Sowohl in Österreich als auch in Italien bestand ein großer Zusammenhang zwischen Weltwirtschaftskrise und Krise der parlamentarischen Demokratien. Diese Krisen waren die Voraussetzungen für das erfolgreiche Entstehen der verschiedenen Faschismen.
Hier wird versucht, spezifische Punkte für die beiden Länder herauszuarbeiten und diese dann vergleichbar darstellen. Dabei sollen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten ablesbar sein. Wichtige Punkte sind zum Beispiel, wie sich die Wirtschaftspolitik im Gegensatz zu früher entwickelt hat, in wie weit die Wirtschaft durch den Faschismus gelenkt und beeinflusst wurde und ob es einen Aufschwung oder Abschwung gegeben hat. Es soll vor allem auf die Gebiete Wirtschaft, Investitionspolitik, Budget, Deflationsdiktatur, Industrie und Landwirtschaft eingehen. Meiner Meinung nach sind dies die wichtigsten und am besten vergleichbaren Komponenten, die dann Schlüsse auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zulassen. Es folgen zuerst immer eine Beschreibung der österreichischen Situation zu den einzelnen Punkten und danach vergleichsweise die italienische Situation.
Inhaltsverzeichnis
Wirtschaft:
Investitionspolitik:
Budget:
Deflationsdiktatur:
Industrie:
Landwirtschaft:
Resümee:
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht vergleichend die Wirtschaftspolitik Österreichs und Italiens während der Zeit des Faschismus, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise und die Krise der parlamentarischen Demokratien herauszuarbeiten.
- Analyse der wirtschaftspolitischen Entwicklung und staatlicher Lenkungsmaßnahmen
- Untersuchung der Investitionspolitik und der Budgetführung in beiden Ländern
- Betrachtung von Krisenstrategien in Industrie und Landwirtschaft
- Vergleich der Stabilisierungspolitik und der Auswirkungen auf die Währungsstabilität
Auszug aus dem Buch
Deflationsdiktatur:
Der Grundgedanke für die Österreichische Existenz besagte, daß der Zufluss ausländischen Kapitals gesichert werden müsse. Die beste Garantie dafür sei die Stabilität des Schillings. Die Priorität einer stabilen Währung und eines ausgeglichenen Budgets war propagandistisch in den Jahren 1933 bis 1935 durch die Arbeitsbeschaffungsprogramme etwas verdeckt. 1936 aber bekannte sich die Regierung zu ihren Zielen. Es sollten die drei Achsen der Wirtschaftspolitik, das „magische Dreieck“ unterstützt werden. Das waren ein ausgeglichenes Budget, harte Währung und ein stabiles Preisniveau.
Zur der Stabilisierungspolitik Italiens gehörte auch die Arbeitsbeschaffung. Öffentliche Arbeitsbeschaffung spielte in Italien traditionell eine wichtige Rolle. 1927/28 trat die Finanzbeschaffungsproblematik durch den Staat erstmals ans Licht. 1927 betrug die für öffentliche Arbeiten bereitgestellte Summe zwischen 12,5 und 15 Milliarden Lire. Die Schwerpunkte bei der Vergabe der Mittel lag in der Sanierung und der technischen Erneuerung der Staatsbahnen, der Ausweitung ihrer Elektrifizierung, Ausbau- und Erneuerungsarbeiten der großen Häfen und der Erweiterung des Straßennetzes.
Zusammenfassung der Kapitel
Wirtschaft: Gegenüberstellung der Krisenbekämpfungsmaßnahmen in Österreich ab 1933 und Italien im Zeitraum 1922-1925, wobei der Fokus auf staatlicher Intervention und Währungspolitik liegt.
Investitionspolitik: Darstellung der staatlichen Maßnahmen zur Kapitalsteuerung, einschließlich der Deflationspolitik und der Finanzierung von Arbeitsbeschaffungsprogrammen durch Anleihen.
Budget: Analyse der Kritik an der staatlichen Investitionspolitik, insbesondere hinsichtlich der Finanzierung und des steigenden Rüstungsanteils.
Deflationsdiktatur: Untersuchung des Strebens nach Budgetausgleich, Währungsstabilität und Preisniveausicherung als Kernziele der Wirtschaftspolitik.
Industrie: Analyse der krisenbedingten Einbrüche und der darauffolgenden staatlich geförderten Konzentrationsprozesse in der Industriestruktur.
Landwirtschaft: Betrachtung des Agrarsektors als zentrales Element der Marktregulierung und der selektiven Stützungspolitik zu Lasten kleinerer Betriebe.
Resümee: Zusammenfassender Vergleich der wirtschaftspolitischen Ähnlichkeiten, die in beiden Ländern durch den faschistischen Herrschaftskontext geprägt wurden.
Schlüsselwörter
Wirtschaftspolitik, Faschismus, Österreich, Italien, Weltwirtschaftskrise, Arbeitsbeschaffung, Stabilisierungspolitik, Investitionspolitik, Industrie, Landwirtschaft, Deflationsdiktatur, Kartellisierung, Währungsstabilität, Budget, Krisenbekämpfung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die wirtschaftspolitischen Maßnahmen Österreichs und Italiens während der Zeit des Faschismus unter Berücksichtigung der Weltwirtschaftskrise.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Gebiete Wirtschaft, Investitionspolitik, Budget, Deflationsdiktatur, Industrie und Landwirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, spezifische Punkte der Wirtschaftspolitik beider Länder herauszuarbeiten, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Umgang mit den ökonomischen Krisen der Zeit ablesbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen komparativen Ansatz, bei dem für jeden Themenpunkt zuerst die österreichische und danach die italienische Situation gegenübergestellt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die staatlichen Interventionen, die Währungssanierung, den Umgang mit Arbeitslosigkeit und die strukturelle Umgestaltung der Industriewirtschaft und Agrarwirtschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Faschismus, Weltwirtschaftskrise, Stabilisierungspolitik, Investitionspolitik und staatliche Intervention.
Was besagt die „Quota 90“ im italienischen Kontext?
Sie beschreibt das Aufwertungsniveau der Lira, welches Teil einer umfassenden Währungsstabilisierungspolitik war.
Wie reagierte die Industrie in Österreich auf die Krise?
Die Industrie forderte eine angebotsorientierte Politik, Lohnsenkungen und eine Senkung staatlicher Abgaben sowie staatliche Unterstützung durch Notverordnungen.
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- Mag. Karin Stepanek (Author), 1996, Autoritäre und faschistische Systeme im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12269