In meiner beschäftige ich mich mit der „Päpstin Johanna“. Dazu werde ich zuerst eine kurze Biographie über Johanna verfassen in der ich auf ihre Kindheit und ihre Ausbildung in Fulda und Athen eingehe.
Danach werde ich etwas über Rom und das Papsttum im 9. Jahrhundert sagen. Welche Verhältnisse herrschten in der Stadt und welche Auswirkungen hatten sie auf das Papsttum.
Anschließend gebe ich einen Überblick über Johannas Leben in Rom und welchen Tätigkeiten sie dort nachging. Wie war ihr Werdegang? Wie kam es, dass sie zum Papst gewählt wurde?
Nachkommend beschäftige ich mich mit den Quellen und Chroniken, in denen Johanna erwähnt wird. Welche Chronisten befassten sich mit ihr? Waren sie glaubwürdig? Woher stammt eigentlich die Geschichte de Päpstin Johanna?
Zum Schluss befasse ich mich noch damit, wie Johanna in der Kunst dargestellt wird. Hierzu bediene ich mich dem Beispiel der Denkmäler. Welche Denkmäler gibt es und wo stehen sie?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biographie
3. Rom im 9. Jahrhundert
4. Johanna in Rom
4.1 Johannas Ankunft in Rom
4.2 Diakonentätigkeit
4.3 Papsttum
4.4 Das Ende ihres Pontifikats
5. Chroniken und Quellen
6. Johanna in Denkmälern
7. Schlussbetrachtung
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Mythos der „Päpstin Johanna“. Ziel ist es, den Werdegang der Johanna, die politischen Rahmenbedingungen des 9. Jahrhunderts in Rom sowie die Entstehung und Verbreitung der Legende anhand zeitgenössischer Quellen und historischer Darstellungen kritisch zu hinterfragen.
- Biographie und Ausbildung der Johanna in Fulda und Athen
- Die politische Situation und das Papsttum im 9. Jahrhundert
- Analyse der historischen Quellen, Chroniken und Denkmäler
- Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Echtheit der Legende
- Die Rolle der Johanna als Instrument konfessioneller Auseinandersetzungen
Auszug aus dem Buch
5. Chroniken und Quellen
Zwischen dem frühen Mittelalter und dem 17. Jahrhundert beschäftigten sich über 500 Chronisten mit der Päpstin Johanna.
Ein Bewunderer der Päpstin Johanna war der Dominikaner Martinus Polonus. Er zählte zu den meist geschätzten Chronisten seiner Epoche und war berühmt für seine Gewissenhaftigkeit und Gelehrsamkeit. In seiner Chronicon Pontificum et Imperatum, die 1265 erschien, schrieb er nüchtern und leidenschaftslos über Päpste und Kaiser. Die Originale der Ausgabe sind zwar verschollen, doch in der Berliner Staatsbibliothek befindet sich ein Exemplar aus dem 14. Jahrhundert, in seinem Bericht über das Jahr 855 heißt es über Johanna:
„Nach dem vorher erwähnten Leo hatte Johannes, ein gebürtiger Engländer, der aus Mainz kam, den Stuhl Petri zwei Jahre, fünf Monate und vier Tage inne, wonach das Pontifikat einen Monat lang vakant blieb. Er starb in Rom. Er soll, so wurde behauptet, eine Frau gewesen sein. Da sie bereits in jungen Jahren von ihrem Geliebten in Männergewändern nach Athen gebracht worden war, machte sie rasch Fortschritte in den verschiedenen Künsten, so dass ihr bald niemand mehr gewachsen war. Als sie anschließend das Trivium in Rom lehrte, zählten auch große Meister zu ihren Schülern und Hörern. Und da sie sich in der Stadt große Wertschätzung erfreute, sowohl wegen ihres Lebenswandels als auch wegen ihres Wissens, wurde sie einmütig zum Papst gekürt. Doch in diesem Amt wurde sie schwanger von einer Person, mit der sie Umgang hatte. Sie kannte den Zeitpunkt ihrer Niederkunft nicht, und als sie auf dem Weg von Sankt Peter zum Lateran die Wehen überkamen, gebar sie zwischen dem Kolosseum und der Kirche San Clemente ein Kind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Päpstin Johanna ein und umreißt den geplanten Aufbau der Untersuchung von der Biographie bis zur kunsthistorischen Betrachtung.
