von Moskau, Warschau und nach dem Grundlagenvertrag war es der DDR möglich, auch Außenpolitik nach Westen zu machen. Während alle Staaten im Osten europäische Pläne und Wünsche entwickelten, blieb die DDR auf den Feind in Bonn und den Freund in Moskau fixiert; der eine bestritt ihr Daseinsrecht, der andere garantierte es.
Dennoch versuchte sich die DDR-Außenpolitik auch in der West-Politik. Ganz allmählich gelang es ihr, die skeptischen Westregierungen davon zu überzeugen, dass die DDR nicht im sowjetischen Auftrag, sondern im eigenen Namen auftrat. Die Mauer jedoch bezeichnete die Grenze, die der Westpolitik des Staates DDR gesetzt blieb. Nach Bender musste sich die DDR abschotten, von denen, die sie umwarb.
Die Hauptschwierigkeiten für die neue Außenpolitik lagen in Moskau. “Spiegelverkehrt erging es der DDR mit ihrer Westpolitik ähnlich wie der Bundesrepublik mit ihrer Ostpolitik: Die Verbündeten befürchteten ,daß „ihre“ Deutschen zu weit zum anderen „Lager“ hin abdrifteten.“ Kurz nach Unterzeichnung des Moskauer Vertrages hatte Breschnew Honecker ermahnt, die Entspannung dürfe nicht zu einer Annäherung zwischen den deutschen Staaten führen, Abgrenzung sei notwendig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Politik nach den Verträgen

2. Die Politik der Abgrenzung

3. Der Nationenbegriff

4. Die DDR-Identität

5. Die Neukonzeption von Tradition und Erbe

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die theoretische und praktische Entwicklung der DDR-Außen- und Innenpolitik im Kontext der Abgrenzung zur Bundesrepublik Deutschland. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie die SED versuchte, durch eine Neudefinition des Nationenbegriffs, der nationalen Identität sowie der Konzeption von Tradition und Erbe eine eigene, sozialistische Staatlichkeit ideologisch zu legitimieren und sich dauerhaft vom Westen abzugrenzen.

  • Die Entwicklung der Zwei-Nationen-Theorie als Instrument der Abgrenzungspolitik
  • Die theoretische Fundierung des Nationenbegriffs unter Alfred Kosing
  • Die Transformation der SED-Ideologie von einer sozialistischen Menschengemeinschaft zur kollektiven nationalen Identität
  • Die Neukonzeption des deutschen historischen Erbes zur Legitimation des DDR-Staates

Auszug aus dem Buch

Die Politik der Abgrenzung

Nachdem die DDR in der letzten Zeit die nationale Frage in den Hintergrund treten ließ, vollzog sie nun einen radikalen Schritt, wie es Meuschel beschreibt, und erhob die sozioökonomischen Grundlagen und politischen Organisationsprinzipien, die beide deutschen Staaten trennten, zu den Konstituentien zweier deutschen Nationen. Die Radikalität dieser theoretischen Lösung der nationalen Frage diente dazu, die Politik der Abgrenzung von der Bundesrepublik zu begründen. Diese Politik verlor in der folgenden Zeit jedoch an Schärfe, und die SED versuchte, Abgrenzung von und Kooperation mit dem anderen deutschen Staat praktisch-politisch wie auch theoretisch auszubalancieren.

Die Partei relativierte seit langem gesamtdeutsche Gemeinsamkeiten. „Bevor wir uns vereinen, müssen wir uns differenzieren“ heißt es nach dem Mauerbau. Die SED stellte den Sozialismus ins Zentrum der nationalen Aufgabe und behauptete, dass die DDR der BRD bereits um eine ganze Epoche voraus sei. „Die Partei vertrat zwar noch die Auffassung, daß die nationale Einheit unweigerlich kommen werde, aber diese Gewißheit stütze sie weniger auf die Deutschlandpolitik des Tages als auf die historischen Gesetzmäßigkeiten, die auch vor der bundesrepublikanischen Entwicklung nicht haltmachen würden.“ Solange der Sozialismus sich in der BRD nicht durchsetze, sei die Arbeiterklasse das einzige einigende Band und der Friedensstaat der DDR der einzige rechtmäßige deutsche Staat, in dem das nationale Selbstbestimmungsrecht bereits verwirklicht sei.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Politik nach den Verträgen: Dieses Kapitel erläutert die schwierige außenpolitische Ausgangslage der DDR nach den Ostverträgen, in der sie sich zwischen der Bindung an Moskau und dem Druck zur Abgrenzung vom Westen positionieren musste.

