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Der kontrastierte Doppelweg im Artusroman am Beispiel des "Erec" von Hartmann von Aue

Titel: Der kontrastierte Doppelweg im Artusroman am Beispiel des "Erec" von Hartmann von Aue

Hausarbeit , 2007 , 17 Seiten , Note: 2

Autor:in: Liane Hein (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Hartmann von Aues „Erec“ ist einer der bekanntesten Artusromane. Ihm voran geht das Werk Chrétien de Troyes „Erec und Enide“, welches Hartmann von Aue um zusätzliche Verse erweitert hat. Viele Rezensenten, darunter zum Beispiel Hugo Kuhn, haben versucht, den allgemeinen Aufbau bzw. die Struktur des Romans aufzuzeigen und zugänglich zu machen. Kuhn bezeichnet die Struktur des Erec als „doppelten Kursus“.

Er unterscheidet zwei Teile des Romans, wobei er unter anderem den zweiten als Steigerung des ersten ansieht. Diese Steigerung soll auch für die einzelnen Abenteuerepisoden der jeweiligen Teile gelten: Bezüglich ihrer Abfolge werden die Episoden oft als Steigerung der vorangegangenen interpretiert. Bei näherer Betrachtung wird sogar deutlich, dass der Handlungsablauf nicht nur durch eine Steigerung der Handlung geprägt ist, sondern dass die Handlungssequenzen auch kontrastieren.

Diese Arbeit soll die aufeinander aufbauenden und sich steigernden Abenteuer Erecs hinsichtlich der Kontrastierung bzw. Spiegelung im Folgenden untersuchen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der „doppelte Kursus“ im „Erec“

2.1 Erster Handlungsteil

2.2 Zweiter Handlungsteil

3 „Doppelter Kursus“?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Struktur des Artusromans „Erec“ von Hartmann von Aue, insbesondere die von Hugo Kuhn geprägte Theorie des „doppelten Kursus“. Ziel der Analyse ist es aufzuzeigen, dass der Handlungsverlauf nicht allein durch eine inhaltliche Steigerung der Episoden, sondern maßgeblich durch kontrastierende Sequenzen und spiegelbildliche Anordnungen geprägt ist, die eine geistige und soziale Entwicklung des Protagonisten Erec verdeutlichen.

  • Strukturanalyse des „doppelten Kursus“ nach Hugo Kuhn
  • Untersuchung der spiegelbildlichen Anordnung der Artusszenen
  • Kontrastierung von ritterlicher Ehre und höfischer Minne
  • Entwicklung des Protagonisten Erec vom unbewaffneten Ritter zum vollkommenen Artusritter
  • Analyse der Rolle von Enite innerhalb der Ehegemeinschaft

Auszug aus dem Buch

2.1 Erster Handlungsteil

Im ersten Teil entfaltet Erec „seine Individualität: mit Waffenruhm und Frauenminne erwirbt er sein persönliches Glück“. Ausgelöst wird die Handlungssequenz durch den Schlag des Zwerges gegen Erec. Bereits an dieser Stelle gibt es eine Dopplung: Der Zwerg führt den Peitschenschlag zweimal aus. Für Erec bedeutet dies eine erhöhte Schande, da er den Schlag widerspruchslos hinnehmen muss. Erecs Verlust seiner Ehre ist hier nicht selbst verschuldet.

Der Handlungsteil ist in zwei spiegelbildlich gebaute Abschnitte gegliedert, wobei der zweite inhaltlich und längenmäßig die Steigerung des ersten darstellt. Szenen am Artushof grenzen die Abschnitte ein: Der Konflikt wird dort ausgelöst und am Ende seines Abenteuers kehrt Erec dorthin zurück, um seine zurückgewonnene Ehre zu feiern. Die Artushof-Szene dient in auch als Mittelachse, die Erecs höfisch-ritterliches Dasein bestätigt (Iders bekennt sich als besiegt von Erec) und zugleich als Spiegelachse. Der Abschnitt baut sich demnach wie folgt auf:

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Forschungsstand zum „Erec“ ein und erläutert die zentrale These des „doppelten Kursus“ sowie das Vorhaben der Autorin, die Rolle von Kontrasten und Spiegelungen zu untersuchen.

