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Durchsichtigkeit und Undurchsichtigkeit von Wörtern - Bedeutungsverdunkelung und Volksetymologie

Titel: Durchsichtigkeit und Undurchsichtigkeit von Wörtern - Bedeutungsverdunkelung und Volksetymologie

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 25 Seiten , Note: 2

Autor:in: Daniela Kilper-Welz (Autor:in)

Anglistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein typisches Charakteristikum des englischen Wortschatzes ist die Dissoziation. Das bedeutet, dass die Strukturierung durch größere Wortfamilien, innerhalb derer die Verwandtschaft der einzelnen Wörter durch Mittel der Wortbildung wie etwa Ableitungssilben, Wortzusammensetzungen, Umlaut usw. leicht erkennbar ist, nach dem Altenglischen verloren ging. Die Hauptursache dafür war die Übernahme insbesondere lateinischer und französischer Wörter in großem Umfang, welche isoliert blieben, da sie etymologisch ungestützt waren. Diese, mit anderen Worten, „fremden Wörter“ nennt man auch „Hard Words“, da sie aufgrund ihrer Undurchsichtigkeit ohne fremdsprachliche Kenntnisse nur schwer zu verstehen sind. Da aber jede Sprache bzw. deren Sprecher das Bestreben haben, Wörter zu motivieren, ist also das Englische aufgrund seiner bewegten Sprachgeschichte, in der zahlreiche fremde Sprachen Einfluss nahmen, besonders anfällig für Erscheinungen wie Volksetymologie bzw. Sekundäre Motivation.
Im folgenden soll es nun zum einen um die Abgrenzung und Erläuterung der Begriffe „Durchsichtigkeit“ und „Undurchsichtigkeit“ von Wörtern gehen. Zum anderen sollen die zahlreichen Möglichkeiten der Bedeutungsverdunkelung von Wörtern, die nicht zu den Hard Words zählen, da sie aus dem Altenglischen stammen, dargestellt werden. Weiterhin soll die Folge von Dissoziation oder Bedeutungsverdunkelung, also die Remotivierung oder die Volksetymologie bzw. die sekundäre Motivation, mit Beispielen näher beleuchtet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Durchsichtige und undurchsichtige Wörter

2.1 Durchsichtige Wörter

2.1.1 Die formale Konstitution des durchsichtigen Wortes

2.2 Undurchsichtige Wörter

3 Bedeutungsverdunkelung

3.1 Verdunkelung durch Schwachtonigkeit eines Kompositionsgliedes oder schwachtonige Verwendung von Wörtern

3.2 Bedeutungsverdunkelung durch lautliche Assimilation

3.3 Bedeutungsverdunkelung durch Aussterben eines oder mehrerer Kompositionsglieder als Simplizia

3.4 Weitere mögliche Ursachen für eine Bedeutungsverdunkelung

3.5 Folgen von Bedeutungsverdunkelungen

4 Volksetymologie bzw. Sekundäre Motivation

4.1 Phonologische Motivation

4.1.1 Motivation durch phonologische Angleichung an bestehende Wortformen

4.1.2 Motivation durch Lautersatz

4.1.3 Motivation durch Umgehung fremder Lautverbindungen

4.1.4 Motivation durch Akzentverlagerung

4.1.5 Motivation durch neue Aufgliederung eines Wortes

4.1.6 Motivation durch Wortkürzung

4.2 Phonologisch-semantische Motivation

4.2.1 Semantische Motivation

4.3 Sekundäre lautsymbolische Motivation

4.4 Abgrenzung gegenüber ähnlichen Erscheinungen

4.4.1 Malaprops

4.4.2 Agglutination und Deglutination des Artikels

4.4.3 Kontamination

4.4.4 Back-formation

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomene der "Durchsichtigkeit" und "Undurchsichtigkeit" von Wörtern innerhalb der englischen Sprache. Das Ziel besteht darin, die Prozesse der Bedeutungsverdunkelung zu analysieren sowie die Mechanismen der Remotivierung, insbesondere im Kontext der Volksetymologie (Sekundäre Motivation), darzustellen und von ähnlichen sprachlichen Erscheinungen abzugrenzen.

  • Grundlagen der Wortdurchsichtigkeit und deren Verlust durch sprachgeschichtliche Entwicklung.
  • Ursachen für Bedeutungsverdunkelungen bei historisch gewachsenen und entlehnten Wörtern.
  • Methodische Klassifizierung der Sekundären Motivation (phonologisch, semantisch, lautsymbolisch).
  • Abgrenzung der Volksetymologie von Phänomenen wie Malapropismus, Kontamination und Back-formation.

