Herr der Vergangenheit ist, wer sich erinnern kann, Herr der Zukunft ist, wer sich
wandeln kann.“ (Chinesisches Sprichwort)
Das gesamte deutsche Gesundheitssystem ist seit einigen Jahren im Wandel. Die damit
verbundenen Veränderungen gehen auch am Apothekenmarkt nicht spurlos vorüber.
Der Wettbewerb im Gesundheitsmarkt wird stärker, wodurch höhere Anforderungen
auch auf die einzelne Apotheke zukommen.
Die Aufgabe der heutigen Apotheken ist nicht mehr nur das reine Verkaufen von
Arzneimitteln, vielmehr entwickeln sich die Apotheken mehr und mehr zum
Kompetenzzentrum für Gesundheit. Sie sehen sich vermehrt der Herausforderung
gegenübergestellt, sich dieser Veränderung anzupassen, um in der Zukunft im Markt
wettbewerbsfähig und damit überlebensfähig zu bleiben1. Doch sich in diesen Zeiten zu
behaupten und zu profilieren, ist nicht die einfachste Aufgabe des Apothekers.
Immer dann, wenn von außen eine Gefahr droht, so steht man zusammen, denn
zusammen ist man stark. Dieser Gedanke mag für viele Apotheker der Anlass gewesen
sein, sich einer oder mehrerer Kooperationen anzuschließen. So hat sich seit 2004 die
Anzahl der Apothekenkooperationen enorm erhöht. Es stellt sich allerdings die Frage,
ob dieses Konzept wirklich aufgeht.
Dieser Frage widmet sich die vorliegende Arbeit. Dabei soll zunächst auf die derzeitige
Situation im deutschen Apothekenmarkt eingegangen werden. Anschließend werden die
verschiedenen Apothekenkooperationen dargestellt. Hierbei wird insbesondere auf die
für Apotheken neue Form des Franchisings eingegangen. Im Anschluss an diese
Darstellung erfolgen eine Bewertung dieser Kooperationen, sowie eine kritische
Auseinandersetzung mit den Franchisesystemen. Abschließend folgt ein Fazit und
Ausblick für den Apothekenmarkt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die derzeitige Situation im Apothekenmarkt
2.1 Die Apotheke in Deutschland
2.2 Veränderte Rahmenbedingungen
2.3 Aktuelle Struktur der Apotheken
3 Die Filialisierung
4 Die Kooperation von Apotheken
4.1 Allheilmittel Kooperation?
4.2 Das Franchising
4.2.1 Historie
4.2.2 Abgrenzung zum Filialsystem
4.2.3 Abgrenzung zu Handelsketten
4.2.4 Allgemeine Vorteile eines Franchisesystems für den Franchisenehmer
4.2.5 Allgemeine Nachteile eine Franchisesystems für den Franchisenehmer
4.2.6 Franchisekonzepte in Deutschland
4.2.6.1 DocMorris N.V.
4.2.6.2 Apo.take
4.2.6.3 AVIE GmbH & Co. KG
4.2.6.4 easyApotheke Kooperationsgesellschaft mbH
5 Persönliche Bewertung
5.1 Abwägung der Vor- und Nachteile der einzelnen Konzepte
5.2 Das Problem der Messbarkeit der Vor- und Nachteile
5.3 Vergleich der Systeme
5.4 Franchisesysteme – besser als der Ruf?
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Strukturwandel im deutschen Apothekenmarkt unter besonderer Berücksichtigung zunehmender Kooperationsformen und Franchisesysteme, um die Wettbewerbsfähigkeit inhabergeführter Apotheken kritisch zu bewerten.
- Aktuelle Situation und Rahmenbedingungen des deutschen Apothekenmarktes
- Entwicklung und Bedeutung von Apothekenkooperationen
- Detaillierte Analyse des Franchising als intensive Kooperationsform
- Gegenüberstellung und Bewertung verschiedener Franchise- und Kooperationsmodelle
Auszug aus dem Buch
4.2.4 Allgemeine Vorteile eines Franchisesystems für den Franchisenehmer
Die wirtschaftspolitische Bedeutung des Franchisesystems liegt in der leistungsfähigen Selbstständigkeit auf der Basis einer größeren Organisation.
In erster Linie ist Franchising jedoch ein Werkzeug für ein optimales Marketing. Der Franchisenehmer nutzt den Bekanntheitsgrad und das Vertrauen in ein etabliertes System und erspart sich damit erhebliche Anfangsinvestitionen. Zudem kann der Franchisenehmer auf die Werbung, Verkaufsförderung und Öffentlichkeitsarbeit des Franchisegebers zurückgreifen und wird oftmals bereits bei der Standortsuche und Einarbeitung durch den Franchisegeber unterstützt.
