Enterprise Application Integration (EAI) als Integrationskonzept für Applikationsarchitekturen


Seminararbeit, 2009

29 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Ebenen und Tiefe der Integration
2.3 Traditionelle Integrationsarchitekturen
2.4 Integrationsarchitektur mit Enterprise Application Integration

3 Bestandteile und Eignung
3.1 Bestandteile von Enterprise Application Integration
3.2 Eignung als Integrationskonzept

4 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2.1: Integrationsebenen und -tiefe

Abbildung 2.2: Punkt-zu-Punkt-Architektur

Abbildung 2.3: Auf ERP basierende Architektur

Abbildung 2.4: Auf Middleware basierende Architektur

Abbildung 2.5: Auf EAI basierende Architektur „Hub and Spokes“

Abbildung 2.6: Auf EAI basierende Architektur als verteilte Architektur

Abbildung 3.1: Bestandteile von Enterprise Application Integration

Tabellenverzeichnis

Tabelle 3.1: Nutzenpotenzial durch Enterprise Application Integration

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Zur Bewältigung der in einem Unternehmen anfallenden Geschäftsprozesse (z.B. Waren einkaufen, Verkaufspreise kalkulieren, Rechnungen erstellen, Provisionen auszahlen, Jahresinventur durchführen) werden seit Jahrzehnten betriebliche In­formationssysteme eingesetzt. Die Nutzung dieser Systeme einerseits und deren Zusammenspiel andererseits haben sich im Laufe der vergangenen 40 bis 50 Jahre grundlegend verändert. Waren es in den 60er Jahren noch die Großrechner (sog. Mainframes) mit zentraler Datenhaltung (Zentralisierung), die die Sys­temlandschaft gestalteten, so begann in den 70er Jahren eine Dezentralisierung der Datenverarbeitung mit der Einführung der sog. Client-/Server-Systeme. Die Komplexität der verwendeten Systemstrukturen und -architekturen hat sich seit dem bis heute sehr stark erhöht. Dies ist u. a. der serverseitigen Differenzierung in Datenbank- und Anwendungsserver, der Einführung des World Wide Web (WWW) Mitte der 90er Jahre und der Aufspaltung des Anwendungsservers in Workflow-Management, d. h. des Managements der Ablauforganisation, und in Geschäftslogik zuzurechnen (vgl. Conrad et al. 2006, S. 2 f.).

Vor allem große Unternehmen haben über die Jahre hinweg komplexe und heterogene IT-Infra­strukturen geschaffen, die ihre Kernprozesse unterstützen. Zwar können damit auch neue bzw. geänderte Prozesse abgewickelt und Geschäftsziele erreicht werden, aber die heute vorhandene Komplexität verhindert bzw. hemmt den organisatorischen Wandel beträchtlich. Hinzu kommt, dass die historisch gewachsene, komplexe und heterogene IT-Systemlandschaft zumeist schwer weiter zu integrieren und teuer zu warten ist (Aier/Schönherr 2005, S. 60).

Ursprünglich waren die Systeme nicht darauf ausgerichtet, integriert zu arbeiten. In den letzten ca. 10 bis 15 Jahren trat dann aber der Trend ein, Geschäftsprozesse sowie die diesen Prozessen zugrunde liegenden Applikationen miteinander zu verknüpfen. Derartige Integrationsmaßnahmen sollten vor allem dem Ziel dienen, dem Unternehmen eine Steigerung des Nutzens durch den Einsatz von IT zu bringen (vgl. Schönherr 2005, S. 25). So wurden beispielsweise um das Jahr 2000 herum ca. 30 bis 35 Prozent aller IT-Ausgaben in die Integration von IT-Systemen investiert (Kaib 2002, S. 1).

Enterprise Application Integration (EAI) stellt ein interessantes Integrationskonzept dar, das verspricht, einen strukturierten Transformationsprozess zur Überführung der heutigen IT-Systemlandschaft in eine neue globale Applikationsarchitektur zu unterstützen (Gröger 2002, S. 82). Dabei soll EAI die uneingeschränkte Nutzung aller Daten und Geschäftsprozesse zwischen allen Applikationen im Unternehmen sicherstellen (Schwinn 2006, S. 32).

Im Folgenden wird EAI als Integrationskonzept für Applikationsarchitekturen näher dargestellt. Ziel ist es, die grundlegenden Integrationskonzepte vorzustellen, die Besonderheiten des EAI-Konzepts zu beschreiben und herauszuarbeiten, ob EAI als ein geeignetes Konzept betrachtet werden kann.

