Hedging von Rohstoffpreisrisiken im Rahmen des Finanzrisikomanagements


Bachelorarbeit, 2008

92 Seiten, Note: 2,1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

MANAGEMENT SUMMARY

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG
1.1. PROBLEMSTELLUNG
1.2. ZIELSETZUNG UND AUFBAU DER ARBEIT

2. DAS FINANZRISIKOMANAGEMENT (FIRM)
2.2. DEFINITION DER FINANZRISIKEN
2.2.1. Definition Marktpreisrisiken
2.2.2. Definition (Adress-)Ausfallrisiko
2.3. DER FINANZRISIKOMANAGEMENTPROZESS
2.3.1. Identifikationsinstrumente für Finanzrisiken
2.3.1.1. Die Analyse
2.3.1.2. Die Prognose
2.3.1.3. Die Früherkennung
2.3.2. Bewertungsmethoden für Finanzrisiken
2.3.2.1. Der Value-at-Risk
2.3.2.2. Der Cash flow-at-Risk
2.3.2.3. Der Earnings-at-Risk
2.3.2.4. Szenariound Sensitivitätsanalyse
2.3.3. Steuerungsinstrumente für Finanzrisiken
2.3.3.1. Instrumente zur Steuerung von Marktpreisrisiken
2.3.3.2. Instrumente zur Steuerung von (Adress-)Ausfallrisiken
2.3.4. Controlling von Finanzrisiken

3. DAS ROHSTOFFPREISRISIKO-MANAGEMENT
3.1. ÜBERBLICK ÜBER VERSCHIEDENE ROHSTOFFE
3.1.1. Buntmetalle
3.1.1.1. Kupfer
3.1.1.2. Aluminium
3.1.2 Edelmetalle
3.2. UMSETZUNG DES ROHSTOFFPREISRISIKO-MANAGEMENTS
3.2.1. Identifikation von Rohstoffpreisrisiken
3.2.2. Bewertung von Rohstoffpreisrisiken
3.2.3. Steuerung von Rohstoffpreisrisiken
3.3. HEDGING VON ROHSTOFFPREISRISIKEN
3.3.1. Auswahlkriterien für Hedging-Instrumente (Derivate)
3.3.2. Definition Hedging
3.3.3. Short Hedge vs. Long Hedge
3.3.4. Hedging Strategien
3.3.5. Fair value hedge vs. Cash flow hedge
3.3.6. Hedge Ratio
3.3.7. Besonderheiten bei der Absicherung von Rohstoffpreisrisiken
3.3.8. Nutzung von Derivaten zur Rohstoffpreisrisikoabsicherung
3.3.8.1. Definition, Einteilung und Historie von Derivaten
3.3.8.2. Futures/Forwards
3.3.8.3. (Commodity-)Swaps
3.3.8.4. Optionen
3.3.8.5. Vergleich der Hedging-Instrumente

4. SCHLUSSBEMERKUNG

ANHANG

LITERATURVERZEICHNIS

INTERNETQUELLEN

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Aufbau der Bachelor Thesis

Abbildung 2: Finanzrisiken

Abbildung 3: Finanzrisikomanagementprozess

Abbildung 4: Indikatoren-orientiertes Früherkennungssystem

Abbildung 5: Bewertungsmethoden

Abbildung 6: Historischer Verlauf Kupfer

Abbildung 7: Historischer Verlauf Aluminium

Abbildung 8: Historischer Verlauf Platin

Abbildung 9: Einteilung der Termingeschäfte

Abbildung 10: Gewinn-/Verlustprofil des Kaufs eines unbedingten Termingeschäfts

Abbildung 11: Gewinn-/Verlustprofil des Verkaufs eines unbedingten Termingeschäfts

Abbildung 12: Beispiel für Kupfer Commodity Swap

Abbildung 13: Gewinnund Verlustprofil des Kaufs einer Kaufoption

Abbildung 14: Gewinnund Verlustprofil des Kaufs einer Verkaufsoption

Abbildung 15: Gewinnund Verlustprofil des Verkaufs einer Kaufoption

Abbildung 16: Gewinnund Verlustprofil des Verkaufs einer Verkaufsoption

Abbildung 17: Gliederung der Optionen

Abbildung 18: Vorund Nachteile der Hedging-Instrumente

Abbildung 19: Risikokategorien

Abbildung 20: Dreidimensionale Risikokategorisierung

Abbildung 21: Risiken im Hinblick auf ihre Wirkung

Abbildung 22: Unternehmensziele und Ziele des Risikomanagements

Abbildung 23: Bestandteile Risikomanagement nach KonTraG

Abbildung 24: Kreislauf des Risikomanagementprozesses

Abbildung 25: Instrumente zur Risikoidentifikation

Abbildung 26: Instrumente zur Risikosteuerung

Management Summary

There has been a strong increase of raw material prices in the last years. Now this raw material boom that began in 2003 has come to an abrupt ending by the current financial market crises and has led to a decrease of raw material prices. But even with the now declined prices, still the procurement of raw materials is counted as a high risk factor for almost every industrial and trading company. This is not only a consequence of the very high shares of the raw material in the overall costs but also due to the high volatility of raw material prices within the last five years. In addition to that, there is on the one hand the advancing scarcity of raw materials and on the other hand the increasing strong demand from the emerging markets like China and India. Furthermore, one can reckon that raw material prices will go up again after the recovery of the economic situation.

