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Interpretation des "sumerlaten"-Liedes von Walther von der Vogelweide

Title: Interpretation des "sumerlaten"-Liedes von Walther von der Vogelweide

Seminar Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Theresa Zuschnegg (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Das „sumerlaten“-Lied ist sicherlich eines der umstrittensten Werke Walthers von der Vogelweide. Obwohl es zahlreiche Überlieferungen des Liedes gibt, ist noch immer nicht geklärt, ob die ursprüngliche Version des Liedes auf ein Gedicht Reinmars dem Alten zurückgeht. In der Arbeit wird kurz auf solche Theorien eingegangen. Hauptaugenmerk liegt dennoch auf der herkömmlichen Gedichtsanalyse wie Metrik, stilistische Analyse, Gattungszuordnung und Interpretation, die sich allein auf die Textedition von Lachmann/ Cormeau bezieht. Besonders wichtig erschien mir der Vergleich der Texteditionen Lachmann/ Cormeau, Lachmann/ Kuhn, Kasten und Schweikle, sowie die unübliche Häufigkeit der Überlieferungen in vier Handschriften.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Überlieferung und Edition

2.1 Überlieferung des „sumerlaten“-Lieds

2.1.1 Vergleich der Überlieferungen in den Handschriften A, C und E

2.1.2 Die Handschrift b und Theorien bezüglich Reinmars dem Alten

2.2 Vergleich der Edition von Lachmann/Cormeau mit den Editionen von Lachmann/Kuhn, Kasten und Schweikle

3 Metrum und Strophenschema der Textausgabe von Lachmann/Cormeau

3.1 Metrische Transkription der ersten Strophe

3.2 Aufbau der Kanzonenstrophe

4 Inhalt und Aufbau

5 Rhetorische und stilistische Analyse

6 Gattungszuordnung

7 Interpretation

8 Zusammenfassung

9 Literaturverzeichnis

9.1 Primärliteratur

9.2 Sekundärliteratur

10 Siglenverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem „sumerlaten“-Lied von Walther von der Vogelweide auseinander. Ziel ist es, durch eine philologische Analyse der Überlieferungslage sowie einen Vergleich moderner Texteditionen und eine detaillierte Interpretation des Inhalts, die gattungstheoretische Einordnung sowie die gesellschaftskritische Dimension des Liedes zu ergründen.

  • Analyse der Überlieferungsgeschichte in den Handschriften A, C, E und b.
  • Vergleich der Texteditionen von Lachmann/Cormeau, Lachmann/Kuhn, Kasten und Schweikle.
  • Metrische Untersuchung und strukturelle Analyse der Kanzonenstrophe.
  • Interpretation des Liedes als Parodie oder gesellschaftskritische Auseinandersetzung.

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Die Handschrift b und Theorien bezüglich Reinmars dem Alten

Wie bereits erwähnt, gibt es auch eine dreistrophige Variante des „sumerlaten“-Liedes. In dieser Fassung fehlen Strophe III und IV nach den Fassungen A und C. Das sind genau jene Strophen, in denen das gesellschaftliche Verhältnis zwischen „frouwe“ und Minnesänger dargelegt wird. Durch das Fehlen dieser Strophen wird dem Lied einiges an Polemik genommen; klingen doch auch die übrigen Strophen um einiges versöhnlicher und weicher im Vergleich zu den Fassungen A, C und E. Sind es in diesen die „guote liute“ die den Sänger anspornen seine Kunst wieder aufleben zu lassen, sind es in der Fassung b „schoene frowen“. Eine Tatsache, die die Kritik an der höfischen Dame immens abschwächt. Weiters droht das lyrische Ich nicht damit, aufgrund der ablehnenden Haltung der „frouwe“ das Singen sein zu lassen. Neben Unterschiede in den Formulierungen divergiert auch die Sprechsituation des lyrischen Ichs. In den Fassungen A, C und E dialogisch, liegt hier eine monologische Gestaltung des Textes vor.

In der Liederhandschrift b ist der Ton, wie bereits erwähnt weniger aggressiv, eher melancholisch und nachdenklich. Das Sänger-Ich sinniert über sein bereits vorangeschrittenes Alter und über die Konkurrenz von möglichen jüngeren Sängern. Gerade bei diesem Punkt argumentiert Schweikle dafür, dass es sich bei der Fassung b um ein Gedicht Reinmars handeln könnte:

Die Strophen in b wirken, abgesehen von der aggressiven Schlußpointe, eher resignierend. In ihnen spricht ein Alternder zu seinem Publikum aus erfahrener Enttäuschung und läßt sich erst ganz zum Schluß zu einem rabiaten Ausfall hinreißen. Die Rache des Enttäuschten wird delegiert an die jüngere Generation. Dagegen ist die Fassung ACE von vornherein kecker. Der Dichter tritt der frouwe mit dem ungebrochenen Selbstbewußtsein der Jugend gegenüber, fordernd, nicht bittend.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Kurze Vorstellung des „sumerlaten“-Liedes als umstrittenes Werk und Definition des methodischen Vorgehens anhand verschiedener Texteditionen.

