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Das Athena-Nike Heiligtum als politisches Monument

Title: Das Athena-Nike Heiligtum als politisches Monument

Term Paper , 2008 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katharina Ströhl (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Zu einem Heiligtum kann jeder Platz werden, dem die Griechen einen heiligen Charakter zusprechen. Dieser heilige Charakter beruht auf der Existenz einer Grabstätte oder auf einem anderen Zeichen göttlicher Präsenz, wie zum Beispiel einem Felsen oder Baum. Als temenos wird der umgrenzte Bereich bezeichnet, dies bedeutet soviel wie „abgetrennt“. Das heißt, dass der umgrenzte Bereich von dem Areal abgetrennt ist, welches nicht heilig ist. Ein temenos kann den Kult einzelner oder mehrerer Götter unterbringen. Die Grenzen können durch Grenzsteine, welche als horoi benannt, gekennzeichnet werden oder auch durch eine umlaufende Mauer. Eine solche Umfriedung wird durch den Begriff peribolos ausgedrückt. Die meisten Heiligtümer sind einfache Plätze dieser Art, die auf die Charakteristik der Einfriedung passen. Im Inneren der Grundstücke kann sich unter anderem ein heiliger Hain befinden, eine Quelle oder eine Grotte oder sonstige natürliche Erscheinungen, ohne dass es dort irgendwelche anderen außer provisorischen Bauwerke gäbe.
Die Heiligkeit des Platzes birgt dementsprechend auch Verbote. So ist es verboten darin ein Kind zu gebären, sexuellen Kontakt zu haben oder dort zu sterben. Auch mit Makel behaftete Personen dürfen das Heiligtum nicht betreten. Mit Wasser gefüllte heilige Gefäße stehen am Eingang der Heiligtümer, die es jedem erlauben, sich zu reinigen. Weiterhin übernimmt das Heiligtum eine Asylfunktion beispielsweise für entflohene Sklaven oder politisch Verfolgte. Sollte es doch geschehen, dass sich an jemandem vergriffen wird, der im Heiligtum Zuflucht findet, ist dies eine so gewaltige Schandtat, welche eine Plage heraufbeschwören kann, die dann die ganze Stadt heimsucht.
Die Lage der Heiligtümer hat einen sehr vereinzelt verteilten Charakter. Sie sind über das ganze Gebiet der Polis verstreut und befinden sich sowohl auf dem Land als auch in der Stadt. Jedoch sind Heiligtümer, die auf der Akropolis errichtet wurden und sich in der Mitte der Stadt Athen befinden, eine Ausnahme. Dessen ungeachtet möchte ich nur bemerken, dass sich das Athena Nike Heiligtum natürlich nicht in der Mitte Athens befindet. Die städtischen Heiligtümer waren weit entfernt davon, dass Stadtbild zu beherrschen, sie gingen im Gewirr von Bauten und Wegen unter.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Das Heiligtum und die Nike Apteros

2. Das Athena Nike Heiligtum der Akropolis als politisches Monument

2.1. Der Bau und der Standort des Heiligtums – eine politische Aussage?

2.2. Das Bildprogramm des Heiligtums

2.2.1. Ostfries

2.2.2. Süd-, West- und Nordfries

2.3. Das Geländer der Nike-Bastion

3. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit das Athena-Nike-Heiligtum auf der Akropolis in Athen als politisches Monument interpretiert werden kann, indem sie die Baugeschichte, den Standort sowie das bildhauerische Programm kritisch hinterfragt.

  • Baugeschichte und Standortpolitik des Athena-Nike-Tempels
  • Analyse der Friesgruppen und deren ikonographische Bedeutung
  • Diskurs über die Interpretation des Tempels als politisches Statement der Aristokratie
  • Untersuchung des Bildprogramms der Nike-Balustrade

