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Die risikogerechte Prämie in der Kfz-Haftpflichtversicherung

Probleme der Preisgestaltung auf Märkten mit asymmetrischen Informationen

Title: Die risikogerechte Prämie in der Kfz-Haftpflichtversicherung

Research Paper (undergraduate) , 2008 , 46 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Melanie Steuerer (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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„Kfz-Versicherung ab 35 Cent am Tag z. B. für einen Audi A4 Avant.“
(Zürich Connect Deutschland)

35 Cent am Tag kostet das Versprechen eines Kraftfahrtversicherers in Deutschland, Schäden bis zu einer Summe von 100 Mio. Euro zu übernehmen. Fast scheint es, als würde das Risiko eines Schadens kaum oder gar nicht bestehen. Ein Blick in die Statistik zeigt jedoch, dass die Kfz-Versicherer in dem Jahr 2007 über 12 Milliarden Euro allein für die Kfz-Haftpflichtschäden leisten mussten. Welche Strategie verfolgen die Anbieter eines derartig risikoreichen Geschäftes?

Ziel dieser Arbeit ist es, die Frage zu beantworten, unter welchen Voraussetzungen es für die Kraftfahrtversicherer möglich ist, eine marktgerechte Prämie zu kalkulieren. Bei dieser Untersuchung liegt das Hauptaugenmerk auf dem Problem der unterschiedlichen Informationsstände von Käufer und Verkäufer, den so genannten asymmetrischen Informationen.

Im ersten Schritt wird die Marktpreisbildung auf vollkommenen Märkten betrachtet. Anhand des wirtschaftstheoretischen Modells von Angebot und Nachfrage werden die Grundlagen der Preisbildung dargestellt. Dabei werden die Gründe drohenden Marktversagens aufgezeigt. Anschließend werden die Wesensmerkmale des Versicherungsprodukts erläutert und mit relevanten Gründen eines drohenden Marktversagens zusammengeführt. Hierbei wird deutlich, welches Risiko an einem Markt mit Informationsdefiziten besteht und warum die Information den wichtigsten Produktionsfaktor für ein Versicherungsunternehmen darstellt. Darauf folgend erhält der Leser Einblick in die vielfältige Methodik der Kraftfahrtversicherer zur Informationsgewinnung. Anschließend wird der Betrug in der Kraftfahrtversicherung als kriminelle Konsequenz einer speziellen Form der Informationsasymmetrie dargestellt und die staatliche Pflichtversicherung als weiterer möglicher Prämieneinflussfaktor analysiert. Im letzten Teil der Arbeit werden die Eigeninitiativen der Kfz-Versicherer behandeln. Hierbei wird deutlich, wie schwierig es für die Kfz-Versicherungswirtschaft ist, trotz einer gewissen Anzahl an Möglichkeiten zur Prämienkalkulation das Preis-Leistungs-Verhältnis dauerhaft rentabel zu gestalten.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielstellung und Vorgehensweise

2 Grundlagen

2.1 vollkommener Markt

2.2 vollkommene Markttransparenz

2.3 Preisbildung

2.3.1 Marktnachfrage

2.3.2 Marktangebot

2.4 Marktgleichgewicht

2.5 optimale Ressourcenallokation

2.6 Marktversagen

3 Wesensmerkmale der Versicherung

3.1 Definition nach Farny

3.2 Information als wichtiger Produktionsfaktor

4 Informationsasymmetrien in der Versicherungswirtschaft

4.1 Zum Problem der asymmetrischen Informationen

4.2 adverse Selektion vor Vertragsschluss (ex ante)

4.3 moral hazard nach Vertragsschluss (ex post)

5 Kooperationsverfahren zur Minderung der Informationsasymmetrien

5.1 Screening und Signaling zur Informationsbeschaffung

5.2 Selbstwahlschema

5.3 Prämiendifferenzierung

6 Betrug als kriminelle Konsequenz des moral hazard

6.1 Aufwertung des moralischen Risikos

6.2 Formen des manipulierten Schadens

6.3 Schutz des Versicherers

7 Kfz-Pflichtversicherung

7.1 Gründe für die staatliche Pflichtversicherung

7.2 Pflichten des Fahrzeughalters und des Versicherers

7.3 Effekte staatlicher Auflagen

8 Eigeninitiative der Kfz-Versicherer

8.1 Schadenmanagement

8.2 Risikomanagement

9 Fazit

9.1 Rückblick

9.2 Ergebnisse

9.3 Konsequenzen

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Voraussetzungen zu untersuchen, unter denen Versicherer in der Lage sind, risikogerechte Prämien in der Kfz-Haftpflichtversicherung zu kalkulieren, wobei der Schwerpunkt auf der Problematik asymmetrischer Informationsstände zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer liegt.

