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Heinrich Zerkaulens „Die Jugend von Langemarck“

Eine Analyse des Stückes in Bezug auf ihre Ideologiehaltigkeit

Titel: Heinrich Zerkaulens „Die Jugend von Langemarck“

Hausarbeit , 2002 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Magister Artium Jennifer Moos (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In den 20er Jahren wurden die Eindrücke aus dem zeitlich noch sehr nahen ersten
Weltkrieg von vielen Literaten in ihren Werken verarbeitet.
Hierbei ging es nicht nur darum ganz persönliche Erlebnisse von der Front oder die
Atmosphäre im Volk wiederzugeben, sondern auch darum, einen Sinn für diesen Krieg zu
finden. Unter den Autoren gab es demnach nicht nur patriotische, sondern auch viele
pazifistische und kriegsgegnerische.
Mit der „Notverordnung zum Schutze von Volk und Staat“ vom 28. Februar 1933 ließ
Hitler jegliche dieser Stimmen verstummen, indem er alle Personen, die für die
Kriegsdienstverweigerung und die Auffassung von einer Mitschuld Deutschlands am ersten
Weltkrieg eintraten, mit dem Tode bestrafen ließ.
Dem Krieg und den vielen Todesopfern einen Sinn zu geben, das war das Ziel der neuen
Dramatik, für die im Nationalsozialismus das Schlagwort „Dramatik aus dem
Fronterlebnis“ geprägt wurde. Die Aussage der Stücke lautete allgemein: „Die heroischen
Kämpfer des ersten Weltkriegs starben, den Sieg des Nationalsozialismus vorahnend, für
die anbrechende neue Zeit.“
Das wiederbeschworene „Herz der Front“: das ist die erfahrene Kameradschaft, das
vereinigende Erlebnis durchgestandener Gefahr und gegenseitigen Helfens, das Gefühl,
eine Gemeinschaft auf Leben und Tod für ein gemeinsames Ziel gegen einen gemeinsamen
Gegner gewesen zu sein, auch das Erlebnis der „Pflicht und der Ehre“, wie Ernst Jünger es
formuliert; das ist aber auch die Erfahrung vom Ende der Kastengesellschaft des
Kaiserreiches als Grundlegung für einen neuen, von Kameradschaft geprägten
Sozialismus

[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Inhaltliche Zusammenfassung des Stückes

I.1 Der erste Akt

I.2 Der zweite Akt

I.3 Der dritte Akt

I.4 Das Nachspiel

II. Analyse des Stückes auf seine Ideologiehaltigkeit

II.1 Die Volksgemeinschaft

II.2 Die heroische Opferbereitschaft

II.3 Die Pflicht

II.4 Die Jugend

III. Zum Autor und der Entwicklung des Stückes

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Theaterstück „Die Jugend von Langemarck“ von Heinrich Zerkaulen im Hinblick auf seine ideologische Durchdringung durch den Nationalsozialismus. Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Fronterlebnis des Ersten Weltkriegs dramatisch instrumentalisiert wurde, um nationalsozialistische Werte und Mythen zu etablieren.

  • Analyse der nationalsozialistischen Ideologeme: Volksgemeinschaft, Opferbereitschaft, Pflicht und Jugend.
  • Untersuchung der dramatischen Umsetzung des „Fronterlebnisses“.
  • Einordnung des Autors Heinrich Zerkaulen in den zeitgeschichtlichen Kontext.
  • Betrachtung der Rezeptionsgeschichte und der Inszenierungspraxis des Stückes.

Auszug aus dem Buch

Die heroische Opferbereitschaft

Das zweite Ideologem ist die Opferbereitschaft. Jeder deutsche Bürgersollte bereit sein, für Deutschland bedingungslos einzustehen. Die Soldaten sollten ihren möglichen Tod als einen heroischen Opfertod und als höchstes Ziel des Seins begrüßen.

Während Frau Gärtner sich um ihren Sohn Sorgen macht, ist Franz bereits überzeugt, sich für sein Land einzusetzen: „Ich verstehe die Mutter nicht. Denke dir nur- dieses Neue, dieses Aufreißende: Alles für die Heimat. Alles für das Reich: Kämpfen um Deutschland! Mit seinem Ich, mit seinem Leben.“ „Meine Arbeitskraft ist zu ersetzen, Mutter- aber nicht mein Blut. Nicht mein Wille, meinem Deutschland zu helfen, dass es schön und stark bleiben kann.“

Im zweiten Akt legt er gegenüber Stanz seinen Standpunkt noch einmal dar: „Das hat nichts mit Angst zu tun, weißt du. Eher so: Wenn man nicht bleibt, dann hat man nicht seine Aufgabe erfüllt.. Und dieses bleiben ist für mich das Gefühl einer- einer seeligen Heimfahrt.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird der zeitgeschichtliche Kontext des „Ersten Weltkriegs“ in der Literatur des Nationalsozialismus erläutert und das Konzept der „Dramatik aus dem Fronterlebnis“ definiert.

I. Inhaltliche Zusammenfassung des Stückes: Dieses Kapitel bietet einen chronologischen Überblick über die vier Akte des Dramas von der Einberufung der Freiwilligen bis zum ideologisch aufgeladenen Nachspiel.

II. Analyse des Stückes auf seine Ideologiehaltigkeit: Der Hauptteil untersucht vier zentrale ideologische Konzepte im Werk, die zur Legitimierung nationalsozialistischer Machtansprüche dienten.

III. Zum Autor und der Entwicklung des Stückes: Das abschließende Kapitel beleuchtet den biografischen Hintergrund von Heinrich Zerkaulen und analysiert den inszenatorischen Misserfolg des Stückes aufgrund ästhetischer und inhaltlicher Probleme bei der Darstellung von Kriegsszenen.

Schlüsselwörter

Heinrich Zerkaulen, Die Jugend von Langemarck, Nationalsozialismus, Dramatik, Fronterlebnis, Volksgemeinschaft, Opferbereitschaft, Pflicht, Jugend, Ideologie, Kriegsdrama, Theater, Erster Weltkrieg, Heldenmythos, Reichsdramaturgie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Theaterstück „Die Jugend von Langemarck“ von Heinrich Zerkaulen unter dem Aspekt seiner ideologischen Verankerung im Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Konzepte der Volksgemeinschaft, der heroischen Opferbereitschaft, der moralischen Pflicht und der Rolle der Jugend im Kontext des Ersten Weltkriegs.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Stück dazu diente, den Ersten Weltkrieg nachträglich als notwendige Vorbereitung für die nationalsozialistische Ära umzudeuten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die den Inhalt des Dramas auf ideologische Begriffe hin untersucht und mit historischem Kontext sowie zeitgenössischer Rezeption abgleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Zusammenfassung und eine detaillierte ideologische Analyse der vier zentralen Motive des Stückes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Fronterlebnis, Volksgemeinschaft, Opferbereitschaft, Langemarck-Mythos und nationalsozialistische Dramatik.

Warum spielt das Motiv der „Jugend“ eine so zentrale Rolle?

Die Jugend steht im Stück symbolisch für die Zukunft Deutschlands und die Transformation vom unerfahrenen Schüler zum „manngewordenen“ Soldaten, was als ideologisches Ideal propagiert wurde.

Weshalb verschwand das Stück nach 1933 von den Spielplänen?

Die Reichsdramaturgie stellte fest, dass die realistische Darstellung des Krieges und das Sterben auf der Bühne als absurd und kontraproduktiv für die heroische Idealisierung empfunden wurden.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Heinrich Zerkaulens „Die Jugend von Langemarck“
Untertitel
Eine Analyse des Stückes in Bezug auf ihre Ideologiehaltigkeit
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Theaterwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: Theater im Nationalsozialismus
Note
1,0
Autor
Magister Artium Jennifer Moos (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
15
Katalognummer
V122580
ISBN (eBook)
9783640275403
ISBN (Buch)
9783656761624
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heinrich Zerkaulens Jugend Langemarck“ Seminar Theater Nationalsozialismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Magister Artium Jennifer Moos (Autor:in), 2002, Heinrich Zerkaulens „Die Jugend von Langemarck“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122580
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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