Gegenwärtige Zahlungsmöglichkeiten im Internet reichen von Zahlungen per Nachnahme oder auf Rechnung über Online-Zahlungen via Kredit- und Chipkarten bis zu Zahlungen mit gänzlich entmaterialisiertem „künstlichem Geld“, wobei sich die hochgesteckten Erwartungen an den „Cyberspace“ als elektronischen Marktplatz derzeit überwiegend auf die Nutzung des neuen Mediums als Werbeträger beschränken. Prognosen besagen jedoch, daß es zu einem rapiden Wachstum des Electronic Commerce in den nächsten Jahren kommen wird, weil im virtuellen Markt Raum und Zeit eine untergeordnete Rolle spielen, Geschäfte globaler und Transaktionen vielfältiger werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Konstitutive Merkmale und einleitende Enumeration elektronischer Zahlungssysteme
2 „Cybergeld“ als Alternative im Hinblick auf konventionelle elektronische Zahlungssysteme
2.1 Definition und Zielsetzung des „Cybergeldes“
2.2 Paradigmen praxisrelevanter bereits implementierter oder pilotierter Internetsysteme im Hinblick auf das „Cybergeld“
2.2.1 CyberCoin-Konzeption als wertbasiertes Zahlungssystem
2.2.2 Chaums Ecash-Konzeption: Darstellung eines Token-basierten Systems
2.2.3 Chipkarte als elektronische Geldbörse am Beispiel der Mondex-Karte
2.2.4 Millicent: Berücksichtigung adäquater Transaktionsmodalitäten
3 Evaluierung und Konsequenzen des „Cybergeldes“
3.1 Gesamtwirtschaftliche Evaluierung derivativer Zahlungsmittel
3.2 Rechtliche, politische und gesellschaftliche Aspekte des digitalen Geldes
3.3 Situationsadäquanz ausgewählter Systeme
4 Fortentwicklung des „Cybergeldes“ vor dem Hintergrund aktueller Tendenzen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Rolle und Funktion von elektronischen Zahlungssystemen, speziell dem „Cybergeld“, als Alternative zu konventionellen Methoden im Electronic Commerce. Dabei wird untersucht, wie digitales Geld die Effizienz von Transaktionen steigern und die Bedürfnisse des elektronischen Marktes adressieren kann, unter Berücksichtigung technologischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen.
- Konstitutive Merkmale und Klassifikation elektronischer Zahlungssysteme
- Analyse praxisrelevanter Systeme wie CyberCoin, Ecash, Mondex und Millicent
- Gesamtwirtschaftliche Bewertung der Auswirkungen auf Zentralbanken und Geldpolitik
- Rechtliche und politische Herausforderungen im Cyberspace
- Zukünftige Entwicklungstendenzen des digitalen Zahlungsverkehrs
Auszug aus dem Buch
2.2.1 CyberCoin-Konzeption als wertbasiertes Zahlungssystem
CyberCoin ist ein Münz-basiertes elektronisches Zahlungssystem von CyberCash, welches nahtlos auf die vorhandene CyberCash-Software zur Abwicklung verschlüsselter Kreditkartentransaktionen aufbaut. CyberCash assoziiert somit erstmals ein Account-basiertes elektronisches Zahlungssystem durch Kreditkarten mit einem Münz-basierten Zahlungssystem auf Basis des Cybergeldes; jedoch wird kein „echtes“ digitales Geld erzeugt, sondern lediglich Forderungen gegeneinander verrechnet und periodisch auf herkömmlichen Wegen ausgeglichen. Die Firma CyberCash hat schnell erkannt, daß neben ihrem Kreditkarten-basierten Transaktionsdienst ein großer Bedarf für unkomplizierte Abwicklung von Kleinbetragsbezahlungen besteht.
