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Lessings "Miss Sara Sampson" - Ein bürgerlicher Medienworkshop

Titel: Lessings "Miss Sara Sampson" - Ein bürgerlicher Medienworkshop

Hausarbeit , 2008 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Peter Troll (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Folgt man Diderot in seinen Entretiens sur ‚le Fils naturel‘, besteht die ideale Aufführungssituation
des bürgerlichen Dramas nicht vor der repräsentativen Öffentlichkeit von Hof und Stadt, sondern in
der Intimität der Familie selbst, die es darstellt. Statt andere zu unterhalten, dient das Drama zur
„Bewahrung eines Gedächtnisses an ein Ereignis“: das Ereignis ihrer Entstehung.
Das zeigt, dass die neue bürgerliche Familie die Schwelle zu ihrer kulturellen Existenz nicht ohne
eine „Semiotechnik“, also nicht ohne Literatur passieren konnte. Wie diese Semiotechnik auf den
Ebenen sprachlicher Kommunikation, Ausdruck von und Umgang mit Gefühl, Codierung von
Intimität stattgefunden hat, ist in der Forschung ausgiebig untersucht worden. Wie jedoch im
bürgerlichen Trauerspiel mediale Techniken entwickelt, vermittelt und erlernt werden und dieses
Training gleichsam in seiner Darstellung eingeübt wird, blieb davon bisher nur in Schnittmengen
berührt. Denn ‚medial‘ kann vieles heißen: Wie verfahren die Figuren mit den Informationen, die
sie übermitteln wollen, wie können Lesen, Schreiben und Sprechen auch tatsächlich
‚funktionieren‘? Brauchen sie dazu maschinelle Unterstützung oder sind sie gar selbst die Maschine
bzw. das Medium? Wie lange brauchen die Nachrichten, um ihre gewünschten Empfänger zu
erreichen? Für Lessings Stück Miß Sara Sampson drängen sich derlei Überlegungen schon vor dem
ersten Satz auf: Die dramatis personae hält für jede der Hauptfiguren Diener- bzw. Botenfiguren
bereit, die im Laufe des Stücks unterschiedlich erfolgreiche Dienste leisten werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Technik
  • 3. Zeitmanagement
    • 3.1. Mellefonts Zauderrhythmus
    • 3.2. Saras Zeitökonomie
    • 3.3. Saras neuer Code: Liebe, Recht und Geld als symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien
  • 4. Informationskompetenz
    • 4.1. Kommunikationssperren
    • 4.2. Leseübungen
    • 4.3. Sprechübungen
    • 4.4. Hände
  • 5. Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die medialen Techniken in Lessings „Miss Sara Sampson“, indem sie die Kommunikationsstrategien der Figuren und deren Auswirkungen auf den dramatischen Verlauf analysiert. Der Fokus liegt auf der Frage, wie mediale Kompetenz im Stück dargestellt und erlernt wird, und welche Rolle Medien wie Liebe, Recht und Geld spielen.

  • Mediale Kompetenz und Kommunikation im bürgerlichen Trauerspiel
  • Zeitmanagement und der Einfluss von Tempo auf die Handlung
  • Die Rolle von Liebe, Recht und Geld als Kommunikationsmedien
  • Analyse der Figuren und ihrer Strategien
  • Verhältnis von Mensch und Maschine in Lessings Drama

Zusammenfassung der Kapitel

Die Einleitung diskutiert Diderots Vorstellung der idealen Aufführungssituation des bürgerlichen Dramas und führt in die Thematik der medialen Techniken in Lessings Stück ein. Kapitel 2 beleuchtet Lessings Abkehr vom künstlichen Stil französischer Tragödien und untersucht die Darstellung von „Maschinen“ und den Wunsch der Figuren nach maschineller Unterstützung, illustriert an Marwoods Kindsmord-Szene. Kapitel 3.1 analysiert Mellefonts Zaudern als Ausdruck eines Konflikts zwischen „Todestrieb“ und „Lebenstrieben“. Kapitel 3.2 befasst sich mit Saras Zeitökonomie.

Schlüsselwörter

Lessing, Miss Sara Sampson, Bürgerliches Trauerspiel, Mediale Techniken, Kommunikation, Zeitmanagement, Liebe, Recht, Geld, Maschine, Mensch, Informationskompetenz, Dramaturgie.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hauptthema der Analyse von Lessings „Miss Sara Sampson“?

Die Arbeit untersucht die medialen Techniken und Kommunikationsstrategien in Lessings bürgerlichem Trauerspiel, insbesondere wie mediale Kompetenz im Stück dargestellt und erlernt wird.

Welche Rolle spielen „Liebe, Recht und Geld“ in der Arbeit?

Diese werden als symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien analysiert, die den Austausch und die Handlungen der Figuren innerhalb des Dramas strukturieren.

Was wird unter dem Begriff „Semiotechnik“ im Kontext des bürgerlichen Dramas verstanden?

Semiotechnik bezieht sich auf die sprachliche Kommunikation, den Ausdruck von Gefühlen und die Codierung von Intimität, die für die kulturelle Existenz der bürgerlichen Familie notwendig waren.

Wie wird Mellefonts Verhalten in der Arbeit gedeutet?

Mellefonts Zaudern wird als Ausdruck eines Konflikts zwischen „Todestrieb“ und „Lebenstrieben“ im Rahmen des Zeitmanagements analysiert.

Welche Bedeutung haben Diener- und Botenfiguren im Stück?

Sie fungieren als mediale Unterstützung für die Hauptfiguren und sind entscheidend für den Informationsfluss und das Voranschreiten der Handlung.

Warum wird Marwoods Kindsmord-Szene erwähnt?

Die Szene dient zur Illustration der Darstellung von „Maschinen“ und dem Wunsch der Figuren nach maschineller Unterstützung innerhalb der Dramaturgie.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lessings "Miss Sara Sampson" - Ein bürgerlicher Medienworkshop
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Theaterwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Peter Troll (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
13
Katalognummer
V122560
ISBN (eBook)
9783640279036
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lessings Miss Sara Sampson Medienworkshop
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Peter Troll (Autor:in), 2008, Lessings "Miss Sara Sampson" - Ein bürgerlicher Medienworkshop, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122560
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Leseprobe aus  13  Seiten
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