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Steckbrief zur Figur Medea nach Grillparzer

Title: Steckbrief zur Figur Medea nach Grillparzer

Essay , 2008 , 5 Pages

Autor:in: Sita Hermand (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Medea – dämonische Zauberin oder einsame Heilerin? Verzweifelte Mutter oder rachsüchtige Mörderin? Eine Liebende, Eifersüchtige oder Rächerin?
Es gibt viele Attribute mit denen die geheimnisvolle Frauenfigur des griechischen Mythos im Laufe der Jahrhunderte besetzt wurde. Von der Antike bis zu den Dramen des 20. Jahrhunderts erfährt die mysteriöse Frauengestalt der Medea viele verschiedene Variationen. Diese betreffen ihre Konzeption von Weiblichkeit, die Motive der Ermordungen und die verschiedenen Darstellungen ihres Schicksals. In den älteren Versionen überwiegend als selbstbewusste Heilerin dargestellt, wird sie bereits in Euripides Mythos als eifersüchtige Kindsmörderin dargestellt.
Im folgenden Essay werde ich die Figur Medea aus der Trilogie „Das goldene Vlies“ von Grillparzer näher beschreiben, auf ihre Mordmotive eingehen und sie anhand seiner Darstellung charakterisieren. Zunächst werde ich jedoch den Inhalt der Tragödie Grillparzers kurz erläutern, um den Zusammenhang des dort dargestellten Frauenbildes zum Drama besser verständlich zu machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Kontext der Medea-Tragödie bei Grillparzer

3. Charakterisierung der Medea

4. Zusammenfassung und Reflexion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische Komplexität der Medea-Figur in Franz Grillparzers Trilogie „Das goldene Vlies“ und analysiert, wie Grillparzer das traditionelle Bild der Medea durch eine differenzierte Darstellung von Motiven und Widersprüchlichkeiten modernisiert.

  • Die psychologische Entwicklung und Charakterisierung von Medea
  • Die Rolle der Nebenfiguren im Kontext der Handlung
  • Motive für Verrat, Rache und die Kindestötung
  • Die Gegenüberstellung von traditionellem Mythos und Grillparzers Adaption
  • Die Reflexion über Weiblichkeit und Selbstbehauptung im Drama

Auszug aus dem Buch

Charakterisierung der Medea

Zu Beginn der Tragöde ist Medea ihrer Liebe Jason, mit dem sie haben zwei gemeinsame Söhne, Äson und Absyrtus, hat, verfallen. Sie möchte für ihn ins Griechentum übertreten (vgl. S. 11) und so mit ihrer Vergangenheit abschließen. Durch das Vergraben ihrer Zauberwerkzeuge und des Vlieses (vgl. S. 5f.) „gibt sie ihre Zauberkraft an die Erde zurück“ (S. 83) und möchte somit ein Symbol für die Zukunft setzen.

Medea zeigt sich hier demütig und ihrer Liebe Jason hingegeben. Sie kann aber auch hochfahrend und stolz sein. Gebieterische Anweisungen gegenüber ihrer Amme oder Sklavin zeigen ihre gegensätzliche Art (vgl. S. 9). Demut und Reue zeigt sie vor allem dann, wenn sie Früheres vergessen will und ihre Strafe für vergangene Verbrechen ihr genommen werden sollen. Dann geht sie selbstkritisch mit sich um und „ könnte ihre Finger strafen!“ (S. 24).

Auf der anderen Seite ist sie aber auch selbstsicher und über ihrer Unschuld gewiss: „Allein ein Ungeheuer bin ich nicht, und keine Mörderin“ (S. 16). Es lassen sich Widersprüchlichkeiten der Frauengestalt erkennen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische und literarische Rezeption der Medea-Figur ein und formuliert das Ziel der Untersuchung, Grillparzers Interpretation der Figur im Kontext seiner Trilogie zu analysieren.

2. Der Kontext der Medea-Tragödie bei Grillparzer: Dieses Kapitel erläutert die Einbettung der Tragödie in die Argonauten-Trilogie und beschreibt die mythologischen Vorgeschichten „Der Gastfreund“ und „Die Argonauten“ als Basis für das Verständnis der Medea-Figur.

3. Charakterisierung der Medea: In diesem zentralen Teil wird die Wandlung der Figur von einer liebenden, opferbereiten Frau hin zur rachsüchtigen Mörderin analysiert, wobei besonders auf ihre inneren Widersprüche und emotionale Instabilität eingegangen wird.

4. Zusammenfassung und Reflexion: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass Grillparzer Medea als eine komplexe, moderne Frauenfigur porträtiert, die zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und persönlichen Gefühlen agiert.

Schlüsselwörter

Medea, Franz Grillparzer, Das goldene Vlies, griechischer Mythos, Argonauten, Charakterstudie, psychologische Motive, Rache, Kindestötung, Weiblichkeit, Schuld, Selbstreflexion, Literaturanalyse, Drama, Moderne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die psychologische und charakterliche Gestaltung der Figur Medea in Franz Grillparzers Drama „Medea“, dem dritten Teil der Trilogie „Das goldene Vlies“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Mordmotive der Protagonistin, ihr widersprüchliches Verhalten zwischen Liebe und Rache sowie die Abgrenzung zu klassischen, antiken Medea-Varianten.

Was ist die primäre Forschungsfrage oder das Ziel?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Grillparzer Medea als eine vielschichtige, moderne Frauenfigur darstellt, die nicht nur als Mörderin, sondern auch als ein sich gegen Unterdrückung wehrendes Subjekt begriffen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär textbasiert arbeitet und durch den Vergleich mit dem mythologischen Hintergrund sowie Zitate aus dem Werk argumentiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der inhaltlichen Einführung in die Trilogie, der detaillierten psychologischen Untersuchung von Medeas Handlungen und der Analyse der Dynamik zwischen Medea, Jason und den Nebenfiguren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Medea, Grillparzer, psychologische Motivation, Rache, Schuld und die literarische Moderne.

Wie geht die Autorin mit Medeas Widersprüchlichkeiten um?

Die Arbeit hebt hervor, dass diese Widersprüchlichkeit eine feste Charaktereigenschaft ist – Medea schwankt kontinuierlich zwischen Reue, Selbstaufgabe und einem mörderischen Vernichtungswahn.

Welche Bedeutung kommt dem Vlies und den Zauberwerkzeugen zu?

Diese dienen im Drama als Symbole für Medeas Vergangenheit und ihren Versuch, durch das Ablegen ihrer magischen Kräfte im „Griechentum“ anzukommen, was letztlich scheitert.

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Details

Title
Steckbrief zur Figur Medea nach Grillparzer
College
University of Frankfurt (Main)  (Neuere Philologien)
Course
Medea – Von Euripides bis Dea Loher
Author
Sita Hermand (Author)
Publication Year
2008
Pages
5
Catalog Number
V123236
ISBN (eBook)
9783640289097
Language
German
Tags
Steckbrief Figur Medea Grillparzer Medea Euripides Loher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sita Hermand (Author), 2008, Steckbrief zur Figur Medea nach Grillparzer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123236
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