Die Politik der Abgrenzung: Hier wird der radikale Bruch der SED mit der gesamtdeutschen Perspektive beschrieben, der die sozioökonomische Differenz zwischen den Staaten zur Grundlage einer neuen Identitätspolitik erhob.

Der Nationenbegriff: Dieses Kapitel behandelt die theoretische Herleitung zweier getrennter Nationen in Deutschland, wobei insbesondere Alfred Kosings Ansätze zur Unterscheidung von Nation und Nationalität beleuchtet werden.

Die DDR-Identität: Hier wird analysiert, wie die SED versuchte, durch den Begriff der kollektiven nationalen Identität eine politisch-moralische Einheit des Volkes unter den Bedingungen des Utopieverlusts zu stiften.

Die Neukonzeption von Tradition und Erbe: Dieses Kapitel zeigt, wie die Geschichtsschreibung der DDR umgestaltet wurde, um eine eigene deutsche Nationalgeschichte zu konstruieren, die das progressive Erbe exklusiv für den sozialistischen Staat beansprucht.

Schlüsselwörter

DDR, Bundesrepublik, SED, Abgrenzungspolitik, Nationale Frage, Zwei-Nationen-Theorie, Sozialismus, Nationale Identität, Tradition und Erbe, Geschichtsbewusstsein, Alfred Kosing, Klassenlinie, Deutschlandpolitik, Staatslegitimation, Nationalbewusstsein

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die geschichtspolitische Strategie der DDR, sich durch eine theoretische und praktische Abgrenzung zur Bundesrepublik als eigenständige, sozialistische Nation zu definieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzungspolitik der SED, die Entwicklung der Zwei-Nationen-Theorie, der wandelbare Nationenbegriff und die Instrumentalisierung von Geschichte zur Identitätsstiftung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die SED durch ideologische Neukonzeptionen die vermeintliche Notwendigkeit einer dauerhaften Trennung beider deutscher Staaten legitimierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politik- und geschichtswissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung relevanter Fachliteratur und ideologischer Parteidokumente basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Abgrenzung nach den Ostverträgen, die theoretische Definition der Nation, den Aufbau einer spezifischen DDR-Identität und die Umdeutung des historischen Erbes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie DDR-Identität, Abgrenzungspolitik, Zwei-Nationen-Theorie und die Konzeption von Tradition und Erbe im sozialistischen Sinne charakterisiert.

Wie reagierte die DDR theoretisch auf Willy Brandts Idee der „Kulturnation“?

Die DDR reagierte mit einer Radikalisierung ihrer Theorie der Nation, indem sie die Zwei-Nationen-Theorie als offensive Gegenstrategie zur kulturnationalen Sichtweise des Westens einsetzte.

Welche Rolle spielte Alfred Kosing in diesem Prozess?

Alfred Kosing lieferte mit seinen Arbeiten den theoretisch anspruchsvollsten Versuch, Nation und Nationalität marxistisch-leninistisch zu fundieren, um die Abgrenzung von der Bundesrepublik theoretisch zu untermauern.

Warum änderte die SED die Verfassung im Jahr 1974?

Die Verfassungsänderung von 1974 diente dazu, Passagen zur deutschen Einheit zu streichen und die Interpretation zu bekräftigen, dass das Volk der DDR eine eigene, sozialistische Nation mit eigenem nationalen Selbstbewusstsein darstellt.

Welche Funktion hatte das „nationale Erbe“ für den DDR-Staat?

Das historische Erbe wurde so umgedeutet, dass sich die DDR als legitime Erbin des gesamten fortschrittlichen deutschen Geschichtsprozesses darstellen konnte, um sich ideologisch gegen den „bundesrepublikanischen Vorwurf“ abzugrenzen.

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Details

Title
Abgrenzung von der Bundesrepublik Deutschland
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Course
Geschichtspolitik: BRD und DDR im Vergleich (1945-1990)
Grade
2,0
Author
Klaus-Peter Mentzel (Author)
Publication Year
2008
Pages
7
Catalog Number
V122493
ISBN (eBook)
9783640278633
Language
German
Tags
Abgrenzung Bundesrepublik Deutschland Geschichtspolitik Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Klaus-Peter Mentzel (Author), 2008, Abgrenzung von der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122493
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