Taking all these facts into account, it is highly recommended for companies to implement an efficient raw material price risk management now in order to be prepared for the future. In addition to that, the companies could take advantage of the current low prices to secure for their resources for the upcoming years. But as surveys show, although companies are aware of the importance of a risk management, the raw material price risk management has been neglected so far. With the implementation of a raw material risk management companies could identify and evaluate raw material price risks in time and would be able to initiate appropriate counteracting measures by using hedging instruments.

The identification, evaluation as well as the controlling – in particular the hedging – of raw materials is explained in detail within this Thesis. Also the prerequisites for an implementation of a raw material price risk management as well as the specialities and procedures that have to be considered for conducting the raw material price risk management are explained in detail.

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

In den vergangenen Jahren war ein starker Anstieg der Rohstoffpreise zu beobachten. Auch wenn die Rohstoffhausse, die 2003 begann, durch die derzeitigen Finanzmarktturbulenzen und den dadurch verursachten weltweiten Konjunkturrückgang gedämpft wurde, gehören Rohstoffe dennoch zu den Unsicherheitsfaktoren fast jedens Industrieund Handelsunternehmens. Nicht zuletzt da sie einen Großteil der Gesamtkosten (hier ist v. a. die Kostenwirkung auf die Materialkosten zu nennen) ausmachen und aufgrund ihrer Entwicklung in den letzten fünf Jahren nach wie vor eine sehr hohe Volatilität1 aufweisen. Die starke Volatilität der Rohstoffe wird durch die weltweit immer knapper werdenden Rohstoffressourcen verschärft. Hinzu kommt, dass Schwelländer wie China, Indien, Indonesien und Vietnam sich in einem wirtschaftlichen Aufholprozess befinden und mit zunehmender Industrialisierung auch als immer stärker werdende Nachfrager für Rohstoffe auftreten. Diese Faktoren werden auch in Zukunft einen starken Einfluss auf die Rohstoffpreise ausüben. Vor diesem Hintergrund hat das Management von Rohstoffpreisrisiken für Unternehmen eine wichtige Bedeutung. Es gilt die Risiken, die sich aus den volatilen Rohstoffmärkten ergeben im unternehmensinternen Risikomanagementprozess zu identifizieren und zu bewerten, um somit durch entsprechende Gegenmaßnahmen die Rohstoffrisiken im Sinne des Unternehmens steuern zu können.

Eine Studie von KPMG, durchgeführt in der zweiten Jahreshälfte 2006 und damit in einer Zeit, in der die Rohstoffpreise bereits seit drei Jahren stark anstiegen, zeigt jedoch, dass dem Rohstoffpreismanagement nur eine geringe Bedeutung zukommt. Im Rahmen dieser Studie wurden über 500 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über ihren Umgang mit Energieund Rohstoffpreisrisiken befragt.

Der Fokus der Studie lag u. a. auf dem Stellenwert des Risikomanagements im Unternehmen sowie auf dem Management der branchenübergreifend eingesetzten Energieund Rohstoffrisiken im Rahmen des Risikomanagements. Die Studie ergab, dass 93% der befragten Unternehmen das Thema Risikomanagement für wichtig oder sehr wichtig erachten. Immerhin verfügen 76% der Unternehmen über eine schriftlich fixierte Risikomanagement-Strategie. Betrachtet man im Gegensatz dazu das Rohstoffpreisrisiko-Management, so ist festzustellen, dass dieses eine eher untergeordnete Rolle spielt, da hier beispielsweise nur bei 49% der Unternehmen schriftliche Strategien zur Absicherungen von Rohstoffpreisrisiken vorliegen.2 Weitere Hinweise darauf, dass Unternehmen dem Rohstoffpreisrisiko- Management nur eine geringe Bedeutung zukommen lassen, finden sich in den Studienergebnissen im Hinblick auf die Absicherung der Rohstoffpreisrisiken. Hierbei bedienen sich 66% der befragen Unternehmen der einfachsten Form der Absicherung, dem sogenannten Natural Hedge. Das bedeutet, dass Unternehmen ihre Rohstoffpreisrisiken auf Dritte (z. B. Kunden, Lieferanten) überwälzen. Doch eine solche Risikostrategie birgt durch die damit verbundenen Preiserhöhungen langfristig die Gefahr eines Wettbewerbsnachteils für die betroffenen Unternehmen. Weiterhin sichern Unternehmen ihre Rohstoffpreisrisiken durch den Cash Flow Hedge, bei dem Zahlungsströme aus dem Einund Verkauf von Rohstoffen abgesichert werden oder dem Fair Value Hedge, durch den bestehende Warenbestände abgesichert werden, ab. Allerdings hat die Studie gezeigt, dass vier von zehn Unternehmen ihre Rohstoffpreisrisiken weder durch den Cash Flow Hedge noch durch den Fair Value Hedge absichern und damit angesichts der starken Rohstoffpreisschwankungen auf dem Markt ein hohes Risiko eingehen.3

Somit wird in der vorliegenden Arbeit neben der generellen Betrachtung des Risikomanagements, insbesondere das Finanzrisikomanagement als wichtige Funktion für Unternehmen beleuchtet. Besonders das oftmals vernachlässigte Rohstoffpreisrisiko und dessen Management liegen im zentralen Fokus der Arbeit. Dabei werden die wesentlichen Methoden und auch die Besonderheiten des Rohstoffhedgings erläutert.

