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Die deutschen Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts

Title: Die deutschen Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: 1.1

Autor:in: Christoph Hermes (Author)

German Studies - Linguistics
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Die neuhochdeutsche Sprachentwicklung ist durch die unaufhörliche Auseinandersetzung mit fremdsprachlichen Einflüssen gekennzeichnet. Adäquate Reaktionen auf diese fremden Spracheinflüsse blieben oft aus und waren von einer Vielzahl von gesellschaftlichen, politischen und ideologischen Kräften abhängig: So gründeten sich dann im 17. Jahrhundert auch in Deutschland Sprachgesellschaften, die zu den ersten größeren Zentren einer organisierten 'Spracharbeit' wurden.
Die folgende Arbeit befasst sich mit jenen barocken Sprachgesellschaften und wird neben der Darstellung historisch-kultureller Faktoren auch einen Forschungsüberblick liefern. Im Anschluss werden sodann Organisation, Aufbau und Struktur anhand der vier einflussreichsten Gesellschaften dargelegt. Da die Sprachgesellschaften keine Kollektivarbeiten verfassten, beschäftigt sich ein weiterer Teil mit den wichtigsten Protagonisten jener Zeit, die Einfluss auf die Sprachreinigung bzw. -entwicklung hatten: Handelt es sich also bei der Agitation der Gesellschaften um einen gezielten Kampf gegen das Fremdwort? Und wie sahen die Maßnahmen gegen die vermeintliche ‚Verwelschung und Sprachmengerei’ aus? Dies soll im Mittelpunkt der folgenden Arbeit stehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Die deutschen Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts

2.1. Der Forschungsstand

2.2. Der historische Kontext

2.3. Zur Vormachstellung von Lateinisch und Französisch

III. Übersicht der bedeutendsten deutschen Sprachgesellschaften

3.1. Die Fruchtbringende Gesellschaft (FG)

3.2. Die Deutschgesinnte Genossenschaft (DG)

3.3. Der Pegnesische Blumenorden (PBO)

3.4. Der Elbschwanenorden (ESO)

IV. Gesellschaftspersönlichkeiten: Harsdörffer, Gryphius, Schottel und Zesen

V. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken barocker Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert, analysiert deren historisch-kulturelle Hintergründe und beleuchtet die Rolle einflussreicher Protagonisten bei der Konsolidierung des Deutschen als Literatur- und Wissenschaftssprache.

  • Historischer Kontext und Entstehung der Sprachgesellschaften
  • Einfluss von Fremdsprachen (Latein, Französisch) im Barock
  • Organisation und Satzungsziele bedeutender Gesellschaften (FG, DG, PBO, ESO)
  • Bedeutung von Sprachreinigung und Spracharbeit
  • Rolle von Einzelpersönlichkeiten wie Harsdörffer und Schottel

Auszug aus dem Buch

II. Die deutschen Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts

Der Begriff Sprachgesellschaften wurde erst am Anfang des 19. Jahrhunderts geprägt. Durch die Auseinandersetzung mit den Bestrebungen der barocken Spracharbeiter erwachte zu jener Zeit ein neues Interesse am Wirken der Fruchtbringenden Gesellschaft oder etwa der Deutschgesinnten Genossenschaft. Die Sprachgesellschaften galten lange Zeit als Ahnen des 1885 gegründeten Allgemeinen Deutschen Sprachvereins, der sich in seinem Kampf gegen ‚Verwelschung und Ausländerei’ auf sie berief, sich in ihre vermeintlichen Traditionslinien stellte und ihnen fremdwortpuristische Gesinnungen andichtete. Auch die ältere Literaturgeschichte deutete die Sprachgesellschaften in ihren Zielen häufig falsch und unterstellte ihnen Nationalismus und pedantischen Fremdworthass.