Darüber hinaus partizipiert er an der Erfahrung und am Know-how des Franchisegebers und es werden zumeist bessere Einkaufsbedingungen erreicht, so dass das unternehmerische Risiko insgesamt reduziert wird. Dies erklärt warum die Konkursrate bei Franchisegründungen deutlich geringer ist, als bei selbstständigen Unternehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel im deutschen Gesundheitswesen und den damit verbundenen erhöhten Wettbewerbsdruck auf Apotheken, was zur verstärkten Nutzung von Kooperationen führt.
2 Die derzeitige Situation im Apothekenmarkt: Dieses Kapitel beschreibt die rechtliche Stellung der Apotheke in Deutschland sowie die durch Gesetzesänderungen veränderten Rahmenbedingungen und die daraus resultierende aktuelle Marktstruktur.
3 Die Filialisierung: Hier wird die Gründung von Filialapotheken als eine Reaktion auf den Marktwandel und zur Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität analysiert.
4 Die Kooperation von Apotheken: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und befasst sich intensiv mit den verschiedenen Formen der Kooperation, insbesondere dem Franchising, und stellt spezifische Konzepte wie DocMorris oder easyApotheke vor.
5 Persönliche Bewertung: Der Autor führt eine kritische Abwägung der Vor- und Nachteile der Konzepte durch, vergleicht sie anhand messbarer Kriterien und diskutiert den tatsächlichen Nutzen von Franchisesystemen.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und prognostiziert, dass inhabergeführte Apotheken künftig vermehrt aktiv auf Marktentwicklungen reagieren müssen, wobei Franchising eine zukunftsweisende, wenn auch noch nicht ausgereifte Option bleibt.
Schlüsselwörter
Apothekenmarkt, Kooperationen, Franchising, Filialisierung, Wettbewerb, Arzneimittel, Apothekenwesen, Marketing, Markenpartnerschaft, Apothekenstruktur, Gesundheitsökonomie, Franchisenehmer, Franchisegeber, Apothekenrecht, Unternehmensführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Strukturwandel des deutschen Apothekenmarktes und die zunehmende Bedeutung von Kooperationsmodellen und Franchisesystemen als Reaktion auf verschärfte Wettbewerbsbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für Apotheken, die Entwicklung der Filialisierung sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Franchise-Konzepten und deren Nutzen für den einzelnen Apotheker.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Apotheker eine Entscheidungshilfe für oder gegen den Beitritt zu einer Kooperation oder einem Franchisesystem zu bieten, indem Vor- und Nachteile kritisch beleuchtet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung aktueller Marktdaten sowie einem systematischen Vergleich von Franchise- und Kooperationsmodellen anhand spezifischer Kriterien wie Kosten, Sortiment und Leistungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Filialisierung sowie verschiedene Kooperations- und Franchisekonzepte (z. B. DocMorris, AVIE, easyApotheke) detailliert dargestellt und auf Basis ihrer Vor- und Nachteile sowie messbarer Faktoren bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Apothekenmarkt, Kooperationen, Franchising, Filialisierung, Wettbewerb und strategische Markenführung geprägt.
Welche Rolle spielt die aktuelle Gesetzgebung?
Gesetzliche Rahmenbedingungen, wie das GKV-WSG oder die Lockerung des Mehrbesitzverbots, dienen als Ausgangspunkt, da sie den Wettbewerbsdruck massiv erhöht und den Trend zu Kooperationen erst ermöglicht haben.
Wie ist die kritische Haltung des Autors gegenüber Franchising?
Der Autor zeigt sich skeptisch und weist darauf hin, dass Franchisesysteme oft noch nicht ausgereift sind und die versprochenen Vorteile wie Markenimage oder Einkaufskonditionen auch in weniger bindenden Kooperationen zu finden sind.
Was bedeutet der "Apotheken-Supermarkt" bei apo.take?
Dieses Modell trennt den Verkauf von rezeptfreien Medikamenten (OTC) in einem "Supermarkt-Bereich" räumlich und konzeptionell von der eigentlichen Beratung, um Kosten zu senken und die Frequenz zu erhöhen.
Warum ist das Fremdbesitzverbot für die Analyse wichtig?
Die mögliche Aufhebung des Fremdbesitzverbots wird als treibender Faktor für den Strukturwandel gesehen, da dies den Eintritt von Investoren und den Aufbau von Apothekenketten (wie bei DocMorris angestrebt) erleichtern würde.
- Arbeit zitieren
- Robert Tischer (Autor:in), 2008, Kooperationen und Franchising – Quo vadis inhabergeführte Apotheke?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122746