Die Alpen - Eine klimatische Differenzierung


Hausarbeit, 2008

20 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Alpenvorland

3. Die Ostalpen

4. Die Nordalpen

5. Die Südalpen

6. Die Westalpen

7. Die Zentralalpen

8. Fazit

1. Einleitung

Die Alpen verlaufen in einem weiten Bogen durch Mitteleuropa. Der Gebirgszug befindet sich zwischen 44° und 48° nördlicher Breite und zwischen 6° und 16° östlicher Länge. Anteil an dem Hochgebirge mit den höchsten Gipfeln Europas haben Italien, Monaco, Frankreich, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland und Slowenien. Teile der Grenzen zwischen einzelnen Staaten verlaufen über Bergkämme und Gipfel. Insgesamt erstreckt sich dieses Gebirge über eine Fläche von 181.500 km². Von seinem Westrand am Golf von Genua bis zu seinem Ostrand nahe der Ungarischen Tiefebene, haben die Alpen eine Länge von 1200 km.[1] Heute leben in den Alpen etwa 11 Millionen Menschen in ungefähr 6000 Gemeinden. Die höchsten Lagen der Alpen sind das ganze Jahr über mit Schnee und Eis bedeckt, höchster Alpengipfel (und höchster Berg Europas) ist der Mt. Blanc mit 4807 Metern.

Der Anteil Deutschlands an der Fläche der Alpen ist mit 2,2 % bescheiden. Er liegt vollständig in den nördlichen Ostalpen und er erreicht eine maximale Breite von 35 km.

Zur Gebirgsbildung der Alpen gehören die kaledonisch-variskische und die alpidische Gebirgsbildung. In der kaledonisch-variskischen Gebirgsbildung (vor ca. 450-280 Millionen Jahre) wurden acht kleinere Gebirge in die spätere Alpenbildung miteinbezogen. Die Alpidische Gebirgsbildung lässt sich in drei Phasen zusammenfassen. In der Phase der Sedimentation (vor ca. 200-100 Millionen Jahre) drifteten die Eurasische und die Afrikanische Platte auseinander und das Meer Tethys[2] entstand. In der darauffolgenden Faltungsphase (vor ca. 100-20 Millionen Jahre) driftete die Afrikanische Platte nach Norden, wobei die Tethys zusammengeschoben wurde. Die West-Ost-Kettenform und der bogenförmige Verlauf der Westalpen entstanden. Durch Druck und hohe Temperaturen wurden die Sedimentdecken, die sich vorher am Boden der Tethys abgelagert haben, verfestigt und waagerecht gefaltet. Die Afrikanische schob sich auf die Eurasische Platte und sie verzahnten sich keilförmig. In der Hebungsphase (vor ca. 20 Millionen Jahre) führte der Druck der Afrikanischen Platte zu einer weiteren Hebung der Gesteine und die Decken wurden nach Norden hin bewegt und übereinander geschoben.[3]

Während der Eiszeiten der letzten zwei Millionen Jahre wurde die Oberfläche der Alpen von Gletschern überformt. Gemeinsam sind allen Teilräumen starke glaziale Überprägungen während der quartären Vereisungen – insbesondere währen der Würm-Kaltzeit.

Nicht nur aus kultureller, sondern auch aus klimatologischer Sicht bedürfen die Alpen einer Untergliederung. Da dieses Gebirge im Übergangsbereich zwischen dem Atlantischen Ozean, dem Mittelmeer und der großen europäischen Landmasse liegt, führt das zu einer notwendigen Unterscheidung der Alpen in mehrere Klimaräume.

Nach der effektiven Klimaklassifikation von Köppen und Geiger, liegt Mitteleuropa in den warm gemäßigten Breiten. Es gibt ca. 6-9 humide und 3-6 aride Monate, somit ist das Klima semihumid. Das Klima der Alpen bezeichnet man als Cfb – Klima, in wenigen Regionen, wie zum Beispiel der Zugspitze, herrscht allerdings ET – Klima. Allgemein werden in den Alpen geringere Temperaturen als im Rest von Mitteleuropa erreicht. Dies liegt vor allem daran, dass Temperaturen mit der Höhe abnehmen.[4]

Mitteleuropa befindet sich in der Westwindzone, das heißt, der Großteil der Winde kommt aus dem Westen. Über dem Meer reichern sich die Luftmassen mit Feuchtigkeit an und regnen sich später über Land aus. Das bringt zur Folge, dass die Niederschläge Richtung Osten hin abnehmen. Die Alpen stellen ein orographisches Hindernis für diese Luftmassen dar. Warme Luftmassen müssen aufsteigen, wobei es zur Abkühlung und Wolkenbildung kommt. Bis sie ihr Kondensationsniveau erreicht haben, erfolgt die Temperaturabnahme trockenadiabatisch (0,98 K/ 100 m), danach feuchtadiabatisch (>0,98 K/ 100 m). Man spricht dann von orographischem oder auch Steigungsregen.[5] Besonders in den Westalpen sind enorm hohe Niederschläge möglich.

