Erster Beitrag des Fannius im einführenden Gespräch aus Laelius - De amicitia §6-7


Hausarbeit, 2008

14 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Haupteil
2.1 Vorgeschichte und zeitliche Einordnung des Werkes „Laelius – de amicitia“
2.2 Gegenwärtige Lebenssituation des M. Tullius Cicero
2.3 Kurze Zusammenfassung des Proömiums §§1-5
2.4 Sprachliche und inhaltliche Interpretation des ersten Beitrages von Fannius
2.4.1 Vergleichende Beurteilung der Weisheit von M. Cato und L. Acilius mit der von C. Laelius
2.4.2 Vergleich mit den griechischen Vorbildern in Hinblick aus sapientia und Frage an Laelius nach der Reaktion auf Scipios Tod

3. Resümee des sechsten und siebten Paragraphen

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

In dieser vorliegenden Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Abschnitt §§6-7 aus Ciceros philosopischem Werk „Laelius – De amicitia“. Das zentrale Thema in diesem einführenden Gespräch über die Freundschaft zwischen Fannius, Scaevola und Laelius, welches sich gleich nach dem Proömium anschließt und sich bis §16 erstreckt, ist der Tod des Scipios und die Reaktion Laelius darauf. Wobei nun hier in §§6-7 nicht primär Fannius den Laelius nach seiner Einstellung zur Freundschaft fragt, sondern vielmehr, rechtfertigt, weshalb Laelius der geeigneteste von allen sei, sich über das Thema Freundschaft zu äußern.

Ich untersuche jeden lateinischen Satz einzeln chronologisch zum Text auf sowohl inhaltliche als auch sprachliche Aspekte. Benötigte Hilfserläuterungen und Anmerkungen zum Verständnis werden direkt an die notwendige Stelle in dem Textgefüge eingebaut.

Als Primärliteratur benutze ich die Version von J.G.F. Powell „M. TULLI CICERONIS LAELIUS DE AMICITIA“ aus der Reihe der „Oxford Classical Texts“.

Zur Bearbeitung der Hausarbeit stehen mir insbesondere an Sekundärliteratur die Kommentare von Karl August Neuhausen, Raphael Kühner und Moritz Seyffert zur Verfügung, die sich ausführlich mit dem zu behandelnden Werk auseinandergesetzt haben.

Ich beginne mit einer kurzen Einführung in die Vorgeschichte, in die Zeit der hier im Werk auftretenden Protagonisten, um diese erklärend in den Zusammenhang zu bringen. Dazu folgt eine Beschreibung der Begleitumstände aus Ciceros persönlichem Leben, die dem Werk Laelius voraus- bzw. einhergegangen sind und ohne die er es wohl nicht in dieser Art und Weise abgefasst hätte.

Desweiteren werde ich in kurzer Form das Proömium zusammenfassen, um einen schnellen Einstieg in den darauf folgenden Dialog herzustellen.

Dann folgt der eigentliche Teil der Hausarbeit: Die sprachliche und inhaltliche Interpretation des einführenden Gespräches von Fannius (§§6-7), wobei ich den sechsten und siebten Paragraphen einzeln untersuche.

Am Schluss werde ich zusammenfassend herausstellen, wie Fannius die Weisheit des Laelius begründet und in welchem Maße Laelius berechtigt ist, über die Freundschaft zu referieren.

2. Haupteil:

2.1 Vorgeschichte und zeitliche Einordnung des Werkes „Laelius – De Amicitia“

Das Originalgespräch zwischen den Dialogpartnern fand im Jahre 129 v. Chr statt, und zwar zwischen Gaius Laelius (190 -125 v Chr.), einem römischen Politiker, Philosoph und Freund des verstorbenen jüngeren Scipio (185- 129 v. Chr.) eines Feldherren, unter dessen Führung er im dritten punischen Krieg mitwirkte, und seinen beiden Schwiegersöhnen Quintus Mucius Scaevola (170-87 v. Chr.) und Gaius Fannius.

Im Jahre 88 vor Chr. erfuhr nun Marcus Tullius Cicero, der Autor dieses Werkes, im sogenannten „Lehnsesselgespräch“ von dem Rechtsgelehrten und zugleich seinem Lehrer Scaevola über die Inhalte des damaligen Gespräches.

Um das Jahr 44 v. Chr. herum, bereits nach der Fertigstellung des staatsphilosophischen Werkes „de re publica“,in dem Scipio der Jüngere Hauptunterredner war, verfasste schließlich Cicero das Werk „Laelius – De amicitia“, welches in einer fiktionierten, dramatischen und herakleidischen Dialogform geschrieben ist.