Auszug aus dem Buch

2.2. Das Bildprogramm des Heiligtums

Zum Bildprogramm bestehen ebenfalls sehr gegensätzliche Forschungsmeinungen. Nach Schneider und Höcker wirkt der Bildschmuck des Niketempels wie eine Beantwortung der Programmatik der Parthenon-Skulpturen. Denn, wie auch der Parthenon, besitzt das Heiligtum einen vierseitigen Fries, welcher auf der Ostseite, also dem Eingang des Heiligtums, eine Götterversammlung zeigt. Diese besteht aber nicht, wie üblich, aus den zwölf olympischen Hauptgöttern, sondern wurde um weitere göttliche Gestalten ergänzt. Folgendermaßen sind zum Beispiel die Nereiden und Leto, die Mutter des Apollon und der Artemis, abgebildet. Insgesamt umfasst das gesamte Ostfries 24 Götterfiguren und diese Götterfiguren sind nicht, wie beim Parthenon, unmittelbar neben den Sterblichen postiert, sondern bleiben unter sich. Somit sind die Götter, wie eben erwähnt, von den Sterblichen getrennt, um eine Vermischung von Jenseits und Diesseits zu vermeiden. Schneider und Höcker bestreiten weiterhin die Verwendung des Mythos für gegenwartspolitische Zwecke.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Heiligtum und die Nike Apteros: Dieses Kapitel führt in die Grundlagen des griechischen Heiligtumswesens ein und verortet das Athena-Nike-Heiligtum topographisch und kultisch im Kontext der Akropolis.

2. Das Athena Nike Heiligtum der Akropolis als politisches Monument: Hier wird der Tempelbau in den historischen Kontext der parteipolitischen Auseinandersetzungen zwischen radikalen Demokraten und Aristokraten gestellt sowie die Architektur und das Bildprogramm eingehend analysiert.

3. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass der Tempel trotz des politisch aufgeladenen Kontextes seines Baus primär als Kultbau und nicht primär als politisches Monument zu verstehen ist, wobei die bildlichen Darstellungen als idealisierte Verzerrung der Realität gewertet werden.

Schlüsselwörter

Athena Nike, Akropolis, Griechische Polis, Kallikrates, Bildprogramm, Friesgruppen, Klassik, Perikles, Parteienstreit, Nike-Balustrade, Tempelbau, Politische Aussage, Athen, Sakralarchitektur, Mythische Darstellung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert das Athena-Nike-Heiligtum auf der Akropolis und untersucht, ob Architektur, Standort und Skulpturenschmuck gezielt als politische Instrumente eingesetzt wurden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Baugeschichte unter Kallikrates, der Parteienstreit zwischen den athenischen politischen Gruppierungen sowie die ikonographische Deutung der Friese und der Nike-Balustrade.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob das Athena-Nike-Heiligtum als bewusst gestaltetes politisches Monument zu verstehen ist oder ob ihm diese Bedeutung in der Forschung überinterpretiert zugeschrieben wird.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Die Verfasserin nutzt eine archäologisch-historische Analyse, bei der sie aktuelle Forschungspositionen (insbesondere von Wesenberg sowie Schneider und Höcker) gegenüberstellt und kritisch hinterfragt.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil widmet sich dem Bau, dem Standort, der detaillierten Beschreibung der Friesgruppen sowie der Bedeutung der Nike-Bastion.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt zusammenfassen?

Die Arbeit charakterisiert sich durch Begriffe wie Athena Nike, Akropolis, politische Monumentalität, antike Bildprogramme und die Debatte um die Politisierung religiöser Architektur.

Welche Bedeutung kommt dem Bildprogramm der Ostseite zu?

Das Ostfries zeigt eine Versammlung von 24 Götterfiguren, die bewusst von den Menschen getrennt bleiben, was laut Autorin gegen eine Vermischung von Diesseits und Jenseits spricht.

Wie bewertet die Autorin die politische Intention der Friese?

Sie schließt sich der Meinung an, dass die Darstellungen keine historische Realität widerspiegeln, sondern eine verzerrte Inszenierung athenischer Stärke sind, die als Antwort auf die zeitgenössische militärische Situation dient.

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Details

Title
Das Athena-Nike Heiligtum als politisches Monument
College
University of Bayreuth  (Lehrstuhl für Alte Geschichte)
Course
Orte des Politischen, Orte des Religiösen in der griechischen Polis
Grade
2,0
Author
Katharina Ströhl (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V123137
ISBN (eBook)
9783640287635
ISBN (Book)
9783640871629
Language
German
Tags
Athena-Nike Heiligtum Monument Politischen Religiösen Polis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Ströhl (Author), 2008, Das Athena-Nike Heiligtum als politisches Monument, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123137
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