Die Windströmungen werden durch die Alpen erheblich modifiziert. Zum einen durch die Luv- und Lee-Effekt in Form des Föhns. Zum anderen kann es südlich der Alpen zeitweise zu einer Lee-seitigen Zyklogenese kommen, die man dann „Genuazyklone“ nennt.[6]

Die West-Ost-Erstreckung der Alpen stellt für Europa eine Klima- beziehungsweise Wetterscheide in Nord und Südeuropa dar. Aber auch von West nach Ost findet ein Wechsel von atlantisch zu kontinental geprägten Gebieten statt.

In der Arbeit sollen die unterschiedlichen Klimate der verschiedenen Alpenregionen untersucht werden. Hierfür wurde von den beiden Autoren versucht, die Alpen in sechs relevante Bereiche einzuteilen: Die Nord-, West-, Ost-, Süd- und die Zentralalpen, sowie das Alpenvorland sind die Teilgebiete dieser Hausarbeit.

Im Folgenden soll der Frage nachgegangen werden, worin die Besonderheit der Alpen gegenüber anderen Klimastationen Deutschlands liegt. Dafür sollen verschiedene Klimadiagramme der Alpenregionen untersucht und ausgewertet werden. Das Fazit wird dazu dienen, die Brücke zu Deutschland zu werfen und die Unterschiede sollen in diesem Teil der Arbeit deutlich gemacht werden. Jedoch soll nicht nur untersucht werden, was die Alpen von Deutschland unterscheidet, viel mehr wird auch der Grund für diese Differenzen gesucht und wenn möglich sollen Gemeinsamkeiten zum Vorschein kommen.

2. Das Alpenvorland

Das Vorland der Alpen lässt sich in drei Zonen untergliedern. Dem albnahen Bereich, welcher auffällig durch seine terrassierten Schmelzwasserrinnen ist; die tiefer liegenden Schotterplatten und die Tertiärhügelländer und zuletzt die jungen Talsohlen[7]. Das Alpenvorland hat im Gegensatz zu den Alpen keine räumliche Variation der Lufttemperatur. Durch die Schwäbische Alb und den Bayerischen Wald kann die Kaltluft in der Donauregion angesammelt werden und das Gebiet ist dadurch im Winter relativ kalt. In den Sommermonaten ist diese thermische Veränderung wieder aufgehoben[8]. Eine Ausnahmestellung nimmt dabei der Bodensee ein, welcher sowohl im Winter als auch im Sommer eine relativ warme Region darstellt. Die sommerliche Wärme wird durch die stabile, vertikale Schichtung des Sees begründet[9]. Im Jahresmittel werden am im Alpenvorland rund 50 heitere Tage gezählt, jedoch schneidet das Vorland in der Statistik der trüben Tage am schlechtesten mit 150 Tagen ab[10].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.klimadiagramme.de

Der Jahresgang des Niederschlages der Region weist ein Maximum in den Sommermonaten auf, in den Winter- und Herbstmonaten scheint sich der Niederschlag zu verringern. Die Temperaturen erreichen ihr Maximum im Juli und sinken im Winter unter den Nullpunkt[11].

Eine weitere Besonderheit des Alpenvorlandes sind die Luv- und Lee- Windsysteme, die in diesen Gebieten herrschen. Die Lee- Erscheinungen tragen in den Alpen einen besonderen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://www.m-forkel.de/klima/grafiken/foehn.gif

Namen. Hier spricht man vom Föhn, wenn man über den warmen und trockenen Wind redet, welcher nach dem Überqueren eines Gebirges entsteht[12].

Auf der Luv- Seite des Gebirges kommt es zu Hebung, Wolkenbildung und Niederschlag, die Lee- Seite zeichnet sich hingegen durch Trockenheit und Erwärmung aus[13]. Der nördliche Alpenrand liegt häufig im Luv-Gebiet, was zu Staueffekten führen kann. Diese Staueffekte wirken sich auf Niederschlag der Regionen auf, sodass der Jahresgang der Niederschläge in Augsburg bei 780mm und in Kempten schon bei 1272mm liegt[14].

[...]


[1] Dongus 1984: 389

[2] Damit gemeint ist das große Meer, welches sich Paläozoikum bis ins Tertiär von Europa bis Südostasien erstreckte. Leser 132005: 949

[3] Bätzing 1997 :97-99

[4] Müller 1987 : XI

[5] Lauer & Bendix 2006: 88

[6] Wanner 1980: 118

[7] Dongus 1982: 402

[8] Liedtke & Marcinek 21995: 110

[9] Im Sommer liegen die Durchschnittstemperaturen um die 18 Grad Celsius und im Winter um die 0 Grad Celsius. Liedtke & Marcinek 21995: 110

[10] Fliri 1974: 61

[11] Vgl. dazu das Klimadiagramm von Augsburg.

[12] Hupfer & Kuttler 122006: 362

[13] Schönwiese 22003: 174 f.

[14] Vgl. Für Augsburg: http://www.klimadiagramme.de/Deutschland/augsburg2.html und für Kempten: http://www.klimadiagramme.de/Deutschland/kempten.html .

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Alpen - Eine klimatische Differenzierung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Regionale Klimate Deutschlands
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V122792
ISBN (eBook)
9783640276943
ISBN (Buch)
9783640278077
Dateigröße
562 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alpen, Gebirge, Klima, Klimadiagramme
Arbeit zitieren
Robert Schneider (Autor), 2008, Die Alpen - Eine klimatische Differenzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122792

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