Diese Arbeit zeigt die sozialen Differenzierungen, die in den Manufakturen und in der Gesellschaft stattfanden. Es wird mehrmals ein Vergleich zwischen Manufakturen und Gewerben geführt. Es werden die Ursprünge der Manufaktur gezeigt, sowie die Übergangsphasen vom Gewerbe zur Manufaktur. Bei der Beschreibung der sozialen Differenzierungen wird aufgezeigt, daß es schwer ist, zwischen sozialen und wirtschaftlichen Bereichen zu teilen, da sie eng miteinander verbunden sind. Die Gründe für die Arbeitsteilung liegen viel mehr im wirtschaftlichen Bereich, wo der Nutzen, die Konkurrenz und der Markt dem Kapitalisten diktieren, wie die Produktivität der Arbeitskräfte gesteigert, und wie den Produktionsprozeß optimiert wird.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Über die verschiedenen Ursprünge der Manufaktur
III. Die heterogene und die organische Manufaktur als Grundformen der Manufaktur
IV. Die Teilung der Arbeit innerhalb der Manufaktur und innerhalb der Gesellschaft
V. Die nachteiligen Folgen der Arbeitsteilung
VI. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die durch Arbeitsteilung bedingten sozialen Differenzierungen in Manufakturen sowie im gesellschaftlichen Kontext unter Berücksichtigung marxistischer Theorieansätze. Ziel ist es, die strukturellen Veränderungen von Produktionsprozessen und deren Auswirkungen auf das Individuum und die soziale Hierarchie kritisch zu beleuchten.
- Historische Ursprünge und Formen der Manufaktur
- Differenzierung zwischen manufakturmäßiger und gesellschaftlicher Arbeitsteilung
- Soziale Folgen der Spezialisierung und Verkrüppelung des Arbeiters
- Vergleich der Wirkungsweisen von Zünften und Manufakturen
- Zusammenhang zwischen technischem Fortschritt und Arbeitsteilung
Auszug aus dem Buch
II. Über die verschiedenen Ursprünge der Manufaktur
Marx entwickelte im Buch "Das Kapital" (Marx, Dietz, S. 356-359) seine Auffassung über die verschiedenen Ursprünge der Manufaktur. Die Manufakturen entstehen, seiner Meinung nach, auf zwei verschiedene Weisen.
1. Die Arbeiter in der Manufaktur waren vorher selbständige Handwerker, die in einer Werkstatt unter dem Kommando von einem Kapitalisten vereinigt waren. Die verschiedenen Handwerker in einer Manufaktur arbeiten einander gleichzeitig in die Hand und produzieren bestimmte Teile für das Endprodukt. Dabei steigerte sich die Produktivität. Das ist eine einfache Kooperation, die ihr Material an Menschen und Dingen vorfindet. Die verschiedenen Handwerker in einer Manufaktur beginnen, nach und nach die Fähigkeit zu verlieren, ihr altes Handwerk mit der ganzen Spannbreite zu betreiben. Die einseitigte Arbeit bekam die zweckmäßigste Form für die verengte Wirkungssphäre. Es kommt zu einer allmählichen Teilung in verschiedenen Sonderoperationen, wovon sich die Funktion eines Arbeiters kristallisiert.
2. Es gibt auch entgegengesetzte Wege für den Ursprung einer Manufaktur. Es existiert eine Kooperation in der einfachsten Form. Das ist die Manufaktur, in der es viele Handwerker gibt, die die gleiche Arbeit zusammen mit ihren Gesellen unter Führung desselben Kapitals ausführen. Sie produzieren die ganze Ware allein und bewahren das, was für den Handwerker typisch ist. Wenn es nötig wird, eine größere Menge zu liefern, wird die Arbeit geteilt. Die verschiedenen Arbeitsschritte, die ein Handwerker machte, werden voneinander isoliert, räumlich nebeneinandergestellt, und jeder Teil von der Arbeit wird einem anderen Handwerker zugewiesen. Die Arbeit wird dabei gleichzeitig ausgefüllt. Diese Teilung zeigt ihre Vorteile und wird zur systematischen Teilung. Jeder von den Handwerkern wird später nur eine und dieselbe Teiloperation ausfüllen. Das ist eine Manufaktur, wo die Operationen ineinanderfließen. Es besteht die Möglichkeit, größeren Mengen einer Ware zu produzieren.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der sozialen Differenzierungen durch Arbeitsteilung ein und skizziert den Übergang vom Gewerbe zur Manufaktur.
II. Über die verschiedenen Ursprünge der Manufaktur: Dieses Kapitel erläutert die zwei Entstehungsweisen von Manufakturen nach Marx, basierend auf Kooperation und Spezialisierung.
III. Die heterogene und die organische Manufaktur als Grundformen der Manufaktur: Hier werden die zwei Grundtypen der Manufaktur und deren Funktionsweisen sowie die resultierende Abhängigkeit der Arbeiter untereinander beschrieben.
IV. Die Teilung der Arbeit innerhalb der Manufaktur und innerhalb der Gesellschaft: Das Kapitel differenziert zwischen der planmäßigen Arbeitsteilung im Betrieb und der gesellschaftlichen Arbeitsteilung durch den Warenaustausch.
V. Die nachteiligen Folgen der Arbeitsteilung: Es wird die Verarmung und "Verkrüppelung" der Arbeiter durch einseitige Tätigkeiten sowie die Entstehung der Industrie thematisiert.
VI. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Systematisierung der sozialen Differenzen und betont die Bedeutung der Scheidung von Stadt und Land sowie Hand- und Verstandesarbeit.
Schlüsselwörter
Manufaktur, Arbeitsteilung, Kapitalismus, soziale Differenzierung, Gesamtarbeiter, Teilarbeiter, Produktionsprozess, Marx, Industrie, Spezialisierung, Warenproduktion, Handwerk, Produktivität, Hierarchie, gesellschaftliche Arbeitsteilung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die sozialen Differenzierungen, die infolge der Arbeitsteilung in Manufakturen und innerhalb der Gesellschaft entstanden sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entstehungsgeschichte der Manufaktur, die verschiedenen Formen der Arbeitsteilung, der Vergleich zwischen Zünften und Manufakturen sowie die Auswirkungen auf die Arbeiter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die sozialen Auswirkungen ökonomischer Veränderungen zu zeigen und die durch die Manufakturperiode erzeugten sozialen Unterschiede systematisch darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der marxistischen Theorie, insbesondere dem Werk "Das Kapital", und vergleicht diese mit weiteren ökonomischen Ansätzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Entstehung der Manufaktur, die Unterscheidung in heterogene und organische Manufakturen sowie den Vergleich zwischen manufakturmäßiger und gesellschaftlicher Arbeitsteilung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem Arbeitsteilung, Manufaktur, Kapital, soziale Differenzierung und Gesamtarbeiter.
Was unterscheidet die manufakturmäßige von der gesellschaftlichen Arbeitsteilung?
Während die manufakturmäßige Teilung a priori und planmäßig durch den Kapitalisten erfolgt, ist die gesellschaftliche Arbeitsteilung a posteriori durch den Warenaustausch auf dem Markt vermittelt.
Warum spricht Marx von einer "Verkrüppelung" des Arbeiters?
Die ständige Wiederholung einfacher Teiloperationen führt zu einem Verlust an allgemeinem handwerklichen Geschick und einseitiger Belastung, was Marx als geistige und körperliche Verkrüppelung bezeichnet.
- Quote paper
- Dr. Mariana Parvanova (Author), 1994, Arbeitsteilung in Manufaktur und Industrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123205