  • Wirtschaftstheoretische Grundlagen der Marktpreisbildung und Marktversagen.
  • Anwendung der Principal-Agent-Theorie auf Informationsasymmetrien in der Versicherungswirtschaft.
  • Methoden zur Informationsgewinnung und Prämiendifferenzierung (Screening, Signaling, Selbstwahlschema).
  • Analyse von Versicherungsbetrug als Konsequenz von moral hazard sowie die Rolle der staatlichen Pflichtversicherung.
  • Strategien von Versicherern (Schaden- und Risikomanagement) zur Aufrechterhaltung der Rentabilität.

Auszug aus dem Buch

4.1 Zum Problem der asymmetrischen Informationen

In vielen wirtschaftlichen Situationen sind die Informationen asymmetrisch verteilt. Der Ökonom George Akerlof bekam 2002 den Nobelpreis für Ökonomie für einen berühmten Aufsatz mit dem Titel „the Market for Lemons.“ Der Aufsatz behandelt das Problem der asymmetrischen Information und des Marktversagens; er ist deswegen besonders bemerkenswert, weil Akerlof den Markt für Gebrauchtwagen als Hauptbeispiel verwendete. Der Gebrauchtwagenmarkt ist ein gutes Beispiel, weil er unter einer bemerkenswerten Form des Marktversagens leidet: Die Qualität von fast allen zum Verkauf angebotenen Gebrauchtfahrzeugen ist relativ schlecht. Akerlof erklärt, dass der Markt von Fahrzeugen mit schlechter Qualität (im Englischen als Zitronen bezeichnet) dominiert wird, weil aufgrund der asymmetrischen Informationsverteilung fast alle Verkäufer vertrieben werden, die Gebrauchtfahrzeuge von hoher Qualität verkaufen wollen. Grund hierfür ist, dass der Käufer von Gebrauchtwagen nicht weiß, ob das Fahrzeug von guter oder schlechter Qualität zeugt. Der technische Stand des Fahrzeuges wäre mit Hilfe von Gutachten zu ermitteln, würde jedoch zusätzliche Informationskosten verursachen. Der Käufer ist also bereit, lediglich einen bestimmten Preis für das Gebrauchtfahrzeug zu zahlen. Dieser liegt in der Regel unter dem Preis, den die Anbieter von Fahrzeugen guter Qualität fordern. Somit werden diese Verkäufer vom Markt verdrängt, da sie ihr Fahrzeug eher gar nicht verkaufen, als einen so niedrigen Preis „in Kauf“ zu nehmen. Was bleibt, sind die Verkäufer von Fahrzeugen schlechter Qualität. Der Markt droht zusammenzubrechen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die ökonomische Herausforderung der Prämienkalkulation bei asymmetrischen Informationen in der Kfz-Haftpflichtversicherung ein und erläutert das methodische Vorgehen.

2 Grundlagen: Das Kapitel erläutert die Theorie von Angebot und Nachfrage sowie das Modell des vollkommenen Marktes als Ausgangspunkt für die Analyse von Marktversagen.

3 Wesensmerkmale der Versicherung: Hier werden die versicherungsökonomischen Grundlagen nach Farny sowie die zentrale Bedeutung von Informationen als Produktionsfaktor dargestellt.

4 Informationsasymmetrien in der Versicherungswirtschaft: Dieses Kapitel analysiert das Grundproblem der asymmetrischen Informationen mittels der Principal-Agent-Theorie und differenziert zwischen adverser Selektion (ex ante) und moral hazard (ex post).

5 Kooperationsverfahren zur Minderung der Informationsasymmetrien: Es werden Instrumente wie Screening, Signaling und Selbstwahlschemata vorgestellt, um die Informationsdefizite zwischen Versicherer und Versicherungsnehmer zu verringern.

