Die Arbeit handelt von der soziolinguistischen Terminologie Erving Goffmans, die er in Frame Analysis, besonders in dem Kapitel The Frame Analysis of Talk (Goffman 1986) und in Footing aus Forms of Talk (Goffman 1981, S. 124-159) entwickelt. Wie sein Begriff des footing mit dem des frame gekoppelt ist (Goffman 1981, S. 128), knüpfen auch die weiteren Begriffe des erstmals 1979 veröffentlichten Aufsatzes Footing an jene des vorher 1974 erschienenen Frame Analysis an (Knoblauch / Leuenberger / Schnettler
2005, S. 15), wie er auch selbst implizit anmerkt (Goffman 1981, S. 128). Der Schwerpunkt dieses Aufsatzes liegt dabei auf den analytischen Aufspaltungen, welchen er den speaker und den -
beziehungsweise die - hearer unterzieht: source, principle, animator, author, adressing self, self-as-protagonist, official and adventitious participant, adressend and unadressed recipient, bystander, embedded figure, etc.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Frame und footing
- Participation status des hearer
- Setting
- Status des hearer
- Die Ordnung der Kommunikation
- Audience
- Footing
- Production format
- Embedding
- Connectives
- Performer / narrator
- Wirkung
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die soziolinguistische Terminologie Erving Goffmans, insbesondere die Konzepte von "frame" und "footing" und deren Zusammenhang. Der Fokus liegt auf der analytischen Unterscheidung zwischen Sprecher und Hörer. Die Arbeit beleuchtet Goffmans Begriffsdifferenzierung und -erweiterung im Kontext seiner Kritik an der konventionellen Konversationsanalyse.
- Goffmans Konzepte von "frame" und "footing"
- Analytische Unterscheidung zwischen Sprecher und Hörer
- Zusammenhang zwischen "frame" und "footing"
- Goffmans Kritik an der Konversationsanalyse
- Bedeutung der Begriffsdifferenzierung für das Verständnis von "footing" und "frame"
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und beschreibt den Fokus der Arbeit auf Goffmans soziolinguistische Terminologie, insbesondere im Kontext von "Frame Analysis" und "Footing". Sie erläutert den Schwerpunkt auf die analytische Unterscheidung zwischen Sprecher und Hörer und kündigt die Vermeidung einer detaillierten Auseinandersetzung mit der Theatermetapher Goffmans an.
Frame und footing: Dieses Kapitel definiert den Begriff des "frame" ausgehend von Goffmans Frage „What is it, that's going on here?“. Es beschreibt den "frame" als subjektive und kollektive Definition des situativen Kontextes und führt verschiedene Arten von Frames an, wie "primary frameworks", "keyings" und "fabrications".
Participation status des hearer: Dieser Abschnitt geht auf den Status des Hörers ("hearer") in der Kommunikation ein und behandelt Aspekte wie Setting, den Status des Hörers selbst, die Ordnung der Kommunikation und die Rolle des Publikums ("audience").
Footing: Dieser Abschnitt befasst sich mit Goffmans Konzept des "footings", untersucht verschiedene Aspekte wie "production format", "embedding", "connectives", die Rollen von "Performer" und "narrator" und die Wirkung des "footings".
Schlüsselwörter
Erving Goffman, Frame Analysis, Footing, Sprecher, Hörer, Kommunikation, Soziolinguistik, Konversationsanalyse, Rahmen, Beteiligung, Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Erving Goffman unter dem Begriff „Frame“?
Ein „Frame“ (Rahmen) ist die subjektive und kollektive Definition einer Situation. Er hilft Teilnehmern zu verstehen, „was hier eigentlich gerade passiert“ und bestimmt die Regeln der Interaktion.
Was bedeutet der Begriff „Footing“ in der Soziolinguistik?
„Footing“ bezeichnet die Haltung oder Positionierung, die ein Sprecher zu seiner eigenen Äußerung einnimmt. Es beschreibt den Wechsel in der Art und Weise, wie wir uns in einem Gespräch zu anderen und zu unseren Worten verhalten.
In welche Rollen spaltet Goffman den „Speaker“ auf?
Goffman unterscheidet im „Production Format“ zwischen dem Animator (der die Worte ausspricht), dem Author (der die Worte formuliert) und dem Principal (dessen Position durch die Worte vertreten wird).
Welche Differenzierung nimmt Goffman beim „Hearer“ vor?
Er unterscheidet verschiedene Beteiligungsstatus, wie z. B. adressierte Empfänger, nicht-adressierte Teilnehmer, bloße Zuhörer (Bystander) oder zufällige Zeugen (Eavesdropper).
Warum kritisiert Goffman die klassische Konversationsanalyse?
Goffman findet die einfache Zweiteilung in Sprecher und Hörer unzureichend, um die komplexen sozialen Rollen und Rahmenbedingungen einer Interaktion analytisch zu erfassen.
Wie hängen Frame und Footing zusammen?
Ein Wechsel des „Footings“ impliziert oft eine Änderung des Rahmens („Frame“). Die Begriffe sind gekoppelt, da die Positionierung des Sprechers immer innerhalb eines definierten situativen Kontextes stattfindet.
- Arbeit zitieren
- Sonja Vornberger (Autor:in), 2008, Die analytischen Begrifflichkeiten Erving Goffmans zu den Rollen hearer und speaker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122548