2 Überlieferung und Edition: Detaillierte Untersuchung der handschriftlichen Überlieferung (A, C, E, b) und Vergleich der editorischen Entscheidungen verschiedener Herausgeber.

3 Metrum und Strophenschema der Textausgabe von Lachmann/Cormeau: Analyse der formalen Struktur des Liedes als Kanzonenstrophe sowie metrische Transkription der ersten Strophe.

4 Inhalt und Aufbau: Gliederung des Liedes in Einleitung, Mittelteil und Schlussteil sowie inhaltliche Skizzierung der einzelnen Strophen.

5 Rhetorische und stilistische Analyse: Untersuchung des Redeschmucks, der rhetorischen Figuren und der antithetischen Bildsprache des Liedes.

6 Gattungszuordnung: Einordnung des Liedes als gesellschaftskritische Parodie oder Minne-Drohlied statt klassischer Hoher Minne.

7 Interpretation: Synthese der vorangegangenen Analysen unter Berücksichtigung des Altersmotivs, des Rachegedankens und des Verhältnisses zur höfischen Gesellschaft.

8 Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Bedeutung des Liedes innerhalb des Walther-Corpus und Resümee der editorischen Herausforderungen.

9 Literaturverzeichnis: Auflistung der herangezogenen Primär- und Sekundärliteratur.

10 Siglenverzeichnis: Erläuterung der verwendeten Handschriften-Kürzel.

Schlüsselwörter

Walther von der Vogelweide, sumerlaten-Lied, Minnesang, Handschriften, Textedition, Lachmann, Schweikle, Kanzonenstrophe, Gesellschaftskritik, Parodie, Minneparodie, Literaturwissenschaft, Mittelhochdeutsch, Überlieferung, Reinmar der Alte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit bietet eine umfassende philologische und literaturwissenschaftliche Interpretation des sogenannten „sumerlaten“-Liedes von Walther von der Vogelweide.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Mittelpunkt stehen die handschriftliche Überlieferung, der Vergleich verschiedener wissenschaftlicher Texteditionen sowie die rhetorische und gattungstheoretische Einordnung des Werkes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die umstrittene Autorschaft bzw. die Abhängigkeit des Liedes zu klären und die gesellschaftskritische Stoßrichtung Walthers innerhalb der höfischen Lyrik aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die klassische Gedichtanalyse (Metrik, Stilistik), den editorischen Vergleich sowie eine interpretationstheoretische Annäherung an das literarische Motiv des „verstummten Liebhabers“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Überlieferungsgeschichte, einen tabellarischen Vergleich der Editionen, eine metrische Analyse der Strophenstruktur sowie eine Interpretation der zentralen Motive.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?

Wichtige Begriffe sind Minnesang-Parodie, Überlieferungsvarianz, Handschrift A/C/E, Walther-Reinmar-Fehde und literarische Selbstinszenierung.

Was ist das Besondere an der Handschrift b?

Die Handschrift b enthält eine dreistrophige Variante des Liedes, die deutlich melancholischer wirkt und bei der der Philologe Günther Schweikle vermutet, dass sie ursprünglich von Reinmar dem Alten stammen könnte.

Wie deutet die Arbeit das Bild der „frouwe“?

Die Minnedame wird nicht als reale Person interpretiert, sondern als Personifikation der höfischen Gesellschaft, deren Ruhm und Ansehen eng mit der künstlerischen Produktion des Dichters verknüpft sind.

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Details

Title
Interpretation des "sumerlaten"-Liedes von Walther von der Vogelweide
College
University of Graz  (Germanistik)
Course
Proseminar: Literarische Kultur des Mittelalters
Grade
Sehr gut
Author
Theresa Zuschnegg (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V122691
ISBN (eBook)
9783640265268
ISBN (Book)
9783640265381
Language
German
Tags
Interpretation Walther Vogelweide Proseminar Literarische Kultur Mittelalters
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Theresa Zuschnegg (Author), 2007, Interpretation des "sumerlaten"-Liedes von Walther von der Vogelweide, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122691
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