Dadurch dass es heutzutage keine zuverlässigen Quellen mehr gibt, aus denen man erfahren kann , wann „Laelius“ genau geschrieben worden ist, ist es lediglich möglich, einen eingrenzenden Zeitraum anzugeben: Das Werk muss irgendwann zwischen Ciceros „De divinatione“ (Über die Weisssagung) und „De officiis“ (Über die Pflichten) geschrieben worden sein, also zwischen März und November 44 vor Christus.1 „Wohl Anfang November vollendete Cicero das Seitenstück zu 'Cato über das Greisenalter': den kleinen Dialog 'Laelius über die Freundschaft'“2

2.2 Gegenwärtige Lebenssituation des M. Tullius Cicero

Cicero befand sich damals in einer Zeit „der erzwungenen Muße“3. Politisch gesehen spielte er nun kaum noch eine wichtige Rolle, anders als die vielen Jahre zuvor, in denen er es bis zum Konsul sogar geschafft hat. „Zur Zeit der Abfassung des „Laelius“ hat Cicero Abschied von der „vita activa“ genommen, die Schrift impliziert somit auch die seelische Disposition des Verfassers und den Rückzug in die „vita contemplativa“ “4 Andererseits war die politische Situation in jener Zeit äußerst prikär: Caesar wurde an den Iden des März 44 von Senatsmitgliedern ermordet. Trotz des Todes des Diktators, war der Untergang der geliebten römischen Republik nicht mehr zu retten. Cicero wehrte sich vergeblich gegen Markus Antonius, der danach strebte Caesar zu beerben und nicht daran interessiert war, die alte Republik wieder aufkommen zu lassen. Im Bewusstsein des drohenden Untergangs der politisch republikanischen Ordnung schrieb Cicero nun den „Laelius“; ein Jahr später trugen die gegen Antonius gerichteten „Philippischen Reden“ maßgeblich zu seinem eigenen Untergang bei.

2.3 Kurze Zusammenfassung des Proömiums §§1-5

Vorausgegangen ist das Proömium von Cicero §§1-5 Hier erklärt er dem Leser, wie eben schon erwähnt, dass er das Werk in Dialogform schreiben wird, aber nicht sich selbst sprechen lässt, sondern Laelius und seine Schwiegersöhne. Der Grund hierfür sei, dass die Freundschaft des Laelius mit Scipio beispielhaft sei. Außerdem sei ihm das Gespräch mit Scaevola noch gut in Erinnerung.

Zum strukturellen Aufbau des Pröomiums ist zu sagen, dass in §1-3 die einzelnen aufretenden Charaktere bzw. die Quellen, aus denen Cicero zu berichten weiß, genannt werden. In § 4 zählt der Autor die Gründe für den Entwurf des Werkes „Laelius – De amicitia“ auf, während er die Form der schriftlichen Abfassung rechtfertigt, und in §5 wird schließlich Cato Maior mit Laelius verglichen wobei sowohl eine Einführung in die Szenerie als auch ein Übergang zum dramatischen Dialog hergestellt wird.

Cicero orientiert sich hier am „Aristotelischen Dialog“, dadurch dass er ein Proömium verwendet. Anders als Aristoteles tritt jedoch Cicero als Autor nicht selbst im Dialog auf; was auch unmöglich erscheint, da das Gespräch bereits mehr als 20 Jahre vor Ciceros Geburt stattfindet.

In diesem Proömium hält er aber einen Monolog ab: Zuerst rechtfertigt er, was ihn dazu veranlasst hat, ein ein philosophisches Werk über die Freundschaft zu schreiben. Wobei jener Atticus, an den Cicero sich in der Einführung direkt wendet, derjenige war, der ihn immer wieder dazu gedrängt hat, seine Gedanken zu dem Themenbereich Freundschaft schriftlich festzuhalten.

Cicero hat nun im Sinn, ausführlich ein Gespräch des Laelius mit dessen beiden Schwiegersöhnen Caius Fannius und Quintus Mucius Scaevola wiederzugeben. Diese Unterhaltung fand kurz nach dem Tode des Scipio Africanus statt, der noch zu Beginn des sechsten Paragraphen erwähnt wird. Hier finden sich bereits erste Anzeichen, weswegen Cicero den Laelius über die Freundschaft sprechen lässt: Die Freundschaft zwischen Scipio und Laelius befähige Laelius sich zu äußern. Laelius werde ferner sowohl für weise als auch durch den Ruhm der Freundschaft für herausragend gehalten über die Freundschaft zu sprechen.Ciceros Freund Atticus werde sich in der Unterredung, die nun folgen wird, selbst erkennen.

[...]


1 Karl August Neuhausen, M. Tullius Cicero. Laelius, Heidelberg 1981, 20.

2 Manfred Fuhrmann, Cicero und die römische Republik, Göttingen 2005, 255.

3 Fuhrmann, 257.

4 Norbert Zink, Persönliche Bindung und Gemeinschaft. Cicero: Laelius de amicitia, Frankfurt a. M. 1977, 25.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Erster Beitrag des Fannius im einführenden Gespräch aus Laelius - De amicitia §6-7
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Klassische Altertumskunde)
Veranstaltung
Proseminar Catullus
Note
1,5
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V122707
ISBN (eBook)
9783640266203
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erster, Beitrag, Fannius, Gespräch, Laelius, Proseminar, Catullus
Arbeit zitieren
Mark-Aurel Timm (Autor), 2008, Erster Beitrag des Fannius im einführenden Gespräch aus Laelius - De amicitia §6-7, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122707

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