Immer mehr Menschen in Deutschland machen die Erfahrung, dass es schwieriger wird, eine Arbeit zu finden. Eine Arbeit, die oberhalb des Niedriglohns bezahlt wird, die sichere Zukunftsperspektiven eröffnet, mit der man sich identifizieren kann und die sich in die persönliche Lebensvorstellung integrieren lässt. Vielfach sind sie gezwungen, ihre Ansprüche an Arbeit und Leben zu senken. Manchen gelingt es, anderen nicht. Unsere Welt wandelt sich und nicht jeder kann und will sich dieser Wandlung anpassen.
Prekarität führt uns den Wandel der Wirtschaft und Gesellschaft vor Augen.
In dieser Arbeit möchte ich die Prozesse betrachten, die Prekarität begründen und selbst von ihr hervorgerufen werden. Wie ergeht es Menschen, die betroffen sind? Welche Anstrengungen müssen sie unternehmen, um im Arbeitsleben zu bestehen? Warum wandelt sich unsere Gesellschaft? Wie geht dieser Wandel voran? Welche Vorstellungen von Arbeit und Leben existieren eigentlich in der heutigen Zeit?
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- Erster Teil
- 2 Begriffsklärung: Was ist Prekarität
- 2.1 Definition nach Zahlen und Fakten
- 2.2 Beschreibung von Prekarität als Prozess und Phänomen
- 2.3 Beschreibung von Prekarität anhand sozialer und emotionaler Effekte
- 3 Ökonomische und politische Grundlagen für Prekarität
- 3.1 Finanzmarktkapitalismus
- 3.2 Das nachfordistische Produktionsmodell
- 3.3 Politischer Rahmen: Neoliberalismus und aktivierende Arbeitsmarktpolitik
- 4 Forschungsansätze, Lösungsangebote und Zukunftsmodelle
- 4.1 Statistische Betrachtungen und konkrete Untersuchungen
- 4.2 Lösungsvorschläge und Zukunftsmodelle
- 5 Exkurs: Prekarität und Öffentlichkeit
- 6 Die Folgen von Prekarität
- 6.1 Gesellschaftliche Auswirkungen
- 6.2 Individuelle Folgen
- Zweiter Teil
- 7 Subjektives Erleben und Verarbeitung von Prekarität
- 7.1 Erforschung mit Hilfe des narrativen Interviews
- 7.2 Einleitung Interview I
- 7.3 Analyse Interview I
- 7.4 Einleitung Interview II
- 7.5 Analyse Interview II
- 8 Vergleich beider Interviews
- 9 Fazit: Vergleich der theoretischen Betrachtung mit dem subjektiven Erleben
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Erfahrung und Verarbeitung von Prekarität. Sie beleuchtet die Entstehung von Prekarität aus ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Faktoren und analysiert die Strategien von Betroffenen im Umgang mit prekären Arbeitsbedingungen. Die Arbeit untersucht auch den Einfluss von Medien auf die Wahrnehmung von Prekarität.
- Definition und Erscheinungsformen von Prekarität
- Ökonomische und politische Ursachen von Prekarität
- Individuelle und gesellschaftliche Folgen von Prekarität
- Wissenschaftliche Forschungsansätze zur Prekarität
- Der Einfluss der Medien auf die Darstellung von Prekarität
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik ein und beschreibt die persönlichen Beweggründe der Autorin. Der erste Teil befasst sich mit der Begriffsklärung von Prekarität, ihren ökonomischen und politischen Grundlagen und verschiedenen Forschungsansätzen. Es werden statistische Betrachtungen und Lösungsvorschläge diskutiert. Der Einfluss der Medien auf die öffentliche Wahrnehmung von Prekarität wird beleuchtet. Der zweite Teil analysiert das subjektive Erleben von Prekarität anhand von narrativen Interviews.
Schlüsselwörter
Prekarität, Arbeit, Arbeitsmarkt, Neoliberalismus, Finanzmarktkapitalismus, soziale Ungleichheit, narrative Interviews, empirische Sozialforschung, Medien, Gesellschaftlicher Wandel.
Häufig gestellte Fragen
Was wird unter dem Begriff "Prekarität" verstanden?
Prekarität beschreibt einen Zustand unsicherer Arbeits- und Lebensbedingungen, oft gekennzeichnet durch Niedriglöhne, fehlende Zukunftsperspektiven und soziale Ausgrenzung.
Welche ökonomischen Ursachen führen zu Prekarität?
Zentrale Ursachen sind der Finanzmarktkapitalismus, neoliberale Politikansätze sowie der Wandel hin zu nachfordistischen Produktionsmodellen, die Flexibilität auf Kosten der Sicherheit fordern.
Wie erleben Betroffene Prekarität subjektiv?
Narrative Interviews zeigen, dass Betroffene oft unter hohem psychischem Druck stehen, ihre Lebensansprüche senken müssen und Schwierigkeiten haben, eine stabile Identität über ihre Arbeit zu finden.
Welchen Einfluss haben Medien auf die Wahrnehmung von Prekarität?
Medien prägen das Bild prekär Beschäftigter in der Öffentlichkeit, was entweder zur Sensibilisierung beitragen oder Vorurteile und Stigmatisierung verstärken kann.
Was sind die gesellschaftlichen Folgen zunehmender Prekarisierung?
Zunehmende Prekarität führt zu wachsender sozialer Ungleichheit, einer Erosion der Mittelschicht und einer Destabilisierung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
- Arbeit zitieren
- Elke Neuschulz (Autor:in), 2008, Die Erfahrung und Verarbeitung von Prekarität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123196