1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

In der vorliegenden Arbeit wird das Thema der Absicherung (Hedging) von Rohstoffpreisrisiken aufgegriffen. Da die Rohstoffpreisrisiken Marktpreisrisiken darstellen und letztere innerhalb des Finanzrisikomanagements behandelt werden, wird in dieser Arbeit das Hedging von Rohstoffpreisrisiken im Rahmen des Finanzrisikomanagements untersucht. Ziel dieser Arbeit ist es, zunächst das Finanzrisikomanagement mit seinen wesentlichen Prozessen darzustellen und den Zusammenhang zwischen Finanzrisikomanagement und Rohstoffpreisrisiko- Management aufzuzeigen, um im Anschluss daran Möglichkeiten aufzuzeigen, die Unternehmen wahrnehmen können, um Rohstoffpreiserhöhungen (–risiken) durch Hedging zu minimieren oder gar zu vermeiden und welche Besonderheiten dabei zu beachten sind.

Die Bachelor Thesis ist nach dem einleitenden Kapitel 1 in drei weitere Kapitel gegliedert. Als Überleitung zum Kapitel 2 „Der Finanzrisikomanagementprozess“ dient das im Anhang dargestellte „Risikomanagement im Unternehmen“. Die Überleitung wurde aufgrund des vorgegebenen Umfangs der Arbeit in den Anhang gestellt. Der Aufbau der Arbeit ist nachstehend in Abbildung 1 dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aufbau der Bachelor Thesis [Quelle: eigene Darstellung]

Ausgehend vom gesamten Risikomanagementprozess wird in Kapitel 2 das Finanzrisikomanagement mit seinen wesentlichen Prozessen erläutert. Dabei wird davon ausgegangen, dass das Finanzrisikomanagement neben dem Risikomanagement operationeller (leistungswirtschaftlicher) Risiken Teil des gesamten Risikomanagements ist. Daher ist es wichtig, zunächst den Blick auf das gesamte Risikomanagement zu richten, um auch die Zuordnung finanzieller Risiken darstellen zu können. Weiterhin werden neben der Charakterisierung unternehmerischer Risiken, die auch die Risikokategorisierung beinhaltet, wesentliche Aspekte, die sowohl für das Finanzrisikomanagement als auch für das Risikomanagement operationeller Risiken gelten, behandelt (z. B. gesamthafter Risikomanagementprozess). Im Kapitel 2 wird auf die einzelnen Instrumente und Methoden, die im Finanzrisikomanagementprozess Anwendung finden, eingegangen.

Das Kapitel 3 beschäftigt sich als Hauptgegenstand dieser Arbeit mit dem Rohstoffpreisrisiko-Management, da zum einen Rohstoffpreise mittlerweile die höchsten Volatilitäten am Markt aufweisen und zum anderen hier ein großer Nachholbedarf besteht. Rohstoffpreisrisiken gehören zu den Marktpreisrisiken, die wiederum u. a. Gegenstand des Finanzrisikomanagements sind. Da bereits in Kapitel 2 auf die Instrumente und Methoden zur Identifikation, Bewertung und Steuerung von Finanzrisiken sowie auf das Risikocontrolling eingegangen wird, werden in diesem Kapitel die Identifikation, Bewertung und Steuerung von Rohstoffpreisrisiken vertieft. Hierbei liegt der Fokus auf der Risikosteuerung von Rohstoffpreisrisiken, d.h. Ausführungen dazu wie Unternehmen Rohstoffpreiserhöhungen handhaben können, um die daraus resultierenden Risiken zu minimieren oder gar zu vermeiden. Zentrales Thema ist daher die Absicherung (Hedging) von Rohstoffpreiserhöhungen (-risiken) mithilfe derivativer Finanzinstrumente.

Den Abschluss der Arbeit bildet Kapitel 4 mit der Schlussbemerkung.

2. Das Finanzrisikomanagement (FiRM)

Das Finanzrisikomanagement (FiRM) ist - neben dem operationellen Risikomanagement – ein wichtiger Teil des gesamten Risikomanagements eines Unternehmens. Seine primären Ziele sind, die Sicherung der Liquidität sowie die Reduzierung und aktive Steuerung finanzieller Risiken. Daneben sind die Maximierung des Shareholder Values sowie die Optimierung des Finanzergebnisses weitere (sekundäre) Ziele des Finanzrisikomanagements.4 Finanzwirtschaftliche Risiken und deren Management haben in den vergangenen Jahren durch die internationale Verflechtung der Unternehmen, die starke Volatilität der Wechselkurse, Zinsen und Rohstoffpreise an den internationalen Märkten zunehmend an Beachtung gewonnen. Im Rahmen einer Marktforschungsanalyse wurden drei Dax-notierte Aktiengesellschaften, vier große M-Dax-notierte sowie drei Großunternehmen ohne Börsennotierung hinsichtlich ihres Finanzrisikomanagements befragt. Das Ergebnis zeigt, dass das Management von Finanzrisiken in den befragten Unternehmen einen hohen Stellenwert hat. So messen fünf Unternehmen dem Finanzrisikomanagement eine sehr hohe Bedeutung bei, vier Unternehmen eine hohe und ein Unternehmen eine hohe bis sehr hohe Bedeutung.5

Bevor auf den Finanzrisikomanagementprozess eingegangen wird, werden zunächst die einzelnen Finanzrisiken definiert.