2. Biographie: Dieses Kapitel behandelt die Herkunft und den Bildungsweg der Johanna, von ihrer Kindheit in Ingelheim über die Domschule in Fulda bis hin zu ihren Studien in Athen.
3. Rom im 9. Jahrhundert: Hier werden die politisch instabilen Verhältnisse in Rom, die Machtkämpfe des Adels und der Einfluss des damaligen Chaos auf das Papsttum dargestellt.
4. Johanna in Rom: Dieses Kapitel widmet sich dem Aufstieg der Johanna zum Diakon, ihrem Dienst für den Papst und schließlich ihrer Wahl auf den Stuhl Petri sowie ihrem abrupten Ende.
5. Chroniken und Quellen: Die Untersuchung beleuchtet die schriftliche Überlieferung der Legende durch verschiedene Chronisten wie Martinus Polonus und Sigebert von Gembloux.
6. Johanna in Denkmälern: Hier werden materielle Zeugnisse und Denkmäler, wie Reliefs und Statuen in Rom, Bologna und Siena, auf ihren Bezug zur Legende geprüft.
7. Schlussbetrachtung: Ein Resümee über die Unmöglichkeit, die historische Existenz Johannas abschließend zu klären, und eine Einordnung der Figur als langlebigen Mythos.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit herangezogenen historischen und sekundärliterarischen Quellen.
Schlüsselwörter
Päpstin Johanna, Stuhl Petri, 9. Jahrhundert, Chronicon Pontificum et Imperatum, Martinus Polonus, Kirchengeschichte, Legendenbildung, Mittelalter, Rom, Papsttum, Sigebert von Gembloux, Konfessionsstreit, Historische Quellen, Mythos, Überlieferung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen und legendären Figur der „Päpstin Johanna“ und untersucht die Glaubwürdigkeit ihrer Existenz durch die Analyse historischer Quellen und Denkmäler.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Biographie der Johanna, die politischen Umstände des 9. Jahrhunderts in Rom, die Rolle der Geschichtsschreibung sowie die kunsthistorische Spurensuche nach der Päpstin.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Ursprung der Geschichte der Päpstin Johanna zu ergründen und kritisch zu bewerten, ob die Überlieferungen auf ein reales Ereignis oder eine spätere Legendenbildung zurückzuführen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Die Autorin stützt sich auf eine Literatur- und Quellenanalyse, wobei sie zeitgenössische Chroniken sowie wissenschaftliche Sekundärliteratur zur historischen Einordnung heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Biografie, die Analyse der politischen Lage in Rom, den detaillierten Werdegang der Johanna in Rom sowie eine umfangreiche Auswertung von Chroniken und Denkmälern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Päpstin Johanna, Papsttum, 9. Jahrhundert, Chroniken, Legende, Rom und die kritische Quellenanalyse.
Welche Rolle spielten die Dominikaner bei der Verbreitung der Geschichte?
Einige Historiker vermuten, dass die Dominikaner die Geschichte instrumentalisierten oder aktiv verbreiteten, um das Papsttum in einen Konflikt zu bringen oder in Misskredit zu ziehen.
Gab es materielle Beweise für die Existenz der Päpstin?
Es werden verschiedene Denkmäler wie ein Relief in Rom oder Büsten in Siena und Bologna diskutiert, wobei die Arbeit kritisch feststellt, dass diese keine zweifelsfreien Beweise für ihre historische Existenz liefern.
- Quote paper
- Annika Bongartz (Author), 2005, Die Päpstin Johanna, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122575