Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Theaterwissenschaft, Tanz

Wie kann man mit der Beschäftigung von Theater an der Grundschule die moralische Entwicklung von Kindern beeinflussen?

Titel: Wie kann man mit der Beschäftigung von Theater an der Grundschule die moralische Entwicklung von Kindern beeinflussen?

Seminararbeit , 2022 , 25 Seiten , Note: 1,66

Autor:in: Niklas Siebebhüter (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dem Maße, wie innerhalb der Gesellschaft zunehmend Verstöße gegen moralisch wünschenswertes Handeln wahrzunehmen und beklagt werden, so wächst auch die Erwartung, die Schule möge ihren Erziehungsauftrag wahrnehmen, dieser Entwicklung entgegensteuern. Die Moral ist keine alleinstehende Kompetenz, sie setzt sich aus einer Reihe von Einflussgrößen zusammen wie das moralische Wissen (Kenntnis über die moralischen Werte und dessen Begründungen), die Fähigkeit zum Perspektivwechsel, Selbsterkenntnis, auf andere bezogenes Fühlen und Handlungsorientierung (Kompetenz, Wille, Gewohnheit) all diese Einflussgrößen bilden die Moral.

Im Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen wurde die Aufgabe die eine Bildungseinrichtungen im Freistaat zu erfüllen hat, folgendermaßen konkretisiert: "Bildungseinrichtungen haben darüber hinaus die Aufgabe Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln aber auch Fähigkeiten zu entwickeln die zu selbstständigem Urteil und eigenverantwortlichem Handeln befähigen". Dieses Bildungsziel dient dem Zweck die Basis und sohin auch die Realisierung für eine humanes und werteorientiertes Zusammenleben zu bilden.

Die Präambeln der Lehrpläne enthalten schon immer die Aussage die gesellschaftliche Moral als Teil des Unterrichtsgeschehens zu vermitteln, jedoch bildet die schulische Moralerziehung kein eigenständiges Unterrichtsfach, da die Schulen solche Kompetenzen oftmals außerschulisch in Form von Exkursionen, Museums- und Theaterbesuche vermitteln. Gerade das Darstellende Spiel gerät mehr in den Fokus, wenn es darum geht, das Bilden von Herz und Charakter bei den Schüler und Schülerinnen zu fördern. So dürfen Kinder bereits im Rahmen des Unterrichts selbst aktiv an Theateraufführungen mitwirken, aber nicht nur das, auch das Beschäftigen mit Theaterstücken wird zunehmender fokussiert und ist fester Bestandteil des Grundschulalltags.

Betrachtet man diesen Umstand näher, so drängt sich die Frage auf, ob die Schulen ihren Bildungsauftrag vollständig erfüllen. Kann man überhaupt mit der Beschäftigung mit Theater die moralische Urteilsbildung von Grundschülern verändern? Um diese Frage zu beantworten, wird zuerst der Moralbegriff wissenschaftlich definiert, danach wird die empirische Theorie zur Moralentwicklung beschrieben und auf Grundschüler theoretisch angewandt. Wie das Theoriegerüst bereits von Lehrkräften mit der Praxis verknüpft wird, wird an einer bayerischen Grundschule aufgezeigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Moralentwicklung

2.1 Der Moralbegriff

2.2 Die individuelle Moral

2.3 Wissenschaftliche Theorien zur Moralentwicklung

2.4 Moralische Entwicklung nach Lawrence Kohlberg

2.5 Gemeinsamkeiten zwischen Kohlberg und Piaget

3 Die Moral in einem Theaterstück

3.1 Die Moral im Theaterstück „Der schaurige Schusch“

3.1.1 Die Moralförderung mit dem Stück „Der schaurige Schusch“

4 Die Bildung des moralischen Urteiles mit der Beschäftigung mit dem Theaterstück „Tom und der Waldschrat“ fördern

4.1 Die Moral im Theaterstück „Tom und der Waldschrat“

4.2 Vorbereitung für das Theaterstück „Tom und der Waldschrat“

4.3 Nachbereitung vom Theaterstück „Tom und der Waldschrat“

5 Reflexion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die aktive Auseinandersetzung mit Theaterstücken die moralische Urteilsbildung von Grundschulkindern gezielt fördern und beeinflussen kann, wobei der Fokus auf notwendigen Rahmenbedingungen wie einer strukturierten Vor- und Nachbereitung liegt.