2.2. Definition der Finanzrisiken

Das Gesamtrisiko eines Unternehmens lässt sich in zwei Hauptkategorien unterteilen, zum einen die Kategorie der Finanzrisiken und zum anderen die der operationellen Risiken. Während die operationellen Risiken dem leistungswirtschaftlichen Prozess des Unternehmens zuzuordnen sind, werden als Finanzrisiken all diejenigen Risiken definiert, die sich direkt auf den finanziellen Bereich eines Unternehmens, d. h. auf die Einnahmenund Ausgabenströme auswirken.6 Im Hinblick auf eine ausführlichere Erläuterung zur Risikokategorisierung wird auf den Anhang verwiesen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Finanzrisiken

[Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Romeike (2005), S. 22, Kremers (2002), S. 55]

2.2.1. Definition Marktpreisrisiken

Marktpreisrisiken implizieren die Gefahr negativer Entwicklungen eines bestimmten Marktes.7 Dazu zählen beispielsweise negative Veränderungen einzelner Marktbewertungsparameter wie Zinssätze, Aktienkurse, Rohstoffpreise und Währungskurse.

Unter dem Zinsänderungsrisiko versteht man die negative Konditionenänderung bei variablen Zinspositionen, die durch eine Veränderung der Zinsstruktur an den Geldund Kapitalmärkten hervorgerufen wird.8

Ein Aktienkursrisiko entsteht durch eine negative Abweichung von einer geplanten Zielgröße (Vermögen, Gewinn), die aufgrund unsicherer zukünftiger Entwicklungen der Aktienkurse auftritt.9

„Den Rohstoffpreisrisiken sind alle Erfolgseinbußen zuzurechnen, die aus einer für die Unternehmung ungünstigen Entwicklung von Rohstoffpreisen resultieren.“10

„Das Währungsrisiko entsteht bei einer unvorteilhaften Veränderung von Wechselkursen zwischen verschiedenen Währungen.“11

2.2.2. Definition (Adress-)Ausfallrisiko

Das (Adress-)Ausfallrisiko wird definiert als der potenzielle Verlust bei Ausfall des Geschäftspartners oder die nachweisbare Verschlechterung des Wertes eines derivativen Geschäfts. Die Verschlechterung ergibt sich so beispielsweise durch die (teilweise) Nichterfüllung durch den jeweiligen Geschäftspartner, sobald dieser den vertraglich vereinbarten Leistungen nur teilweise oder gar nicht nachkommt.12

2.3. Der Finanzrisikomanagementprozess

Da der Finanzrisikomanagementprozess im Rahmen dieser Arbeit neben dem Management operationeller Risiken als integrativer Teil des gesamten Risikomanagementprozesses betrachtet wird, gelten auch die gleichen Rahmenbedingungen (Risikopolitik, Unternehmensziele und organisatorischen Regelungen), die ebenso den Rahmen für den gesamten Risikomanagementprozess bilden (siehe Ausführungen im Anhang). Nichtsdestotrotz kann dabei das Finanzrisikomanagement von einer anderen Abteilung als der des zentralen Risikomanagements gesteuert werden, so beispielsweise von der Treasury-Abteilung. Diese hat neben der Durchführung des Finanzrisikomanagements die Aufgabe, die Liquidität des Unternehmens zu steuern. Weiterhin könnte sie zudem die Analyse und Steuerung der gesamten Finanzprozesse im Unternehmen (Financial Supply Chain Management) und damit die Überwachung der primären finanziellen Wertschöpfungskette übernehmen.13 Der Aufbau einer Treasury-Abteilung ist allerdings abhängig von der Art und Größe sowie der globalen Aufstellung des Unternehmens.

Der Detaillierungsgrad, der bei der Berücksichtigung der Prozessstufen herangezogen wird, ist dabei von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. In der Praxis hat sich eine stufenweise Herangehensweise auch für die Finanzrisiken bewährt und wird in einem Prozess durchgeführt, bestehend aus vier Stufen (Identifikation, Bewertung, Steuerung, Controlling) (Abbildung 3).14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Finanzrisikomanagementprozess [Quelle: eigene Darstellung]

Zur Beschreibung der einzelnen Prozessstufen wird an dieser Stelle auf den Anhang 5.5. verwiesen, in dem die Prozessstufen im Rahmen des Risikomanagementprozesses detailliert beschrieben sind. Im Folgenden werden daher die Instrumente, die zur Identifikation von Finanzrisiken herangezogen werden können, die Bewertungsmethoden sowie die Steuerungsinstrumente und das Risiko- Controlling erläutert.

2.3.1. Identifikationsinstrumente für Finanzrisiken

Zur Risikoidentifikation stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung. An dieser Stelle werden die Hauptinstrumente, so wie sie im Anhang 5.5. tabellarisch dargestellt sind genannt:

- Technische und organisatorische Hilfsmittel,
- Unternehmensanalysen,
- Umweltanalysen,
- Prognosetechniken,
- Früherkennung.