2 Der „doppelte Kursus“ im „Erec“: Hier wird der Roman in seine zwei Hauptteile gegliedert, deren innerer Aufbau als Dreisatz-Struktur analysiert wird, wobei die Bedeutung der Ehre und die Rolle von Spiegelungen in den Handlungsteilen 2.1 und 2.2 dargelegt werden.

3 „Doppelter Kursus“?: Dieses Kapitel kritisiert bzw. ergänzt die These des „doppelten Kursus“, indem aufgezeigt wird, dass die Struktur des Romans nur durch das Zusammenspiel von Steigerungen und Spiegelungen ein schlüssiges Fundament erhält.

Schlüsselwörter

Erec, Hartmann von Aue, Artusroman, doppelter Kursus, Hugo Kuhn, höfische Minne, ritterliche Ehre, Aventiure, Spiegelung, Kontrastierung, Enite, Daseinsstufe, Mittelalterliche Literatur, Strukturanalyse, Handlungsaufbau

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die strukturelle Komposition des mittelalterlichen Romans „Erec“ von Hartmann von Aue und hinterfragt, wie der sogenannte „doppelte Kursus“ durch inhaltliche Spiegelungen und Kontraste gestützt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die höfische Ethik, das Verhältnis von Minne und ritterlicher Ehre, die Entwicklung von Identität durch Aventiure-Fahrten sowie die literaturwissenschaftliche Analyse epischer Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass der Roman nicht nur linear durch Steigerung organisiert ist, sondern durch eine komplexe, spiegelbildliche Anordnung der Episoden eine bewusste ästhetische und moralische Struktur aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine strukturanalytische Untersuchung, die sich auf die Sekundärliteratur (insb. Hugo Kuhn und Kurt Ruh) stützt und den Text durch detaillierte Szenenvergleiche sowie den Abgleich mit mittelalterlichen Normvorstellungen erschließt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert den Roman in zwei Handlungsteile, analysiert deren jeweilige Episodenketten, die Rolle der Artushof-Szenen als Spiegelachsen und die Entwicklung Erecs innerhalb der Ehegemeinschaft mit Enite.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind der „doppelte Kursus“, ritterliche Ehre, Minne, Spiegelachse, Aventiure-Fahrt und höfische Gesellschaft.

Wie unterscheidet sich der erste Handlungsteil vom zweiten bezüglich der Rolle des Helden?

Während Erec im ersten Teil eher passiv auf äußere Schicksalsschläge reagiert, zeichnet sich der zweite Teil durch bewusste Entscheidungen und das aktive Aufsuchen von Abenteuern aus, um seine Ehre eigenständig wiederherzustellen.

Welche Funktion hat die Figur Enite im Kontext der Ehegemeinschaft?

Enite fungiert als Spiegel der Entwicklung Erecs; ihre Treue, Selbstlosigkeit und seelische Verbundenheit bilden das moralische Fundament, auf dem Erec seine ritterliche Identität und sein höfisches Ansehen neu festigen kann.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der kontrastierte Doppelweg im Artusroman am Beispiel des "Erec" von Hartmann von Aue
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Geisteswissenschaften)
Note
2
Autor
Liane Hein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V122735
ISBN (eBook)
9783640279241
ISBN (Buch)
9783668400481
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Doppelter Kursus Doppelweg Steigerung der Handlung Handlungsaufbau Hartmann von Aues "Erec" Artusroman Handlungssteigerung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Liane Hein (Autor:in), 2007, Der kontrastierte Doppelweg im Artusroman am Beispiel des "Erec" von Hartmann von Aue, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122735
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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