Heute jedoch werden die überspitzten Darstellungen relativiert und entfernt von Staatsgesinnung oder Chauvinismus gesehen. So erklärt die Forschung den Begriff Sprachgesellschaften im engeren Sinn als Ausdruck für „[...] private Sozietäten, die in der Zeit von 1617 bis 1658 in deutschsprachigen Territorien gegründet worden sind und meist noch im 17. Jahrhundert zu bestehen aufgehört haben.“ Peter von Polenz schlug darüber hinaus die Bezeichnung Sprachkultivierungsgesellschaften vor, die sich wie andere nicht durchsetzte. Dass aber die Absichten der Gesellschaften in diesem Kultivierungsversuch der Muttersprache bestanden, indem die deutsche Kultur, Literatur und Sprache im Vergleich zu den anderen europäischen Sprachen gleichgestellt bzw. belebt werden sollte, gilt als gesichert. Zwar war der Sprachpurismus ein Teil ihrer Arbeiten, aber die Gesellschaften zielten nie auf das alleinige Bemühen „[...] um die Reinheit der mit Fremdwörtern mannigfacher Herkunft durchsetzten deutschen Sprache“ ab. Die Hauptaufgabe bestand in der sogenannten Spracharbeit, d.h. der gemeinsamen Anstrengung um die Erforschung und Förderung der eigenen Sprache und Literatur.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Vorwort: Einführung in die Situation der deutschen Sprache im 17. Jahrhundert und Erläuterung der Motivation zur Gründung der Sprachgesellschaften.

II. Die deutschen Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts: Untersuchung der historischen Einordnung, des Forschungsstandes und des Einflusses fremder Sprachen auf das Deutsche.

III. Übersicht der bedeutendsten deutschen Sprachgesellschaften: Detaillierte Darstellung von Organisation, Zielen und Wirken der Fruchtbringenden Gesellschaft, der Deutschgesinnten Genossenschaft, des Pegnesischen Blumenordens und des Elbschwanenordens.

IV. Gesellschaftspersönlichkeiten: Harsdörffer, Gryphius, Schottel und Zesen: Analyse der individuellen Beiträge bedeutender Denker zur Sprachreinigung und Entwicklung neuer Wortschöpfungen.

V. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der tatsächlichen Leistungen der Gesellschaften, die primär als Reflexionsraum für Gelehrte fungierten.

Schlüsselwörter

Sprachgesellschaften, 17. Jahrhundert, Barock, Sprachreinigung, Fruchtbringende Gesellschaft, Deutschgesinnte Genossenschaft, Pegnesischer Blumenorden, Elbschwanenorden, Sprachkultur, Muttersprache, Germanistik, Spracharbeit, Sprachnormierung, Literaturgeschichte, Sprachästhetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entstehung, Organisation und Zielsetzung der deutschen Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert vor dem Hintergrund barocker Sprach- und Kulturpolitik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Prozess der Sprachkultivierung, der Umgang mit Fremdwörtern, die historische Einordnung in die absolutistische Gesellschaft sowie die Rolle prominenter Sprachgelehrter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Wirken der Gesellschaften historisch differenziert zu betrachten und deren Beitrag zur Entwicklung des Deutschen als anerkannte Literatur- und Wissenschaftssprache aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und sprachhistorische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und Quellen zum Wirken barocker Gesellschaften basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der vier einflussreichsten Gesellschaften (FG, DG, PBO, ESO) sowie eine vertiefende Betrachtung der Protagonisten Harsdörffer, Gryphius, Schottel und Zesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprachgesellschaften, Sprachreinigung, Spracharbeit, Barock, Sprachkultivierung und die genannten konkreten Ordensnamen.

Welchen Einfluss hatte die Accademia della Crusca?

Sie fungierte als maßgebliches Vorbild für die Gründung der Fruchtbringenden Gesellschaft und beeinflusste deren Organisationsformen, Embleme und Zeremonielle.

Warum wird die Rolle der Frauen bei den Sprachgesellschaften erwähnt?

Im Gegensatz zur restriktiven Politik vieler Gesellschaften erreichte der Pegnesische Blumenorden erstmals die Vollmitgliedschaft von Frauen, was ihn zu einer Ausnahme im betrachteten Kontext macht.

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Details

Title
Die deutschen Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts
College
Justus-Liebig-University Giessen
Course
Das Fremdwort in Sprachwissenschaft, Unterricht und öffentlicher Diskussion
Grade
1.1
Author
Christoph Hermes (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V122522
ISBN (eBook)
9783640278824
ISBN (Book)
9783640282814
Language
German
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Hermes (Author), 2005, Die deutschen Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122522
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