Unter dem Begriff des Konstruktivismus sind mehrere geistige Strömungen des 20. Jahrhunderts einzuordnen, sie lassen sich in den Bereichen der Soziologie, der Erziehungswissenschaft, der Kunst und auch der Politikwissenschaft finden.
Gemeinsam ist ihnen der Grundsatz, der bereits im Namen der Theorie seinen Ausdruck findet; alles wahrgenommene, sprich die Umwelt, ist ein Konstrukt und damit auch eine höchst subjektive, weil subjektiv Wahrgenommene und danach postulierte Wirklichkeitskonstruktion.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung zur Begrifflichkeit
1.1 Gegenüberstellung verschiedener Positionen
1.2 Abgrenzung zu weiteren Theorien
2. Konstruktivismus in der Politikwissenschaft
2.1 Grundlegende Darstellung
2.2 Konstruktivismus in den Internationalen Beziehungen
2.3 Anwendung
2.4 Kritik
3. Schlussbemerkungen
3.1 Bezug Basismodul Einführung in die Politikwissenschaft
3.2 Literaturverzeichnis
4. Anhang
4.1 Begleitpapier
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, den Konstruktivismus als theoretisches Konzept innerhalb der Internationalen Beziehungen fundiert darzustellen, von anderen politikwissenschaftlichen Theorien abzugrenzen und dessen Anwendungsmöglichkeiten sowie kritische Grenzen aufzuzeigen.
- Grundlagen des Konstruktivismus und zentrale Definitionen
- Abgrenzung zu rationalistischen Theorien wie Realismus und Liberalismus
- Die Rolle der sozialen Konstruktion von Realität in der internationalen Politik
- Analysebeispiele für konstruktivistische Ansätze
- Kritische Reflexion der theoretischen Validität und Falsifizierbarkeit
Auszug aus dem Buch
2.1 Grundlegende Darstellung
Im Rückgriff auf Punkt 1.2 ist es zum Verstehen des Konstruktivismus in der Politikwissenschaft von Vorteil, diesen nicht als inhaltliche Theorie der Internationalen Beziehungen zu sehen; vielmehr geht es um das „Verstehen“ der internationalen Politik. Dazu versucht diese Ausprägung des Konstruktivismus einen Mittelweg zwischen Rationalismus und Postmodernismus aufzutun.
Dabei wird das Ziel verfolgt, die Auswirkungen, welche die Anerkenntnis der politischen Realitäten als sozial konstruiert hätte, ebenso wie die Auswirkungen des Ersetzens der instrumentellen Rationalität durch eine soziologische Handlungskonzeption, zu erforschen. Des Weiteren will sie die Folgen aufzeigen, welche es nach sich zieht, Interessen und Präferenzen eher als soziale Konstrukte, denn als gegebene Tatsachen zu begreifen.
Eine der Grundannahmen ist, dass unsere Ansichten eine wesentliche Rolle dabei spielen, wie wir die Welt wahrnehmen, d.h. Perzeption ist von großer Bedeutung. Somit erscheinen soziale und politische Umwelt nicht mehr als schlicht (vor-)gegeben, sondern vielmehr als intersubjektive Domäne, gleichsam als soziales Konstrukt. Dem folgt logisch, dass es keine objektive soziale oder politische Realität gibt, welche unabhängig von Menschen und seiner Wahrnehmung ist - kein Bereich des Sozialen ist vom menschlichen Faktor abkoppelbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung zur Begrifflichkeit: Erläutert die Herkunft und die zentrale Prämisse des Konstruktivismus als Theorie der subjektiven Wirklichkeitskonstruktion.
2. Konstruktivismus in der Politikwissenschaft: Detaillierte Darstellung des Konstruktivismus als Ansatz zum „Verstehen“ der internationalen Politik und dessen Abgrenzung zu rationalistischen Modellen.
3. Schlussbemerkungen: Fasst den theoretischen Mehrwert des Konstruktivismus zusammen und zieht ein Fazit für das Basismodul Einführung in die Politikwissenschaft.
4. Anhang: Enthält ergänzende Unterlagen in Form eines Begleitpapiers für einen Vortrag.
Schlüsselwörter
Konstruktivismus, Internationale Beziehungen, Soziale Konstruktion, Intersubjektivität, Identität, Perzeption, Politische Realität, Rationalismus, Postmodernismus, Handlungskonzeption, Theorievergleich, Normen, Interessen, Präferenzen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung und Anwendung des Konstruktivismus innerhalb der Disziplin der Internationalen Beziehungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die soziale Konstruktion politischer Realität, die Abgrenzung zum Rationalismus sowie die Analyse von Identität und Intersubjektivität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Konstruktivismus als analytisches Instrument verständlich zu machen und dessen Rolle in der politikwissenschaftlichen Theoriebildung zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die Konzepte einander gegenüberstellt und mittels Anwendungsbeispielen illustriert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung, die spezifische Betrachtung der Internationalen Beziehungen, praktische Anwendungsfälle und eine kritische Auseinandersetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Konstruktivismus, soziale Konstruktion, Intersubjektivität, Identität, Perzeption und politische Realität.
Warum grenzt sich der Konstruktivismus vom Rationalismus ab?
Da der Konstruktivismus politische Umwelt als intersubjektiv konstruiert betrachtet, lehnt er die Annahme rein objektiv gegebener, rationaler Interessen ab, die im Realismus oder Neoliberalismus zentral sind.
Wie bewertet der Autor die wissenschaftliche Kritik am Konstruktivismus?
Der Autor führt aus, dass der Konstruktivismus aufgrund seines Anspruchs auf Erkenntnisgewinn kritisiert wird, insbesondere da er nicht prognostisch arbeitet und eine klassische Falsifizierbarkeit erschwert ist.
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- Martin Riggler (Author), 2008, Theorien der Internationalen Beziehungen: Der Konstruktivismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123053