Im Rahmen der Finanzrisikoidentifikation konzentrieren sich die Erläuterungen zu den Identifikationsinstrumenten auf die Analyseund Prognosetechniken sowie auf das Instrument der Früherkennung.

2.3.1.1. Die Analyse

Die Sammlung bzw. Identifikation potentieller Risiken erfolgt größtenteils über die Analyse des Unternehmens und der Unternehmensumwelt.15 „Der generelle Zweck solcher Analysen besteht in der Erarbeitung von Informationen als Ausgangspunkt für Prognosen und Planung, ein damit verbundener spezieller Zweck besteht in der Aufdeckung von Stärken und Schwächen in der Unternehmen und von Chancen und Risiken für die Unternehmung in ihrem Umsystem.“16 Analysen beziehen sich überwiegend auf Vergangenheitsdaten.17

An dieser Stelle werden zwei Analysetechniken, die zur Identifizierung von potenziellen Finanzrisiken herangezogen werden können, genannt. Dabei handelt es sich zum einen um die Dokumentenanalyse, die im Rahmen der Unternehmensanalyse durchgeführt wird. Durch die Dokumentenanalyse erfolgt die Ermittlung potenzieller Risiken aus Verträgen, Plänen, Bescheiden oder aus Sekundärdokumenten aus dem betrieblichen Rechnungswesen, so z. B. der Bilanz oder der Gewinn- und Verlustrechnung.18 Ebenso kann die Portfolio-Technik aus der Umweltanalyse eingesetzt werden. Diese wird vor allem dann eingesetzt, wenn die optimale Mischung eines Wertpapierportfolios sichergestellt werden soll.19

Mit den genannten Risiko-Identifikationsinstrumenten können potenzielle Finanzrisiken im Unternehmen identifiziert werden, so beispielsweise20

- zinssensitive Bilanzpositionen wie Ausleihungen an verbundene Unternehmen, Wertpapiere des Anlagevermögens, sonstige Vermögensgegenstände, Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten oder verbundenen Unternehmen,
- währungssensitive, operative Cashflows wie Umsätze in Fremdwährungen, Materialeinsatz und sonstige Kosten, Beteiligungsergebnisse, Cashflows aus währungssensitiven Sicherungsinstrumenten,
- währungsbedingte Bewertungsrisiken wie aktive Bewertungsrisiken (z. B. auf Fremdwährung lautende Wertpapiere), passive Bewertungsrisiken (z. B. Finanzierungen),
- rohstoffpreis-sensitive Positionen wie Rohstoffe für die Produktion, Hilfsund Betriebsstoffe.

2.3.1.2. Die Prognose

Analysen bilden auch die Basis für Prognosen. Durch eine Prognose wird versucht, eine Aussage über die künftige Entwicklung von bestimmten Variablen in einem sachlich und zeitlich abgegrenzten Untersuchungsfeld zu treffen. Dabei werden zuvor definierte gegenwärtige und zukünftige Ausgangsbedingungen zugrunde gelegt. Ebenso wird versucht, die Eintrittswahrscheinlichkeit für das Vorausgesagte zu ermitteln und anzugeben.21 Prognosen können generell im Risikomanagementprozess sowohl als Identifikationsals auch Bewertungsinstrument eingesetzt werden. So kann beispielsweise die Szenarioanalyse die Basis für die Identifizierung von Finanzrisiken sein als auch für deren Bewertung herangezogen werden. Bei der Szenarioanalyse betrachtet das Unternehmen bestimmte Marktpreis, Kursoder Währungsszenarien, bei denen es die potentiellen Risikopositionen entsprechend der Szenarien neu bewertet.22 Dadurch kann das Unternehmen potenzielle Finanzrisiken (v. a. Marktpreisrisiken) identifizieren.

2.3.1.3. Die Früherkennung

Ein weiteres wichtiges Instrument zur Risikoidentifikation ist die Früherkennung. Sie stellt eine Mischform aus den Analyseund Prognosetätigkeiten dar.23 Als Ursprung dienen die Frühwarnsysteme, die eine spezielle Art von Informationssystemen darstellen, die dem Unternehmen nur latente Risiken so rechtzeitig signalisieren sollen, dass noch hinreichend Zeit für die Planung, Realisation und Kontrolle geeigneter Maßnahmen zur Abwendung oder Minderung signalisierter Risiken verbleibt. Da oftmals auch latente Chancen signalisiert werden, etablierte sich der Begriff der Früherkennung.24

Für die Identifizierung möglicher Finanzrisiken kann so z. B. ein Indikatororientiertes Früherkennungssystem eingesetzt werden (siehe Abbildung 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Indikatoren-orientiertes Früherkennungssystem [Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Krystek (2007), S. 51]

Im Rahmen des Indikator-orientierten Früherkennungssystems sind zunächst unternehmensintern und –extern Beobachtungsbereiche zur Erkennung von Risiken und Chancen festzulegen. Externe Beobachtungsfelder zur Erkennung von Finanzrisiken sind z. B. die allgemeine wirtschaftliche Situation im Inund Ausland, die Situation auf dem Finanzmarkt, das Technologisches Umfeld sowie das politisch-rechtliche Umfeld. Zu den Internen Beobachtungsfeldern gehören beispielsweise der Einkauf, der Vertrieb sowie die Finanzsituation des Unternehmens.25

Nachdem die internen und externen Beobachtungsbereiche gefunden worden sind, erfolgt im zweiten Schritt des Indikator-orientierten Früherkennungssystems die Auswahl und Festlegung der Beobachtungsbereiche. Innerhalb der Beobachtungsbereiche gilt es dann Indikatoren zu definieren, die möglichst frühzeitig Gefährdungen in den ausgewählten Bereichen anzeigen. Zusätzlich sind für jeden der definierten Indikatoren ein Sollwert sowie eine Toleranzgrenze zu bestimmen.