  • Grundlagen der moralischen Entwicklung im Kindesalter nach Kohlberg und Piaget
  • Die Rolle der Perspektivübernahme als zentraler Aspekt der moralischen Reifung
  • Anforderungen an die Auswahl moralisch gehaltvoller Theaterstücke für Grundschüler
  • Methodische Ansätze zur Vor- und Nachbereitung zur aktiven Reflexion von Inhalten
  • Bedeutung des Bildungsauftrags der Grundschule im Bereich der Werteerziehung

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Moral im Theaterstück „Der schaurige Schusch“

Handlungsplatz des Theaterstücks ist ein kleines Dorf welches, auf dem „Doggelspitz“ liegt. Dessen Bewohner, das scheue Huhn, der bockige Hirsch, die garstige Gans, das maulige Murmeltier und der Party-Hase sind in großer Aufregung, denn der Schaurige Schusch will ins Dorf ziehen. Obwohl die Bewohner vom „Doggelspitz“ den Schaurigen Schusch noch nie gesehen haben, haben sie schon einige Vorurteile über ihn, so soll er riesengroß und zottelig sein. Außerdem stinkt er, klaut Eier und frisst am liebsten Hasenbraten. Alle Bewohner des Bergs sind sich darüber einig, dass der Schaurige Schusch nicht willkommen bei ihnen ist. Als der Schaurige Schusch nun alle Bewohner zu einer Einweihungsparty einlädt, ist es ausgerechnet der

Hase, welcher beschließt, auf diese Party zu gehen. Trotz des Vorurteils, dass der Schusch gerne Hasen frisst, geht der Hase auf die Party. Alle anderen Bewohner sind sich sicher, dass dies nur in einem Desaster enden kann. Um ihren Freund zu beschützen, wagen sich auch langsam alle anderen Bewohner auf die Party, so stellt sich heraus, dass der Schaurige Schusch in Wahrheit kein einziges Vorurteil bestätigt. "Er ist nämlich weder groß und gefährlich, sondern eher klein, ängstlich und darüber hinaus ist er sogar Vegetarier." Die Tierparabel befasst sich mit dem Anderssein und mit der Aufgeschlossenheit gegenüber Unbekanntem, damit sich auf Unbekanntes einzulassen, auch wenn es manchmal ein wenig Mut dafür braucht. So beschreibt die Regisseurin Katharina Wüstling: "Dass man anderen – unabhängig von ihrem Aussehen, Verhalten oder ihrer Herkunft – doch zumindest eine echte Chance geben soll."

Das Stück thematisiert also durchaus Aspekte der Moral, wie beispielsweise den Aspekt der Gerechtigkeit: „Du sollst jeden gleich behandeln“, unabhängig von der kulturellen Herkunft oder der religiösen Zugehörigkeit, jeder Mensch soll die Chance bekommen in die Gesellschaft integriert zu werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wunsch nach stärkerer Moralerziehung in der Schule und führt das Theater als methodisches Werkzeug ein, um das moralische Denken und die Urteilsbildung von Grundschülern zu fördern.

2 Die Moralentwicklung: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Moralbegriff und stellt das Stufenmodell der moralischen Entwicklung nach Lawrence Kohlberg vor, wobei der Fokus auf der Bedeutung des Perspektivwechsels für Kinder im Grundschulalter liegt.

