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Frau = Opfer, Mann = Täter? Die Rollen der Geschlechter bei häuslicher Gewalt

Title: Frau = Opfer, Mann = Täter? Die Rollen der Geschlechter bei häuslicher Gewalt

Term Paper , 2009 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Markus Herter (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Die Arbeit setzt sich im ersten Teil kritisch mit feministischer Forschungsliteratur zum Thema Häusliche Gewalt auseinander. Im zweiten Teil beschäftigt sie sich mit empirischen Studien um daraus Schlussfolgerungen zur Rolle der Geschlechter bei Häuslicher Gewalt zu ziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschlechtsspezifische Theorien zur Entstehung von häuslicher Gewalt

3. Kritik der feministischen Forschungsliteratur

3.1 Frauen als Opfer und Männer als Täter

3.2 Häusliche Gewalt als alltägliches Problem

3.3 Empirische Belege für die Annahme, dass die Geschlechterrollen der Grund für die häusliche Gewalt sind

4. Untersuchungen zur Rolle von Männern und Frauen bei häuslicher Gewalt

4.1 Die Conflict Tactics Scales

4.1.1 Kritik an der CTS

4.2 Geschlechtsspezifische Unterschiede

4.3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht kritisch die Rolle des Geschlechts bei häuslicher Gewalt, indem sie den Gegensatz zwischen der feministischen Forschungsliteratur und neueren empirischen Studien analysiert, um die Validität der Annahme zu prüfen, dass häusliche Gewalt primär durch traditionelle Geschlechterrollen entsteht.

  • Feministische Theorieansätze zur häuslichen Gewalt
  • Kritische Analyse der feministischen Forschungsliteratur
  • Vergleich von Hellfeld- und Dunkelfelduntersuchungen
  • Interpretation der "Conflict Tactics Scales" (CTS)
  • Einfluss von Geschlechterrollen und Machtverhältnissen auf Gewaltausübung

Auszug aus dem Buch

3.1 Frauen als Opfer und Männer als Täter

Bei Gewalt seien Männer Täter und Frauen Opfer. Das gelte insbesondere für den häuslichen Bereich und gebe daher auch die Definition von häuslicher Gewalt vor: „Bei häuslicher Gewalt geht es um Handlungen, die mit der Geschlechtlichkeit von Opfer und Täter zusammenhängen: es geht um männliche Gewalt gegen Frauen im sozialen Nahraum“15. Ganz abgesehen davon, dass damit die Gewalt gegen Kinder ausgeblendet wird (soweit sie nicht der angenommenen Geschlechterverteilung entspricht) ist diese Aussage falsch. Ein Teil der Forschung zu häuslicher Gewalt wird hier völlig außen vor gelassen16. Aber auch die von Schweikert angegebenen Zahlen zeigen ein anderes Bild.

Schweikert schreibt, dass laut polizeilicher Kriminalstatistiken von 1995 bis 1997 „bei Mord und Totschlag 69% bis 74% der getöteten Frauen Opfer einer mit ihnen verwandten oder näher bekannten Person waren.“ (S. 44 f.). Bei den männlichen seien es nur 33% bis 38 %. Bei den Körperverletzungsdelikten zeige sich ein ähnliches Bild. Hier seien es bei den weiblichen Opfern 55% bis 57%, bei den männlichen 24% bis 26%. Die Schlussfolgerung ist nach Schweikert, dass „Frauen weit häufiger im sozialen Nahraum durch männliche Personen, die mit ihnen verwandt oder nahe bekannt sind, angegriffen und verletzt werden als Männer“ (S.45). Beachtet man jedoch, dass Männer insgesamt viel häufiger Opfer solcher Übergriffe werden (die Zahlen aus der PKS ebenfalls bei Schweikert S.43), so ergibt sich ein anderes Bild. Geht man von 1000 Gewaltopfern bei Mord und Totschlag aus, so findet man darunter 241 männliche und ca. 238 weibliche Opfer von Gewalt im sozialen Nahraum. Ähnliches gilt bei Körperverletzung. Hier würden bei 1000 Gewaltopfern 184 Frauen und 151 Männer Opfer von Gewalt im sozialen Nahraum. Männer haben also bei den von Schweikert angesetzten Kriterien eine ähnlich hohe Chance Opfer zu werden wie Frauen. Zumindest also mit den von Schweikert angegebenen Zahlen lässt sich ihre These nicht belegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die konträren Positionen zur Entstehung häuslicher Gewalt vor und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die feministische Sichtweise und eine empirisch orientierte Gegenposition kritisch zu beleuchten.