Das CyberCoin-System ist für die Bezahlung von digitalisierten Gütern mit einem geringen Preis von $0.25 bis $10 konzipiert worden. Dies geschieht in der Wallet-Software, dem einheitlichen graphischen User-Interface, in der das virtuelle Portemonnaie mit einem Geldbetrag gefüllt und Zahlungen initiiert werden können. Das Geld wird dabei nicht tatsächlich in das Wallet, bzw. auf die Festplatte des Kunden, sondern auf ein spezielles Schattenkonto bei seinem Geldinstitut übertragen. Da die realen Werte den Bankserver nicht verlassen, ist es bei einem Hardwarefehler am eigenen Rechner möglich, den Kontostand nach entsprechender Bestätigung zu rekonstruieren. Die Darstellung eines praktischen Zahlungsvorganges soll Abbildung 5 schrittweise verbildlichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Konstitutive Merkmale und einleitende Enumeration elektronischer Zahlungssysteme: Dieses Kapitel führt in die Problematik bestehender Zahlungssysteme im Internet ein und definiert die grundlegenden Anforderungen an neue, entmaterialisierte Zahlungsformen.
2 „Cybergeld“ als Alternative im Hinblick auf konventionelle elektronische Zahlungssysteme: Hier erfolgt eine Klassifizierung elektronischer Zahlungsmittel, gefolgt von einer detaillierten Analyse spezifischer Systeme wie CyberCoin, Ecash, Mondex und Millicent hinsichtlich ihrer technischen Funktionsweise und Zielsetzung.
3 Evaluierung und Konsequenzen des „Cybergeldes“: Dieses Kapitel befasst sich mit den gesamtwirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Folgen der Implementierung digitalen Geldes, einschließlich der Auswirkungen auf Zentralbanken und die monetäre Stabilität.
4 Fortentwicklung des „Cybergeldes“ vor dem Hintergrund aktueller Tendenzen: Das abschließende Kapitel diskutiert die zukünftige Marktentwicklung für digitales Geld und beleuchtet die Notwendigkeit politischer Rahmenbedingungen für eine freie Entfaltung des elektronischen Handels.
Schlüsselwörter
Cybergeld, Electronic Commerce, Elektronische Zahlungssysteme, CyberCoin, Ecash, Millicent, Mondex, Zentralbank, Bargeldersatz, Mikro-Zahlungen, Online-Sicherheit, Kryptographie, Micropayment, Digitales Geld, Finanztechnologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse elektronischer Zahlungssysteme, insbesondere sogenanntem „Cybergeld“, und deren Funktion als effiziente Alternative zu traditionellen Zahlungsmethoden im Internet.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Schwerpunkte sind die technologische Klassifikation, die Analyse konkreter Systeme (CyberCoin, Ecash, etc.), die gesamtwirtschaftliche Bedeutung sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für digitales Geld.
Was ist die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die Praxistauglichkeit und die Implikationen verschiedener Cybergeld-Systeme für den elektronischen Handel unter Berücksichtigung von Effizienz und Sicherheit zu untersuchen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie eine systematische Gegenüberstellung und Bewertung bestehender Zahlungsarchitekturen, unterstützt durch Abbildungen und Evaluierungstabellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Cybergeld, die detaillierte Vorstellung und Prüfung von vier spezifischen Systemen (CyberCoin, Ecash, Mondex, Millicent) sowie eine Evaluierung ihrer ökonomischen und regulatorischen Konsequenzen.
Was charakterisiert die Arbeit?
Sie zeichnet sich durch eine fachliche Einordnung der Thematik in den betriebswirtschaftlichen Kontext des Electronic Commerce und einen starken Fokus auf die technische Systematik digitaler Zahlungen aus.
Welches System wird als „echtes“ digitales Geld angesehen?
Die Arbeit stellt heraus, dass unter den untersuchten Ansätzen lediglich das System „Ecash“ der Firma DigiCash von den Autoren als ein „reines“ Cybergeld-System mit echtem digitalen Geld eingestuft wird.
Welche Rolle spielt die Anonymität bei diesen Systemen?
Die Anonymität variiert stark: Während Ecash ein hohes Anonymitätsniveau für den Käufer bietet, ist dies bei Systemen wie CyberCoin oder Millicent systembedingt nicht oder nur sehr eingeschränkt gegeben.
- Quote paper
- Robert Pomes (Author), 2001, "Cyber-Geld" als Alternative? Evaluierung, Konsequenzen und Fortentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122865