3 Die Moral in einem Theaterstück: Hier wird anhand des Stücks „Der schaurige Schusch“ analysiert, welche moralischen Aspekte ein Theaterstück enthalten muss, um als Grundlage für eine erfolgreiche Moralförderung zu dienen.

4 Die Bildung des moralischen Urteiles mit der Beschäftigung mit dem Theaterstück „Tom und der Waldschrat“ fördern: Dieses Kapitel transferiert die theoretischen Erkenntnisse auf das konkrete Praxisbeispiel und erörtert die notwendigen Schritte der Vor- und Nachbereitung, um die moralische Urteilsbildung der Kinder aktiv zu begleiten.

5 Reflexion: Das Fazit betont, dass bloßes Betrachten von Theaterstücken zur moralischen Bildung nicht ausreicht, sondern eine aktive, durch Lehrkräfte begleitete Auseinandersetzung ein festes Element des Grundschulalltags sein muss.

Schlüsselwörter

Moralentwicklung, Grundschule, Theaterpädagogik, Lawrence Kohlberg, moralische Urteilsbildung, Perspektivwechsel, pädagogischer Bildungsauftrag, Werteerziehung, Tierparabel, Vorurteilsabbau, Szenisches Gestalten, Handlungsfähigkeit, Soziale Kompetenz, Nachhaltigkeit, Wertorientierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Voraussetzungen, die moralische Urteilsbildung von Kindern im Grundschulalter durch die gezielte Beschäftigung mit Theaterstücken zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Moralentwicklung im Kindesalter, die Bedeutung des Perspektivwechsels, die Auswahl geeigneter Theaterstücke und die methodische Aufarbeitung durch gezielte Vor- und Nachbereitung im Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch ein strukturiertes pädagogisches Begleitkonzept sicherstellen können, dass ein Theaterbesuch nicht nur Unterhaltung bietet, sondern einen echten Beitrag zur moralischen Reifung der Schüler leistet.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär zur theoretischen Fundierung verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die entwicklungspsychologischen Ansätze von Lawrence Kohlberg und Jean Piaget, wobei der Fokus speziell auf das erste Moralniveau (präkonventionelle Ebene) für Kinder bis ca. 9 Jahre gelegt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie ausgewählte Theaterstücke – konkret „Der schaurige Schusch“ und „Tom und der Waldschrat“ – moralische Themen wie Gerechtigkeit, Toleranz und Umweltbewusstsein behandeln und wie diese durch praktische Übungen im Unterricht vertieft werden können.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Moralentwicklung, Perspektivwechsel, pädagogischer Bildungsauftrag, szenisches Gestalten und eine schülerzentrierte Werteerziehung.

Wie genau fördert die „Nachbereitung“ eines Theaterstücks die Moral der Kinder?

Die Nachbereitung dient dazu, die Eindrücke der Kinder zu verarbeiten, durch Rollenspiele Perspektivwechsel zu provozieren und das Gesehene kritisch mit dem eigenen Verhalten und den Einstellungen der Kinder zu verknüpfen.

Welche Rolle spielen Vorurteile bei der pädagogischen Arbeit mit Theaterstücken?

Vorurteile werden im Stück „Der schaurige Schusch“ thematisiert, um Kindern aufzuzeigen, dass der erste Eindruck oft täuscht und dass eine offene, vorurteilsfreie Haltung gegenüber anderen Menschen ethisch geboten ist.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wie kann man mit der Beschäftigung von Theater an der Grundschule die moralische Entwicklung von Kindern beeinflussen?
Note
1,66
Autor
Niklas Siebebhüter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
25
Katalognummer
V1225266
ISBN (eBook)
9783346675569
ISBN (Buch)
9783346675576
Sprache
Deutsch
Schlagworte
beschäftigung theater grundschule entwicklung kindern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Niklas Siebebhüter (Autor:in), 2022, Wie kann man mit der Beschäftigung von Theater an der Grundschule die moralische Entwicklung von Kindern beeinflussen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1225266
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  25  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum