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Randkulturen bei Roland Girtler. Eine kritische Gegenüberstellung von "Wilderer" und "Der Strich"

Title: Randkulturen bei Roland Girtler. Eine kritische Gegenüberstellung von "Wilderer" und "Der Strich"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sascha Endlicher (Author)

Sociology - Methodology and Methods
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Im Rahmen der Vorbereitung meiner mündlichen Präsentation des Buches „Die Wilderer“ von Roland Girtler, zu dem ich inhaltlich zunächst keinen Bezug hatte, stellte sich für mich die Frage, mit welcher Vorgehensweise Girtler sich einen umfassenden Überblick in die Randgruppe der Wilderer als Teil der bäuerlichen Subkultur verschaffte.

Um die Methoden Girtlers genauer zu betrachten, musste ich das Buch ein zweites Mal lesen und die inhaltlichen Aspekte in den Hintergrund stellen, obwohl sich Girtler an den Grundsatz Poppers hielt:

„Jeder Intellektuelle hat eine ganz spezielle Verantwortung. Er hat das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren. Dafür schuldet er seinen Mitmenschen, die Ergebnisse seines Studiums in der einfachsten und klarsten und bescheidensten Form darzustellen.“ (Zitiert nach Girtler 2004a, 100)

Ferner interessierte mich die Frage, ob Girtler mit einander ähnelnden Vorgehensweisen bei seinen Untersuchungen von anderen Randgruppen ähnlichen Erfolg hatte. Daher entschied ich mich dazu, den Modus Procedendi seiner Studie zum Strich genauer zu betrachten und sowohl die Quellenauswahl als auch die Methoden der beiden Studien einander vergleichend gegenüber zustellen.

Aus Girtlers Vita und seinen bisherigen Forschungen ergibt sich, dass die Studie über die Wilderer nur eine von zahlreichen Untersuchungen Girtlers zu Randkulturen darstellt und die Lebenswelt der Wilderer zum erweiterten Lebensbereich Girtlers zählt.

Ich werde daher zunächst einen kurzen Überblick zur Vita Girtlers geben, anschließend die Vorgehensweise bei seinen Studien zu den Wilderern und dem Strich darstellen, dabei die Quellen und Methoden kritisch betrachten und letztlich die daraus gewonnenen

Ergebnisse kritisch vergleichen. Mein Kriterienkatalog kann dabei aufgrund des vorgegebenen Umfangs der Hausarbeit nicht den Anspruch erheben, umfassend und vollständig zu sein. Ebenso wenig ist eine Auseinandersetzung mit den Methoden der qualitativen Sozialforschung vorgesehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Zur Vita von Roland Girtler

2 Girtlers Analyse der Wilderer

2.1 Motivation

2.2 Quellen

2.2.1 Das eroepische Gespräch

2.2.2 Angewandte Kriterien der teilnehmenden Beobachtung

2.3 Typisierungen

2.3.1 Inhaltliche Aspekte

2.3.2 Typisierung des Wilderers

2.4 Methode

3 Der Strich

3.1 Motivation

3.2 Quellen und Methoden

3.3 Methoden und Typisierungen

4 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der methodischen Vorgehensweise des Soziologen Roland Girtler in seinen Studien zu Randkulturen auseinander. Das primäre Ziel ist es, Girtlers Anwendung der teilnehmenden Beobachtung sowie seine Quellenarbeit in den Werken "Wilderer" und "Der Strich" vergleichend zu analysieren und auf ihre wissenschaftliche Validität zu prüfen.

  • Biografische Einordnung von Roland Girtler
  • Kritische Analyse der Feldforschungsmethodik ("eroepisches Gespräch")
  • Vergleich der Quellen- und Datenerhebung bei unterschiedlichen sozialen Milieus
  • Evaluation der Typisierungsstrategien in der qualitativen Sozialforschung

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Das eroepische Gespräch

Mit allen beteiligten Akteuren finden eroepische Gespräche statt. Girtler grenzt das eroepische Gespräch als freies, unstrukturiertes Gespräch vom Interview ab. Während das Interview kurze Fragen und schnelle Antworten erfordert, ist ein eroepisches Gespräch umfassend und bedarf guter Konstitution, da es sich oft um Gespräche bei Bier und Most handelt. Ein eroepisches Gespräch folgt keinem Leitfaden. Die Struktur sowohl hinsichtlich der Rollenverteilung als auch des Gesprächsthemas der Gesprächsteilnehmer ist offen. Aus Girtlers Ausführungen zu den Wilderern geht nicht hervor, ob er bei den eroepischen Gesprächen auch beobachtet, inwiefern er letztlich bewusst selektiert oder wann und wie ausführlich seine Aufzeichnungen der Gespräche sind, so dass der Leser keine Einblicke über die Gedächtnisleistung des Autors hat und die Qualität der qualitativen Sozialforschung in diesem Kriterium nicht beurteilt werden kann. Zwar gibt es in anderen Werken Girtlers weitere Hinweise auf die Dokumentation von eroepischen Gesprächen, aufgrund der Beschaffenheit von langen eroepischen Gespräche erscheint es unwahrscheinlich, dass detaillierte in Sequenzen unterteilte Gesprächsprotokolle angefertigt wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, begründet das Interesse an Girtlers Feldforschung und legt den Fokus auf den methodischen Vergleich zwischen den Studien "Wilderer" und "Der Strich".

2 Girtlers Analyse der Wilderer: Hier wird die Untersuchung der Wilderer-Subkultur beleuchtet, wobei besonders Girtlers Motivation, die Quellenwahl und seine spezifische Methode des eroepischen Gesprächs im Vordergrund stehen.

3 Der Strich: In diesem Kapitel wird Girtlers Milieustudie über die Prostitution kritisch analysiert, wobei die methodischen Besonderheiten und die Schwierigkeiten bei der Erhebung in diesem sensiblen Feld aufgezeigt werden.

4 Resümee: Das abschließende Kapitel fasst die Kritik an der mangelnden wissenschaftlichen Dokumentation in Girtlers Studien zusammen und bewertet die methodischen Defizite bei der Erforschung verschiedener Randgruppen.

Schlüsselwörter

Roland Girtler, Feldforschung, Teilnehmende Beobachtung, Randkulturen, Wilderer, Der Strich, Eroepisches Gespräch, Qualitative Sozialforschung, Typisierung, Milieuanalyse, Prostitution, Quellenkritik, Methodologie, Ethnologie, Subkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der kritischen Untersuchung und dem methodischen Vergleich von Roland Girtlers Feldforschungsstudien zu den Themen "Wilderer" und "Der Strich".

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die Anwendung der teilnehmenden Beobachtung, die Dokumentation der erhobenen Daten, die Typisierungsverfahren des Autors sowie die Validität seiner qualitativen Forschungsansätze.

Welches Ziel verfolgt der Autor in dieser Arbeit?

Ziel ist es, Girtlers Vorgehensweise transparent zu machen und zu prüfen, inwieweit seine Studien den Anforderungen an qualitative Sozialforschung gerecht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in den untersuchten Werken verwendet?

Roland Girtler nutzt vorrangig die teilnehmende Beobachtung und das von ihm beschriebene "eroepische Gespräch" zur Datengewinnung in sozialen Randmilieus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Girtlers Vita, seine Quellenwahl, die Methode des eroepischen Gesprächs und die Typisierung von Akteuren wie Wilderern, Prostituierten und Zuhältern detailliert gegenübergestellt und hinterfragt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Feldforschung, Milieuanalyse, Quellenkritik und qualitative Methodik bestimmt.

Wie bewertet der Autor die Typisierung der Wilderer durch Girtler?

Der Autor bemängelt, dass Girtlers Typisierungen (z.B. in Wildschützen und Raubschützen) teils unscharf bleiben und wissenschaftliche Tiefe vermissen lassen.

Welche Schwachstellen identifiziert der Autor in Bezug auf die Studie "Der Strich"?

Kritisiert wird insbesondere, dass Girtler die Auswahl seiner Interviewpartner nicht offenlegt und der Anspruch an eine wissenschaftliche Milieustudie durch mangelnde Dokumentation der Erhebungsmethoden in Frage gestellt wird.

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Details

Title
Randkulturen bei Roland Girtler. Eine kritische Gegenüberstellung von "Wilderer" und "Der Strich"
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Einführung in die teilnehmende Beobachtung
Grade
1,7
Author
Sascha Endlicher (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V122605
ISBN (eBook)
9783668076303
ISBN (Book)
9783668076310
Language
German
Tags
Roland Girtler Feldforschung Randkulturen Wilderer Prostitution Förster Zuhälter Freier Teilnehmende Beobachtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sascha Endlicher (Author), 2006, Randkulturen bei Roland Girtler. Eine kritische Gegenüberstellung von "Wilderer" und "Der Strich", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122605
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