In Kapitel 2 werden zunächst die für das Thema dieser Arbeit wichtigen Begriffe definiert. Sodann werden die verschiedenen Ebenen und die grundlegenden Architekturen der Applikationsintegration beschrieben.

Anschließend werden die Bestandteile von EAI in Kapitel 3 dargestellt. Zudem wird auf die Eignung des EAI als Integrationskonzept für Applikationsarchitekturen eingegangen.

Eine Zusammenfassung ist in Kapitel 4 zu finden. Ein Ausblick schließt diese Arbeit ab.

2 Grundlagen

In diesem Kapitel werden zunächst die wichtigsten Begriffe definiert. Anschließend werden die Integrationsebenen und die grundlegenden Integrationsarchitekturen dargestellt.

2.1 Begriffsbestimmungen

Im Folgenden werden diejenigen Begriffe erläutert, die für das Thema dieser Arbeit von Bedeutung sind. Dies sind die Begriffe Integration, Applikation, Architektur, Applikationsarchitektur und Enterprise Application Integration (EAI).

Integration

Schubert (2003, S. 2) definiert den Begriff der Integration im Sinne einer E-Business-Integration als eine Verbindung von Geschäftsprozessen und Informationssystemen mit dem Ziel, in einer verteilten Wertschöpfungskette eine zusammenhängende Leistung zu erzeugen (vgl. auch Stauss/Bruhn 2007, S. 5 ff.). Schwinn (2006, S.32) bestimmt Integration hingegen im Sinne der Wirtschaftsinformatik als eine Verknüpfung von Menschen, Aufgaben und Technik zu einer Einheit. Auch Hohpe/Woolf (2004, S. 5) geben nur eine sehr weit gefasste Definition an, um möglichst viele Aspekte damit abdecken zu können. So verstehen sie unter dem Begriff Integration die Kopplung von Systemen, Unternehmen oder Menschen.

Je nach Zusammenhang ist in der Literatur also eine andere Definition zu finden. Die bei Schubert gegebene Definition kommt dem Thema dieser Arbeit noch am nächsten. Daher wird die dortige Definition hier aufgegriffen und wie folgt formuliert: Die Integration ist die Verknüpfung von Applikationen und Geschäftsprozessen mit dem Ziel, einzelne Applikationen und Prozesse zusammenwirken zu lassen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen.

Applikation, Architektur und Applikationsarchitektur

Der Begriff Applikation bedeutet Anwendungsprogramm (kurz: Anwendung, engl. application). Hierunter ist im Allgemeinen ein Computerprogramm zu verstehen, das bestimmte Aufgaben durchführt. Dies kann ein Programm sein, das interaktiv (sog. Online-Programm) oder auch nicht interaktiv (sog. Batchprogramm) läuft. Eine Applikation unterstützt durch die Automatisierung informationsverarbeitender Aufgaben betriebliche Tätigkeiten, d. h. Geschäftsprozesse (vgl. Kaib 2002, S. 1).

Kaib (2002, S. 84) stellt fest, dass die breite Verwendung des Begriffs Architektur eine einheitliche Definition erschwert. Aier/Schönherr (2005, S. 61) bezeichnen die abstrakte, ganzheitliche Betrachtung von Strukturen und Mustern mit Planungscharakter als Architektur. Eine Informationssystem-Architektur ist dabei die Erstellung eines unternehmensweiten Rahmenplans, der alle verwendeten Informationssysteme zueinander in Beziehung setzt und Regeln für deren Verwendung aufstellt (Kaib 2002, S. 84).

Eine Applikationsarchitektur ist zusammenfassend also eine abstrakte, ganzheitliche Betrachtung von Strukturen und Mustern mit Planungscharakter für ein Anwendungsprogramm bzw. mehrere Anwendungsprogramme.

Enterprise Application Integration (EAI)

Eine Integration (s. o.) kann sowohl horizontal als auch vertikal erfolgen. Die horizontale Integration auf der Applikationsebene wird als Enterprise Application Integration (EAI) bezeichnet, die sowohl unternehmensintern als auch unternehmensübergreifend sein kann (Conrad et al. 2006, S. 4 f.). Ziel dieser Integration ist vor allem, den Austausch von Daten und die Geschäftsprozesse systemübergreifend zu unterstützen (Schönherr 2005, S. 25).

