Anhand unseres Pretests konnten wir einige Probleme eruieren, die bei unveränderter Vorgehensweise unweigerlich auf uns zugetreten wären. So konnten wir das Verständnisproblem (Dialekt) durch die Modifizierung unserer Forschungsfrage umgehen, mussten auf zunächst beabsichtigte Methoden, wie Tonbandaufzeichnungen und Videoaufnahmen aus forschungsethischen Gründen verzichten und beschränkten unser Feld auf nur eine Gaststätte, um Konflikte mit Wirten zu vermeiden. Es kristallisierten sich doch sehr schnell weitere Hindernisse heraus, die wir nicht kompensieren konnten.
Aufgrund der zeitlichen Bindung an das Sommersemester konnten wir die mangelnde Stammtischbeteiligung wegen des schönen Wetters leider nicht umgehen. Im Monat Mai sorgten zusätzlich Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam dafür, dass 50% unserer ursprünglich anberaumten Termine für die Feldforschung abgesagt werden mussten, da jeweils lediglich 2-3 Personen am Stammtisch teilnahmen.
Da wir durch die Forschungsfrage nun auf die Dezibelmessung angewiesen waren, beschränkten sich unsere Möglichkeiten pro Woche auf lediglich einen Tag (Freitag), an dem wir unsere Untersuchungen durchführen konnten. An allen weiteren Stammtischterminen wären die Nebengeräusche im Lokal durch Mittags- bzw. Übernachtungsgäste zu laut gewesen, um den Geräuschpegel des Stammtisches separat analysieren zu können.
Ein weiteres Problem entstand dadurch, dass geeichte, qualitativ hochwertige Dezibelmessgeräte sehr teuer sind und dementsprechend nicht verliehen werden. Unsere Messungen mussten wir daher zwangsläufig mit einem ungeeichten Messgerät vornehmen, dessen Aussagekraft sich nur auf die Amplituden, sprich auf die Lautstärkenveränderung, bezieht, nicht aber auf die absolut gemessenen Werte.
Inhaltsverzeichnis
1. Probleme bei der Untersuchung
2. Ergebnisse des Projekts "Themenfindung bei der Stammtischdiskussion"
3. Die Untersuchungsergebnisse der Beobachtungen am 26.07.2002 und 18.08.2002
3.1 Ergebnisse 26.07.2002
3.2 Ergebnisse 18.08.2002
4. Vergleich der beiden Beobachtungen und ihrer Ergebnisse
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit zielt darauf ab, den Gesprächsverlauf an einem Stammtisch sowie die Faktoren zu identifizieren, die diesen beeinflussen. Im Zentrum steht die Untersuchung, wie sich verschiedene Einflüsse, wie beispielsweise die Anwesenheit des Wirtes oder die Anzahl der anwesenden Personen, auf die verbale Interaktion und die Lautstärke innerhalb einer Stammtischgesellschaft auswirken.
- Methodische Herausforderungen bei Felduntersuchungen im sozialen Raum
- Analyse von Dezibelmessungen in Gaststätten
- Einfluss sozialer Interaktionspartner (Wirt, Bedienung) auf den Gesprächsverlauf
- Zusammenhang zwischen Gruppengröße und Lautstärkeentwicklung
- Diskursanalyse von Stammtischgesprächen
Auszug aus dem Buch
Probleme bei der Untersuchung
Anhand unseres Pretests konnten wir einige Probleme eruieren, die bei unveränderter Vorgehensweise unweigerlich auf uns zu getreten wären. So konnten wir das Verständnisproblem (Dialekt) durch die Modifizierung unserer Forschungsfrage umgehen, mussten auf zunächst beabsichtigte Methoden, wie Tonbandaufzeichnungen und Videoaufnahmen aus forschungsethischen Gründen verzichten und beschränkten unser Feld auf nur eine Gaststätte, um Konflikte mit Wirten zu vermeiden. Es kristallisierten sich doch sehr schnell weitere Hindernisse heraus, die wir nicht kompensieren konnten.
Aufgrund der zeitlichen Bindung an das Sommersemester konnten wir die mangelnde Stammtischbeteiligung wegen des schönen Wetters leider nicht umgehen. Im Monat Mai sorgten zusätzlich Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam dafür, dass 50% unserer ursprünglich anberaumten Termine für die Feldforschung abgesagt werden mussten, da jeweils lediglich 2-3 Personen am Stammtisch teilnahmen.
Da wir durch die Forschungsfrage nun auf die Dezibelmessung angewiesen waren, beschränkten sich unsere Möglichkeiten pro Woche auf lediglich einen Tag (Freitag), an dem wir unsere Untersuchungen durchführen konnten. An allen weiteren Stammtischterminen wären die Nebengeräusche im Lokal durch Mittags- bzw. Übernachtungsgäste zu laut gewesen, um den Geräuschpegel des Stammtisches separat analysieren zu können.
Ein weiteres Problem entstand dadurch, dass geeichte, qualitativ hochwertige Dezibelmessgeräte sehr teuer sind und dementsprechend nicht verliehen werden. Unsere Messungen mussten wir daher zwangsläufig mit einem ungeeichten Messgerät vornehmen, dessen Aussagekraft sich nur auf die Amplituden, sprich auf die Lautstärkenveränderung, bezieht, nicht aber auf die absolut gemessenen Werte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Probleme bei der Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Schwierigkeiten bei der Datenerhebung im Feld, wie unvorhersehbare Ausfälle und technische Limitierungen bei der Dezibelmessung.
2. Ergebnisse des Projekts "Themenfindung bei der Stammtischdiskussion": Hier wird die Anpassung der ursprünglichen Forschungsfrage nach einem Pre-Test dokumentiert und eine chronologische Übersicht der gescheiterten Untersuchungstermine gegeben.
3. Die Untersuchungsergebnisse der Beobachtungen am 26.07.2002 und 18.08.2002: Dieser Abschnitt präsentiert die tatsächlichen Messdaten der beiden erfolgreich durchgeführten Beobachtungsphasen und analysiert Korrelationen zwischen Lautstärke und verschiedenen Einflussfaktoren.
3.1 Ergebnisse 26.07.2002: Detaillierte Darstellung der Korrelationsanalyse für den ersten Beobachtungstag, insbesondere im Hinblick auf Personenzahl und die Anwesenheit des Wirtes.
3.2 Ergebnisse 18.08.2002: Analyse des zweiten Beobachtungstages mit einem Vergleich der Korrelationen, wobei hier ein stärkerer Einfluss des Wirtes auf die Gesprächslautstärke festgestellt wurde.
4. Vergleich der beiden Beobachtungen und ihrer Ergebnisse: Dieses Kapitel führt die Daten beider Beobachtungen zusammen, um allgemeine Rückschlüsse auf die Einflussfaktoren der verbalen Interaktion zu ziehen.
5. Schlussbemerkung: Abschließende Einordnung der Arbeit als Vorabuntersuchung, die aufgrund des begrenzten Umfangs keine wissenschaftlich endgültige Bestätigung der Thesen liefert.
Schlüsselwörter
Stammtisch, verbale Interaktion, Gesprächsverlauf, Dezibelmessung, Feldforschung, Lautstärkeentwicklung, Sozialforschung, Kommunikation, Interaktionsanalyse, Stammtischdiskussion, Gruppendynamik, Methodik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Gesprächsverlauf an einem Stammtisch und wie verschiedene soziale sowie äußere Faktoren die verbale Interaktion und die Lautstärke in dieser Gruppe beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Themen zählen die methodische Feldforschung, die quantitative Lautstärkenanalyse mittels Dezibelmessung und die soziologische Beobachtung von Gruppendynamiken in Gaststätten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, wie sich der Gesprächsverlauf am Stammtisch gestaltet und welche Faktoren, wie etwa die Anwesenheit des Wirtes oder die Anzahl der Teilnehmer, diesen Verlauf maßgeblich prägen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Forscher nutzten eine quantitative Feldforschung durch Dezibelmessungen kombiniert mit einer systematischen Beobachtung der Stammtischumgebung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die bei den Beobachtungen gewonnenen Messdaten, führt Korrelationsanalysen durch und vergleicht diese Ergebnisse miteinander, um Muster im Gesprächsverhalten zu erkennen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Stammtisch, verbale Interaktion, Dezibelmessung, Feldforschung, Kommunikation und Gruppendynamik.
Warum konnte der Wirt als relevanter Einflussfaktor identifiziert werden?
Die Daten zeigen eine negative Korrelation zwischen der Anwesenheit des Wirtes und der Gesprächslautstärke, was darauf hindeutet, dass die Gäste ihr Kommunikationsverhalten bei seiner Ankunft verändern.
Warum hat das Gesprächsthema laut der Studie keinen Einfluss auf die Lautstärke?
Die statistische Analyse ergab nur sehr geringe Korrelationen zwischen den Themen und der Dezibelentwicklung, was die Autoren zu der Schlussfolgerung führt, dass die Emotionen in den Diskussionen selten stark ausgeprägt sind.
- Quote paper
- Markus Mayer (Author), 2002, Verbale Interaktion im öffentlichen Raum Gesprächsverlauf bei Stammtischdiskussionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12323