Auszug aus dem Buch

3.2 Bedeutungsverdunkelung durch lautliche Assimilation

Unter Assimilation versteht man die “Angleichung eines Lautes an einen Nachbarlaut (besonders in informeller gesprochener Sprache) hinsichtlich eines oder mehrerer artikulatorischer Merkmale“. Man unterscheidet zwischen progressiver, regressiver, reziproker, sowie zwischen totaler und partieller Assimilation. Im Falle des altenglischen wifmann („Weib“ + „Mensch“) kam es durch regressive totale Assimilation, also durch die Angleichung eines nachfolgenden Lautes an einen vorhergehenden Laut, und in diesem Fall der völligen Angleichung dieser beiden Laute, zu mittelenglisch wimman. Der Zusammenhang mit wif (dt.: Weib, Frau) wurde unklar und in Folge weiterer Veränderungen im neuenglischen woman/women völlig verdeckt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Konzept der Dissoziation des englischen Wortschatzes und die daraus resultierende Notwendigkeit der etymologischen Motivation.

2 Durchsichtige und undurchsichtige Wörter: Theoretische Abgrenzung zwischen durchsichtigen Wörtern und undurchsichtigen "Hard Words" sowie Darstellung deren formaler Konstitution.

3 Bedeutungsverdunkelung: Analyse der Ursachen für den Verlust von etymologischer Transparenz durch lautliche und strukturelle Veränderungen im Sprachverlauf.

4 Volksetymologie bzw. Sekundäre Motivation: Detaillierte Untersuchung der verschiedenen Formen der Remotivierung zur Wiederherstellung von verständlichen Wortstrukturen.

5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Volksetymologie als dynamischer und stets aktueller Prozess der sprachlichen Anpassung.

Schlüsselwörter

Durchsichtigkeit, Undurchsichtigkeit, Bedeutungsverdunkelung, Volksetymologie, Sekundäre Motivation, Remotivierung, Hard Words, Assimilation, Lautsymbolik, Wortbildung, Etymologie, Dissoziation, Sprachgeschichte, Komposita, Lehnwörter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Struktur von Wörtern, insbesondere mit der Frage, warum Wörter für Sprecher verständlich (durchsichtig) oder unverständlich (undurchsichtig) sind, und wie Sprache auf letztere reagiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Bedeutungsverdunkelung bei historisch gewachsenen Wörtern und den verschiedenen Mechanismen der Volksetymologie, die dazu dienen, dissoziierte Wörter wieder zu motivieren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Prozess der Bedeutungsverdunkelung im Englischen zu systematisieren und die Strategien der Remotivierung linguistisch einzuordnen und von anderen Sprachphänomenen abzugrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer sprachgeschichtlichen und etymologischen Analyse sowie der kritischen Auswertung linguistischer Fachliteratur zur Wortbildung und Semantik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ursachen für Bedeutungsverdunkelung (z. B. Schwachtonigkeit, Assimilation) und eine detaillierte Kategorisierung von Remotivierungsstrategien wie phonologische und semantische Motivation.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Fachbegriffe sind Volksetymologie (Sekundäre Motivation), Durchsichtigkeit, Bedeutungsverdunkelung und Dissoziation.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Hard Words“ und ererbten Wörtern eine Rolle?

„Hard Words“ sind meist fremdsprachliche Lehnwörter, die isoliert im System stehen, während bei ererbten Wörtern die Verdunkelung meist durch lautgesetzliche Veränderungen im Laufe der Sprachgeschichte eintritt.

Wie unterscheidet sich die Volksetymologie vom Malapropismus?

Während die Volksetymologie das Ziel hat, eine (falsche) etymologische Sinnhaftigkeit oder Motivation für ein unverständliches Wort wiederherzustellen, handelt es sich beim Malapropismus um den (oft unfreiwilligen) Gebrauch eines falschen, aber ähnlich klingenden Wortes ohne erklärende Intention.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Durchsichtigkeit und Undurchsichtigkeit von Wörtern - Bedeutungsverdunkelung und Volksetymologie
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Lehrstuhl für englische Sprachwissenschaft)
Veranstaltung
Der englische Wortschatz
Note
2
Autor
Daniela Kilper-Welz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
25
Katalognummer
V12318
ISBN (eBook)
9783638182317
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Durchsichtigkeit Undurchsichtigkeit Wörtern Bedeutungsverdunkelung Volksetymologie Wortschatz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniela Kilper-Welz (Autor:in), 2002, Durchsichtigkeit und Undurchsichtigkeit von Wörtern - Bedeutungsverdunkelung und Volksetymologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12318
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Leseprobe aus  25  Seiten
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