In den Schritten fünf bis neun gilt es, die Verantwortlichkeiten für die Beobachtung festzulegen sowie ein entsprechendes Reportingsystem - sowohl inhaltlich als auch hierarchisch - aufzubauen.

2.3.2. Bewertungsmethoden für Finanzrisiken

Im zweiten Schritt des Finanzrisikomanagementprozesses werden die Finanzrisiken bewertet. Finanzrisiken (hier v. a. die Marktpreisrisiken) gehören zu den quantifizierbaren Risiken. Diese sind – im Gegensatz zu den nicht quantifizierbaren Risiken – dadurch gekennzeichnet, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit und das potenzielle Schadenausmaß in Bezug auf die Erfolgsbzw. Vermögenssituation des Unternehmens bekannt sind.26 Durch die Unterscheidung zwischen quantifizierbaren und nicht quantifizierbaren Risiken ergibt sich ebenso die Nutzung verschiedener Bewertungsinstrumente (siehe Abbildung 5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Bewertungsmethoden

[Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Gebhardt/Mansch 2001), S. 64]

Die in der Abbildung 5 dargestellten Bewertungsmethoden werden nachfolgend kurz vorgestellt. Es wird im Rahmen dieser Arbeit keine tiefgehende Analyse der Bewertungsmethoden hinsichtlich ihrer verschiedenen Berechnungslogiken sowie Stärken und Schwächen vorgenommen.

2.3.2.1. Der Value-at-Risk

Das Value-at-Risk -Modell wurde in den 90er Jahren populär, insbesondere durch die von der RiskMetrics-Group 1994 entwickelte standardisierte Value-at-Risk - Methodik. Im Jahr 1996 wurde zudem vom Basle Committee on Banking Supervision eine Reihe von Standards zur Bestimmung der Kapitaladäquanz festgelegt, die auch Marktrisiken abdeckten. Diese Regelungen führten dazu, dass die Banken interne Value-at-Risk -Modelle zur Bestimmung von Marktrisiken entwickeln konnten.27 Heute kommt der Value-at-Risk -Ansatz nicht nur im finanzwirtschaftlichen Unternehmen sondern auch in Industrieund Handelsunternehmen zum Einsatz.

Der Value-at-Risk -Ansatz wird verwendet, sobald objektive Erkenntnisse über die Höhe des Risikos sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit vorliegen. Dies ist der Fall, wenn die Risiken auf einem Finanzmarkt gehandelt werden oder grundsätzlich versicherbar sind.28 Der Value-at-Risk -Ansatz basiert auf einem quantitativen Prognosemodell und ist definiert als der Verlust, der bestimmte Finanzinstrumente oder ein bestimmtes Portfolio im schlimmsten Fall bedroht, vorbehaltlich

- der Spezifizierung der Zahl und Art von Risiken und
- eines bestimmten Konfidenzintervalls29
- über einen bestimmten Zeitraum.30

Die Einsatzmöglichkeiten des Value-at-Risk -Ansatzes sind dabei recht flexibel. Er kann für einzelne Positionen als auch auf das gesamtes Anlagenportfolio eines Unternehmens angewandt werden. Weiterhin ist es möglich, mit dem Value-at- Risk -Ansatz einzelne Risiken (z. B. Preisrisiken) ebenso zu messen, wie das Risikopotenzial zusammengefasster Positionen (z. B. das gesamte Marktrisiko).31

2.3.2.2. Der Cash flow-at-Risk

Der Cash flow-at -Risk wird analog zum Value-at-Risk herangezogen, sobald die Kenntnis über die Höhe und Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos vorliegen. Während der Value-at-Risk sich auf den Marktwert bezieht, wird der Cash flow-at Risk auf einen Cash flow bezogen.32 Im Zusammenhang mit der Bewertung finanzieller Risiken ist der Cash flow als finanzielle Stromgröße zu verstehen, die in einer Periode als Zahlung eintritt. Dies können Stromgrößen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (z. B. Verkaufserlöse in Fremdwährungen), des Finanzbereichs (z. B. Zinszahlungen) oder aus Sicherungsgeschäften (z. B. Zahlung aus einem Zinsswap) sein. Im Rahmen der Cash flow-at-Risk Betrachtung werden die einzelnen Cash flows analysiert, die aufgrund ihres Wertes einem Finanzrisiko ausgesetzt sind.33 So gelten beispielsweise für das Währungsrisiko alle zuund abflie- ßenden Zahlungen, die in einer anderen als der Konzernwährung fakturiert sind. Dadurch wird der Einfluss veränderter Währungsparitäten auf die in der Konzernwährung ausgedrückten prognostizierten Cash flows sichtbar. Das gleiche gilt ebenso für Rohstoffpreisrisiken. Hierbei werden all diejenigen Zahlungsströme berücksichtigt, die im Zusammenhang mit Rohstoffgeschäften stehen.34

2.3.2.3. Der Earnings-at-Risk

Während der Cash flow-at-Risk aus den erwarteten Einnahmen und Ausgaben berechnet wird, werden im Earnings-at-Risk die erwarteten Erträge und Aufwendungen des Unternehmens berücksichtigt.35 Auch für den Earnings-at-Risk -Ansatz ist die Kenntnis über die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Risiken notwendig.

Dieser wird – ebenso wie der Value-at-Risk – als Risikomaßzahl verwendet und gibt die maximale Unterschreitung bzw. negative Abweichung von einem bestimmten Zielergebnis an, das mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit innerhalb eines festgelegten Zeitraums nicht überschritten werden soll.36 Unter Anwendung des Earnings-at-Risk Ansatzes werden die Auswirkungen finanzieller Risiken auf den handelsrechtlichen Jahresgewinn simuliert. Daraus wiederum können externe Analysten und Investoren Kennzahlen zur Bewertung des Unternehmens wie z. B. die Price-Earnings Ratio37 und den Return-on-Equity herleiten. Die Begrenzung der Volatilität von Erträgen kann im Sinne eines wertorientierten Risikomanagements zu einer Steigerung von Aktienkursund Shareholder Value des Unternehmens führen.38

2.3.2.4. Szenariound Sensitivitätsanalyse

Lieg keine Kenntnis über die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Risiken vor, so kann eine Szenariound/oder Sensitivitätsanalyse eingesetzt werden. Mittels der Szenarioanalyse wird versucht, das Risiko von Finanzpositionen (insbesondere Marktpreisrisiken) dadurch zu bewerten, indem verschiedene mögliche Szenarien im Hinblick auf Marktpreisänderungen durchgespielt werden und anschließend untersucht wird, wie sich diese letztlich auf das Unternehmen auswirken.39 Hierbei wird i. d. R. das Drei-Werte-Verfahren eingesetzt, das einen optimistischen, einen pessimistischen und einen mit hoher –subjektiver – Wahrscheinlichkeit erwarteten Wert beinhaltet. Dabei stellt der optimistische Wert das „Best case-Szenario“ und der pessimistische Wert das „Worst case-Szenario“ dar. Der vom Analyst erwartete Wert setzt sich aus den für ihn wahrscheinlichsten Werten zusammen. Als Ausgangsbasis für die Darstellung von Szenarien dient die Betrachtung der Vergangenheit.40

Mit der Sensitivitätsanalyse werden die Auswirkungen von veränderten Marktpreisen auf den finanziellen Überschuss oder die Marktwerte untersucht.41 Die Sensitivität beziffert dabei das Maß, mit dem sich eine Volatilität auf den Wert einer untersuchten Finanzposition oder eines Portfolios auswirkt bzw. auswirken kann.42

2.3.3. Steuerungsinstrumente für Finanzrisiken

Nachdem die Finanzrisiken identifiziert und bewertet worden sind erfolgt die Steuerung derselben. Die Phase der Risikosteuerung zielt darauf ab, die Risikolage des Unternehmens positiv zu verändern bzw. ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ertrag (Chance) und Verlustgefahr (Risiko) zu erreichen. Damit beinhaltet die Risikosteuerung alle Maßnahmen, die zur Beeinflussung der Risikosituation im Unternehmen, entweder durch die Verringerung der Eintrittswahrscheinlichkeit und/oder dem Schadensausmaß, getroffen werden.43 Dabei entscheidet das Unternehmen, welche Risikobewältigungsstrategie(n) (aktiv und/oder passiv – siehe dazu Anhang Kapitel 5.5.5.) es so z. B. im Falle der einzelnen Finanzrisiken einsetzt.

Bei dem Einsatz der Steuerungsinstrumente, die zum Einsatz kommen können, wird zwischen den Marktpreisund (Adress-)Ausfallrisiken unterschieden.

2.3.3.1. Instrumente zur Steuerung von Marktpreisrisiken

Um die Marktpreisrisiken steuern zu können, wurden Instrumente weiterentwickelt, die zur Kompensation von Risiken besonders geeignet sind. Eine schnelle Entwicklung vollzog sich besonders auf den Märkten für derivative Finanzinstrumente oder kurz Derivate.44

Derivate werden u. a. zur Absicherung von Marktpreisrisiken eingesetzt. Dabei handelt es sich um Produkte, die von einem Basiswert abgeleitet sind und auf Termin gehandelt werden.45 Weiterhin sind Derivate dadurch gekennzeichnet, dass Vertragsabschluss und Vertragserfüllung zeitlich auseinander liegen. Die bedeutendsten Derivate sind Swaps, Forwards, Futures und Optionen.46 Mit dem Einsatz von Derivaten verfolgt das Unternehmen eine passive Risikobewältigungsstrategie, nämlich die der Risikokompensation.47

Auf die einzelnen Derivate wird in Kapitel 3 ausführlich eingegangen.

2.3.3.2. Instrumente zur Steuerung von (Adress-)Ausfallrisiken

Zu den klassischen Instrumenten zur Steuerung von (Adress-)Ausfallrisken gehö- ren Akkreditive, Dokumenteninkasso und Exportkreditversicherungen. Hinzu kommt das Instrument der Anzahlung, der Forfaitierung und des Factoring.48 Daneben gibt es weitere Maßnahmen, die zur Steuerung der (Adress-) Ausfallrisiken verwendet werden, die allerdings, im Gegensatz zu den bisher genannten, eine untergeordnete Rolle spielen. Die genannten Steuerungsinstrumente unterliegen dabei der passiven Risikosteuerungsstrategie, und zwar die der Risiko- überwälzung. Nachfolgend werden die erwähnten Steuerungsinstrumente in Kürze beschrieben.

Als Akkreditiv wird das Zahlungsversprechen einer Bank (Akkreditivbank) verstanden, die sich bereit erklärt, für einen Zahlungspflichtigen (i. d. R. Importeur) im Rahmen der Außenhandelsfinanzierung in seinem Auftrag und nach seinen Weisungen gegen Übergabe vorgeschriebener Dokumente eine Zahlung an einen Begünstigten (i. d. R. Exporteur) zu leisten. Die Vereinbarung zwischen dem Zahlungspflichtigen und seiner Bank wird als Dokumentenakkreditiv bezeichnet.49

[...]


1 Mit der Volatilität wird die Schwankungsintensität der beobachteten Kurse, Zinssätze, Preise, etc. gemessen und quantifiziert. Dabei gilt, je höher die Volatilität ist, desto höher ist die Abweichung vom erwarteten Zielwert.

2 Vgl. KPMG (2007), S. 10/11.

3 Vgl. KPMG (2007), S. 14/15.

4 Vgl. Härle-Willerich/Rikowski (2005), S. 3.

5 Vgl. Eichhorn/Heil (2007), S. 19.

6 Vgl. Schulz (2002), S. 5.

7 Vgl. Schierenbeck/Lister (2002), S. 428.

8 Vgl. Portisch (2008), S. 199.

9 Vgl. Wolke (2007), S. 141.

10 Schierenbech/Lister (2002), S. 428.

11 Portisch (2008), S. 199.

12 Vgl. Winter (2001), S. 101.

13 Vgl. Seethaler/Steitz (2007), S. 3.

14 Vgl. Priermeier (2005), S. 16.

15 Vgl. Fiege (2006), S. 111.

16 Hahn/Hungenberg (2001), S. 319.

17 Vgl. Fiege (2006), S. 112.

18 Vgl. Fiege (2006), S. 118.

19 Vgl. Fiege (2006), S. 121.

20 Vgl. Priermeier (2005), S. 19 – 22.

21 Vgl. Hahn/Hungenberg (2001), S. 324.

22 Vgl. Culp (2001), S. 330.

23 Vgl. Fiege (2006), S. 112.

24 Vgl. Krystek (2007), S. 50.

25 Reichling/Bietke/Henne (2007), S. 225.

26 Vgl. Burger/Buchhart (2002), S. 106.

27 Vgl. Gleason (2001), S. 225.

28 Vgl. Fiege (2006), S. 167.

29 Ein Konfidenzintervall wird als dasjenige Intervall für einen Erwartungswert definiert, das mindestens eine zufällige Grenze hat und das den betreffenden Parameter mit Wahrscheinlichkeit 1-α, dem sogenannten Konfidenzkoeffizieten überdeckt.

30 Vgl. Gleason (2001), S. 225.

31 Vgl. Gleason (2001), 225.

32 Vgl. Gebhardt/Mansch (2001), S. 65.

33 Vgl. Priermeier (2005), S. 65.

34 Vgl. Priermeier (2005), S. 66.

35 Vgl. Hager (2004) unter www.riskbooks.de, 27.08.2008.

36 Vgl. Priermeier (2005), S. 71.

37 Die Price Earnings Ratio ist eine Wertkennzahl, die das Verhältnis zwischen dem aktuellen Aktienwert des Unternehmens und der Rendite pro Aktie angibt.

38 Vgl. Hager (2004) unter www.riskbooks.de, 27.08.2008.

39 Vgl. Priermeier (2005), S. 38.

40 Vgl. Hager (2004) unter www.riskbooks.de, 27.08.2008.

41 Vgl. Wiedemann (2002), S. 509.

42 Vgl. Priermeier (2005), S. 23.

43 Vgl. Romeike (2005), S. 29.

44 Vgl. Gebhardt/Mansch (2001), S. 6.

45 Vgl. Prätsch/Schikorra (2007), S. 213.

46 Vgl. Wiedemann (2002), S. 516.

47 Vgl. Scheuenstuhl (1992), S. 30/31.

48 Wiedemann (2002), S. 520.

49 Vgl. Schneck (2005), S. 262.

Ende der Leseprobe aus 92 Seiten

Details

Titel
Hedging von Rohstoffpreisrisiken im Rahmen des Finanzrisikomanagements
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
2,1
Autor
Jahr
2008
Seiten
92
Katalognummer
V123093
ISBN (eBook)
9783640274420
ISBN (Buch)
9783640274529
Dateigröße
3239 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hedging, Rohstoffpreisrisiken, Rahmen, Finanzrisikomanagements
Arbeit zitieren
Claudia Gormann (Autor), 2008, Hedging von Rohstoffpreisrisiken im Rahmen des Finanzrisikomanagements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123093

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Hedging von Rohstoffpreisrisiken im Rahmen des Finanzrisikomanagements



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden