Kinder- und Jugendsport in der DDR

Aufbau des Schul- und Freizeitsports


Hausarbeit, 2009
12 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Aufbau einer „sozialistischen Körperkultur“
2. 1. Der „Arbeiter- und Bauernstaat“

3. Schulsport und Körpererziehung von Kindern und Jugendlichen
3.1. Spartakiaden
3.2. Kinder- und Jugendsportschule (KJS)
3.3. Der Schulsport in der DDR
3.3.1. Wehrsport und Wehrunterricht
3.3.2. Schulsportgemeinschaften
3.4. Die vormilitärische Ausbildung

4. Die körperliche Erziehung der Kinder und Jugendlichen in ihrer Freizeit
4.1. Die Organisation des Sports in der DDR
4.1.1. Der „Deutsche Turn- und Sportbund“ (DTSB)
4.1.2. Der Sport im Wohnfeld der Kinder

5. Zusammenfassung

Literatur- und Internetverzeichnis

1. Einleitung

Noch nie wurde der Sport von einem Staat so stark gefördert, und noch nie diente er so ausgeprägt als Stütze eines Regimes, wie dies in der DDR der Fall war. Der Sport spielte in der DDR eine große Rolle. Von klein an wurden die menschen angeregt, Sport zu treiben, und bis ins hohe Alter gab es die Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung. Deshalb möchte ich mich in diesem Beitrag mit dem Schul- und Freizeitsport von Kindern und Jugendlichen beschäftigen. Dabei werden Ziele und Funktion, Organisation und Motive des organisierten Kinder- und Jugendsports näher erläutert und ein Blick auf den nicht organisierten Freizeitsport geworfen.

2. Der Aufbau einer „sozialistischen Körperkultur“

In der DDR sprach man nicht von Sport als ein Begriff, sondern immer die Rede von „sozialistischer Körperkultur“ oder von „Körperkultur und Sport in der entwickelten sozialitischen Gesellschaft der DDR“ (vgl. Krüger 1993/2004, S. 174). Damit sollte ausgedrückt werden, dass erst im Sozialismus, aus dem kulturlosen Sport, eine echte, hochwertige und überlegene „Körperkultur“ geformt wurde. Man beschrieb den Sport als eine Körperkultur, in der die Klassengegensätze des Sports im Kapitalismus aufgehoben seien; eine Körperkultur, die den Massen zu gute komme; eine Körperkultur, die wissenschaftlich begründet und erforscht sei und in der sich die Überlegenheit und Leistungsfähigkeit der Menschen im Sozialismus widerspiegele.

„Sie ist eine Körperkultur neuer Qualität, in Ziele, Inhalt, Verbreitung und Wirksamkeit nicht vergleichbar mit der Körperkultur anderer bzw. früherer Gesellschaftsordnungen; sie ist die wahre, vom sozialistischen Humanismus geprägte Körperkultur des Volkes.“ (vgl. Krüger 1993/2004, S.174). In Wirklichkeit handelt es sich bei diese offiziellen „Körperkultur“ lediglich um die von Partei und Staat vorgegebene und organisierten Formen des Sporttreibens im Rahmen ihrer eng eingrenzenden Aufgaben und Ziele.

2. 1. Der „Arbeiter- und Bauernstaat“

Der Staat, der sich sozialistisch nannte und dessen Repräsentatnten behaupteten, im Sinne des Volkes und besonders der Arbeiter und Bauern zu handeln, ging im Aufbau des Sports und deren Sportorganisationen völlig andere Wege als die damalige Bundesrepublik. Die Staats- und Parteiführer der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) orientierten sich stark an der Sowjetunion und deren Sportorganisationen. Dies bedeutet vor allem, dass nicht nur die Wiedergründung von „bürgerlichen“ Turn- und Sportvereinen verboten wurde, sondern hatten auch die alten Arbeiterturn- und Sportvereine keinen Platz. Der Kommunalsport war nur der erste Schritt auf den Weg des Sports in den sozialistischen Zentralismus der DDR. Die Parteiführung machte sich daran, das sowjetische Konzept des Kommunalsports auch in der Sowjetisch Besetzten Zone (SBZ) in der DDR zu realisieren. Es war ein Sport, der von den Städten, Gemeinden, Kreisen, in einer staatlichen Verantwortung organisiert und gelenkt wurde.