6 Betrug als kriminelle Konsequenz des moral hazard: Hier werden die Ausprägungen von Versicherungsbetrug als Form des moral hazard sowie die Abwehrmechanismen der Versicherer beleuchtet.

7 Kfz-Pflichtversicherung: Dieses Kapitel begründet die staatliche Pflichtversicherung als notwendiges Instrument zur Sicherstellung eines kollektiven Risikoausgleichs bei asymmetrischen Informationen.

8 Eigeninitiative der Kfz-Versicherer: Der Fokus liegt hier auf operativen Maßnahmen des Schadenmanagements und der qualifizierten Risikoanalyse, um Kosten zu senken und Risiken zu minimieren.

9 Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen, stellt die Ergebnisse zur Schwierigkeit der risikogerechten Prämienbildung dar und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung zukünftiger Fahrzeugtechnologien.

Schlüsselwörter

Kfz-Haftpflichtversicherung, asymmetrische Informationen, Preisbildung, Marktversagen, Versicherungswirtschaft, Principal-Agent-Theorie, adverse Selektion, moral hazard, Screening, Signaling, Selbstwahlschema, Prämiendifferenzierung, Versicherungsbetrug, Schadenmanagement, Risikomanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Preisgestaltung in Märkten mit asymmetrischen Informationen, speziell am Beispiel der deutschen Kfz-Haftpflichtversicherung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Preisbildung unter Wettbewerbsbedingungen, die Auswirkungen von Informationsasymmetrien auf das Versicherungsgeschäft und die Maßnahmen zur Betrugsprävention und Risikosteuerung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine marktgerechte und risikoadäquate Prämienkalkulation durch die Versicherungsunternehmen zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine volkswirtschaftliche Betrachtungsweise basierend auf dem Modell von Angebot und Nachfrage sowie der Principal-Agent-Theorie, ergänzt durch betriebswirtschaftliche Analysen der Versicherungspraxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des Marktversagens, die Rolle der Informationsasymmetrie, Kooperationsverfahren zur Informationsbeschaffung und Strategien zur Schadenminimierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie asymmetrische Informationen, moral hazard, adverse Selektion, Schadenmanagement und Prämiendifferenzierung geprägt.

Warum spielt die staatliche Pflichtversicherung eine so wichtige Rolle?

Die staatliche Pflichtversicherung wird als notwendiges Instrument bewertet, um eine Poolbildung sicherzustellen und Marktversagen infolge asymmetrischer Informationen zu verhindern.

Wie gehen Kfz-Versicherer mit dem Problem des Versicherungsbetrugs um?

Versicherer nutzen Instrumente wie interne Schulungen für Schadensachbearbeiter, den Austausch in Arbeitskreisen mit Ermittlungsbehörden und moderne EDV-Programme zur Früherkennung betrugskritischer Fälle.

Welche Bedeutung haben "weiche" Tarifmerkmale für die Risikoeinschätzung?

Weiche Tarifmerkmale ermöglichen es dem Kunden, durch freiwillige Angaben zu individuellen Risikofaktoren (z.B. Abstellplatz des Fahrzeugs) Signale zu setzen, die dem Versicherer eine bessere Tarifierung erlauben.

Könnten neue Fahrzeugtechnologien das Problem der Prämienkalkulation lösen?

Die Arbeit deutet an, dass moderne Assistenzsysteme das Risiko zukünftig auf technische Merkmale reduzieren könnten, wobei jedoch die Kosten für die Schadenerstattung solcher Technologien als neue Herausforderung für die Prämienhöhe gesehen werden.

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Details

Title
Die risikogerechte Prämie in der Kfz-Haftpflichtversicherung
Subtitle
Probleme der Preisgestaltung auf Märkten mit asymmetrischen Informationen
College
Berlin School of Economics  (BWV Berlin)
Course
Studium der Versicherungsbetriebswirtschaftslehre
Grade
2,3
Author
Melanie Steuerer (Author)
Publication Year
2008
Pages
46
Catalog Number
V122972
ISBN (eBook)
9783640279616
ISBN (Book)
9783640284887
Language
German
Tags
Prämie Kfz-Haftpflichtversicherung Studium Versicherungsbetriebswirtschaftslehre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Steuerer (Author), 2008, Die risikogerechte Prämie in der Kfz-Haftpflichtversicherung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122972
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