Kaib (2002, S. 2) definiert EAI als „umfassenden Ansatz zur Integration von Anwendungssystemen, der den Austausch von Informationen zwischen Anwendungen im Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinweg ohne wesentliche Veränderungen der existierenden Systeme ermöglicht“. Auch Jung (2006, S. 174) sieht EAI als eine Strategie, die Vorhandenes zueinander in Beziehung setzt. Diesen Definitionen kann entnommen werden, dass EAI weder eine eigenständige Architektur noch eine Technologie ist. EAI ist auch kein Softwareprodukt, obwohl es solche am Markt gibt. EAI ist vielmehr ein Konzept, das die durchgängig automatisierte Unterstützung von Geschäftsprozessen durch eine nahtlose Integration aller Applikationen zum Ziel hat (vgl. Kaib 2002, S. 80 f.; Jung 2006, S. 174).

2.2 Ebenen und Tiefe der Integration

Die Integration von Applikationen kann auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Tiefen erfolgen. Hinsichtlich der Ebenen können die Daten-, die Applikations- und die Prozessebene unterschieden werden. Die Tiefe der Integration ist ein Maß für den Grad der semantischen Integration, d. h. ein Maß dafür, wie stark die verschiedenen Applikationen inhaltlich miteinander kommunizieren (vgl. Holschke et al. 2007, S. 336).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1: Integrationsebenen und -tiefe

Quelle: in Anlehnung an (Schönherr 2005, S. 26; Kaib 2002, S. 79)

Die in Abbildung 2.1 dargestellten Integrationsebenen werden nachfolgend kurz erläutert. Auf die Tiefe der Integration wird dabei nur implizit eingegangen.

Integration auf Datenebene

Diese Ebene besitzt die geringste Integrationstiefe (Schönherr 2005, S. 26). Über eine Middleware[1] werden die Applikationen hinsichtlich der jeweiligen Daten (bzw. Datenbanken) integriert. Soll allerdings direkt auf die Datenbanken zugegriffen werden, kann dies mittels ODBC bzw. JDBC[2] realisiert werden (Conrad et al. 2006, S. 18).

Integration auf Applikationsebene

Auf dieser Ebene kommunizieren die Applikationen kontrolliert miteinander, in dem Funktionen bzw. Methoden in anderen Applikationen aufgerufen und übergreifend verwendet werden. Durch Kapselung und standardisierte Kommunikation zwischen den gekapselten Elementen kann eine sehr weitreichende Integration erreicht werden (Schönherr 2005, S. 26).

Integration auf Prozessebene

Wird auf Prozessebene integriert, dann liegen die Geschäftsprozesse nicht mehr in den einzelnen Applikationen vor. Die Prozesse werden vielmehr unabhängig von den Applikationen durch eine EAI-Lösung unterstützt. Je durchgängiger die Geschäftsprozesse dabei integriert werden, desto höher ist die Integrationstiefe (Schönherr 2005, S. 26).

2.3 Traditionelle Integrationsarchitekturen

Jedes Unternehmen besitzt seine ihm eigene Systemlandschaft. Dennoch existieren Basistechnologien, um die verschiedenen Applikationen eines Unternehmens zu integrieren. Die diesen Technologien zugrundeliegenden Konzepten und Architekturen, die in der Praxis jedoch nur selten in reiner Form realisiert sind, werden nachfolgend kurz dargestellt (vgl. Schönherr 2005, S. 27).

[...]


[1] Näheres zur Middleware siehe Kapitel 3.1.

[2] Näheres zu den Standardschnittstellen ODBC und JDBC siehe Kapitel 3.1.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Enterprise Application Integration (EAI) als Integrationskonzept für Applikationsarchitekturen
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
29
Katalognummer
V122947
ISBN (eBook)
9783640285358
ISBN (Buch)
9783640285938
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Enterprise Application Integration, EAI, Architekturmanagement, IT-Architektur, Integration, Konzept, Applikation, Architektur, Applikationsarchitektur, Anwendungsarchitektur, Migration, Geschäftsprozess, Datenebene, Applikationsebene, Funktionsebene, Anwendungsebene, Prozessebene, Punkt-zu-Punkt-Architektur, Point-to-Point-Architektur, ERP, Enterprise Resource Planning, Middleware, Hub and Spokes, Adapter, Nachrichtenmanagement, Prozessmanagement, Metadatenbank, Zusatzdienste, Nutzenpotenzial, WebSphere, WebMethods, Vitria, TIBCO, Service-Orientierten Architektur, SOA
Arbeit zitieren
Dieter Hoffmann (Autor), 2009, Enterprise Application Integration (EAI) als Integrationskonzept für Applikationsarchitekturen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122947

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