1948 wurde der Deutsche Sportausschuss (DSA) gegründet und kommunale Sportorganisationen wurden an die Partei gekoppelt. Der Sport wurde fest an die Kette der Partei gelegt. Alte Vereine wurden zu Betriebssportgemeinschaften (BSG) und wer nun Sport treiben wollte, musste dies in einer BSG tun.

3. Schulsport und Körpererziehung von Kinder und Jugendlichen

Die Bildung, Erziehung und das gesamte Schulwesen in der DDR hatten das Ziel, „allseitig entwickelte sozialistische Persönlichkeiten“ zu erziehen (vgl. Krüger 1993/2004, S 178). Der Sportunterricht geriet zeitweise zu einem der „wichtigsten Gesinnungsfächer für den Aufbau des Kommunismus und die Verteidigung der sozialistischen Errungenschaften der DDR“(vgl. Krüger 1993/2004, S. 179). Neben der Vermittlung physischer und Sportlich-motorischer Fähigkeiten, galt die Erziehung zu diszipliniertem und selbst diszipliniertem Verhalten, zu sozialistischer Moral, zu kollektivem Handeln und zu Verteidigung des Vaterlandes als die allgemein sportpädagogischen Ziele. Der Schulsportunterricht orientierte sich am Leistungssport. Die Schüler und Schülerinnen wurden klar gegliedert nach Leistungs- und Altersklassen. Die Bewertung von Leistungen sowie die Notengebung spielte eine große Rolle. Die jeweils Besten konnten sich bei den regelmäßig statt findenden „Spartakiaden“ qualifizieren und bei den Endkämpfen der „Kinder- und Jugendspartakiaden“ teil nehmen. In Verbindung mit den Kinder- und Jugendsportschulen (KJS) der DDR haben sich diese Spartakiaden als ein effektives System der Talentfindung erwiesen. Sie galten als die Grundlage des „Sportwunders“ der DDR. Viele zahlreiche Olympiateilnehmer und auch Sieger der DDR gingen aus diesen KJSs hervor und waren bereits erfolgreiche Sieger bei den Kinder- und Jugendspartakiaden.

3. 1. Spartakiaden

Die Kinder- und Jugendspartakiaden waren in der DDR und auch in anderen Ländern des Warschauer Pakts regelmäßig veranstaltete Sportwettkämpfe. Sie sollten Kinder und Jugendliche zu regelmäßiger sportlichen Betätigung anhalten und dienten aber auch der frühzeitigen Erkennung potenzieller Leistungssportler. Spartakiaden waren zusammen mit den Kreis-, Bezirks- und DDR-Meisterschaften sowie dem Pionierpokal, die wichtigsten sportlichen Wettkämpfe im Kinder- und Jugendbereich in der DDR. Es fanden Vorwettkämpfe, Kreisspartakiaden, alle zwei Jahre Bezirksspartakiaden und die zentralen Spartakiadenwettkämpfe statt.

Der Name „Spartakiaden“ ist eine Ableitung aus Olympiade und Spartakus bzw. Spartakist. Die Spartakisten waren die Angehörigen des Spartakusbundes von 1916 – 1919, der sich seinerseits nach Spartacus, dem Anführer des ersten Aufstands gegen die Sklavenhatergesellschaft, benannt hatte, genannt (vgl. Wikipedia).

1964 entstand dann die Idee eine Sportveranstaltung und Wettkampfformen zu entwickeln, die in allen Sportarten möglichst alle Kinder und Jugendlichen der DDR anspricht. Das Konzept und deren Finanzierung lieferte die SED-Sportführung und wurde von den Massenorganisationen des Sports (DTSB, GST) und der Jugend (FDJ) durchgeführt. Die verschiedenen Sportarten in denen sich die Kinder und Jugendlichen beweisen konnten waren: Leichtathletik, Turnen, Schwimmen, Basketball, Boxen, Fechten, Fussball, Gewichtheben, Handball, Hockey, Judo, Kanu-Rennsport, Moderner Fünfkampf, Reiten, Radsport, Ringen, Rudern,Schießen, Volleyball, Rennschlittensport, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Eislauf Eishockey, Biathlon und in den olympischen Skidisziplinen.

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Details

Titel
Kinder- und Jugendsport in der DDR
Untertitel
Aufbau des Schul- und Freizeitsports
Hochschule
Universität Erfurt
Veranstaltung
Sportgeschichte
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V122850
ISBN (eBook)
9783640269952
ISBN (Buch)
9783640268573
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinder-, Jugendsport, Sportgeschichte
Arbeit zitieren
Juliane Brose (Autor), 2009, Kinder- und Jugendsport in der DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122850

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