2. Geschlechtsspezifische Theorien zur Entstehung von häuslicher Gewalt: Dieses Kapitel erläutert Ansätze, die häusliche Gewalt als ein Mittel zur Aufrechterhaltung männlicher Dominanz und als Folge gesellschaftlicher Geschlechterrollen interpretieren.

3. Kritik der feministischen Forschungsliteratur: Hier werden zentrale feministische Annahmen hinterfragt, indem die empirische Basis und die wissenschaftliche Arbeitsweise der untersuchten Literatur kritisch analysiert werden.

4. Untersuchungen zur Rolle von Männern und Frauen bei häuslicher Gewalt: Dieses Kapitel vergleicht Hellfeld- und Dunkelfelddaten und diskutiert die Validität der "Conflict Tactics Scales" zur Erfassung von Gewalt in Partnerschaften.

Schlüsselwörter

Häusliche Gewalt, Geschlechterrollen, Feministische Forschung, Täter-Opfer-Verhältnis, Conflict Tactics Scales, Empirische Studien, PKS, Partnerschaftsgewalt, Männliche Sozialisation, Machtverhältnisse, Dunkelfeldstudien, Soziale Abhängigkeit, Gewaltprävention, Rollenmodelle, Geschlechtsspezifische Gewalt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die empirischen Belege zur Rolle des Geschlechts bei häuslicher Gewalt, wobei sie insbesondere die Diskrepanz zwischen feministischen Erklärungsmodellen und Ergebnissen aus empirischen Dunkelfeldstudien beleuchtet.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf feministische Theorien zur Entstehung von Gewalt, die Kritik an der entsprechenden Forschungsliteratur, den Einsatz der "Conflict Tactics Scales" und die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Gewaltausübung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die einseitige Perspektive der feministischen Forschung kritisch zu durchleuchten und zu hinterfragen, ob häusliche Gewalt tatsächlich ausschließlich als Ausdruck männlicher Dominanz und gesellschaftlicher Geschlechterrollen zu erklären ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Der Autor führt eine Literaturanalyse durch, bei der er bestehende Studien, Kriminalstatistiken und methodische Instrumente wie die "Conflict Tactics Scales" anhand von Sekundärquellen kritisch vergleicht und bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung feministischer Theorien, eine methodische und inhaltliche Kritik dieser Literatur sowie eine Auseinandersetzung mit empirischen Untersuchungen, die nahelegen, dass Männer und Frauen in ähnlichem Maße Gewalt ausüben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören häusliche Gewalt, Geschlechterrollen, feministische Forschung, Täter-Opfer-Verhältnis, empirische Studien und die "Conflict Tactics Scales".

Wie bewertet der Autor den feministischen Erklärungsansatz?

Der Autor erkennt an, dass patriarchale Strukturen in manchen Kontexten eine Rolle spielen können, kritisiert jedoch die unkritische und teilweise selektive Verwendung von Daten innerhalb der feministischen Forschung, um eine einseitige Hypothese zu stützen.

Was besagt die Kritik an den "Conflict Tactics Scales"?

Die Kritikpunkte umfassen unter anderem, dass die CTS den Kontext von Gewalthandlungen (wie Notwehr) nicht ausreichend berücksichtigen und dass die Intensität verschiedener Gewaltformen innerhalb einer Kategorie unterschiedlich bewertet werden kann.

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Details

Title
Frau = Opfer, Mann = Täter? Die Rollen der Geschlechter bei häuslicher Gewalt
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Course
Delinquenz und Abweichendes Verhalten
Grade
1,0
Author
M.A. Markus Herter (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V122717
ISBN (eBook)
9783640270774
ISBN (Book)
9783640277650
Language
German
Tags
Frau Opfer Mann Täter Rollen Geschlechter Gewalt Delinquenz Abweichendes Verhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Markus Herter (Author), 2009, Frau = Opfer, Mann = Täter? Die Rollen der Geschlechter bei häuslicher Gewalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122717
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